Hauptmenü öffnen

Schwabing-West ist der Stadtbezirk 4 der bayerischen Landeshauptstadt München.

Schwabing-West
Landeshauptstadt München
Koordinaten: 48° 9′ 40″ N, 11° 34′ 8″ O
Fläche: 4,36 km²
Einwohner: 68.265 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 15.646 Einwohner/km²
Postleitzahlen: 80796, 80797, 80798, 80799, 80801, 80803, 80804, 80809
Vorwahl: 089
Karte
Lage des Stadtbezirks 4 Schwabing-West in München
Bezirksteile

Der Stadtbezirk gehört zu den wenigen homogenen Stadtbezirken Münchens mit einheitlichem Erscheinungsbild. Er umfasst vor allem die Stadterweiterungen um 1900, die auf dem Gebiet der 1890 eingemeindeten Stadt Schwabing entstanden.

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Schwabing-West liegt im Münchner Norden, westlich der Isar und nördlich der Maxvorstadt. Seine Grenze im Süden verläuft entlang der Loth- und Georgenstraße bis zur Dachauer Straße, die die Westgrenze bis zur Schwere-Reiter-Straße bildet. Im Nord-Westen verläuft seine Grenze erst entlang der Schwere-Reiter-Straße nach Osten und anschließend dem Bogen der Ackermannstraße folgend bis zur Winzererstraße; erst folgt sie dieser und anschließend der Lerchenauer Straße nach Norden bis zum Mittleren Ring/Petuelring. Dieser ist die Nordgrenze des Bezirks, im Osten läuft sie dann entlang der Isolden-, Simmern-, Viktoria- und Friedrichstraße.

Nachbarbezirke sind Milbertshofen-Am Hart im Nordwesten und Norden, Schwabing-Freimann im Osten, Maxvorstadt im Süden und Neuhausen-Nymphenburg im Westen.

GeschichteBearbeiten

Das alte Schwabing liegt in den heutigen Stadtbezirken 4 und 12.[2]

SchwabingBearbeiten

 
Schwabing und Freimann auf einer Karte von 1858

Schwabing wurde 782 erstmals urkundlich als Suuapinga erwähnt. Der Name kommt von Swapo und bedeutet Siedlung eines Schwaben. Das Dorf wurde 1886 zur Stadt erhoben und dann 1890 nach München eingemeindet. Bereits 1909 wurden die damaligen Neubaugebiete im Westen des ehemaligen Schwabinger Stadtgebietes aus dem Stadtbezirk Schwabing herausgelöst und zum eigenen Stadtbezirk erhoben. 1996 wurde das Gebiet um das nördliche Schwabing mit Krankenhaus und Luitpoldpark sowie dem südöstlichen Teil des Oberwiesenfeldes, bis dahin Teil von Neuhausen, erweitert. Dadurch verdreifachte der Stadtbezirk seine Fläche, die Einwohnerzahl verdoppelte sich.

Historische Stadtteile der ehemaligen Stadt Schwabing im heutigen StadtbezirkBearbeiten

  • Konradshof, Stadt Schwabing: Der Ort wurde 1260 erstmals als Chunratshoven erwähnt. Die Bedeutung des Namens ist fast wörtlich abzuleiten: Hof eines Konrad. Die Identität dieses Konrads ist umstritten, wahrscheinlich handelt sich hier um die Person des Propstes Konrad von Schäftlarn, da dem Kloster Schäftlarn die Äcker auf dem südlichen Teil des Oberwiesenfeldes bis zur Säkularisation 1803 gehörten. Diese Äcker waren an Münchner Bürger verpachtet. Ein zugehöriges Gehöft hat nie existiert. Seit der Neugliederung der Stadtbezirke gehört ein Teil zum Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg.

Neue Stadtteile auf dem Gebiet der ehemaligen Stadt Schwabing im heutigen StadtbezirkBearbeiten

  • Militärwohnanlage Barbarastraße: Die auch Barbarasiedlung genannte Kleinwohnungsanlage entstand 1909/10 für Mitarbeiter des nahe gelegenen Heeresbekleidungsamts, die Soldaten waren, ohne aktiven Truppendienst zu leisten.

