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Rostrotes Kopfried

Art der Gattung Kopfried (Schoenus)
(Weitergeleitet von Schoenus ferrugineus)
Rostrotes Kopfried
Schoenus ferrugineus 310508.jpg

Rostrotes Kopfried (Schoenus ferrugineus)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Kopfried (Schoenus)
Art: Rostrotes Kopfried
Wissenschaftlicher Name
Schoenus ferrugineus
L.

Das Rostrote Kopfried (Schoenus ferrugineus)[1] auch Kopfbinse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Kopfried (Schoenus) innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae).

Inhaltsverzeichnis

BeschreibungBearbeiten

Vegetative MerkmaleBearbeiten

Das Rostrote Kopfried ist eine überwinternd grüne,[1] rosettenlose, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 30 Zentimetern erreicht. Die unteren Blattscheiden sind dunkel rotbraun.

Generative MerkmaleBearbeiten

Der etwa 1 Zentimeter lange Blütenstand enthält zwei bis fünf kurz gestielte Ährchen. Das Hüllblatt ist so lang wie der Blütenstand oder er überragend diesen nur wenig.[1] Die Spelzen sind dunkel rotbraun. Es sind sechs Perigonborsten vorhanden, welche nur geringfügig länger als die Frucht sind.

Die Blütezeit liegt am Ende des Vollfrühling im Mai und Juni.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 76.[2]

ÖkologieBearbeiten

Beim Rostroten Kopfried handelt es sich um einen helomorphen Hemikryptophyten.[1] Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.[1] Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch den Wind oder durch Klettausbreitung sowie Selbstausbreitung.[1]

 
Rostrotes Kopfriet im Primulo-Schoenetum

VorkommenBearbeiten

Das Rostrote Kopfried kommt in Europa südwärts bis zu den Alpen und bis zur Balkanhalbinsel vor; nordwärts in Skandinavien bis 66° nördlicher Breite. Früher war es auch in Schottland zu finden.[3][4]

Es besiedelt in Mitteleuropa vorwiegend Flachmoore und quellige Hänge sowie den trockenen Rand von Hochmooren. Im schweizerischen und im deutschen Alpenvorland kommt es zerstreut vor, und es finden sich dort oft ziemlich ausgedehnte Bestände; sonst ist es in Mitteleuropa sehr selten, und es fehlt dort in weiten Gebieten. Es steigt in den Alpen bis auf Höhenlagen von 1500 Metern.[3][4] In den Allgäuer Alpen steigt es im Tiroler Teil bei Reutte in Dürnau gegen die Vordere Mutte bis zu 1300 m Meereshöhe auf.[5]

In Deutschland kommt das Rostrote Kopfried in Südbayern verbreitet im Alpenvorland und der oberen Hochebene und zerstreut in der unteren Hochebene und den Alpen, im südöstlichen Baden-Württemberg zerstreut im Alpenvorland, im östlichen Vorland des Schwarzwaldes (Baar und Jura) sowie in Nord-Thüringen in Haßleben und im östlichen Mecklenburg-Vorpommern selten vor. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg ist das Rostrote Kopfried ausgestorben. Der Bestand geht in Deutschland zurück.

Der Lebensraum der basenholden Pflanze sind feuchte bis sickernasse Quelle und Niedermoore. Das Rostrote Kopfried gedeiht am besten auf sehr feuchten, schwach sauren oder mäßig kalkhaltigen Böden, die aber nicht allzu basenarm sein sollten.[3][4] Es ist eine Charakterart des Primulo-Schoenetum aus dem Verband Caricion davallianae.[2]

LiteraturBearbeiten

  • Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Spektrum Akademischer Verlag, München 2005, ISBN 3-8274-1496-2.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Rostrotes Kopfried. In: FloraWeb.de.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 166.
  3. a b c Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 5: Schwanenblumengewächse bis Wasserlinsengewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.
  4. a b c Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 8: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklassen Commelinidae Teil 2, Arecidae, Liliidae Teil 2): Juncaceae bis Orchidaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1998, ISBN 3-8001-3359-8.
  5. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 233.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rostrotes Kopfried (Schoenus ferrugineus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien