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Die Markthalle mit Scharn in Duisburg im Corputius-Plan von 1566

Die Scharn (auch Scharne, Scharren, Scharrn) waren in mittelalterlichen Städten Stände, an denen Brot (Brotscharren, Brodscharren) oder Fleisch (Fleischscharren) angeboten wurden. Oft befanden sich die Scharren in einer Markt- oder Fleischhalle. Als Scharn sind solche Orte beispielsweise in Braunschweig, Duisburg, Minden und Berlin überliefert. In Duisburg entstand die Scharn als ein Teil der Markthalle durch deren Untergliederung in Gerichtshalle und Fleischhalle im Spätmittelalter. Die Grundmauern der Duisburger Scharn sind in der Archäologischen Zone am Duisburger Alten Markt erhalten.[1] In Berlin-Mitte und Charlottenburg wurde und wird durch Scharrenstraßen an Standorte der ehemaligen „Scharren“ erinnert.[2][3]

In Frankfurt am Main wurden die Verkaufsstände der Metzger Schirn genannt. Eine sehr bekannte Schirn, bei der warme Würstchen verkauft wurden, stand auf dem Römerberg, bekannt als Neues Rotes Haus am Markt. Insbesondere am Abend vor Theaterbesuchen versammelten sich dort viele Bürger zu einer schnellen warmen Mahlzeit vor dem anstehenden Kulturereignis. Die Bezeichnung ist auf die Schirn Kunsthalle übergegangen. Im nordhessischen Frankenberg/Eder befindet sich eine sehr große Schirn im dortigen renaissancezeitlichen Rathaus, wo jeden Sonnabend ein Wochenmarkt stattfindet.

WeblinksBearbeiten

  • scharne. In: Matthias Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Matthias Untermann: Der Baukomplex der Markthalle am "Alten Markt" in Duisburg. In: Günter Krause (Hrsg.): Stadtarchäologie in Duisburg 1980 - 1990 (= Duisburger Forschungen). Band 38. Walter Braun, Duisburg 1992, ISBN 3-87096-049-3, S. 394–462.
  2. Scharrenstraße (Mitte). In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  3. Scharrenstraße (Charlottenburg). In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins