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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schlat
Schlat
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schlat hervorgehoben
Koordinaten: 48° 39′ N, 9° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Höhe: 412 m ü. NHN
Fläche: 9,68 km2
Einwohner: 1697 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 175 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73114
Vorwahl: 07161
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 043
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 2
73114 Schlat
Website: www.schlat.de
Bürgermeisterin: Gudrun Flogaus
Lage der Gemeinde Schlat im Landkreis Göppingen
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Über dieses Bild
Schlat mit Salach und Rechberg im Hintergrund

Schlat ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Göppingen. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Schlat liegt in Luftlinie etwa sieben Kilometer südöstlich von Göppingen und gehört zur Randzone der Metropolregion Stuttgart. Das Gemeindegebiet liegt unter dem Albtrauf in der von Fränkel (680,6 m ü. NN) im Osten, Wasserberg (751 m ü. NN) im Süden und Fuchseck (761 m ü. NN) im Südwesten gesäumten Stufenrandbucht des Fils-Zuflusses Weilerbachs, der auf etwa 372 m ü. NN die Gemeinde verlässt. Der höchste Punkt der Gemeinde am Spornknick des Fuchsecks etwas unter dessen Gipfel erreicht etwa 761 m ü. NN, während die Gemeindegrenze über den wenig niedrigeren Gipfel des Wasserbergs zieht.

NachbargemeindenBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Schlat grenzt reihum im Nordnordwesten an die Stadt Göppingen und im Nordosten an die Stadt Süßen, weiter an die Gemeinden Bad Überkingen im Südosten, Deggingen im Süden, Bad Ditzenbach und Heiningen kurz im Südwesten sowie im übrigen Westen an die Gemeinde Eschenbach. Alle Nachbarkommunen liegen im eigenen Landkreis Göppingen.

GemeindegliederungBearbeiten

Zu Schlat gehören das Dorf Schlat, der Weiler Rommental und das Gehöft Fuchseckhof sowie die abgegangenen Ortschaften Zillenhart (Burg Zillenhart) und Dollenkirchle.[2]

FlächenaufteilungBearbeiten

 

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

GeschichteBearbeiten

 
Schlat 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch
 
Skulptur in der Ortsmitte

Frühe GeschichteBearbeiten

Mehrere Grabhügel in der Umgebung lassen auf eine erste Besiedlung während der Eisenzeit schließen. Im Ortsbereich liegt ein Gräberfeld der Merowingerzeit, aus dem angeblich auch das Fragment eines ungarischen Steigbügels stammt. Urkundlich wurde Schlat erstmals 1139 erwähnt. Damals lag es im Herzogtum Schwaben.

ReligionenBearbeiten

Seit der Reformation ist Schlat evangelisch geprägt, doch dürfen die römisch-katholischen Gläubigen, die im Ort über keine eigene Gemeinde verfügen, seit den 1950er Jahren die Andreaskirche mitbenutzen.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg für die Daten ab 1970

Datum Einwohner
1837 0761
1907 0831
17. Mai 1939 0809
13. September 1950 1133
27. Mai 1970 1465
31. Dezember 1983 1589
25. Mai 1987 1634
31. Dezember 1991 1723
31. Dezember 1995 1699
31. Dezember 2005 1775
31. Dezember 2010 1727
31. Dezember 2015 1682

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Schlat besteht aus zehn Mitgliedern. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt. Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen sind dann gewählt. Der Gemeinderat besteht aus den ehrenamtlichen Gemeinderäten und der Bürgermeisterin als Vorsitzende. Die Bürgermeisterin ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

BürgermeisterBearbeiten

  • 1868–1886: Johann Leonh. Wittlinger
  • 1886–1901: Johannes Mayer
  • 1901–1907: Friedrich Wilhelm Binder
  • 1907–1919: Ernst Zänglein
  • 1919–1939: Karl Sihler
  • 1939–1944: während der Ortsabwesenheit von Bürgermeister Sihler führte der 2. Beigeordnete Werner die Geschäfte des Bürgermeisters
  • 1944–1956: Albert Mayer (kommissarischer Bürgermeister)
  • 1945–1948: Otto Retter
  • 1948–1982: Georg Mühlhäuser
  • 1982–1998: Roland Schmid
  • 1998–2010: Bernd Welser
  • seit 2010: Gudrun Flogaus. Frau Flogaus wurde am 28. Februar 2010 mit 77,8 % der Stimmen zur Bürgermeisterin gewählt.
 
Rathaus in Schlat Kreis Göppingen

WappenBearbeiten

Die Blasonierung des Gemeindewappens von Schlat lautet: In Gold unter einem rechtshin liegenden grünen Apfelzweig mit einem roten Apfel ein weidendes rotes Schaf.

Das Wappen spiegelt die traditionellen Erwerbszweige, den Obstbau und die Viehzucht, wider. Das Wappen und die rot-gelbe Gemeindeflagge wurden am 30. Juni 1959 vom Innenministerium verliehen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Schlat ist durch eine Landesstraße mit den Göppinger Stadtteilen Ursenwang, Holzheim und Manzen sowie mit Reichenbach i.T. verbunden. Eine Kreisstraße führt in das benachbarte Süßen. Darüber hinaus gibt es eine Gemeindeverbindungsstraße nach Eschenbach. Die Kreisstadt Göppingen ist mit einer Buslinie zu erreichen. An der Bahnstrecke der Voralbbahn gab es einen Haltepunkt mit dem Namen Schlat. Dieser befand sich jedoch weit entfernt vom Ort auf der Gemarkung von Göppingen. In der Nähe des Schlater Bahnhofs entstand ab 1962 die Siedlung Ursenwang. Der Bahnhof behielt aber bis zur Einstellung der Voralbbahn im Jahre 1989 den Namen Schlat.

UnternehmenBearbeiten

In Schlat gibt es überwiegend kleinere bis mittlere Unternehmen, u. a. verschiedene Handwerksbetriebe. Außerdem ist die Gemeinde Standort mehrerer Gaststätten sowie von Pensionen und Hotels. In Schlat wird traditionell Obstbau betrieben und auch Obstwein und Obstbrand hergestellt. Die Verwendung des Begriffs "Champagner" für einen in Schlat aus der Champagner Bratbirne hergestellten Birnenschaumwein beschäftigte 2005 den Bundesgerichtshof[4].

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Blick auf Schlat, Zeichnung von Margret Hofheinz-Döring, 1978

1472 wurde am höchsten Punkt des Ortskerns die dann ab der Reformation evangelische Andreaskirche erbaut, die dem Apostel Andreas geweiht ist. 1584 wurde sie ohne Chor zu einer Querkirche mit Südkanzel und Drei-Seiten-Empore erweitert. 1779 wurde auf einem alten Turm-Untergeschoss wieder ein Turm errichtet. Die letzte Außen- und Innenrenovierung wurde 2015 durchgeführt. Eine Besonderheit der Kirche ist die gemeinsame Nutzung durch die katholische und evangelische Gemeinde.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schlat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 330–331
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Schlat.
  4. n-tv Nachrichtenfernsehen: Wo Bratbirne drin ist...: ... soll Bratbirne draufstehen. Abgerufen am 29. August 2016.