Schlacht bei den Ost-Salomonen

Schlacht des Pazifikkriegs

Die Schlacht bei den Ost-Salomonen dauerte vom 23. bis zum 25. August 1942 und war Teil des Kampfes um Guadalcanal während des Pazifikkriegs.

Schlacht bei den Ost-Salomonen
Karte der Schlacht
Karte der Schlacht
Datum 23. August 1942 bis 25. August 1942
Ort Vor den Inseln der Ost-Salomonen
Ausgang Amerikanischer Sieg
Konfliktparteien

Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Japanisches KaiserreichJapanisches Kaiserreich Japan

Befehlshaber

Frank Jack Fletcher

Nagumo Chūichi

Truppenstärke
2 Flugzeugträger,
1 Schlachtschiff,
4 Kreuzer,
11 Zerstörer,
176 Flugzeuge[1]:166–174
3 Flugzeugträger,
2 Schlachtschiffe,
16 leichte Kreuzer,
25 Zerstörer,
1 Flugzeugmutterschiff,
4 Patrouillenboote,
3 Frachtschiffe[1]:166–174
Verluste

1 Flugzeugträger schwer beschädigt,
90 Tote,
25 Flugzeuge zerstört[1]:191–192

1 leichter Flugzeugträger,
1 Zerstörer,
1 Frachtschiff versenkt,
1 leichter Kreuzer,
1 Flugzeugmutterschiff schwer beschädigt,
ca. 290 Tote,
75 Flugzeuge zerstört[1]:166–174

Bombentreffer auf dem Flugdeck auf der USS Enterprise

VerlaufBearbeiten

Eine japanische Flotte unter Admiral Nagumo Chūichi versuchte, die Task Force von Admiral Frank Jack Fletcher in eine Falle zu locken, indem der japanische Leichte Flugzeugträger Ryūjō vorausgeschickt wurde, um den Amerikanern ein lohnendes Ziel zu bieten und sie so zu veranlassen, mit allen ihren Flugzeugen die Ryūjō anzugreifen und ihre Flugzeugträger ohne Schutz durch Jagdflugzeuge zurückzulassen. Zugleich machten sich vier Truppentransporter mit 1500 Mann auf den Weg, um die Besatzung von Guadalcanal zu verstärken (Operation KA).[2]

Bei einem ersten Angriff am 23. August verfehlten die Kampfflugzeuge der Amerikaner den Gegner. Am Morgen des 24. August sichteten amerikanische Aufklärer die Ryūjō 450 Kilometer nordwestlich von ihren Trägern USS Enterprise (CV-6) und USS Saratoga (CV-3). Die USS Wasp (CV-7) dagegen hatte Fletcher am Tag vorher zum Betanken entlassen.

Wie von den Japanern erwartet, griffen die Trägerstaffeln der Enterprise und der Saratoga die Ryūjō mit 61 Dauntless und Avengers an. Zuerst erreichten die 38 Maschinen der Saratoga unter Harry D. Felt den Träger und trafen ihn mit mindestens vier, möglicherweise sogar mit zehn 450-Kilogramm-Bomben. Dann erschienen fünf Avengers, von deren Torpedos einer traf. Der Köder sank, während kein einziges amerikanisches Flugzeug dabei verlorenging.

Nur eine Viertelstunde nach dem Start seines eigenen Angriffsverbandes auf die Ryūjō wurde Fletcher gemeldet, dass die größeren japanischen Träger Zuikaku und Shokaku in der Nähe waren. Alle Versuche, seine Flugzeuge noch zu diesen Zielen umzudirigieren, scheiterten an schlechten Funkverbindungen.

