Schornweisach

Ortsteil von Uehlfeld

Schornweisach ist ein Ortsteil des Marktes Uehlfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim.

Schornweisach
Markt Uehlfeld
Koordinaten: 49° 39′ 58″ N, 10° 39′ 1″ O
Höhe: 300 m ü. NHN
Einwohner: 380
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 91486
Vorwahl: 09163
Schornweisach, Februar 2014
St. Roswinda
Haus Nr. 91: Gasthaus
Dorfbrunnen

GeographieBearbeiten

Das Pfarrdorf liegt an der Weisach, einem linken Zufluss der Aisch. Ca. 0,5 km nördlich erhebt sich der Eichholzberg (357 m ü. NHN), dahinter liegt das Waldgebiet In den Stuben. Ca. 1,25 km östlich liegt das Waldgebiet Steinlohe. Im Südwesten liegen die Flurgebiete Dollbach und Gründlein.

Die Kreisstraße Kreisstraße NEA 12/ERH 19 führt nach Vestenbergsgreuth (2,3 km nördlich) bzw. nach Bergtheim (2,5 km südlich). Die Kreisstraße NEA 1 führt an der Hohenmühle vorbei nach Altershausen (3,8 km westlich) bzw. an der Eselsmühle vorbei nach Tragelhöchstädt (2,5 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Rauschenberg zur Kreisstraße NEA 14 (1,7 km südöstlich).[1]

GeschichteBearbeiten

Der Ortsname enthält den Gewässernamen Weisach und das Wort „Schor“ (mhd. für Spaten). Der Spaten verweist auf den umgegrabenem Grund in der Weisach.[2] 1393 wurde im Ort die erste Kapelle errichtet. Im 14./15. Jahrhundert wurde an ihrer Stelle die St. Roswindakirche errichtet.[3] Im Dreißigjährigen Krieg wurde Schornweisach 1635 überfallen.[4]

Am 10. Dezember 1700 verpfändete der Bayreuther Markgraf Schornweisach, zusammen mit Gutenstetten, Münchsteinach und Baudenbach, an den Würzburger Fürstbischof (Eine Wiedereinlösung erfolgte 1732 mit 280.000 Gulden).[5] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Schornweisach 65 Haushalte und 1 Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Neustadt an der Aisch, das Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach und das Centamt Höchstadt des Hochstifts Bamberg jedes auf seinen Gütern aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde von den drei Ämtern gemeinsam ausgeübt. Grundherren waren das Rittergut Rockenbach (25 Anwesen: 6 Güter, 3 Gütlein, 16 Tropfhäuser), das Oberamt Höchstadt (16 Anwesen: 5 Sölden, 2 Söldenhäuser, 9 Tropfhäuser), das Fürstentum Bayreuth (19 Anwesen; Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach: Pfarrhaus, Pfarrkirche, Ziegelei; Klosteramt Birkenfeld: 1 Gut; Klosteramt Münchsteinach: 3 Höfe, 6 Sölden, 5 Häuser, 1 Mühle), die Pfarrei Gutenstetten (1 Gut), die Pfarrei Schornweisach (1 Sölde) und die Frühmesse Reinhardshofen (3 Güter, 1 Häuslein).[6]

1810 kam Schornweisach an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 das Steuerdistrikt Schornweisach gebildet, zu dem die Orte Altershausen, Eselsmühle, Fallmeisterei, Hohenmühle, Neuebersbach, Pirkachshof, Schneidmühle und Wallmershof gehörten. 1813 wurde es der Ruralgemeinde Oberhöchstädt zugewiesen. 1813 wurde die Ruralgemeinde Schornweisach gebildet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Schornweisach aufgespalten in

1858 wurde gegen den Willen der Schornweisacher Brauer ihr Biertaxbezirk dem Taxbezirk Neustadt angeschlossen.[10]

Zur Zeit des Nationalsozialismus war es insbesondere der Schornweisacher Lehrer und Neustädter Kreisleiter Otto Roth (1900–1932) der vor allem ab 1932 im Ort, aber auch bei Veranstaltungen im ganzen Landkreis Propaganda für die NSDAP und die nationalsozialistische Ideologie betrieb und 1932 bayerischer Landtagsabgeordneter wurde.[11]

Am 1. Januar 1978 wurde Schornweisach im Zuge der Gebietsreform in den Markt Uehlfeld eingegliedert.[12]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Haus Nr. 3a: Chorturmkirche St. Roswinda von 1748
  • Haus Nr. 45: Wohnhaus
  • Haus Nr. 91: Gasthaus
  • Haus Nr. 157: Zwei Steinkreuze
  • Haus Nr. 173: Doppelhaus
  • Dorfbrunnen

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Schornweisach

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 529 711 671 634 616 628 640 655 643 588 503 517 465 484 483 484 471 468 453 559 543 479 477 416
Häuser[13] 92 109 98 104 101 97 95 96
Quelle [14] [15] [16] [16] [17] [16] [18] [16] [16] [19] [16] [16] [20] [16] [16] [16] [21] [16] [16] [16] [22] [16] [9] [23]

Ort Schornweisach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 481 650 557 583 524 428 433 505 452 395 341
Häuser[13] 85 100 95 94 91 89 90 88
Quelle [14] [15] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [9] [23] [24]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Roswinda (Schornweisach) gepfarrt.

In Schornweisach bestand bis 1877 eine jüdische Gemeinde. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16. Jahrhunderts zurück. An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine Schule und einen Friedhof.[25] Im Jahr 1877 wurde die Synagoge aufgegeben und verkauft. Sie wurde danach mehrfach umgebaut. Die Bausubstanz ist jedoch weitgehend erhalten geblieben (Standort: Ortsstraße 43).

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Schornweisach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schornweisach im BayernAtlas
  2. H. Sponholz (Hrsg.), S. 124.
  3. R. Strobel, 163.
  4. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1950, OCLC 42823280; Neuauflage anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978. Ebenda 1978, ISBN 3-87707-013-2, S. 243, Anm. 42 („[…] dann war nur noch der alte Ratz am Ort“).
  5. Max Döllner (1950), S. 146.
  6. H. H. Hofmann, S. 129.
  7. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 60 (Digitalisat). H. H. Hofmann, S. 222.
  8. H. H. Hofmann, S. 190.
  9. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 808 (Digitalisat).
  10. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950. (Neuauflage 1978 anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828-1978.) S. 497.
  11. Wolfgang Mück: NS-Hochburg in Mittelfranken: Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922–1933. Verlag Philipp Schmidt, 2016 (= Streiflichter aus der Heimatgeschichte. Sonderband 4); ISBN 978-3-87707-990-4, S. 113–115, 230 f. und öfter.
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  13. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  14. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 83 (Digitalisat). Für die Gemeinde Schornweisach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Eselsmühle (S. 24), Hohenmühle (S. 42) und Wallmershof (S. 99).
  15. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 202 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 707 Einwohner.
  16. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 180, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  17. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1058, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  18. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1223-1124, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  19. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1158 (Digitalisat).
  20. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1230 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1268 (Digitalisat).
  22. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1101 (Digitalisat).
  23. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 176 (Digitalisat).
  24. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 342 (Digitalisat).
  25. Baruch Z. Ophir, Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern. Geschichte und Zerstörung. Ausgabe: 1979.