Hauptmenü öffnen

Schneppenhausen

Stadtteil der Stadt Weiterstadt in Hessen

Schneppenhausen (mundartlich: Schneppehause)[2] ist ein Stadtteil der Stadt Weiterstadt im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Schneppenhausen
Wappen von Schneppenhausen
Koordinaten: 49° 55′ 42″ N, 8° 34′ 47″ O
Höhe: 102 m ü. NHN
Fläche: 2,76 km²[1]
Einwohner: 2132 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 772 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 64331
Vorwahl: 06150
Karte
Lage von Schneppenhausen in Weiterstadt

GeografieBearbeiten

Schneppenhausen liegt etwa acht Kilometer nordwestlich von Darmstadt. Im Norden liegt Mörfelden (Kreis Groß-Gerau), im Osten der Stadtteil Gräfenhausen, im Süden der Stadtteil Braunshardt und im Westen der Ortsteil Worfelden der Gemeinde Büttelborn (Kreis Groß-Gerau).

GeschichteBearbeiten

 
Ehemaliges Rathaus Schneppenhausen (Gräfenhäuser Straße 2)

In Schneppenhausen wurden Gegenstände aus der Altsteinzeit bis hin zur jüngeren Eisenzeit gefunden.

1211 war die Ersterwähnung von Schneppenhausen im Güterbuch (Oculus Memoriae) des Klosters Eberbach ("Alberand von Gerau uns im Tausch eine Wiese in der Nähe von Schneppenhausen gegeben und im Gegenzug von uns eine Wiese, welche Betwiese genannt wird, erhalten.")[3]

Der Ort wurde am 21. November 1225 mit Gräfenhausen in einer Urkunde erwähnt. Dort trat ein Schultheiß von Schneppenhausen als Zeuge vor einem Schiedsgericht auf. Im 13. Jahrhundert hatten die Grafen von Katzenelnbogen die landesherrliche Gewalt über Schneppenhausen. Am 14. August 1618 klagt Schneppenhausen gegen Braunshardt wegen des Weidegangs der Pferde auf der Gemarkung Braunshardt. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurden in Schneppenhausen zahlreiche Häuser niedergebrannt. 1640 sind nur noch elf Familien und zehn Häuser vorhanden. Ein Jahr später wurden nur noch etwa 20 Bewohner verzeichnet. Es standen nur noch zehn von 25 Häusern. Ab 1705 wurde das 1605 gebaute Rathaus als Schule genutzt, bis 1890 ein Schulhaus eingerichtet wurde. Das nicht mehr benötigte Rathaus wurde in Privatbesitz verkauft.

Im Laufe der Jahrhunderte wird der Ort in historischen Dokumenten mit wechselnden Ortsnamen genannt.[4] Von Sneppenhusen im Jahr 1211 über Sneppinhusin (1318), Schneppenhusen (1506) bis Schneppenhawsen im Jahr 1516.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Schneppenhausen:

»Schneppenhausen (L. Bez. Langen) luth. Filialdorf; liegt 214 St. von Langen, und besteht aus 37 Häusern und 210 Einw., die außer 2 Kath. lutherisch sind. Unter diesen sind 19 Bauern, 9 Handwerker und 9 Taglöhner enthalten. – Im Jahr 1225 kommt hier schon ein Schultheiß mit Namen Godebaldus als Zeuge vor. Philipp der Jüngere, Graf von Katzenellenbogen, hat 1449 Schneppenhausen von seinem Vater mit zu seiner Hofhaltung erhalten.«[5]

1881 oder 1888 wurde die Straße zwischen Schneppenhausen und Gräfenhausen gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1952, wurde die Trink- und Brauchwasserversorgung auf öffentliche Tiefbrunnen mit Pumpstationen umgestellt und 1964 die Kläranlage in Betrieb genommen.

