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Scheibenberg

Stadt im Erzgebirgskreis, Sachsen, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Scheibenberg
Scheibenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Scheibenberg hervorgehoben

Koordinaten: 50° 32′ N, 12° 55′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Scheibenberg-Schlettau
Höhe: 680 m ü. NHN
Fläche: 9 km2
Einwohner: 2086 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 232 Einwohner je km2
Postleitzahl: 09481
Vorwahl: 037349
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 510
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rudolf-Breitscheid-Str.35
09481 Scheibenberg
Website: www.scheibenberg.de
Bürgermeister: Michael Staib (Bürgerforum)
Lage der Stadt Scheibenberg im Erzgebirgskreis
SachsenAmtsbergAnnaberg-BuchholzAue-Bad SchlemaAuerbach (Erzgebirge)Bärenstein (Erzgebirge)Lauter-BernsbachBockauBörnichen/Erzgeb.Breitenbrunn/Erzgeb.BurkhardtsdorfCrottendorfDeutschneudorfDrebachEhrenfriedersdorfEibenstockElterleinGelenau/Erzgeb.GeyerGornau/Erzgeb.GornsdorfGroßolbersdorfGroßrückerswaldeGrünhain-BeierfeldGrünhainichenHeidersdorfHohndorfJahnsdorf/Erzgeb.JohanngeorgenstadtJöhstadtKönigswaldeLauter-BernsbachLößnitz (Erzgebirge)LugauMarienbergMildenauNeukirchen/Erzgeb.Niederdorf (Sachsen)NiederwürschnitzOberwiesenthalOelsnitz/Erzgeb.OlbernhauPockau-LengefeldRaschau-MarkersbachScheibenbergSchlettauSchneeberg (Erzgebirge)SchönheideSchwarzenberg/Erzgeb.SehmatalSeiffen/Erzgeb.Stollberg/Erzgeb.StützengrünTannenbergThalheim/Erzgeb.Thermalbad WiesenbadThumWolkenstein (Erzgebirge)ZschopauZschorlauZwönitzKarte
Über dieses Bild

Scheibenberg ist eine kleine Bergstadt im Erzgebirgskreis in Sachsen mit rund 2300 Einwohnern.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Stadt liegt nordwestlich des gleichnamigen Berges auf einer Höhe von rund 600 bis 670 m Höhe. Höchster Punkt ist der Scheibenberg mit 807 m.

NachbargemeindenBearbeiten

Nördlich von Scheibenberg liegt Elterlein, östlich Schlettau und im Süden Crottendorf. Im Westen grenzt die Stadt an Raschau-Markersbach.

StadtgliederungBearbeiten

Zur Stadt Scheibenberg gehören die Ortsteile Oberscheibe und Brünlasgüter.

GeschichteBearbeiten

 
Scheibenberg: Blick durch die Kirchgasse in Richtung Markt. Im Hintergrund links das ehemalige Handelshaus des Kaufmanns Christian Ernst Coith. Schräg gegenüber das Rathaus mit hohem Eckturm. Im Vordergrund rechts das Pfarrhaus.

Nach den ersten Schürfarbeiten am Scheibenberg gab der Bergmeister, Michael Zechendorfer, am 4. Mai 1522 im Auftrag der Grundherren Wolf und Ernst von Schönburg die Verleihung von Hofstätten für Bergbauwillige bekannt. Am 20. Mai 1522 gewährte der Landesherr Herzog Georg auf Bitten von Ernst von Schönburg der Scheibenberger Knappschaft erste Vergünstigungen. Gleichzeitig bestimmte er, dass die Annaberger Bergordnung in Scheibenberg in Anwendung gebracht werden sollte und dass er nicht auf den Zehnten verzichtete. Am 31. Mai 1522 verlieh Kurfürst Friedrich und sein Bruder Johann der Siedlung das Stadtrecht – solche neue stadt – und gewährte ihr umfassende Freiheiten. Aus dieser Urkunde geht auch hervor, das auf dem Scheibenberg noch kein Silber gefunden wurde. In den nächsten Jahren erfolgte der Aufbau der Stadt mit Rathaus, Kirche und Brauhaus. Bei einem Brand 1529 wurden große Teile des Ortes zerstört. Die Reformation wurde 1539 eingeführt, wovon eine Inschrift auf der Rückseite des Scheibenberger Altars kündet. Anfang Mai 1559 gelangte Scheibenberg mit dem gesamten oberwäldischen Teil der Grafschaft Hartenstein in den Besitz des Kurfürstentums Sachsen und wurde dem Amt Crottendorf unterstellt. Ende des 16. Jahrhunderts kam es zum allmählichen Erliegen des Bergbaues. 1632 versuchten auch Scheibenberger Bürger den Wiesenthaler Pass gegen den Einmarsch des Feldherrn Heinrich von Holk zu verteidigen. Während des gesamten Dreißigjährigen Krieges hatte Scheibenberg unter Plünderungen und Überfällen zu leiden, wovon Pfarrer Christian Lehmann in seiner Kriegschronik eindrücklich berichtet.

 
Stadtansicht von 1839
 
Scheibenberg und Ortsteil Oberscheibe, symbolischer Zug

Mit der Fertigstellung der Straße Annaberg–Schwarzenberg 1824 werden die Verkehrsverhältnisse verbessert. 1861 wurde die Sparkasse gegründet, ein Jahr später die Freiwillige Feuerwehr Scheibenberg. Ab 1884 begann der Aufbau einer zentralen Wasserversorgung. Mit der Einweihung der Bahnstrecke Buchholz–Schwarzenberg (Erzgeb) am 1. Dezember 1889 erhielt Scheibenberg Bahnanschluss und die bisher verkehrende Fahrpost wurde eingestellt. Auf dem Scheibenberg wurde 1892 ein Berggasthof errichtet. 1897 wurde ein Stadtkrankenhaus eröffnet, am 1. Mai 1899 die Bahnstrecke nach Zwönitz. 1911 wurde der Ort an die Elektrizitätsversorgung angeschlossen. 1914 begann man mit dem Abbau von Basalt. Um den Berg zu erhalten, wurde der Basaltabbau 1928 wieder eingestellt. 1971 musste der baufällige Aussichtsturm gesprengt werden. 1994 wurde ein neuer Turm eingeweiht.

