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Schlacht um Würzburg (1945)

Schlacht des Zweiten Weltkriegs
Schlacht um Würzburg
Die zerstörte Ludwigsbrücke über den Main
Die zerstörte Ludwigsbrücke über den Main
Datum 31. März bis 6. April 1945
Ort Würzburg
Ausgang Alliierte Besetzung
Konfliktparteien

Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich

Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Befehlshaber

Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Richard Wolf

Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Harry J. Collins

Truppenstärke
ca. 3.500 Soldaten ca. 5.000 Soldaten
Verluste

ca. 1.000 Tote (einschließlich Zivilpersonen)

ca. 300 Tote

Die Schlacht um Würzburg 1945 dauerte von Karsamstag, dem 31. März 1945 bis zum darauffolgenden Freitag, dem 6. April 1945 und endete mit der Einnahme der unterfränkischen Großstadt durch die 42. US-Infanteriedivision (Rainbow).

Die Verteidigung von Würzburg unter Gauleiter Otto Hellmuth und der militärischen Führung des Wehrmacht­obersts Richard Wolf und auf Befehl Hitlers stellte den ersten ernsthaften Widerstand für die amerikanische Division nach der Rheinüberquerung dar.[1] Nachdem Hettstadt im Nordwesten Würzburgs am Ostersonntag in amerikanische Hand gefallen war, wurden in der Nacht von Ostersonntag auf Ostermontag unter dem Druck der vorrückenden amerikanischen Truppen und wegen nicht im erwarteten Maße eintreffender Verstärkungen alle deutschen Kräfte auf das rechte Main­ufer zurückgezogen.

Während die US-Artillerie auf den Anhöhen des Nikolausberges und des Katzenberges Stellung bezog, um von dort die Innenstadt zu beschießen, wurde der rechtsmainische Keesberg mit deutschen Geschützen bestückt. Am Ostermontag wurde dann gegen 11:30 Uhr die Ludwigsbrücke (auch Löwenbrücke genannt), gegen 16:45 Uhr die Alte Mainbrücke und gegen 17:15 Uhr die Luitpoldbrücke (heute Friedensbrücke) gesprengt, womit alle drei damals existierenden Würzburger Mainbrücken für amerikanische Truppenbewegungen unpassierbar waren.[2]

In der Nacht zum Dienstag setzten einige GIs im Bereich der Ludwigsbrücke mit leichten Booten über den Main ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen und am darauffolgenden Tag konnte der dort errichtete Brückenkopf ausgeweitet werden. Die Truppenbewegungen kamen jedoch schon ziemlich bald unter das gezielte Feuer von Scharfschützen, die vom Kampfkommandanten Wolf in Häusern postiert worden waren. Stromabwärts (nördlich) der Alten Mainbrücke wurden auf einer von Pionieren errichteten Schwimmbrücke ab dem 3. April leichte Fahrzeuge und Infanteristen auf das rechte Mainufer transportiert.

Die schwersten Häuserkämpfe fanden am Mittwoch und am Donnerstag im Innenstadtbereich statt, welcher seit dem Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 in Trümmern lag,[3] ein am 5. April versuchter Gegenstoß deutscher Truppen in Richtung der drei Mainbrücken scheiterte wegen mangelnder Bewaffnung und Würzburg fiel in amerikanische Hand.

Nachdem sein Sohn beim Kampf in einer Volkssturm­abteilung gefallen war, setzte sich der ebenfalls mit der Waffe in der Hand kämpfende Oberbürgermeister Theo Memmel ins Hinterland ab. Am Freitag, dem 6. April 1945, stellten auch die letzten deutschen Einheiten in Außenstadtbezirken den Widerstand ein und der Kampf um Würzburg war beendet.

LiteraturBearbeiten

  • Karl Kunze: Kriegsende in Franken und der Kampf um Nürnberg im April 1945 (= Nürnberger Forschungen 28), Nürnberg 1995.
  • Ulrich Wagner: Die Eroberung Würzburgs im April 1945. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2 (I: Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. 2001, ISBN 3-8062-1465-4; II: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. 2004, ISBN 3-8062-1477-8; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), Theiss, Stuttgart 2001–2007, Band III (2007), S. 294–314 und 1290–1292.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ostern 1945: Der sinnlose Kampf um Würzburg. mainpost.de, abgerufen am 6. April 2017.
  2. Ostern 1945: Der Kampf um Würzburg. Abgerufen am 1. September 2013.
  3. Würzburg im Mai 1945 – Filmaufnahmen aus den National Archives in Washington D.C., kommentiert von Roland Flade. Abgerufen am 1. September 2013.

Koordinaten: 49° 48′ N, 9° 56′ O