Die Verwaltungszugehörigkeit von Schneppenhausen zum Amt Darmstadt ist 1783 belegt. Von 1820 bis 1821 gehört es dann zum Oberamt Darmstadt, von 1821 bis 1832 zum Landratsbezirk Langen, von 1832 bis 1848 zum Kreis Groß-Gerau, vom 1848 bis 1852 während der kurzen Zeit der Regierungsbezirke in der Provinz Starkenburg zum Regierungsbezirk Darmstadt und ab 1852 mit der Neueinführung von Kreisen zum Kreis Darmstadt[4]. Dieser geht dann 1977 im neuen Landkreis Darmstadt-Dieburg auf.

GebietsreformBearbeiten

Am 1. Januar 1977 wurde Schneppenhausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen zusammen mit Schneppenhausen kraft Landesgesetz in die Gemeinde Weiterstadt eingemeindet.[6] Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Territorialgeschichte und VerwaltungBearbeiten

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Schneppenhausen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[4][7][8]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

• 1641: circa 20[10]
• 1770: circa 160[10]
• 1806: 199 Einwohner, 34 Häuser[9]
• 1829: 210 Einwohner, 37 Häuser[5]
• 1867: 299 Einwohner, 44 Häuser[11]
Schneppenhausen: Einwohnerzahlen von 1806 bis 2018
Jahr  Einwohner
1806
  
199
1829
  
210
1834
  
222
1840
  
248
1846
  
270
1852
  
257
1858
  
294
1864
  
298
1871
  
308
1875
  
320
1885
  
341
1895
  
370
1905
  
449
1910
  
481
1925
  
505
1939
  
623
1946
  
906
1950
  
940
1956
  
908
1961
  
992
1967
  
1.247
1970
  
1.486
1980
  
?
1990
  
?
2001
  
2.044
2007
  
2.003
2011
  
1.935
2015
  
2.031
2018
  
2.132
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [4]; Website Weiterstadt (Webarchiv)[1]; Zensus 2011[12]

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

• 1829: 208 lutheranische (= 99,05 %) und 2 katholische (= 0,95 %) Einwohner[5]
• 1961: 737 evangelische (= 74,29 %), 220 katholische (= 22,18 %) Einwohner[4]

WappenBearbeiten

In grau ein rotes Herz, in ihm ein grauer Schragen. Der Schragen hat zur rechten Spitze eine abgeknickte Spitze.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

SonstigesBearbeiten

Schneppenhausen verfügt über eine eigene Freiwillige Feuerwehr. Der Fußballspieler und -trainer Bruno Labbadia hat in Schneppenhausen seine Kindheit verbracht und beim FSV 1962 Schneppenhausen seine ersten Punktspiele in der Jugend gespielt.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Statistische Informationen der Stadt Weiterstadt: Einwohnerzahlen HW; Flächen. Stadt Weiterstadt, archiviert vom Original; abgerufen im Juli 2019. (Daten aus Web-archiv)
  2. Darmstädter Echo, Mittwoch, 8. Oktober 2014, S. 20: Rosen für die Damen (Memento vom 19. Oktober 2014 im Internet Archive)
  3. Der Oculus Memorie : ein Güterverzeichnis von 1211 aus Kloster Eberbach im Rheingau. Teil 2. Edition
  4. a b c d e Schneppenhausen, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. Juli 2012). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. a b c Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg. Band 1. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt Oktober 1829, OCLC 312528080, S. 213 (Online bei google books).
  6. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. II 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318, § 2 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 1. Großherzoglicher Staatsverlag, Darmstadt 1862, DNB 013163434, OCLC 894925483, S. 43 ff. (Online bei google books).
  9. a b Verzeichnis der Ämter, Orte, Häuser, Einwohnerzahl. (1806)HStAD Bestand E 8 A Nr. 352/4. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  10. a b Chronik der Gemeinde Weiterstadt von Dr. Günther Hoch, herausgegeben vom Gemeindevorstand Weiterstadt, 1988
  11. Ph. A. F. Walther: Alphabetisches Verzeichniss der Wohnplätze im Grossherzogtum Hessen. G. Jonghaus, Darmstadt 1869, OCLC 162355422, S. 80 (Online bei google books).
  12. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;
  13. Darmstädter Echo, Dienstag, 8. September 2015, S. 17