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Schneeberg (Unterfranken)

Gemeinde im Landkreis Miltenberg in Deutschland

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Schneeberg liegt im Odenwald in der Region Bayerischer Untermain. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 471 m ü. NN (Lage) am Gipfel des Winterberges südlich von Hambrunn, der niedrigste liegt am Billbach auf 158 m ü. NN (Lage).

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat drei Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Hambrunn, Schneeberg und Zittenfelden.

Zu Schneeberg gehört eine Exklave im Wald südöstlich von Reichartshausen, das selbst eine Exklave der Stadt Amorbach ist.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Zur Zeit der ersten Rodungen und der Besiedlung des Marsbach-, Morre- und Muththales im achten oder neunten Jahrhundert hieß Schneeberg noch Sneiteberc. Die erste urkundliche Erwähnung von Schneeberg war im Jahr 1237, wodurch die damaligen Besitzverhältnisse dokumentiert wurden.

Schneeberg gehörte zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Seit dem Münchner Vertrag von 1816 gehört der Ort zu Bayern. Der mainzische Ort wurde im Reichsdeputationshauptschluss 1803 den Fürsten von Leiningen zugesprochen, 1806 durch Baden mediatisiert und 1810 an Hessen-Darmstadt abgetreten. Im Rezess Hessen/Bayern (Frankfurt 1816) fiel es schließlich an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

VerwaltungsgeschichteBearbeiten

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Schneeberg lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Schneeberg war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.

NameBearbeiten

EtymologieBearbeiten

Der Name Schneeberg besteht aus den mittelhochdeutschen Wörtern sneite und bërc. Das Wort sneite bedeutet dabei so viel wie „durch den Wald gehauener Weg“ oder „Durchstieg“ (Schneise). Die ersten Rodungen fanden im Bereich eines tief eingeschnittenen Tals zwischen den steil ansteigenden Berghöhen des Odenwalds statt.[3][4]

Frühere SchreibweisenBearbeiten

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1272 Sneiteberc
  • 1350 Sneytberg
  • 1395 Sneideberg
  • 1440 Sneidberg
  • 1499 Schneidberg
  • 1546 Schneidenberge
  • 1570 Schnaypergk
  • 1592 Schneyberg
  • 1785 Schneeberg

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1975 wurden die bis dahin selbständige Gemeinde Hambrunn und von der aufgelösten Gemeinde Beuchen, die bis 1870 Beuchen-Zittenfelden hieß[5], der Gemeindeteil Zittenfelden eingegliedert, während Beuchen der Stadt Amorbach zugesprochen wurde.[6]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 1466 Einwohner[6]
  • 1970: 1754 Einwohner[6]
  • 1987: 1822 Einwohner
  • 1991: 1987 Einwohner
  • 1995: 1968 Einwohner
  • 2000: 1904 Einwohner
  • 2004: 1902 Einwohner
  • 2005: 1897 Einwohner
  • 2006: 1865 Einwohner
  • 2007: 1834 Einwohner
  • 2008: 1845 Einwohner
  • 2009: 1829 Einwohner
  • 2010: 1798 Einwohner
  • 2011: 1788 Einwohner
  • 2012: 1803 Einwohner
  • 2013: 1783 Einwohner
  • 2014: 1801 Einwohner
  • 2015: 1785 Einwohner
  • 2016: 1798 Einwohner

Der Markt Schneeberg ermittelte am 1. Januar 2006 mit Zweitwohnsitzen 2009 Einwohner, davon 1931 Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft. Die Menschen stammten aus 17 Nationen.

PolitikBearbeiten

Bürgermeister ist seit Mai 1996 Erich Kuhn (CSU).[7] Er wurde 2002, 2008 und 2014 wiedergewählt.[8]

Der Gemeinderat besteht nach der Wahl 2014 aus zwölf Personen:

3
4
5

Insgesamt 12 Sitze


BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 263 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 784. Sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Bauhauptgewerbe gab es einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 18 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 326 ha, davon waren 247 ha Dauergrünfläche.

VerkehrBearbeiten

Durch Amorbach führt die Bundesstraße 47, die Nibelungenstraße, auf dem Weg von Michelstadt im Westen nach Walldürn im Osten.

Der Haltepunkt Schneeberg im Odenwald liegt an der Bahnstrecke Seckach–Miltenberg (KBS 784), auch Madonnenlandbahn genannt. In Seckach besteht Anschluss an die S-Bahn Rhein-Neckar, die in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert ist. Der Bahnhof gehört außerdem zum Übergangs-Tarifgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes.

Der ÖPNV wird durch die Verkehrsgemeinschaft am Bayerischen Untermain betrieben.

RadfernwegeBearbeiten

Durch den Ort führen folgende Radwanderwege:

WanderwegeBearbeiten

Nahe dem Ortsteil Zittenfelden, direkt an der Zittenfeldener Quelle verläuft der Nibelungensteig, ein 124 Kilometer langer, mit dem Gütesiegel „Wanderbares Deutschland“ zertifizierter Fernwanderweg. Ebenfalls führt die Westschleife des 794 km langen Fränkischen Marienwegs an der Wallfahrtskirche Mariä Geburt in Schneeberg vorbei.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018):

  • Eine Kindertageseinrichtung mit 90 Plätzen und 86 Kindern

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schneeberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111123/202322&attr=OBJ&val=1706
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 200 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.primavera24.deSchneeberg und warum es so heißt. In: Primavera24.de, 18. Dezember 2010. Abgerufen am 19. Dezember 2010.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 523.
  6. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 750.
  7. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  8. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  9. https://www.vdk.de/ov-schneeberg/ID136929
  10. http://www.buergerinfo-schneeberg.de/to0050.php?__ktonr=1732