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Basisdaten
Gründungsdatum: 29. September 1973, Wien als UHS;
seit 1994 Schülerunion
Motto: Aktion, Service, Vertretung
Gliederung: Die Bundesorganisation,
Landesorganisationen in allen Bundesländern,
darüber hinaus Regionalgruppen in Bezirken

Die Schülerunion ist eine österreichische Schülerorganisation. Sie steht dem Mittelschüler-Kartell-Verband (MKV) und der ÖVP nahe und ist als gemeinnütziger Verein eingetragen. Erklärtes Ziel ist es, die Bedingungen an Schulen zu verbessern. An der Spitze der Bundesorganisation steht seit August 2018 Bundesobmann Tobias Hofstätter, der auf den Vorarlberger Sebastian Ratz folgte. Zu seinen Vorgängern zählen unter anderem die ÖVP-Politiker Othmar Karas und Silvia Grünberger.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Schülerunion wurde am 29. September 1973 auf Bestreben der Jungen ÖVP und des Mittelschüler-Kartell-Verbands als Union Höherer Schüler (UHS) gegründet. 1994 wurde die Organisation in Schülerunion umbenannt, um sich gegenüber mittleren Schulen und Berufsschulen zu öffnen. Dies wurde knapp mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht, die oberösterreichische Landesorganisation machte diesen Schritt jedoch nicht mit und nennt sich bis heute Union Höherer Schüler.[1]

StrukturBearbeiten

Die Schülerunion wird vom Bundesvorstand geleitet, welcher einmal jährlich auf dem Bundestag gewählt wird. Unter der Bundesorganisation sind die neun Landesorganisationen strukturiert, unter welchen wiederum Regional-, Bezirks- oder Aktionsgruppen stehen.

Die Parteinähe der Schülerunion zur ÖVP ist umstritten. Strukturell ist die Schülerunion als eigener Verein von der ÖVP unabhängig, sie wurde jedoch von dieser 1995 bis 1997 finanziert.[2] Der ehemalige ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger nannte die Mitglieder der Schülerunion ÖVP-Schülervertreter.[3]

PositionenBearbeiten

Die Schülerunion sieht ihren Aufgaben- und Kompetenzbereich nach eigenen Angaben ausschließlich im schulpolitischen Sektor und baut auf drei Säulen: Aktion, Service und Vertretung.

Vertretung: Die Schülerunion fühlt sich nach eigenen Angaben als gemeinnütziger Verein nur den Interessen der Schüler verpflichtet und sieht sich als Vertreter ihrer Rechte und Interessen. Durch Sitze in den gewählten Schülervertretungen (LSV, BSV) hat sie direkte Anhörungsrechte in Landes- und Stadtschulräten sowie im Ministerium.

Aktion: Durch verschiedene Aktionen und Kampagnen versucht die Schülerunion laut eigener Aussage gezielt die Schüler sowie die verantwortlichen und zuständigen Gremien zu erreichen und Missstände und Fehler an Schulen und an der Schulpolitik aufzuzeigen und zu bekämpfen.

Service: Die Schülerunion stellt nach eigenen Angaben allen Schülern Österreichs diverse Serviceleistungen zur Verfügung. Diese Leistungen reichen von einem sogenannten Schulrechtsnotruf bis hin zu Aktionstagen für Rhetorik, Kommunikation und weiteren Themen. Außerdem stehen diverse Seminare zur Auswahl, wobei der einmal jährlich stattfindende Schülerkongress das Größte ist.

Inhaltlich fordert die Schülerunion eine Stärkung der Schulautonomie und der Schulpartnerschaft und somit der Mitbestimmung der Schüler. Darüber hinaus spricht sie sich für die flächendeckende Einführung des Unterrichtsfaches Politische Bildung und eine sogenannte gläserne Note aus. Im Grundprinzip der Schülerunion steht die Schülerin oder der Schüler im Mittelpunkt.

Die Schülerunion tritt gegen die Gesamtschule und für eine freiwillige Ganztagsschule ein, fordert allerdings einen Ausbau der freiwilligen Nachmittagsbetreuung.

Schülervertretung und SchulpolitikBearbeiten

Die Schülerunion tritt selbst oder mit eigenen Listen bei den Wahlen zu den Landesschülervertretungen (LSV) sowie zur Bundesschülervertretung (BSV) an. Größter Konkurrent dabei ist die linke Schülerorganisation Aktion Kritischer Schülerinnen und Schüler (AKS). Im Schuljahr 2007/08 stellte die Schülerunion mit Martin Schneider den österreichischen Bundesschulsprecher[4] und hatte die Mehrheit mit 20 von 29 BSV-Mandaten inne. Nach den Landesschülervertreterwahlen im Juni/Juli 2008 hielt die Schülerunion weiterhin ihre Mandatsmehrheit von 20 Mandaten und stellte mit Nico Marchetti den Bundesschulsprecher.[5] Bei den Wahlen im Juni/Juli 2009 konnte die Schülerunion ihre Mandatsmehrheit ausbauen und hielt 23 von 29 Mandaten in der Bundesschülervertretung,[6] die am 27. September 2009, die Wiener Landesschulsprecherin im AHS-Bereich Pia Bauer zur neuen Bundesschulsprecherin wählte.[7]

