Schönberg (Lauf an der Pegnitz)

Ortsteil von Lauf an der Pegnitz
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Schönberg ist ein Ortsteil der Stadt Lauf an der Pegnitz im Landkreis Nürnberger Land in Mittelfranken.

Schönberg
Koordinaten: 49° 29′ 23″ N, 11° 18′ 30″ O
Höhe: 377 m ü. NN
Einwohner: 1362 (31. Dez. 2008)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91207
Vorwahl: 09123
Schönberg im Winter 2012
Schönberg im Winter 2012

GeographieBearbeiten

 
Hungerturm, der Rest des Schlosses Schönberg

LageBearbeiten

Das Pfarrdorf liegt am nördlichen Fuß des Moritzberges auf einer Höhe von 377 m ü. NN.

Naturräumliche ZuordnungBearbeiten

Naturräumlich gehört Schönberg zur Haupteinheit Vorland der Nördlichen Frankenalb, die nach der naturräumlichen Gliederung Deutschlands (gemäß Meynen/Schmithüsen et al.) Teil der Haupteinheitengruppe Fränkisches Keuper-Lias-Land ist.[2][3]

GeologieBearbeiten

Das Dorf befindet sich im Vorland der Fränkischen Alb. Das Mittelgebirge ist Bestandteil des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes. Der Landschaftsraum von Schönfeld gehört dem Laufer Albvorland an und zeichnet sich geologisch durch Lias-Schichten (Schwarzer Jura) und Schichten aus Feuerletten (Knollenmergel) aus.[4]

KlimaBearbeiten

Schönberg liegt in der kühl-gemäßigten Klimazone und weist ein humides Klima auf. Der Landschaftsraum des Dorfes befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima. Nach der Klimaklassifikation von Köppen/Geiger zählt Schönberg zum warm gemäßigten Regenklima (Cfb-Klima). Dabei bleibt die mittlere Lufttemperatur des wärmsten Monats unter 22 °C und die des kältesten Monats über −3 °C.[5]

GeschichteBearbeiten

Die Anfänge Schönbergs reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück. Die erste urkundliche Erwähnung von Schönberg geht auf das Jahr 1052 zurück. Zu diesem Zeitpunkt übergab Kaiser Heinrich III. den Ort seinem Ministerialen Berthold.[6] Mehrere Jahrhunderte lang war es eine Exklave des Markgraftums Brandenburg-Ansbach. Auf der markgräflichen Burg des Ortes lebte von 1694 bis 1704 der aus einer hohenzollernschen Nebenlinie stammende Christian Heinrich von Brandenburg-Kulmbach mit seiner Familie. Seine hier geborene Tochter Sophie Magdalene wurde später Königin von Dänemark. 1703 schloss Christian Heinrich den sogenannten Schönberger Vertrag ab und verzichtete damit gegen eine finanzielle Entschädigung auf seine Erbansprüche in den fränkischen Besitzungen der Hohenzollern.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts war in Schönberg eine der größeren Burgenanlagen des Nürnberger Landes gelegen. Nach dem Abbruch des Schlosses im Jahre 1898 wurde bis 1901 eine evangelische Pfarrkirche von dem Architekten German Bestelmeyer als eine Art Kirchenburg im Stil der Neugotik in exponierter Lage errichtet. Von dem kulturhistorisch bedeutsamen Denkmal standen 1899 lediglich die Reste der Umfassungsmauer, der Brunnen, der Graben und der markante „Hungerturm“.[6][7] Im Westgiebel der Kirche befinden sich zwei der drei erhalten gebliebenen mittelalterlichen Glocken. Sie stellen Zeugnisse aus der Zeit der markgräflichen Burgkapelle dar.[6]

