Schachweltmeisterschaft 2021

Sportveranstaltung
Kontrahenten der Schachweltmeisterschaft 2021
Porträts
Magnus Carlsen (2019)
Jan Nepomnjaschtschi (2018)
Magnus Carlsen Jan Nepomnjaschtschi
Nation NorwegenNorwegen RusslandRussland
Status Titelverteidiger,
Weltmeister seit 2013
Herausforderer, Sieger
des Kandidatenturniers
Alter 30–31[1] Jahre 31 Jahre
Elo-Zahl 2855[2] 2782[2]

Die Schachweltmeisterschaft 2021 wird zwischen Magnus Carlsen, dem amtierenden Schachweltmeister, und Jan Nepomnjaschtschi, dem Gewinner[3] des Kandidatenturniers Jekaterinburg 2020/2021, unter der Schirmherrschaft der FIDE ausgetragen. Kommerzieller Partner und Organisator der Weltmeisterschaft ist das Medienunternehmen World Chess.[4]

Ursprünglich war der Beginn der Weltmeisterschaft auf den 20. Dezember 2020 in Dubai im Rahmen der Expo 2020 angesetzt.[5] Wegen der COVID-19-Pandemie wurde sie jedoch, genauso wie die Expo, auf 2021 verschoben und findet nun vom 24. November bis zum 16. Dezember 2021 statt.[6]

Bisheriges Verhältnis der KontrahentenBearbeiten

Carlsen und Nepomnjaschtschi kennen einander schon seit der frühen Jugend. Wie Carlsen und der ebenfalls 1990 geborene Sergei Karjakin gilt auch Nepomnjaschtschi als eines der herausragenden Schachtalente seiner Generation.[7] Zunächst war der um einige Monate ältere Nepomnjaschtschi auch der erfolgreichere der beiden Spieler. Er gewann die U12-Europameisterschaft sowohl im Jahre 2001 (Carlsen nahm nicht teil)[8] als auch 2002 – hier gewann er seine Partie gegen Carlsen, der am Schluss den 6. Platz belegte.[9] Nepomnjaschtschi gewann auch die U12-Weltmeisterschaft 2002 vor dem punktegleichen Carlsen, ihre Partie dort endete Remis.[10] Der nächste Sieg gegen Carlsen gelang Nepomnjaschtschi bei der U14-Weltmeisterschaft 2003 – am Ende wurde er Dritter, Carlsen Neunter.[11]

Doch bereits mit Beginn des nächsten Jahres zeigte sich Carlsen als der stärkere und stabilere Spieler. Großes Aufsehen erregte im Januar 2004 sein Sieg in der Gruppe C des Corus-Schachturniers.[12] Im April 2004 wurde er als bis dahin zweitjüngster Spieler nach Karjakin zum Großmeister – Nepomnjaschtschi konnte diesen Titel erst 2007 erspielen. Während Carlsen sich zum dominierenden Spieler der Welt entwickelte, zeigten Nepomnjaschtschis Leistungen starke Schwankungen abhängig von seiner Tagesform,[13] seine Karriere stagnierte im Vergleich. Nepomnjaschtschi führt dies rückblickend auf mangelnde Professionalität zurück, da er viel Zeit mit Computerspielen und nicht mit Schach verbrachte.[7]

Trotzdem ist Nepomnjaschtschi nicht nur durch die Jugenderfolge einer der wenigen Spieler (und der einzige aktuelle Großmeister der Weltspitze), die in klassischen Turnierpartien eine positive Bilanz gegen Carlsen aufweisen (+4, −1, =6).[14][15] Einen weiteren Sieg erzielte Nepomnjaschtschi beim Tata-Steel-Schachturnier 2011,[16] den bislang letzten beim London Chess Classic 2017.[17] Carlsens vorerst einziger Sieg, und damit die bislang letzte entschiedene Langpartie zwischen den beiden, gelang ihm beim kroatischen Turnier der Grand Chess Tour 2019.[18]

Im Schnell- und Blitzschach weist Carlsen eine deutlich positive Bilanz gegen Nepomnjaschtschi auf.[19] Zuletzt jedoch schlug Nepomnjaschtschi Carlsen im Semifinale von dessen Einladungsturnier Magnus Carlsen Invitational im März 2021[20] mit einem Gesamtscore von (+2, −2, =4) in den Schnellschachpartien und (+1, −0, =1) im Blitzschach-Tiebreak.[21] Nepomnjaschtschi gilt als einer der wenigen, die hier eine reale Chance gegen Carlsen haben könnten. Dies ist für die Weltmeisterschaft von großer Bedeutung, da die Schachweltmeisterschaften 2016 (Herausforderer Sergei Karjakin) und 2018 (Herausforderer Fabiano Caruana) bei den Langpartien ausgeglichen verliefen und Carlsen sie erst im Schnellschach-Tiebreak klar für sich entscheiden konnte.[7] In beiden Wettkämpfen strebte Carlsen im Vertrauen auf diese Überlegenheit in der jeweils zwölften und letzten Langpartie zur Enttäuschung der Zuschauer nach einem schnellen, risikolosen Remis; 2018 bot er es sogar in klar besserer Stellung und mit mehr Zeit auf der Uhr an.[22] Dies provozierte viel Kritik und eine lang anhaltende Debatte über den Turniermodus,[23] die letztlich in die Regeländerungen bei der Weltmeisterschaft 2021 mündete.

