Hauptmenü öffnen

Schaalsee

See in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Der 24 km² große Schaalsee ist ein See auf der Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in Deutschland. Er ist einer der tiefsten deutschen Seen und wurde 2019 als Lebendiger See des Jahres ausgezeichnet,[1]

Schaalsee
Schaalsee im Morgendunst.jpg
GKZ DE: 5936839
Geographische Lage Grenze zw. Kreis Herzogtum Lauenburg u. Landkreis Ludwigslust-Parchim
Zuflüsse Bek
Abfluss Schaalsee-Kanal, Schaale
Inseln Kampenwerder, Stintenburginsel, Rethwiese
Orte oder Städte am Ufer Zarrentin am Schaalsee
Daten
Koordinaten 53° 35′ 25″ N, 10° 54′ 52″ OKoordinaten: 53° 35′ 25″ N, 10° 54′ 52″ O
Schaalsee (Mecklenburg-Vorpommern)
Schaalsee
Höhe über Meeresspiegel 34,8 m ü. NHN
Fläche 23,5 km²
Volumen 0,391 km³
Maximale Tiefe 72,0 m
Mittlere Tiefe 17 m
Einzugsgebiet 180 km²
Schaalsee.png

Inhaltsverzeichnis

BeschreibungBearbeiten

 
Luftaufnahme des Schaalsees (2010)
 
Schaalsee bei Zarrentin

Auf einer geraden Linie zwischen Hamburg und Schwerin ist der Schaalsee 62 km von Hamburg und 32 km von Schwerin entfernt. In Nord-Süd-Richtung ist er 14,3 Kilometer lang und mit 72,0 Meter der tiefste Klarwassersee Norddeutschlands. Der Wasserspiegel liegt 34,8 m ü. NHN.

Der ganze Schaalsee besteht aus mehreren zusammenhängenden Teilseen, namentlich benannt sind
im Norden: Dutzower See, Bernstorfer Binnensee, Niendorfer Binnensee
im Westen: Priestersee, Seedorfer Küchensee;
im Süden: Lassahner See, Borgsee, Techiner See, Kirchensee.

Der Schaalsee ist über den Phulsee, den Pipersee, den Salemer See und schließlich über den von 1923 bis 1925 erbauten Schaalseekanal mit dem Großen Küchensee, einem Abschnitt des Ratzeburger Sees verbunden, an dessen Ende eines der wenigen Wasserkraftwerke in Schleswig-Holstein das Gefälle zum niedrigeren Seespiegel des Ratzeburger Sees ausnutzt. Es wird von der E.ON Hanse betrieben.

Während der deutschen Teilung verlief die innerdeutsche Grenze durch den Schaalsee.

Die am Südufer gelegene Stadt Zarrentin ist der größte Ort am See. Dort entwässert die Schaale als natürlicher Abfluss den Schaalsee. Die Schaale fließt weiter nach Süden und mündet in die Sude, die nach wenigen Kilometern in die Elbe fließt.

Im Schaalsee befinden sich mehrere Inseln und Halbinseln, von denen die Halbinsel Kampenwerder die größte ist. Des Weiteren liegen im See die Stintenburginsel sowie einige weitere unbewohnte Inseln wie beispielsweise die Rethwiese.

Bei Dargow, einer Ortschaft am Nordufer des Schaalsees, steht seit 2001 ein hölzerner Aussichtsturm (), der einen guten Blick über den See bietet.[2]

Schaalsee und Innerdeutsche GrenzeBearbeiten

Bis Ende 1989 befand sich das Ostufer im Grenzsperrgebiet der DDR.[3] Aufgrund dieser Trennung hat sich eine besondere Naturlandschaft[4] entwickelt. Dutzow[5] gehörte zu den grenznahen Dörfern, welche dadurch zweigeteilt war. Im Dorf Lankow fand eine Zwangsumsiedlung[6] statt. 1964 gelang Wolfgang Buchhorn[7] die Flucht über den vereisten See. Die Grenzöffnung vollzog sich zum Jahreswechsel 1989/1990.[8] In der Zeit danach verlief die wirtschaftliche Entwicklung auf der östlichen Seite[9] teilweise günstiger als auf der Westlichen.

FischfaunaBearbeiten

Der Schaalsee beherbergt einen guten Bestand an großen Raubfischen. So sind Hechte um die 90 Zentimeter und 30 Zentimeter lange Flussbarsche relativ häufig. Von der Lebensweise her gehören die kapitalen Hechte zu den sogenannten „Freiwasserhechten“, welche den Maränenschwärmen folgen. In Tiefen ab 15 Metern kommen Aalquappen vor. Bei den Friedfischen sind es vor allem Brassen, die Gewichte von drei bis fünf Kilogramm erreichen und sich im Frühjahr zur Laichzeit in großer Zahl in der Uferregion aufhalten.[10] Auch soll es Karpfen von 15 Kilogramm und Schleien von vier Kilogramm Gewicht geben. Angelkarte und Boote werden von der Fischerei Rehboom in Zarrentin, vom Landessportfischerverband Schleswig-Holstein oder vom Campingplatz Groß Zecher ausgegeben.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Uwe Muuß, Marcus Petersen, Dietrich König: Die Binnengewässer Schleswig-Holsteins. Wachholtz-Verlag Neumünster, 1973, ISBN 3-529-05302-3.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schaalsee als «Lebendiger See 2019» ausgezeichnet. In: Die Welt. (welt.de).
  2. Aussichtsturm auf schaalseehof.de.
  3. Schaalsee. Natur-Oase zwischen zwei Ländern. – Deutschlandfunk.
  4. Schaalsee: Grüne Oase zwischen zwei Ländern. – NDR. 22. Juli 2019.
  5. Splitter. Das Dorf an der Grenze. In: Schweriner Volkszeitung. 23. November 2015 (svz.de).
  6. Erinnerung an das Grenzdorf. Spurensuche in Lankow. In: Gadebusch-Rehnaer Zeitung. 3. Oktober 2013 („Das geschleifte Dorf Lankow an der ehemaligen innerdeutschen Grenze ist nicht vergessen. Das Amt, die Gemeinde Dechow und das Grenzhus halten die Geschichte der zwangsausgesiedelten Menschen des Ortes wach.“ svz.de).
  7. Lauenburg Groß Zecher/Zarrentin. Buchhorns Flucht aus der DDR über den vereisten Schaalsee. In: Lübecker Nachrichten. Online, 6. Oktober 2014 (ln-online.de).
  8. Fotos von der Öffnung der DDR-Grenze am Schaalsee
  9. Der geteilte Himmel über dem Schaalsee. In: Die Welt am Sonntag. 13. August 2006 (welt.de).
  10. Revierreport Schaalsee. Räuber ohne Grenzen. In: Blinker. Ausgabe September 2019.