EingemeindungenBearbeiten

  • 1. Januar 1994: Oberscheibe

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Am 3. Oktober 1990 zählte Scheibenberg 2.476 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

1993 bis 1997

  • 1993: 2.372
  • 1994: 2.409
  • 1995: 2.443
  • 1996: 2.411
  • 1997: 2.476

1998 bis 2002

  • 1998: 2.510
  • 1999: 2.494
  • 2000: 2.449
  • 2001: 2.431
  • 2002: 2.440

2003 bis 2007

  • 2003: 2.399
  • 2004: 2.391
  • 2005: 2.372
  • 2006: 2.347
  • 2007: 2.318

ab 2009

  • 2009: 2.256
  • 2012: 2.203
  • 2013: 2.177
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

PolitikBearbeiten

Kommunalwahl 2014[2]
Wahlbeteiligung: 64,1 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,0 %
24,7 %
20,3 %
FWBF
Wir
   
Insgesamt 12 Sitze

StadtratBearbeiten

Seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 sind die 12 Sitze des Stadtrates wie folgt verteilt:

  • Bürgerforum: 7 Sitze
  • CDU: 3 Sitze
  • Wir für Scheibenberg und Oberscheibe: 2 Sitze

Vorsitzender des Stadtrates ist der Bürgermeister, seit 1. August 2015 Michael Staib (parteilos, Bürgerforum).

WappenBearbeiten

 
Großes Wappen der Stadt Scheibenberg

Das Wappen basiert auf dem großen Ratssiegel, das die Stadt mit dem Stadtrecht 1530 erhielt. Blasonierung: Geteilt von Silber über Rot, oben zwei natürliche Fichten, unten schräggekreuzt silberne Schlegel und Eisen, belegt mit einer silbernen Scheibe, darin ein aufgerichteter roter Greif.[3]

Die Stadt führt außerdem ein großes Wappen mit zwei Bergknappen als Schildhalter.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Ev.-luth. Kirche St. Johannis, Bau begonnen 1559, äußerlich barockes Erscheinungsbild mit wesentlich älteren Elementen; einer der schönsten Innenräume im Erzgebirge, spätgotischer Flügelaltar und Kruzifix, barocke Kanzel, zahlreiche Logen, Schwebengel, doppelte Emporen, Grabmal für Pfarrer Christian Lehmann
  • Regelmäßige Stadtanlage
  • Barocke Bürgerhäuser
  • Heimatmuseum am Markt

NaturdenkmälerBearbeiten

  • Bekannt sind die Basaltsäulen (Orgelpfeifen) am gleichnamigen Berg Scheibenberg

GedenkstättenBearbeiten

  • Ein Denkmal im Stadtpark erinnert an die Opfer der Kriege.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

 
Halt der Erzgebirgischen Aussichtsbahn im Bahnhof Scheibenberg

VerkehrBearbeiten

Aufgrund der Lage der Stadt an einem alten Handelsweg nach Böhmen über den Wiesenthaler oder den Preßnitzer Pass war schon immer ein hohes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen. Der Ort wurde in der Vergangenheit durch diese strategische Lage häufig Opfer von Plünderungen und Überfällen durch durchziehende Heere. Heute führt durch Scheibenberg die Bundesstraße 101 von Annaberg-Buchholz nach Aue.

Seit 1889 ist die Stadt mit dem Bahnhof Scheibenberg an die Bahnstrecke Annaberg-Buchholz Süd – Schwarzenberg angeschlossen. Der Personenverkehr ist jedoch seit 1997 eingestellt. Ab und an wird die Strecke für touristische Bahnfahrten genutzt. Die Bahnstrecke nach Zwönitz wurde bereits 1966 endgültig eingestellt und aufgelassen.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Richard Steche: Scheibenberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 83.
  • Christian Lehmann: Chronicon Scheibenbergense. Heidler & Fahle, Scheibenberg, 1992
  • Stadtverwaltung Scheibenberg (Hrsg.): 475 Jahre Scheibenberg – Festschrift zur 475-Jahr-Feier, 1522–1997. Heidler & Fahle, Scheibenberg 1997
  • AG Heimatgeschichte (Hrsg.): Carl Benjamin Dietrich: Sein Leben – seine Werke; Die kleinen Chroniken der freien Bergstadt Scheibenberg mit Oberscheibe. Scheibenberg 2005
  • Jens Hahn: Elterlein-Scheibenberg-Oberwiesenthal: Drei Bergstädte im Erzgebirge – Erzbergbau und Knappschaftswesen bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Obererzgebirgischer Silberspiegel, Zwönitz 2010, ISBN 978-3-00-029673-4
  • Scheibenberg. In: Max Grohmann „Das Obererzgebirge und seine Städte“, S. 1–12 des 12. Kapitels, Graser Annaberg 1903
Panorama vom gleichnamigen Berg Scheibenberg (807 m ü. NN) Richtung der Stadt Scheibenberg mit Blick auf die Morgenleithe (812 m ü. NN), den Spiegelwald (727 m ü. NN), Schatzenstein (760 m ü. NN) und den Geyerschen Wald mit Sendeturm. (von links)

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Scheibenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien