Schneider + Schumacher

schneider+schumacher (Eigenschreibweise) ist ein international tätiges, deutsches Architekturbüro mit Sitz in Frankfurt am Main. Zwei weitere Büros unterhält schneider+schumacher in Wien, Österreich, und Tianjin, China. 1988 von den Architekten Till Schneider und Michael Schumacher gegründet, ist das Büro vor allem in den Bereichen Architektur, Bau- und Projektmanagement sowie Städtebau tätig. Das Büro entwirft Kunst- und Kulturbauten, Sozial- und Wohnbauten, Büro- und Verwaltungsbauten ebenso wie Gewerbe- und Industriebauten.

UnternehmensstrukturBearbeiten

Das Architekturbüro schneider+schumacher bearbeitet fünf Aufgabenbereiche: Traditionell die Sparten Architektur, Bau- und Projektmanagement sowie Städtebau. Zusätzlich die Bereiche Design, Kinetik und Parametrik. Das Büro hat seinen Sitz in Frankfurt am Main und ist zudem auch in Wien (AT) und Tianjin (CN) vertreten.[1]

InhaberBearbeiten

Inhaber des Architekturbüros sind die beiden Gründer Till Schneider und Michael Schumacher.

Till SchneiderBearbeiten

Till Schneider, Jg. 1959, ist Architekt und Stadtplaner und gemeinsam mit Michael Schumacher Gründer, Inhaber und Geschäftsführer von schneider+schumacher. Er studierte Architektur an der Universität Kaiserslautern, der TH Darmstadt und der Frankfurter Städelschule bei Sir Peter Cook. Im Anschluss war er als freier Mitarbeiter im Büro Eisele + Fritz sowie bei Mürb in Darmstadt tätig. 2005 hatte er die Vertretungsprofessor für Entwerfen und Gebäudetechnologie an der TU Darmstadt inne. Seit 2010 ist Till Schneider Vorsitzender der BDA-Gruppe Frankfurt.

Michael SchumacherBearbeiten

Michael Schumacher, Jg. 1957, ist Architekt und gemeinsam mit Till Schneider Gründer, Inhaber und Geschäftsführer von schneider+schumacher. Nach seinem Studium der Architektur an der Universität Kaiserslautern und einem Postgraduiertenstudium in der Klasse von Sir Peter Cook an der Frankfurter Städelschule arbeitete Michael Schumacher als freier Mitarbeiter im Architekturbüro von Sir Norman Foster, London. 1999–2000 war er als Gastprofessor an der Städelschule tätig, Seit 2007 hat er die Professur für Entwerfen und Konstruieren an der Fakultät für Architektur und Landschaft, Leibniz Universität Hannover, inne. Von 2004 bis 2009 war Michael Schumacher hessischer Landesvorsitzender des Bund Deutscher Architekten (BDA Hessen).

Die Architektur von Schneider + SchumacherBearbeiten

International bekannt wurde schneider+schumacher mit der Infobox am Potsdamer Platz in Berlin. Die auf Stelzen „schreitende“ und leuchtend rot lackierte Kiste entwickelte eine starke Präsenz vor Ort und in den Medien. Im Oktober 1995 wurde die Infobox eröffnet und im Januar 2001 planungsgemäß wieder abgebaut.

Jüngstes und international wohl bekanntestes, abgeschlossenes Projekt ist die Erweiterung des Frankfurter Städel Museums. Der unterirdische Erweiterungsneubau wird nach außen hin als grüner Hügel im Städelgarten sichtbar. 195 kreisrunde Oberlichter überziehen die Rasenfläche und belichten die unterirdische Ausstellungshalle mit Tageslicht. 2012 wurden die sog. Gartenhallen eingeweiht. Von 2008 bis 2011 sanierte und revitalisierte schneider+schumacher den Frankfurter Silvertower/Silberturm (ehem. Zentrale der Dresdner Bank). Beide Projekte wurden mit der Martin Elsaesser-Plakette 2012 des BDA ausgezeichnet. Weitere Realisierungen im Zentrum Frankfurts sind die Restaurierung des ehem. Amerikanischen Generalkonsulats in der Siesmayerstraße sowie die Umnutzung des ehem. Amerikahauses zum Instituto Cervantes. Ebenfalls in Frankfurt entstand auf dem Gelände des Westhafens ein neues Quartier mit Wohn- und Bürogebäuden, für welches schneider+schumacher den städtebaulichen Entwurf erarbeiteten. Hier entstand ein in Richtung der östlich liegenden Innenstadt platziertes Ensemble aus drei Gebäuden – der Westhafen Tower, das Westhafenhaus, das Westhafen „Brückengebäude“ – und das am westlichen Ende gelegene Westhafen Pier.

