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Schrauben- und Flanschenfabrik Emil Helfferich Nachfolger

Schrauben- und Flanschenfabrik Emil Helfferich Nachfolger

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Rechtsform
Gründung 1883
Auflösung 1981
Sitz Kirchheim unter Teck, Deutschland
Branche Metallindustrie

Die Schrauben- und Flanschenfabrik Emil Helfferich Nachfolger war ein mittelständisches deutsches metallverarbeitendes Unternehmen in Kirchheim unter Teck. Die Unternehmung war zwischen 1888 und 1900 eine von drei Firmen in Deutschland, die einen Großteil des inländischen Marktes mit Flanschen belieferten, und die einzige Flanschenfabrik in Süddeutschland.

GeschichteBearbeiten

1883 gründete Emil Helfferich in Dettingen unter Teck eine Schrauben- und Flanschenfabrik. 1888 übernahm Max Weise aus Sachsen das Unternehmen und firmierte unter "Emil Helfferich Nachfolger" (EHN). 1891 erwarb Max Weise das Ötlinger Wasser-Hammerwerk und die Speiser'sche Öl- und Sägemühle in Kirchheim unter Teck und verlegte die Flanschenproduktion dorthin, während die Schraubenherstellung in Dettingen verblieb. Weise beauftragte den Industriearchitekten Philipp Jakob Manz mit der Planung der Fabrikanlagen. In den Jahren 1894 bis 1906 entstanden mit dem Aufschwung der Firma Helfferich Nachf. – Inhaber Max Weise kontinuierlich wachsende Fabrikbauten, Erweiterungen und Anbauten. 1906 wurde die Dettinger Schraubenfabrik an Eugen Schweizer verkauft.

Für die Fabrikation von schmiedeeisernen Flanschen aller Art, für Schrauben und Muttern, für schwere Schmiede- und Preßstücke wurden ein eigener Gleisanschluss, Wasser- und Dampfkraft, eine Verzinkungsanstalt, eine Blankzieherei und ein großes Hammerwerk gebaut.

1935 übernahm Hans Weise die Geschäftsführung und gründete 1944 zusammen mit Walter Eisele das Presswerk Teck Hans Weise OHG in Kirchheim. 1961 übernahmen die EHN zusammen mit den Gebrüdern Altmann von der Société Lorraine Produits Métallurgiques zu je 50 % die Aktienmehrheit der Usines à Brides, Haren les Bruxelles. 1974 verkaufte die EHN ihre Anteile an die Gebrüder Altmann.

1976 wurde über EHN das Konkursverfahren eröffnet und das Unternehmen 1977 an die Mönninghoff GmbH, eine Tochter der Bochumer Mineralölgesellschaft (BoMin), verkauft. 1981 wurde die Kirchheimer Niederlassung aufgelöst. In den denkmalgeschützten Fabrikanlagen in Kirchheim/Teck befindet sich heute ein Baumarkt für historische Baustoffe. Erhalten geblieben ist die 1906 erweiterte Fabrikhalle mit Sheddach-Oberlichtern und die in der Fassade reich gegliederten, markanten Kopfbauten zur Dettinger Straße mit dem verbindenden Torbau samt Kreuzgewölbe in der Durchfahrt und der Dachlaterne mit einer vierseitigen Uhr.

LiteraturBearbeiten

  • Traute Dieterlen: Emil Helfferich Nachfolger, Flanschenfabrik Kirchheim/Teck - 1883 - 1977. Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg, Stuttgart 1983 (Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg Band 9) ohne ISBN.

WeblinksBearbeiten