Wie von den Japanern geplant, wurde nun die amerikanische Flotte durch japanische Kampfflugzeuge, die von den Trägern Zuikaku und Shokaku gestartet waren, angegriffen. Um 16.02 Uhr meldeten die amerikanischen Radarbeobachter den Anflug einer Formation nicht identifizierter Flugzeuge. Fletcher hatte jedoch einen Teil seiner Jägerstaffeln zum Schutz der Flotte zurückgehalten und konnte außerdem mit der Flakunterstützung des Schlachtschiffes USS North Carolina rechnen. Die bereits startklaren Grumman F4F Wildcats stiegen auf und bildeten zusammen mit den Patrouille fliegenden Jägern eine Abwehr von 53 Maschinen. Zwischen den Wildcats und den japanischen Zeros entstanden heftige Luftkämpfe, doch die als Vals bekannten japanischen Sturzkampfbomber flogen mit nur wenigen Verlusten unbeirrbar auf die Enterprise zu.

Während die 16 Kilometer entfernte Saratoga unbehelligt blieb, setzte um 16.41 Uhr die erste Val zum Sturzflug auf die Enterprise an. Ihr folgten im Abstand von jeweils sieben Sekunden zwei Dutzend weitere Maschinen. Mindestens sechs Vals wurden in dieser Phase von der Flak des Trägers und seiner Begleitschiffe abgeschossen. Die Vals erzielten ihrerseits drei Bombentreffer auf der USS Enterprise, wodurch das Achterschiff in Brand gesetzt wurde. Von den 80 Angreifern kehrten nur zehn zu ihren Trägern zurück.

Auf der Enterprise wurden die Brände schnell unter Kontrolle gebracht. Das von Bomben durchschlagene Flugdeck wurde provisorisch mit Metallplatten ausgebessert. Schon eine Stunde nach der letzten Explosion drehte die Enterprise mit 24 Knoten in den Wind, um ihre Flugzeuge aufzunehmen.

Am 25. August griffen amerikanische Bomber von Henderson Field auf Guadalcanal und von Espiritu Santo aus den japanischen Nachschubkonvoi an. Der größte von vier Transportern und der Zerstörer Mutsuki wurden versenkt, auch der leichte Kreuzer Jintsū erhielt einen Treffer. Die Japaner brachen daraufhin die Operation ab und traten mit dem Rest des Geleitzuges den Rückzug an, ohne ihre Truppenkontingente auf der Insel gelandet zu haben. Zudem hatten sie die als Köder ausgelegte Ryūjō verloren, ohne die Amerikaner schwächen und so die Luftüberlegenheit über Guadalcanal erringen zu können.

Fletcher, der nur 20 Flugzeuge verloren hatte, zog sich ebenfalls zurück. Die Kampfstaffeln der Enterprise wurden zum Flugplatz Henderson Field auf Guadalcanal verlegt, wo sie die amerikanische Luftherrschaft festigten.[3]

LiteraturBearbeiten

  • Mark R. Peattie: Sunburst: The Rise of Japanese Naval Air Power 1909–1941. Naval Institute Press, Annapolis, Maryland 1999, ISBN 1-59114-664-X.
  • Helmut Pemsel: Seeherrschaft, Band 2, Bernard & Graefe Verlag, Koblenz 1985, ISBN 3-7637-5420-2
  • Clark G. Reynolds: Die Flugzeugträger, 1982 Time-Life Books B.V., aus dem Englischen übertragen von Alzbeta Lettowsky, Bechtermünz-Verlag GmbH, Eltville am Rhein, 1993, ISBN 3 86047 054 X

WeblinksBearbeiten

Commons: Schlacht bei den Ost-Salomonen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Richard B. Frank: Guadalcanal: The Definitive Account of the Landmark Battle. Penguin Group, New York 1990, ISBN 0-14-016561-4.
  2. Jürgen Rohwer: Chronik des Seekrieges 1939–1945, August 1942. Württembergische Landesbibliothek Stuttgart 2007 bis 2020, abgerufen am 25. Januar 2021.
  3. The Battle of the Eastern Solomons - Combat Narrative. In: www.ibiblio.org/hyperwar. Navy Department Office of Naval Intelligence, abgerufen am 25. Januar 2021 (englisch).