Hauptmenü öffnen
Neues (links) und Altes Schloss Biederstein (rechts) um 1830, Aquatinta von Carl August Lebschée
Schloss Biederstein, Aquarell von Heinrich Adam, München, Staatliche Graphische Sammlungen
Luftbild des Alten Schlosses, 1890

Das Schloss Biederstein war eine Schlossanlage im Münchener Stadtteil Schwabing an der heutigen Biedersteiner Straße/Biedersteiner Tunnel nördlich des Kleinhesseloher Sees. Es bestand aus zwei unterschiedlich alten Gebäuden, dem sogenannten Alten Schloss und dem Neuen Schloss.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde ein erstes, schlichtes Herrenhaus mit zwei Geschossen erbaut. Es besaß ein Walmdach und war durch Fenster in fünf Achsen unterteilt. Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz-Sulzbach gab es 1784 als Ritterlehen an den Geheimen Rat Freiherr Stephan von Stengel.

1803 erwarb König Max I. von Bayern das Gebäude und schenkte es seiner Frau Karoline als Landhaus. Nach Plänen des Hofbaumeisters Franz Thun wurde es 1804 umgestaltet, ehe ihm 1825 zu beiden Seiten fünfachsige Erweiterungsbauten angefügt wurden. Königin Karoline nutzte die Schlossanlage nach dem Tod ihres Mannes als Witwensitz.[1]

In der Zeit von 1826 bis 1830 erfolgte ganz in der Nähe der Bau des klassizistischen Neuen Schlosses nach Plänen des Architekten Leo von Klenze. Im heute ebenfalls nicht mehr erhaltenen Schlosspark stand zudem ein Belvedere von Karl von Fischer.

Auf dem Gelände des Neuen Schlosses, das 1934 abgerissen wurde, war bis 1945 die SS-Reitschule untergebracht.[2]

Das Alte Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört (1944). 1945 wurden seine Ruinen abgetragen. Herzog Luitpold Emanuel in Bayern verkaufte das Grundstück von Schloss Biederstein. Von 1951 bis 1955 wurde an ihrer Stelle von den Architekten Otto Roth und Harald Roth unter Mitwirkung von Charles Crodel[3] eine Studenten-Wohnsiedlung errichtet.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Münchner Straßen und Plätze und ihre Herkunft. In: Schloss und Park Biederstein, München-Schwabing. Nr. 8, Oktober 2006, S. 12.
  2. Ilse Macek (Hrsg.): ausgegrenzt - entrechtet - deportiert. Schwabing und Schwabinger Schicksale 1933 bis 1945, Volk Verlag (München) 2008, S. 288.
  3. Keramikwand für Haus 4 (Memento vom 5. März 2006 im Internet Archive)

LiteraturBearbeiten

  • Werner Meyer: Burgen und Schlösser in Bayern. Weidlich, Frankfurt am Main 1961.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schloss Biederstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 9′ 54″ N, 11° 35′ 48″ O