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Schlempe

Vergleich von Biogasrohstoffen[1]
Material Biogasertrag
in m3 pro Tonne
Frischmasse
Methan-
gehalt
Maissilage 202 52 %
Grassilage 172 54 %
Roggen-GPS 163 52 %
Zuckerrüben-
Pressschnitzel
siliert
[2]
125 52 %
Futterrübe 111 51 %
Bioabfall 100 61 %
Hühnermist 80 60 %
Schweinemist 60 60 %
Rindermist 45 60 %
Getreideschlempe 40 61 %
Schweinegülle 28 65 %
Rindergülle 25 60 %

Schlempe bezeichnet die Rückstände einer Gärflüssigkeit von Kohlenhydraten (Zuckern), die nach dem Abdestillieren des Alkohols zurückbleiben.

Enthalten sind alle Stoffe, die der Maische zugeführt wurden (Eiweiße, Fette und Mineralstoffe). Die genaue Zusammensetzung ist abhängig von den verwendeten Rohstoffen. Nicht mehr vorhanden sind hingegen die Kohlenhydrate, die in Alkohol umgewandelt wurden.[3] Schlempe wird getrocknet oder noch flüssig als Dünger,[4] in Biogasanlagen[5] oder als Futtermittel[6] verwendet.

Die getrocknete Schlempe von Getreidemaischen wird auch DDGS (Dried Distillers Grains with Solubles) genannt. Dieser Begriff stammt aus der Whisky-Produktion und bedeutet so viel wie „getrocknetes Destillierer-Getreide mit löslichem Anteil“. Den flüssigen Rest stellt die Dünnschlempe dar.

Der größte Produzent von DDGS in Deutschland war 2006 die CropEnergies AG am Standort Zeitz mit einer Masse von ca. 260.000 t.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR): Biogas Basisdaten Deutschland. (PDF; Stand: Oktober 2008). Quelle für alle Angaben außer für Pressschnitzel.
  2. Biogasausbeuten verschiedener Substrate, Sparte Kartoffeln/Rüben lfl.bayern.de, siehe Pressschnitzel siliert.
  3. Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 1244.
  4. Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. - Schlempe-Dünger-Kreislauf.
  5. Dezentrale Bioethanol- und Energieerzeugung
  6. Schlempe auch für Schweine möglich Ing. Hannes Priller Landwirtschaftskammer Wien.