Das Verhältnis der beiden Kontrahenten gilt als freundschaftlich. Carlsen holte Nepomnjaschtschi in sein Sekundantenteam für die Schachweltmeisterschaft 2013, in der er, somit auch mit Nepomnjaschtschis Unterstützung, den Titel eroberte. Der Spiegel-Journalist Florian Pütz kommentierte daher: „Es hätte eine gewisse Ironie, würde ausgerechnet er nun Carlsen den Titel wieder abnehmen.“[13]

Elo-Entwicklung[24]

KandidatenturnierBearbeiten

Im Kandidatenturnier Jekaterinburg 2020 spielten acht qualifizierte Spieler ab 16. März 2020 doppelrundig um die Herausforderung Carlsens. Nepomnjaschtschi war als Zweitplatzierter des FIDE Grand Prix 2019 startberechtigt, zusammen mit dem Sieger Alexander Grischtschuk. Er zählte nicht zu den Favoriten.[13] Diese Rolle fiel Fabiano Caruana zu, dem Sieger des Kandidatenturniers 2018 und somit Herausforderer bei der Schachweltmeisterschaft 2018, mit 2842 Elo hinter Carlsen und deutlichem Vorsprung vor dem Rest auf dem zweiten Platz der Weltrangliste. Als Mitfavorit galt vor allem Ding Liren, mit 2805 Elo neben Caruana der einzige Spieler über 2800, der 2019 Caruana in Langpartien ohne Niederlage zweimal geschlagen hatte.[25] Die übrigen Spieler – Grischtschuk, Nepomnjaschtschi, Maxime Vachier-Lagrave, Anish Giri und Wang Hao – hatten Elo-Zahlen von 2762–2777, der Wildcard-Spieler Kirill Alexejenko 2698.

Tatsächlich ging Nepomnjaschtschi schon in der ersten Partie durch einen Schwarzsieg gegen Giri in Führung, vorerst geteilt mit Wang. Den Platz in der punktemäßigen Führungsgruppe gab er bis Turnierende nicht mehr ab – durch spätere Siege über Wang und Ding ging er einen Punkt in Führung. Einen Rückschlag bedeutete zum Schluss des ersten Durchgangs seine Niederlage gegen Vachier-Lagrave, der so zu Nepomnjaschtschi aufschloss und nach Zweitwertung (direkte Begegnung) die Führung übernahm. Danach wurde das Turnier am 25. März 2020 wegen der COVID-19-Pandemie unterbrochen.[26]

Am 19. April 2021 startete der zweite Durchgang.[6] Da Vachier-Lagrave sein Auftaktspiel gegen Caruana verlor, genügte Nepomnjaschtschi ein Remis gegen Giri zur alleinigen Führung, die er bis Turnierende nicht mehr abgab. Sein Sieg über Alexejenko bedeutete wieder einen vollen Punkt Vorsprung. Als erster Verfolger kam Giri wieder auf einen halben Punkt heran. Als Giri in der vorletzten Runde gegen Grischtschuk verlor, machte Nepomnjaschtschi mit einem Remisschluss gegen Vachier-Lagrave den vorzeitigen Turniersieg klar.[27] Nepomnjaschtschis abschließende Niederlage gegen Ding tat dem keinen Abbruch – allerdings behauptete der Chinese dadurch Platz 3 in der Weltrangliste, der sonst an Nepomnjaschtschi gefallen wäre.[28] Der Endstand des Turniers lautete:

Platz Name Elo Pkt
1 Russland  Jan Nepomnjaschtschi 2774
2 Frankreich  Maxime Vachier-Lagrave 2767 8
3 Niederlande  Anish Giri 2763
4 Vereinigte Staaten  Fabiano Caruana 2842
5 China Volksrepublik  Ding Liren 2805 7
6 Russland  Alexander Grischtschuk 2774 7
7 Russland  Kirill Alexejenko 2698
8 China Volksrepublik  Wang Hao 2762 5