Bis 1972 war der Ort eine selbstständige Gemeinde. Zur Unterscheidung gegenüber den zahlreichen anderen gleichnamigen Ortschaften wurde dabei im amtlichen Sprachgebrauch der Namenszusatz bei Lauf verwendet. Veranlasst durch die kommunale Gebietsreform entschied sich Schönberg zum freiwilligen Anschluss an die Stadt Lauf. Zusammen mit der südöstlich gelegenen Nachbargemeinde Weigenhofen wurde dieser im Rahmen einer im März 1972 geschlossenen Eingemeindungsvereinbarung am 1. Juli desselben Jahres vollzogen.[8]

Schönberg heuteBearbeiten

Heute ist Schönberg Standort der Schule, der Schulvorbereitenden Einrichtung, der Heilpädagogischen Tagesstätte, der Werkstatt mit Laden und des Familien Entlastenden Dienstes der Lebenshilfe im Landkreis Nürnberger Land. An mittelständischen Betrieben befinden sich hier eine Schreinerei und zwei Bauunternehmen.

Wichtigste Feste des Ortes sind das Dorffest am 1. Mai und die Kirchweih am dritten Sonntag im August.

SchlittenhunderennenBearbeiten

 
Das Frankonia Open 2010

Seit 1992 finden diverse Schlittenhunderennen nahe Schönberg statt. Das erfolgt im Rahmen des Frankonia Open, einer alljährlich um die Mitte des Monats November an einem Wochenende organisierten Rennveranstaltung. Sie wird vom Fränkischen Schlittenhundesportclub (FSSC) ausgerichtet und ist eines der größten Schlittenhundewagenrennen in Süddeutschland. Austragungsort der Rennen ist ein Areal nordwestlich des örtlichen Sportplatzes.

LiteraturBearbeiten

  • Johann Kaspar Bundschuh: Schönberg. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 171–172 (Digitalisat).
  • Adolf Volkmar Dienstbier: Lauf an der Pegnitz – Geschichte und Sehenswürdigkeiten einer Stadt zwischen Natur und Industrie. Lauf a. d. Pegnitz 1983.
  • Ewald Glückert, Leonhard Herbst: Lauf an der Pegnitz – Das Gesicht einer liebenswerten, fränkischen Stadt. Röthenbach a. d. Pegnitz 1994, ISBN 3-924891-03-6.
  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3
  • Gottfried Stieber: Schönberg. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, S. 702–709 (Digitalisat).
  • Norbert Weber: Die Schönberger und ihre Glocken. Fundgrube 50. Jahrgang (2017), Heft 1, Seiten 5–9 http://www.laufergeschichte.de/Fundgrube-Ausgaben-ab-2015/index.php/
  • Norbert Weber / Kirchengemeinde Schönberg (Hrsg.): Christian Conrad Nopitsch – Pfarr-Buch Schönberg 1833/34. Kommentierte Neuausgabe der Pfarrbeschreibung von Christian Conrad Nopitsch, Selbstverlag, Lauf an der Pegnitz, 2019.

WeblinksBearbeiten

Commons: Schönberg (Lauf) – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. lauf.de: Bevölkerung (abgerufen am 8. Juli 2015)
  2. Karte der Naturraum-Haupteinheiten und Naturraum-Einheiten in Bayern. (PDF) Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 22. September 2019.
  3. Landschaften in Deutschland. In: Geodienst Landschaften. Bundesamt für Naturschutz, 2015, abgerufen am 22. September 2019.
  4. Geologische Karte von Bayern 1:500.000. In: BayernAtlas. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 22. September 2019.
  5. Alexander Merkel: Klima Lauf an der Pegnitz. In: CLIMATE-DATA.ORG. AM Online Projects, abgerufen am 22. September 2019.
  6. a b c Robert Giersch, Andreas Schlunk, Bertold von Haller: Schönberg. In: Burgen und Herrensitze in der Nürnberger Landschaft. Hans Recknagel, Altnürnberger Landschaft e. V., 2006, abgerufen am 22. September 2019.
  7. Baudenkmäler Lauf a.d.Pegnitz. In: Bayerischer Denkmal-Atlas. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, 11. Juli 2019, abgerufen am 22. September 2019.
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 509.