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Schlieren

Gemeinde in der Schweiz
Schlieren
Wappen von Schlieren
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Dietikon
BFS-Nr.: 0247i1f3f4
Postleitzahl: 8952
UN/LOCODE: CH SHR
Koordinaten: 676043 / 250321Koordinaten: 47° 23′ 58″ N, 8° 26′ 45″ O; CH1903: 676043 / 250321
Höhe: 393 m ü. M.
Fläche: 6,59 km²
Einwohner: i18'760 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 2847 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
46,2 % (31. Dezember 2016)[2]
Stadtpräsident: Markus Bärtschiger (SP)
Website: www.schlieren.ch
Ansicht vom Käferberg in Zürich

Ansicht vom Käferberg in Zürich

Karte
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Schlieren ist eine Stadt und politische Gemeinde im Bezirk Dietikon des Kantons Zürich in der Schweiz. Ihre Einwohner werden Schlieremer genannt.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Die Stadt Schlieren liegt im Limmattal südlich der Limmat, unmittelbar westlich an die Stadt Zürich angrenzend.

GeschichteBearbeiten

 
DC-3 über Schlieren und Limmattal, historisches Luftbild vom 8. Juni 1935, aufgenommen von Walter Mittelholzer
 
Schweizerische Wagons- und Aufzugfabrik AG, historisches Luftbild vom 8. August 1932, aufgenommen von Walter Mittelholzer

Schlieren war bis 1415 in habsburgischem Besitz. Nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen war es Bestandteil der Grafschaft Baden. 1803 wurde es dem Kanton Zürich zugeteilt. 1777 gründete hier der Pfarrer Heinrich Keller, als er zwei taube Knaben in sein Pfarrhaus aufnahm, die erste Taubstummenschule in der Schweiz.

Ende des 19. Jahrhunderts begann im Zuge der Industrialisierung der allmähliche Wandel Schlierens von einer bäuerlichen Landgemeinde hin zur urbanen Kleinstadt. In Schlieren war von 1899 bis zu ihrer Schliessung 1985 die Schweizerische Wagons- & Aufzügefabrik AG (SWS) beheimatet.[3]

Wegen der Nähe zur Stadt Zürich und der guten Verkehrsverbindungen (bis 1956 Tram, heute Trolleybus Zürich und S-Bahn) setzte ein Bevölkerungswachstum ein. 1960 überschritt die Einwohnerzahl 10'000. Im Jahr 2008 wurde Schlieren das Label Energiestadt für beschlossene und realisierte energiepolitische Massnahmen verliehen.

WappenBearbeiten

Blasonierung

In Blau eine goldene Lilie.

BevölkerungBearbeiten

Per 31. Dezember 2017 wohnten 18'760 Menschen in Schlieren. Der Ausländeranteil (gemeldete Bevölkerung ohne Schweizer Bürgerrecht) betrug am Stichtag 46,2 Prozent und stellt den höchsten Wert aller Gemeinden des Kantons Zürich dar.[4]

PolitikBearbeiten

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Insgesamt 36 Sitze

Die Exekutive wird durch den siebenköpfigen Stadtrat gebildet. Er setzt sich wie folgt zusammen: 2 FDP, 2 SP, 1 CVP, 1 glp und 1 SVP.[5]

Die Legislative der Stadt ist der Gemeinderat mit 36 Sitzen. Die Grafik rechts zeigt die Sitzverteilung nach der Wahl vom 3. März 2018.[6]

Bei den Nationalratswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Schlieren: SVP 32,4 %, SP 23,5 %, FDP 13,2 %, glp 7,4 %, CVP 6,8 %, Grüne 5,1 %, BDP 3,1 %, EVP 2,9 %, AL 1,4 %, EDU 1,2 %.[7]

KirchenBearbeiten

Am 31. Dezember 2011 gehörten 38,4 Prozent der Bevölkerung zur römisch-katholischen Kirche und 17,7 Prozent zur evangelisch-reformierten Kirche.[8]

Die römisch-katholische Kirche St. Josef aus dem Jahr 1960 befindet sich an der Ecke Uitikonerstrasse/Dammweg und wurde vom bekannten Kirchenarchitekten Karl Higi errichtet. Am Kirchplatz befinden sich die Alte und die Neue reformierte Kirche.

