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Das Centrum für Jüdische Studien (CJS) ist eine Forschungseinrichtung an der Universität Graz. Vorgänger war das von 2000 bis 2001 bestehende David-Herzog-Centrum für Jüdische Studien (DHC),[1] benannt nach dem Landesrabbiner für Steiermark und Kärnten David Herzog.[2] Es forscht zur jüdischen Geschichte, Kultur, Literatur und Religion, insbesondere in Israel und den USA. Von 2001 bis 2007 war der Historiker Klaus Hödl Gründungsdirektor der Einrichtung.

Inhaltsverzeichnis

StudiumBearbeiten

Das CJS ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft für Jüdische Studien in Österreich (AGJÖ). Es bietet den fakultätsübergreifenden, viersemestrigen geistes- und kulturwissenschaftlichen Joint-Degree-Studiengang Jüdische Studien – Geschichte jüdischer Kulturen (Master of Arts) mit der Hochschule für Jüdische Studien (HfJS) in Heidelberg an. Er wird seit 2007 durch den DAAD gefördert.[3] Vorsitzende der Curriculakommission für die interfakultäre Studienrichtung Jüdische Studien in Graz ist die katholische Theologin Irmtraud Fischer.

GastprofessurBearbeiten

Neben dem seit den 1980er Jahren bestehenden David-Herzog-Fonds an der Universität Graz besteht eine Kooperation mit der kulturwissenschaftlich ausgerichteten Kurt-David-Brühl-Gastprofessur für Jüdische Studien, die 2001 geschaffen wurde.[4] Sie ist nach dem Unternehmer, Ehrenpräsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Graz und Förderer der Gastprofessur, Konsul Kurt David Brühl errichtet worden.[5] Diese erhielten bisher folgende nationale und internationale Wissenschaftler: Gerold Necker, Elisabeth Hollender, Stefan Litt, Liliane Weissberg, Eric Jacobson, Trude Maurer, Mona Körte, Thomas Meyer, Ulrich Wyrwa, Hildegard Frübis und Joachim Schlör.

ForschungBearbeiten

Das CJS beherbergt ein Biographisches Archiv der Juden aus der Steiermark. Außerdem ist es Herausgeber der Zeitschrift Transversal, der Vorlesungen des Centrums für Jüdische Studien[6] und der Schriften des Centrums für Jüdische Studien[7] (2013: 23 Bände mit Beiträgen von u. a. Evelyn Adunka, Daniel Hoffmann und Klaus Hödl).

Abgeschlossene und laufende Forschungsprojekte werden durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, den Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank, den Zukunftsfonds der Republik Österreich, das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, die Abteilung Wissenschaft und Forschung des Landes Steiermark und das Kulturamt der Landeshauptstadt Graz gefördert. Derzeit werden der Erste Weltkrieg aus jüdischer Perspektive, die Populärkultur in Wien und die jüdische Migration nach Palästina thematisiert.

VeranstaltungenBearbeiten

In der Vergangenheit kuratierte das CJS Ausstellungen u. a. in der Heilandskirche (2010) und im Akademischen Gymnasium Graz (2012). Vorträge werden regelmäßig in Graz und Umgebung wie dem GrazMuseum, Pavelhaus, Literaturhaus Graz, Steiermärkischen Landesarchiv, Afro-Asiatischen Institut, Grazer Synagoge, ORF-Landesstudio Steiermark und Meerscheinschlössl organisiert. Zusammen mit anderen Institutionen nahm man an Tagungen und Workshops wie im Jüdischen Museum Berlin („Nicht nur Bildung, nicht nur Bürger. Juden in der Populärkultur“)[8] und in der Universität Budapest („Jüdisches Leben im ungarisch-österreichischen Grenzraum des 19. und 20. Jahrhunderts“)[9] teil. So fand 2013 an der Universität Graz die International Conference „European-Jewish Literatures and World War I“ mit Gästen wie Alfred Bodenheimer, Małgorzata Dubrowska, Claudia Erdheim und Jay Winter statt.

LiteraturBearbeiten

  • Universität Graz (Hrsg.): Ansprachen und Vorträge anlässlich der Eröffnung der Kurt-David-Brühl-Gastprofessur für Jüdische Studien an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz (= Grazer Universitätsreden, Band 77). Kienreich, Graz 2002.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Neues Zentrum für Jüdische Studien in Graz, Science ORF.at, abgerufen am 9. Mai 2014.
  2. Gerald Lamprecht: Die österreichischen jüdischen Museen im zeitgeschichtlichen Kontext. In: Dirk Rupnow, Heidemarie Uhl (Hrsg.): Zeitgeschichte ausstellen in Österreich. Museen – Gedenkstätten – Ausstellungen. Böhlau, Wien u. a. 2011, ISBN 978-3-205-78531-6, S. 217.
  3. Alle Studiengänge, DAAD, abgerufen am 9. Mai 2014.
  4. Dieter A. Binder: Jüdische Steiermark – Steirisches Judentum. In: Alfred Ableitinger, Dieter A. Binder (Hrsg.): Steiermark. Die Überwindung der Peripherie (= Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für Politisch-Historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Salzburg, Band 6 / Geschichte der österreichischen Bundesländer seit 1945, Band 7). Böhlau, Wien u. a. 2002, ISBN 3-205-99217-2, S. 543.
  5. Gerald Lamprecht: Jüdische Studien in Graz und Österreich seit 1945. In: Helmut Konrad, Stefan Benedik (Hrsg.): 25 Jahre Zeitgeschichte an der Universität Graz (= Mapping Contemporary History, Band 2). Böhlau, Wien u. a. 2010, ISBN 978-3-205-78518-7, S. 289.
  6. Vergleiche ZDB-ID 2560173-8
  7. Vergleiche ZDB-ID 2085973-9
  8. Kooperationsveranstaltung des Jüdischen Museums Berlin, der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts, des Centrums für Jüdische Studien Graz und des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden Hamburg, Tagungsprogramm (PDF, 152 KB)
  9. Veranstalter: Centrum für Jüdische Studien der Karl-Franzens-Universität Graz; Fakultät für Mitteleuropäische Studien an der Andrássy Universität Budapest; Zentrum für deutschsprachige jüdische Kultur Mitteleuropas an der Eötvös-‐Loránd-‐Universität Budapest, Tagungsprogramm (Memento des Originals vom 12. Mai 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.andrassyuni.eu (PDF, 2 MB)