ModusBearbeiten

Der Wettkampf läuft prinzipiell über die Punktemehrheit aus 14 Turnierpartien – statt zwölf, wie seit dem Wiedervereinigungskampf 2006 üblich. Vereinbarte Remis sind vor dem 40. Zug nicht erlaubt (statt zuvor vor dem 30. Zug), außer bei Stellungswiederholungen. Beides sind Reaktionen auf den Verlauf der Schachweltmeisterschaft 2018, in der alle zwölf Turnierpartien mit Remis endeten. Da bei einer kurzen Wettkampfdauer schon eine einzelne verlorene Partie den Charakter einer Vorentscheidung annimmt, sind die Spieler üblicherweise eher auf Risikominimierung bedacht.[29]

Die Bedenkzeit beträgt 120 Minuten für 40 Züge, gefolgt von 60 Minuten für die nächsten 20 Züge; ab dem 61. Zug bleiben den Spielern 15 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug. Im Gegensatz zu den vorherigen Weltmeisterschaften gibt es das Zeitinkrement nicht bereits ab dem 1. Zug, um Zeitnotsituationen vor dem 40. Zug zu provozieren.

Wie bei den vorangegangenen Weltmeisterschaften wird es bei Bedarf ein Tie-Break aus vier Schnellschach-Partien geben, wenn nötig noch weiteren Blitzschach-Partien und, als letzter Entscheidung, einer Armageddon-Partie.

Hauptschiedsrichter ist Mahdi Abdulrahim aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Der Preisfonds wird 2.000.000 $ betragen; als Minimum garantiert hatte die FIDE 500.000 €. Das Geld wird im Verhältnis von 60:40 zugunsten des Siegers ausgeschüttet, oder 55:45, falls ein Tie-Break nötig ist. Jeder Spieler erhält vor dem Match 200.000 $ als Vorschuss auf sein Preisgeld. 100.000 $ wären als Kompensation für einen Spieler reserviert gewesen, falls die Weltmeisterschaft im Heimatland des anderen ausgetragen worden wäre.[4][30]

VerlaufBearbeiten

Während der WM darf Nepomnjaschtschi nicht unter russischer Flagge spielen, da weiter ein Bann der Welt-Anti-Doping-Agentur gilt.[31] Nepomnjaschtschi gewann das Los und begann die erste Partie mit Weiß.[32]

ÜbersichtBearbeiten

Car. = Carlsen
Nep. = Nepomnjaschtschi

Nr. Datum (2021) Partieergebnis Eröffnung ECO-Schlüssel Züge Zwischenstand Link
Wettkampfpartien mit klassischer Bedenkzeit
Car. Nep. Car. Nep.
01 Fr., 26. Nov, 13:30 Uhr MEZ ½ ½ Spanisch (Geschlossene Verteidigung) C88 45 ½ ½ Partie 1
02 Sa., 27. Nov, 13:30 Uhr MEZ ½ ½ Katalanische Eröffnung (Geschlossene Variante) E06 58 1 1 Partie 2
03 So., 28. Nov, 13:30 Uhr MEZ ½ ½ Spanisch (Geschlossene Verteidigung) C88 41 Partie 3
1. Ruhetag
04 Di., 30. Nov, 13:30 Uhr MEZ ½ ½ Russische Verteidigung (Staunton-Variante) C42 33 2 2 Partie 4
05 Mi., 1. Dez, 13:30 Uhr MEZ ½ ½ Spanisch (Geschlossene Verteidigung) C88 43 Partie 5
2. Ruhetag
06 Fr., 3. Dez, 13:30 Uhr MEZ 1 0 Damenbauernspiel (Pseudo-Katalanische Eröffnung) D02 136 Partie 6
07 Sa., 4. Dez, 13:30 Uhr MEZ
08 So., 5. Dez, 13:30 Uhr MEZ
3. Ruhetag
09 Di., 7. Dez, 13:30 Uhr MEZ
10 Mi., 8. Dez, 13:30 Uhr MEZ
4. Ruhetag
11 Fr., 10. Dez, 13:30 Uhr MEZ
12 Sa., 11. Dez, 13:30 Uhr MEZ
13 So., 12. Dez, 13:30 Uhr MEZ
5. Ruhetag
14 Di., 14. Dez, 13:30 Uhr MEZ

[33]

1. PartieBearbeiten

Nepomnjaschtschi–Carlsen ½:½
Dubai, 26. November 2021
Spanische Eröffnung, Geschlossene Verteidigung, C88
1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. La4 Sf6 5. 0–0 Le7 6. Te1 b5 7. Lb3 0–0 8. h3 Sa5 9. Sxe5 Sxb3 10. axb3 Lb7 11. d3 d5 12. exd5 Dxd5 13. Df3 Ld6 14. Kf1 Tfb8 15. Dxd5 Sxd5 16. Ld2 c5 17. Sf3 Td8 18. Sc3 Sb4 19. Tec1 Tac8 20. Se2 Sc6 21. Le3 Se7 22. Lf4 Lxf3 23. gxf3 Lxf4 24. Sxf4 Tc6 25. Te1 Sf5 26. c3 Sh4 27. Te3 Kf8 28. Sg2 Sf5 29. Te5 g6 30. Se1 Sg7 31. Te4 f5 32. Te3 Se6 33. Sg2 b4 34. Ke2 Tb8 35. Kd2 bxc3+ 36. bxc3 Txb3 37. Kc2 Tb7 38. h4 Kf7 39. Tee1 Kf6 40. Se3 Td7 41. Sc4 Te7 42. Se5 Td6 43. Sc4 Tc6 44. Se5 Td6 45. Sc4 ½:½