Neubaugebiete um 1900Bearbeiten

Keinen eigenen amtlichen Namen besitzen die Neubaugebiete, die um 1900 entstanden. Diese, oft im Jugendstil gehaltenen Viertel, wurden durch eine Reihe von Plätzen aufgelockert, die jeweils einen Mittelpunkt des Viertels darstellten und meistens durch eine öffentliche Einrichtung wie eine Schule oder ein städtisches Amt noch einmal Gewicht erhielten. Dieses Platzkonzept der gründerzeitlichen Stadtplanung wurde auch nach dem Ersten Weltkrieg beibehalten. Als wichtigste Plätze sind zu nennen: Kurfürstenplatz, Hohenzollernplatz, Elisabethplatz, Bayernplatz, Scheidplatz, Pündterplatz, Kölner Platz und Bonner Platz. Abgerundet wurde dieses eher großbürgerlich geprägte Gebiet durch den 1912 angelegten Luitpoldpark. Im Zweiten Weltkrieg teilweise schwer zerstört wurden in den 1950er und 1970er Jahren die Baulücken geschlossen. Ab etwa 1985 erfolgte die Sanierung des Altbaubestandes, der noch sehr prägend ist.

AllgemeinesBearbeiten

SozialstrukturBearbeiten

Der Stadtbezirk Schwabing-West ist eindeutig mittelschichtorientiert. Der Anteil an qualifizierten Angestellten ist überdurchschnittlich, das Ausbildungsniveau ist daher entsprechend hoch. 63 Prozent aller Haushalte im Stadtbezirk sind Ein-Personen-Haushalte, vor allem mit Bewohnern jüngeren und mittleren Alters, Familien mit Kindern sind mit 11 Prozent eher unterrepräsentiert. 26 Prozent aller Haushalte im Stadtbezirk sind kinderlose Mehr-Personen-Haushalte. Zum 31. Dezember 2014 betrug der Ausländeranteil 22,3 Prozent und liegt damit knapp unter dem Stadtdurchschnitt (26,4 Prozent).[3]

Durch den verhältnismäßig hohen Anteil an Arbeitsplätzen im Bereich der öffentlichen Einrichtungen und Verwaltungen dominieren Dienstleistungsbereich und Handel, auf die zusammen 60 Prozent der Arbeitsplätze entfallen.

VerkehrBearbeiten

 
Pizzeria "Neuhauser" (früheres Cafe Schwabing) an der Belgradstraße Ecke Hohenzollernstraße

Schwabing-West wird vor allem durch sechs Verbindungsachsen erschlossen, die heute nicht alle vollständig als Hauptsammelstraßen dienen: Als Nord-Süd-Verbindungen dienen vor allem Schleißheimer Straße und Belgradstraße sowie die zum Stadtbezirk Schwabing-Freimann gehörende Leopoldstraße, die den Verkehr aus den Ost-West-Verbindungen Karl-Theodor-Straße/Bonner Platz/Rheinstraße, Herzogstraße und Elisabethstraße/Franz-Joseph-Straße aufnimmt.

Im öffentlichen Nahverkehr wird der Stadtteil durch die U-Bahn-Linien U2 (U-Bahnhöfe Hohenzollernplatz und Scheidplatz), U3 (U-Bahnhöfe Bonner Platz, Scheidplatz und Petuelring), durch die Trambahnlinien 12 und 27 sowie durch mehrere MVG-Buslinien erschlossen.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

 
Klinikum Schwabing – Haupteingang am Kölner Platz
 
Schauburg

Im Stadtbezirk Schwabing-West sind eine Vielzahl an öffentlichen Einrichtungen angesiedelt. Neben dem Städtischen Klinikum Schwabing sind vor allem das Max-Planck-Institut für Psychiatrie und das Rehabilitationszentrum für Körperbehinderte (Stiftung Pfennigparade) zu nennen. Wichtige kulturelle Einrichtungen sind das Kinder- und Jugendtheater Schauburg (München). Im Petuelpark liegt der Kubus im Petuelpark. An der Schleißheimer Straße liegt das Nordbad, am Luitpoldpark/Petuelring das Freibad Georgenschwaige.