In Kronberg im Taunus realisierte das Büro im Jahr 2000 die Hauptverwaltung des Unternehmens Braun. Im Jahr 2001 wurde die Gedenkstätte in Sachsenhausen-Oranienburg als ein Museum, das die Funktion des Lagers nach 1945 dokumentiert, fertiggestellt.

Gemeinsam mit dem Architekturbüro DGI Bauwerk aus Berlin entwirft schneider+schumacher als Arbeitsgemeinschaft „ion42“ seit 2008 für das internationale Forschungsprojekt Facility for Antiproton and Ion Research (FAIR) in Darmstadt ein sogenanntes „Beschleunigerzentrum“. Bis zum Jahr 2022 sollen insgesamt 20 Beschleuniger- und Experimentierbauwerke, Labore und weitere Betriebs- und Versorgungsbauten für einen unterirdischen Beschleunigerring mit einem Umfang von knapp 1.100 Metern realisiert werden. Auf einer Fläche von rund 100.000 Quadratmetern werden die Wissenschaftler hier über Eigenschaften der Materie, den Ursprung des Universums und seiner Entwicklungsgeschichte sowie über neue Energietechnologien forschen.

Bauwerke (Auswahl)Bearbeiten

  • Infobox, Berlin, 1994 (abgebaut 2001)
  • Hochregallager ERCO P3, Lüdenscheid, 1999–2001
  • Westhafen Tower, Frankfurt am Main, 1999–2003
  • Westhafen-Haus, Frankfurt am Main, 2001–2003
  • Westhafen-Brückengebäude, Frankfurt am Main, 2002–2003
  • Westhafen-Pier, Frankfurt am Main, 2002–2004
  • Bürogebäude Siesmayerstraße (ehem. Amerikanisches Konsulat), Frankfurt am Main, 2005–2007
  • Controlling-Center der Deutschen Flugsicherung, Langen, 2005–2008
  • Instituto Cervantes (ehem. Amerikahaus), Frankfurt am Main, 2007–2008
  • Sanierung des SilverTower/Silberturm, Frankfurt am Main, 2008–2011.
  • Erweiterung des Städel Museums, Frankfurt am Main, 2008–2012
  • Fronius International Forschungs- und Entwicklungszentrum Wels-Thalheim, 2007–2011
  • Autobahnkirche Siegerland, 2012–2013
  • Ölhafenbrücke Raunheim, 2014.[2]
  • Internationales Beschleunigerzentrum FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) als Arge "ion42" (schneider+schumacher, Frankfurt + DGI Bauwerk, Berlin), 2008–2022
  • MBS Studien- und Konferenzzentrum, Mannheim, 2013–2017

LiteraturBearbeiten

  • Peter Cachola-Schmal, Till Schneider, Michael Schumacher (Hrsg.): schneider+schumacher. Prestel Verlag, München/ New York 2011, ISBN 978-3-7913-5147-6.
  • Manuel Cuadra (Hrsg.): Große Häuser, kleine Häuser. Ausgezeichnete Architektur in Hessen 2003–2008. Frankfurt am Main 2008.
  • Ingeborg Flagge (Hrsg.): schneider+schumacher architektur, Beziehungen – Relationships. Hamburg 2005.
  • Architektur-Galerie am Weißenhof (Hrsg.): Frankfurt am Main – schneider+schumacher. Ausstellungskatalog. Baunach 2004.
  • Build – Das Architekten-Portrait: schneider+schumacher. 2/2004.
  • Manuel Cuadra, Jo Franzke (Hrsg.): Architektur in Frankfurt am Main 1999–2003. Hamburg 2002.
  • Fabian Wurm, Jörg Hempel: schneider+schumacher KPMG-Gebäude, Leipzig. Edition Axel Menges, Stuttgart/ London 1999.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Angabe laut Homepage: http://www.schneider-schumacher.de/ (Zugriff am 23. März 2013)
  2. Städtebaupreis für Ölhafenbrücke. In: FAZ. 16. Oktober 2014, S. 46.