Die beiden Kontrahenten wählten die Geschlossene Verteidigung der Spanischen Eröffnung. Erstmals in Partien zwischen den beiden spielte Nepomnjaschtschi den Normalzug 6. Te1. Mit 8. h3 ging er dem Marshall-Gambit aus dem Weg, das nach 8. c3 d5 entstehen kann. Carlsen opferte sofort auf anderem Wege einen Bauern, nämlich 8. … Sa5 9. Sxe5 Sxb3 10. axb3. Er erhielt für den Bauern das Läuferpaar, Raumvorteil und nach dem Damentausch ein Endspiel mit anhaltender Initiative, aber keinen echten Vorteil. Nepomnjaschtschi verlor in weiterer Folge seinen Mehrbauern, hielt die Stellung aber im Gleichgewicht. Im 45. Zug endete die Partie mit Remis durch Stellungswiederholung.[34]

2. PartieBearbeiten

Carlsen–Nepomnjaschtschi ½:½
Dubai, 27. November 2021
Katalanische Eröffnung, Geschlossene Variante
1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sf3 d5 4. g3 Le7 5. Lg2 0–0 6. 0–0 dxc4 7. Dc2 b5 8. Se5 c6 9. a4 Sd5 10. Sc3 f6 11. Sf3 Dd7 12. e4 Sb4 13. De2 Sd3 14. e5 Lb7 15. exf6 Lxf6 16. Se4 Sa6 17. Se5 Lxe5 18. dxe5 Sac5. 19. Sd6 Sb3 20. Tb1 Sbxc1 21. Tbxc1 Sxc1 22. Txc1 Tab8 23. Td1 La8 24. Le4 c3 25. Dc2 g6 26. bxc3 bxa4 27. Dxa4 Tfd8 28. Ta1 c5 29. Dc4 Lxe4 30. Sxe4 Kh8 31. Sd6 Tb6 32. Dxc5 Tdb8 33. Kg2 a6 34. Kh3 Tc6 35. Dd4 Kg8 36. c4 Dc7 37. Dg4 Txd6 38. exd6 Dxd6 39. c5 Dxc5 40. Dxe6+ Kg7 41. Txa6 Tf8 42. f4 Df5+ 43. Dxf5 Txf5 44. Ta7+ Kg8 45. Kg4 Tb5 46. Te7 Ta5 47. Te5 Ta7 48. h4 Kg7 49. h5 Kh6 50. Kh4 Ta1 51. g4 Th1+ 52. Kg3 gxh5 53. Te6+ Kg7 54. g5 Tg1+ 55. Kf2 Ta1 56. Th6 Ta4 57. Kf3 Ta3+ 58. Kf2 Ta4 ½:½

In der zweiten Partie lieferten sich die Kontrahenten einen harten Kampf. Wie üblich in der Katalanischen Eröffnung eroberte Nepomnjaschtschi mit Schwarz einen weißen Bauern durch 6. … dxc4, zudem konnte er im 13. Zug einen starken Springer auf d3 festsetzen. Bei der verfrühten Abwicklung 17. Se5?! Lxe5 18. dxe5 übersah Carlsen den starken Zug 18. … Sac5!. Dadurch sah er sich veranlasst, mit 19. Sd6! einen ewigen Springer zu etablieren und dafür die Qualität zu opfern. Kommentator Karsten Müller bezeichnete die für kurze Zeit gleichzeitig am Brett stehenden Sd3 und Sd6 als „Monsterkraken“. Trotz Königsangriffs von Carlsen hatte Nepomnjaschtschi in Folge Vorteil, vergab ihn jedoch durch Ungenauigkeiten im 24. und 26. Zug. Letztlich wickelten die Spieler in ein Turmendspiel ab, das trotz eines Mehrbauers für Carlsen ein klares Remis war.[35]

Carlsen–Nepomnjaschtschi, Partie 2
  a b c d e f g h  
8                 8
7                 7
6                 6
5                 5
4                 4
3                 3
2                 2
1                 1
  a b c d e f g h  
Stellung nach 19. Sd6! mit den beiden „Monsterkraken“ auf d6 und d3
Carlsen–Nepomnjaschtschi, Partie 2
  a b c d e f g h  
8                 8
7                 7
6                 6
5                 5
4                 4
3                 3
2                 2
1                 1
  a b c d e f g h  
Schlussstellung nach 58... Ta4