StatistikBearbeiten

 


(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)

Jahr Einwohner davon Ausländer Einwohner
je km²
2000 53.789 11.144 (20,7 %) 12.311
2001 54.580 11.868 (21,7 %) 12.492
2002 54.272 11.674 (21,5 %) 12.421
2003 54.351 11.960 (22,0 %) 12.440
2004 55.231 12.012 (21,7 %) 12.647
2005 56.033 12.125 (21,6 %) 12.830
2006 59.553 12.323 (20,7 %) 13.720
2007 61.514 12.653 (20,6 %) 14.176
2008 62.541 12.635 (20,2 %) 14.412
2009 62.028 12.181 (18,6 %) 14.217
2010 62.856 12.481 (19,9 %) 14.407
2011 63.644 12.882 (20,2 %) 14.587
2012 64.768 13.462 (20,8 %) 14.845
2013 65.892 14.115 (21,4 %) 15.102
2014 67.094 14.959 (22,3 %) 15.378
2015 68.527 15.781 (23,0 %) 15.706
2016 69.407 16.264 (23,4 %) 15.908
2017 68.265 15.356 (22,5 %) 15.646

Quelle mit weiteren Daten[4]

PolitikBearbeiten

Bezirksausschusswahl 2014
(Stimmen in Prozent)[5]
 %
40
30
20
10
0
37,5 %
26,8 %
25,3 %
6,2 %
4,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008[5]
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,1 %p
+3,0 %p
+2,8 %p
-3,9 %p
+4,2 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e Freie Wähler einschließlich ÖDP

Der Bezirksausschuss von Schwabing-West wurde zuletzt am 16. März 2014 gewählt. Die Sitzverteilung lautet wie folgt: SPD 11, CSU 8, Grüne 7, FDP 2 und FW/ÖDP 1.[5] Von den 52.014 stimmberechtigten Einwohnern in Schwabing-West haben 23.218 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 44,6 Prozent lag.

Bedeutende PersönlichkeitenBearbeiten

Folgende Personen haben zumindest eine Zeit lang im heutigen Stadtbezirk Schwabing-West gelebt:

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Florian Breu: Die Münchener Stadtbezirke nach der Stadtgebietsneugliederung. In: Münchener Statistik. Nr. 1, 1996, ISSN 0171-0583, S. 1–14.
  • Klaus Gallas: München. Von der welfischen Gründung Heinrichs des Löwen bis zur Gegenwart: Kunst, Kultur, Geschichte. DuMont, Köln 1979, ISBN 3-7701-1094-3 (DuMont-Dokumente: DuMont-Kunst-Reiseführer).
  • Ilse Macek (Hrsg.): Ausgegrenzt - Entrechtet - Deportiert. Schwabing und Schwabinger Schicksale 1933 bis 1945. Volk Verlag, München 2008, ISBN 978-3-937200-43-9.
  • Helmuth Stahleder: Von Allach bis Zamilapark. Namen und historische Grunddaten zur Geschichte Münchens und seiner eingemeindeten Vororte. Hrsg. v. Stadtarchiv München. Buchendorfer Verlag, München 2001, ISBN 3-934036-46-5.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Taschenbuch 2018 (PDF). Statistisches Amt der Landeshauptstadt München. Abgerufen am 6. Januar 2019.
  2. Bewiesen durch GEOlino Copyright.
  3. Die Bevölkerung in den Stadtbezirken nach dem Migrationshintergrund am 31.12.2014 (PDF; 425 kB). Statistisches Amt der Landeshauptstadt München. Abgerufen am 11. November 2015.
  4. Archiv Stadtteilinformationen. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 6. Januar 2019.
  5. a b c Wahl des Bezirksausschusses – Stadtbezirk 4 – Schwabing-West. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 16. Juni 2014.