In der regionalen Sektion[9] der Evangelischen Allianz sind die Chrischona-Gemeinde[10] und die Evangelische Täufergemeinde ETG[11] mit dabei.

WirtschaftBearbeiten

Schlieren wandelt sich von der Industriestadt zur Stadt mit Dienstleistungs- und Hightech-Unternehmen. Auf dem Areal der ehemaligen SWS haben verschiedene Firmen neue Arbeitsplätze geschaffen, unter anderem die Druckerei der Neuen Zürcher Zeitung, der Fernsehsender Star TV oder die API Invest und Finanz AG. Zudem hat sich hier ein Biotech-Cluster mit verschiedenen Startup-Unternehmen aus dieser Branche entwickelt. Zu den traditionellen Firmen zählen Geistlich und Schlatter. In Schlieren befindet sich auch der Hauptsitz der Mercedes-Benz Schweiz AG, der Strabag AG Schweiz sowie von Sony Schweiz.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Ehemaliges Gaswerk und Gasometer Schlieren
  • WAGI Museum Schlieren
  • Ortsmuseum Schlieren
  • Stadtpark

KulturBearbeiten

 
Das letzte verbliebene von ursprünglich drei Gasometern in Schlieren, Schweiz. Abhängig vom Speichervolumen konnte der «Deckel» des Gasometers hoch- oder heruntergefahren werden.

Das in der Schweiz bekannte Cabaret Rotstift wurde 1954 von Schlieremer Lehrern gegründet. Die gleichen Lehrer gründeten 1957 den Kinderchor Schlieremer Chind, heute der bekannteste Schweizer Kinderchor.

SportBearbeiten

Seit dem 1. Januar 2005 findet in Schlieren der Neujahrsmarathon Zürich statt. Start und Ziel dieses weltweit ersten Marathonlaufs des Jahres befinden sich in der Schlieremer Sporthalle Unterrohr. Gestartet wird um 00:00 Uhr, also exakt zum Jahreswechsel. Neben der Marathondistanz (42,195 km) werden auch ein Halbmarathon (21,0975 km) und ein Viertelmarathon (10,54875 km) angeboten.

MedienBearbeiten

Verschiedene Medien sind in Schlieren an der Wagistrasse angesiedelt. Neben den Fernsehsendern Schweiz 5 (in den Räumen des ehemaligen Senders TV3), Star TV, VIVA und 3+ werden bei der Firma Primetime die Sendungen Swiss Date, FUTURA.TV, KOCHEN.TV, ganzprivat sowie wohntraumTV aufgezeichnet. In der Nähe befinden sich ebenfalls die ehemalige NZZ-Druckerei sowie die Werbeagentur Publiartis.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Karl Grunder: Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 9: Der Bezirk Dietikon. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1997 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 88). ISBN 3-909164-57-9. S. 188–264.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 20. September 2017.
  3. Dorothee Vögeli: Schlieren: Ein Dorf stellt sich quer In: Neue Zürcher Zeitung vom 7. August 2017
  4. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 20. September 2017.
  5. Protokoll der Wahlergebnisse. Stadt Schlieren, 4. März 2018, abgerufen am 29. März 2018 (PDF).
  6. Erneuerungswahl Parlament. Stadt Schlieren, 4. März 2018, abgerufen am 29. März 2018 (PDF).
  7. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/wahlen_abstimmungen/wahlen_2015/NRW_2015/resultate.html, Vergleich zur letzten Wahl, zuletzt abgerufen am 3. Dezember 2015
  8. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  9. http://www.each.ch/ea-schlieren.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  10. http://www.chrischona-schlieren.ch/cms/Schweiz/de/schlieren/1,100030,80753.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  11. http://www.etg-schlieren.ch/ (abgerufen am 27. Februar 2012).