3. PartieBearbeiten

Nepomnjaschtschi–Carlsen ½:½
Dubai, 28. November 2021
Geschlossene Verteidigung (Spanische Partie)
1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. La4 Sf6 5. 0–0 Le7 6. Te1 b5 7. Lb3 0–0 8. a4 Lb7 9. d3 d6 10. Sbd2 Te8 11. Sf1 h6 12. Ld2 Lf8 13. Se3 Se7 14. c4 bxc4 15. Sxc4 Sc6 16. Tc1 a5 17. Lc3 Lc8 18. d4 exd4 19. Sxd4 Sxd4 20. Dxd4 Le6 21. h3 c6 22. Lc2 d5 23. e5 dxc4 24. Dxd8 Texd8 25. exf6 Lb4 26. fxg7 Lxc3 27. bxc3 Kxg7 28. Kf1 Tab8 29. Tb1 Kf6 30. Txb8 Txb8 31. Tb1 Txb1+ 32. Lxb1 Ke5 33. Ke2 f5 34. Lc2 f4 35. Lb1 c5 36. Lc2 Ld7 37. f3 Kf6 38. h4 Ke5 39. Kf2 Kf6 40. Ke2 Ke5 41. Kf2 ½:½

Im Vergleich zur umkämpften zweiten Partie verlief die dritte Partie ruhig und ausgeglichen. Wie in der ersten Partie eröffneten die Kontrahenten mit der Spanischen Eröffnung, und wiederum wich Nepomnjaschtschi dem Marschall-Angriff aus, diesmal mit 8. a4. Nach genauem Spiel beider Seiten wickelten die Spieler im 32. Zug in ein remisträchtiges Läuferendspiel ab, das sie gemäß den Matchregeln bis nach dem 40. Zug fortsetzten. Laut einer Messung durch Lichess war die Partie die perfekteste der Geschichte der Schachweltmeisterschaften, gemessen an den aufsummierten Bruchteilen von Bauerneinheiten, die die Spieler laut Computeranalyse bei den Zügen vergeben hatten.[36]

4. PartieBearbeiten

Carlsen–Nepomnjaschtschi ½:½
Dubai, 30. November 2021
Russische Verteidigung (Staunton-Variante)
1. e4 e5 2. Sf3 Sf6 3. Sxe5 d6 4. Sf3 Sxe4 5. d4 d5 6. Ld3 Ld6 7. 0–0 0–0 8. c4 c6 9. Te1 Lf5 10. Db3 Dd7 11. Sc3 Sxc3 12. Lxf5 Dxf5 13. bxc3 b6 14. cxd5 cxd5 15. Db5 Dd7 16. a4 Dxb5 17. axb5 a5 18. Sh4 g6 19. g4 Sd7 20. Sg2 Tfc8 21. Lf4 Lxf4 22. Sxf4 Txc3 23. Sxd5 Td3 24. Te7 Sf8 25. Sf6+ Kg7 26. Se8+ Kg8 27. d5 a4 28. Sf6+ Kg7 29. g5 a3 30. Se8+ Kg8 31. Sf6+ Kg7 32. Se8+ Kg8 33. Sf6+ ½:½

In der an seinem 31. Geburtstag ausgetragenen vierten Partie wechselte Carlsen auf den Eröffnungszug 1. e4, auf den Nepomnjaschtschi meist die Französische Verteidigung oder die Najdorf-Variante der Sizilianischen Verteidigung spielt. Diesmal entschied er sich jedoch für die Russische Verteidigung. Die Partie verlief bis nach dem Damentausch nach theoretischen Vorbildern. Mit der Neuerung 18. Sh4 ließ Carlsen zu, dass Nepomnjaschtschi einen gedeckten Freibauern auf a5 erhielt, um in weiterer Folge selbst einen Freibauern auf der d-Linie zu erhalten. Nepomnjaschtschi verteidigte sich präzise gegen Carlsens Initiative, beide Spieler liefen mit ihren Freibauern. Carlsen verzichtete schließlich auf weitere Gewinnversuche und beendete die Partie mit Remis durch Dauerschach.[37]

5. PartieBearbeiten

Nepomnjaschtschi–Carlsen ½:½
Dubai, 1. Dezember 2021
Spanische Eröffnung, Geschlossene Verteidigung, C88

