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Schloss Fechenbach in Collenberg, 2007

Schloss Fechenbach, auch Fechenbacher Schloss genannt, wurde 1754/55 vom Hof- und Dombaumeister Johann Michael Fischer (1727–1788) für Nikolaus Damian Freiherrn von Reigersberg erbaut. Es liegt im Osten der heutigen Gemeinde Collenberg im unterfränkischen Landkreis Miltenberg am Südrand des Spessarts am rechten Mainufer.

GeschichteBearbeiten

Wilhelm Damian Freiherr von Reigersberg erbte von dem kurmainzischen Kanzler Nikolaus Georg von Reigersberg, dessen Ehefrau eine Enkelin des letzten Rüdt von Collenberg war, die Collenburg. Da diese für den jungen Edelmann unbewohnbar war, entschloss er sich zum Neubau eines Schlosses am Fuß des Fechenbergs am Rande des damaligen Ortes Fechenbach und beauftragte dafür den Hof- und Dombaumeister Johann Michael Fischer[1] mit der Planung. Beide waren in Diensten des Würzburger Fürstbischofs Karl Philipp von Greiffenclau zu Vollrads; sie dienten in der Militärlegion von Hutten. Die Pläne konnten aber nicht mehr ausgeführt werden, da von Reigersberg im Jahre 1751 im Alter von 29 Jahren starb. Sein jüngerer Bruder Franz Gottlob von Reigersberg, noch nicht volljährig, erbaute dann zusammen mit seinem Vormund Johann Philipp Karl Anton von Fechenbach zu Laudenbach[2] und Johann Michael Fischer das fränkische Barockschloss.

Nach dem Tod Fürstbischofs von Greiffenclau wurde die Rechtmäßigkeit des Lehens angefochten und das Schloss blieb in seiner Ausstattung im Barock- bzw. Rokokostil unvollendet, auch die Fassade blieb unverputzt.

Im Jahre 1842 kaufte der Frankfurter Bankierssohn, Franz Freiherr von Bethmann den gesamten Besitz der Reigersberg. Er ließ sich im Erdgeschoss des linken Flügels eine Wohnung ausbauen. Sein Sohn Alexander Freiherr von Bethmann verkaufte nach 1918 den größten Teil des Grundbesitzes, Teile des zum Schloss gehörenden Gebäudes und die Ruine Collenburg an die Gemeinde.

NeuzeitBearbeiten

1941 richtete das Kreisamt Miltenberg mit Unterstützung der NSDAP im Schloss ein Heim zur Kinderlandverschickung ein. Am 19. September 1942 erwarb der Großostheimer Holzfabrikant Anton Wissler, den der Helene Freifrau von Bechtolsheim, geborene Freiin von Bethmann, gehörende Schlossteil und baute sich dort eine Kriegswohnung für seine Familie aus.

1945 beschlagnahmte die US-Militärregierung das Gelände und der Johanniszweigverein Aschaffenburg pachtete es, um ein Waisenhaus zu errichten. Eine Schenkung des Schlosses an den Johanniszweigverein im Jahre 1954 scheitere an der Erbengemeinschaft Wissler, die ihre Zustimmung verweigerte. Der Eigentümer bot an, das Haus zu renovieren und in ausgebautem Zustand zu vermieten. Die Vermietung scheiterte aber, da der hohe Holzanteil der Bayerischen Bauordnung und den Brandschutzbestimmungen widersprach. In den 1990er Jahren wurde vom Denkmalschutzamt Hausschwammbefall festgestellt, deren Beseitigung zeit- und kostenaufwendig war. Eine vollkommene Entkernung und der Austausch von Holz- in Stahl- und Betonteilen in den Jahren 2004–2006 konnten den Pilzbefall beseitigen. Der Investor beabsichtigt, das historische und denkmalgeschützte Gebäude als Schulungs- und Tagungszentrum und für Veranstaltungen zu vermieten.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Neue deutsche Biographie, Bd.: 5, S. 194, Falck - Fyner (voran: Faistenberger), Berlin, 1961
  2. Eintrag über Johann Philipp Karl Anton von Fechenbach zu Laudenbach in catholic-hierarchy (englisch)

Koordinaten: 49° 46′ 12,5″ N, 9° 20′ 19,1″ O