Bei den Wahlen zur Landesschülervertretung im Juli 2010 erreichte die Schülerunion die Mehrheit der Mandaten in der Bundesschülervertretung. Am 19. September 2010 wurde der AHS-Landesschulsprecher Burgenland Philipp Pinter von der Schülerunion mit 21 Stimmen bei 29 Wahlberechtigten zum Bundesschulsprecher gewählt.[8] Für das Schuljahr 2011/12 konnte die Schülerunion 23 der 29 Mandate in der Bundesschülervertretung für sich gewinnen. Am 25. September 2011 wurde die Wiener BMHS-Landesschulsprecherin Conny Kolmann mit 20:5 Stimmen zur Bundesschulsprecherin gewählt. Sie engagierte sich in dem Jahr besonders für die Verschiebung der Zentralmatura, welche im Juni 2012 von Bildungsministerin Claudia Schmied bekannt gegeben wurde. Im Schuljahr 2012/13 stellte die Schülerunion mit 27 von 29 Mandaten wieder die Mehrheit in der Bundesschülervertretung, Felix Wagner aus Niederösterreich wurde zum neuen Bundesschulsprecher gewählt. Seit den Landesschülervertretungswahlen im Juni/Juli 2013 stellt die Schülerunion in ganz Österreich 149 von 156 Mandaten in den neun Landesschülervertretungen und hält erstmals bei 28 von 29 möglichen Mandaten in der Bundesschülervertretung.[9] Im Jahre 2018 verlor die Schülerunion wieder einige dieser Mandate und stellt 129 von 156 Mandate in den Landesschülervertretungen und 22 von 29 in der Bundesschülervertretung und mit Timo Steyer zum 14. Mal in Folge den Bundesschulsprecher.[10]

SonstigesBearbeiten

Einige ehemalige Mitglieder der Schülerunion sind auch nach ihrer Schulzeit politisch engagiert geblieben, wie etwa Othmar Karas, Lukas Mandl, Nico Marchetti, Silvia Grünberger, Philipp Maderthaner (Kampagnenmanager und Berater von Sebastian Kurz)[11], Reinhold Lopatka, Christopher Drexler (alle ÖVP) sowie der Grazer Gemeinderat Stefan Schneider (zuerst ÖVP, jetzt Grüne)[12] und der langjährige NEOS-Vorsitzender und Gründer Matthias Strolz. Auch Armin Wolf war in seiner Schulzeit in der Schülerunion aktiv.[13]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geschichte der Schülerunion
  2. Bericht (PDF; 135 kB) des Rechnungshofs von 2000
  3. ÖVP Bundespartei, Abteilung Presse und Medien: Kaltenegger gratuliert der Österreichischen Schülerunion zum Wahlsieg. Austria Presse Agentur, 25. Juni 2009, abgerufen am 29. Juni 2009.
  4. Austria Presse Agentur: Neuwahl: Bundesschulsprecher aus Niederösterreich. Die Presse, 16. September 2007, abgerufen am 14. September 2008 (deutsch).
  5. Austria Presse Agentur: Nico Marchetti von der Schülerunion neuer Bundesschulsprecher. Der Standard, 14. September 2008, abgerufen am 14. September 2008 (deutsch).
  6. Austria Presse Agentur: Schülerunion-Mehrheit bei Schülervertretungswahlen. Kleine Zeitung, 10. Juli 2009, abgerufen am 28. August 2009 (deutsch).
  7. Austria Presse Agentur: ÖVP-nahe Pia Bauer wird Bundesschulsprecherin. Der Standard, 27. September 2009, abgerufen am 5. Oktober 2009 (deutsch).
  8. Austria Presse Agentur: Burgenländer ist neuer Bundesschulsprecher. ORF, 19. September 2010, abgerufen am 19. September 2010 (deutsch).
  9. Schülerunion: Schülerunion stellt erneut Bundesschulsprecherin. (Memento vom 28. September 2011 im Internet Archive) 25. September 2011
  10. Austria Presse Agentur: Timo Steyer ist neuer Bundesschulsprecher. Abgerufen am 31. Januar 2019 (österreichisches Deutsch).
  11. Wahlkampf in Österreich: "Er ist ein totaler Charmeur". In: ZEIT ONLINE. (zeit.de [abgerufen am 26. Juni 2018]).
  12. GR Stefan Schneider (Memento des Originals vom 12. Oktober 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.graz.at
  13. Die Presse: Wer einst als Schülervertreter begann. Abgerufen am 31. Januar 2019.

WeblinksBearbeiten