1.e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. La4 Sf6 5. 0–0 Le7 6. Te1 b5 7. Lb3 0–0 8. a4 Tb8 9. axb5 axb5 10. h3 d6 11. c3 b4 12. d3 bxc3 13. bxc3 d5 14. Sbd2 dxe4 15. dxe4 Ld6 16. Dc2 h6 17. Sf1 Se7 18. Sg3 Sg6 19. Le3 De8 20. Ted1 Le6 21. La4 Ld7 22. Sd2 Lxa4 23. Dxa4 Dxa4 24. Txa4 Ta8 25. Tda1 Txa4 26. Txa4 Tb8 27. Ta6 Se8 28. Kf1 Sf8 29. Sf5 Se6 30. Sc4 Td8 31. f3 f6 32. g4 Kf7 33. h4 Lf8 34. Ke2 Sd6 35. Scxd6+ Lxd6 36. h5 Lf8 37. Ta5 Ke8 38. Td5 Ta8 39. Td1 Ta2+ 40. Td2 Ta1 41. Td1 Ta2+ 42. Td2 Ta1 43. Td1 ½:½

In der fünften Partie wählte Carlsen erneut die Geschlossene Variante der Spanischen Eröffnung. Erstmals ging Nepomnjaschtschi als klarer Sieger aus dem Eröffnungsduell hervor und spielte einseitig auf Gewinn. Trotz ruhigem Manöverkampf in vielfach symmetrischer Stellungsstruktur hatte Nepomnjaschtschi die Initiative und hätte nach Meinung der Kommentatoren beispielsweise mit 20. c4! oder auch später mit 29. h4 starken Druck aufbauen können. Am Ende stand ein Endspiel mit Raumvorteil für Nepomnjaschtschi, der aber nicht zum Sieg verwertbar war. Carlsen erreichte ein Remis durch Stellungswiederholung. Dementsprechend waren beide Spieler mit dem Verlauf nicht zufrieden.[38]

6. PartieBearbeiten

Carlsen–Nepomnjaschtschi 1:0
Dubai, 3. Dezember 2021
Damenbauernspiel (Pseudo-Katalanische Eröffnung)

1. d4 Sf6 2. Sf3 d5 3. g3 e6 4. Lg2 Le7 5. 0–0 0–0 6. b3 c5 7. dxc5 Lxc5 8. c4 dxc4 9. Dc2 De7 10. Sbd2 Sc6 11. Sxc4 b5 12. Sce5 Sb4 13. Db2 Lb7 14. a3 Sc6 15. Sd3 Lb6 16. Lg5 Tfd8 17. Lxf6 gxf6 18. Tac1 Sd4 19. Sxd4 Lxd4 20. Da2 Lxg2 21. Kxg2 Db7+ 22. Kg1 De4 23. Dc2 a5 24. Tfd1 Kg7 25. Td2 Tac8 26. Dxc8 Txc8 27. Txc8 Dd5 28. b4 a4 29. e3 Le5 30. h4 h5 31. Kh2 Lb2 32. Tc5 Dd6 33. Td1 Lxa3 34. Txb5 Dd7 35. Tc5 e5 36. Tc2 Dd5 37. Tdd2 Db3 38. Ta2 e4 39. Sc5 Dxb4 40. Sxe4 Db3 41. Dac2 Lf8 42. Sc5 Db5 43. Sd3 a3 44. Sf4 Da5 45. Ta2 Lb4 46. Td3 Kh6 47. Td1 Da4 48. Tda1 Ld6 49. Kg1 Db3 50. Se2 Dd3 51. Sd4 Kh7 52. Kh2 De4 53. Txa3 Dxh4+ 54. Kg1 De4 55. Ta4 Le5 56. Se2 Dc2 57. T1a2 Db3 58. Kg2 Dd5+ 59. f3 Dd1 60. f4 Lc7 61. Kf2 Lb6 62. Ta1 Db3 63. Te4 Kg7 64. Te8 f5 65. Taa8 Db4 66. Tac8 La5 67. Tc1 Lb6 68. Te5 Db3 69. Te8 Dd5 70. Tcc8 Dh1 71. Tc1 Dd5 72. Tb1 La7 73. Te7 Lc5 74. Te5 Dd3 75. Tb7 Dc2 76. Tb5 La7 77. Ta5 Lb6 78. Tab5 La7 79. Txf5 Dd3 80. Txf7+ Kxf7 81. Tb7+ Kg6 82. Txa7 Dd5 83. Ta6+ Kh7 84. Ta1 Kg6 85. Sd4 Db7 86. Ta2 Dh1 87. Ta6+ Kf7 88. Sf3 Db1 89. Td6 Kg7 90. Td5 Da2+ 91. Td2 Db1 92. Te2 Db6 93. Tc2 Db1 94. Sd4 Dh1 95. Tc7+ Kf6 96. Tc6+ Kf7 97. Sf3 Db1 98. Sg5+ Kg7 99. Se6+ Kf7 100. Sd4 Dh1 101. Tc7+ Kf6 102. Sf3 Db1 103. Td7 Db2+ 104. Td2 Db1 105. Sg1 Db4 106. Td1 Db3 107. Td6+ Kg7 108. Td4 Db2+ 109. Se2 Db1 110. e4 Dh1 111. Td7+ Kg8 112. Td4 Dh2+ 113. Ke3 h4 114. gxh4 Dh3+ 115. Kd2 Dxh4 116. Td3 Kf8 117. Tf3 Dd8+ 118. Ke3 Da5 119. Kf2 Da7+ 120. Te3 Dd7 121. Sg3 Dd2+ 122. Kf3 Dd1+ 123. Te2 Db3+ 124. Kg2 Db7 125. Td2 Db3 126. Td5 Ke7 127. Te5+ Kf7 128. Tf5+ Ke8 129. e5 Da2+ 130. Kh3 De6 131. Kh4 Dh6+ 132. Sh5 Dh7 133. e6 Dg6 134. Tf7 Kd8 135. f5 Dg1 136. Sg7 1:0

Carlsen wählte eine unkonventionelle Variante des Damenbauernspiels, die der Katalanischen Eröffnung ähnelte, jedoch auf ein frühes c2–c4 verzichtete und so nicht riskierte, dass Schwarz nach d5xc4 den Bauern lange festhält wie in der zweiten Partie. Nach einem von Nepomniaschtschi abgelehnten Bauernopfer Carlsens entstand zunächst eine recht symmetrische Mittelspielstellung, in der jedoch eher Nepomniaschtschi die Initiative hatte. Die Partie ging schrittweise in stärker werdende asymmetrische Materialverteilung über: Es entstand ein Endspiel, in dem Carlsen mit zwei Türmen und Springer gegen Dame und Läufer spielte. Nachdem beide Spieler in der Zeitnotphase Chancen ausgelassen hatten, spielte nur noch Carlsen auf Gewinn, letztlich mit Turm, Springer und zwei Mehrbauern gegen die Dame von Nepomnjaschtschi. Bei perfektem Spiel hätte Nepomniaschtschi Remis halten können, schaffte es aber nicht, immer die besten Verteidigungszüge zu finden. Nach 136 Zügen und 7:47 Stunden Spielzeit konnte Carlsen 17 Minuten nach Mitternacht seinen ersten Sieg bei dieser Weltmeisterschaft verbuchen.[39][40]

Die sechste Partie war damit die längste Partie in der bisherigen Geschichte der Schachweltmeisterschaften; bisheriger Rekordhalter war die fünfte Partie der Schachweltmeisterschaft 1978 zwischen Viktor Kortschnoi und Anatoli Karpow mit 124 Zügen. Die bislang längste entschiedene Partie in einer Weltmeisterschaft war die 16. Partie der Schachweltmeisterschaft 1990, in der Garry Kasparow gegen Karpow in 102 Zügen gewann.[41]

Carlsen–Nepomnjaschtschi, Partie 6
  a b c d e f g h  
8                 8
7                 7
6                 6
5                 5
4                 4
3                 3
2                 2
1                 1
  a b c d e f g h  
Endstellung nach 136. Sg7. Schwarz kann zwar noch einige Schachs geben, aber nicht verhindern, dass der weiße König hinter seinen Figuren auf g8 Schutz findet. Dann ist die Umwandlung der Bauern nicht mehr zu verhindern. Schwarz gab auf.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Carlsen hatte am 30. November, also am vierten Turniertag, Geburtstag.
  2. a b https://www.chess.com/article/view/world-chess-championship-2021
  3. Zeit online/dpa: Nepomnjaschtschi gewinnt Kandidatenturnier zur Schach-WM. 26. April 2021, abgerufen am 26. April 2021.
  4. a b Macauley Peterson: FIDE updates and the World Championship cycle. chessbase.com, 26. April 2019, abgerufen am 29. April 2021.
  5. André Schulz: WM-Kampf wahrscheinlich während der Expo 2020 in Dubai In: de.chessbase.com. 2. März 2020, abgerufen am 13. Dezember 2020.
  6. a b FIDE resumes the Candidates Tournament. FIDE, 15. Februar 2021, abgerufen am 28. April 2021 (englisch).
  7. a b c Johannes Aumüller: Das ist der Herausforderer von Magnus Carlsen. Süddeutsche Zeitung, 27. April 2021, abgerufen am 1. Mai 2021.
  8. 2001: C.to Europeo U12. Italienischer Schachverband, abgerufen am 30. April 2021.
  9. 2002: C.to Europeo U12. Italienischer Schachverband, abgerufen am 30. April 2021.
  10. 17° World Championship u12 (boys). brasilbase.pro, abgerufen am 30. April 2021.
  11. 19° World Championship u14 (boys). brasilbase.pro, abgerufen am 30. April 2021.
  12. Corus Group C (2004). chessgames.com, abgerufen am 13. Mai 2021.
  13. a b c Florian Pütz: Ian Nepomniachtchi fordert Schach-Weltmeister Magnus Carlsen heraus: Schöne Grüße aus der Kindheit. Der Spiegel, 27. April 2021, abgerufen am 30. April 2021.
  14. Leonard Barden: Nepomniachtchi nears Candidates title and tilt at Carlsen’s world chess crown. The Guardian, 23. April 2021, abgerufen am 30. April 2021.
  15. Ian Nepomniachtchi. chess.com, abgerufen am 30. April 2021.
  16. Tata Steel Group A (2011). chessgames.com, abgerufen am 30. April 2021.
  17. London Chess Classic (2017). chessgames.com, abgerufen am 30. April 2021.
  18. GCT Croatia (2019). chessgames.com, abgerufen am 30. April 2021.
  19. Laut Ergebnisliste in chessgames.com hat Carlsen einen Score von +20, −10, =31 in Schnell-, Blitz- und Freundschaftsspielen.
  20. Leonard Barden: Chess: humiliated Magnus Carlsen eliminated from his own tournament. The Guardian, 19. März 2021, abgerufen am 30. April 2021.
  21. Magnus Carlsen Invitational (2021). chessgames.com, abgerufen am 13. Mai 2021.
  22. Johannes Fischer: Schachweltmeisterschaft, Partie 12: Ein taktisches Remis führt zum Tie-Break. In: de.chessbase.com. 26. November 2018, abgerufen am 26. November 2018.
  23. Stephan Oliver Platz: Braucht die Schachweltmeisterschaft eine Reform? chessbase.com, 9. Dezember 2018, abgerufen am 1. Mai 2021.
  24. Zahlen gemäß Elo-Listen der FIDE. Datenquellen: fide.com (Zeitraum seit 2001), olimpbase.org (Zeitraum 1971 bis 2001)
  25. Colin McGourty: Die Kandidaten 2020: Fabiano Caruana. https://chess24.com, 15. März 2020, abgerufen am 27. November 2021.
  26. Arkadi Wladimirowitsch Dworkowitsch (Arkady Dvorkovich): FIDE Stops the Candidates Tournament. FIDE, 23. März 2020, abgerufen am 12. Dezember 2020 (englisch).
  27. Peter Doggers: FIDE Kandidatenturnier 2020: Nepomniachtchi steht als Sieger fest! chess.com, 26. April 2021, abgerufen am 28. November 2021.
  28. André Schulz: Kandidatenturnier: Ausgekämpfte Schlussrunde. chessbase.com, 27. April 2021, abgerufen am 27. November 2021.
  29. Richard Forster: Der Fluch der weissen Figuren an der Schach-WM. Neue Zürcher Zeitung, 21. November 2018, abgerufen am 3. Januar 2019.
  30. World Chess Championship 2021: Carlsen vs Nepomniachtchi. chess.com, 27. April 2021, abgerufen am 29. April 2021.
  31. https://www.chess.com/news/view/nepomniachtchi-russian-flag-wada-ban
  32. https://en.chessbase.com/post/carlsen-vs-nepomniachtchi-nepomniachtchi-starts-with-white
  33. FIDE World Championship 2021: Schedule, hotels, and health & safety measures. Abgerufen am 22. November 2021 (englisch).
  34. André Schulz: Schach-WM: 1. Partie remis. chessbase.de, 26. November 2021, abgerufen am 26. November 2021.
  35. Karsten Müller: Karsten Müller: "Monsterkraken!" chessbase.com, 28. November 2021, abgerufen am 30. November 2021.
  36. Stefan Löffler: Schach-WM: Die korrekteste Weltmeisterschaftspartie. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. November 2021, abgerufen am 30. November 2021.
  37. André Schulz: Schachweltmeisterschaft: Remis in Russischer Verteidigung. chessbase.de, 30. November 2021, abgerufen am 30. November 2021.
  38. Carlos Alberto Colodro: World Championship Game 5: Not forceful enough. chessbase.com, 1. Dezember 2021, abgerufen am 2. Dezember 2021.
  39. André Schulz: Weltmeisterschaft: Carlsen gewinnt längste WM-Partie der Schachgeschichte. chessbase.com, 3. Dezember 2021, abgerufen am 4. Dezember 2021.
  40. Peter Doggers: Carlsen Wins Game 6, Longest World Chess Championship Game Of All Time. chess.com, 3. Dezember 2021, abgerufen am 4. Dezember 2021.
  41. Federico Rossini: Scacchi: Carlsen-Nepomniachtchi, le 136 mosse record in un match mondiale! Solo 9 partite oltre le 100 in queste sfide. www.oasport.it, 3. Dezember 2021, abgerufen am 4. Dezember 2021.