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Schönberg (Holstein)

Gemeinde im Kreis Plön in Schleswig-Holstein
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schönberg (Holstein)
Schönberg (Holstein)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schönberg (Holstein) hervorgehoben

Koordinaten: 54° 24′ N, 10° 22′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Plön
Amt: Probstei
Höhe: 11 m ü. NHN
Fläche: 11,64 km2
Einwohner: 6403 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 550 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24217
Vorwahl: 04344
Kfz-Kennzeichen: PLÖ
Gemeindeschlüssel: 01 0 57 073
Adresse der Amtsverwaltung: Knüll 4
24217 Schönberg (Holstein)
Website: www.schoenberg.de
Bürgermeister: Peter Kokocinski (SPD)
Lage der Gemeinde Schönberg (Holstein) im Kreis Plön
Ascheberg (Holstein)BarmissenBarsbekBehrensdorf (Ostsee)BelauBendfeldBlekendorfBokseeBönebüttelBösdorfBothkampBrodersdorfDannauDersauDobersdorfDörnickFahrenFargau-PratjauFiefbergenGiekauGrebinGroßbarkauGroßharrieHeikendorfHelmstorfHögsdorfHohenfeldeHöhndorfHohwacht (Ostsee)HonigseeKalübbeKirchbarkauKirchnüchelKlampKlein BarkauKletkampKöhnKrokauKrummbekKührenLaboeLammershagenLebradeLehmkuhlenLöptinLütjenburgLutterbekMartensradeMönkebergMuchelnNehmtenNettelseePankerPassadePlönPohnsdorfPostfeldPrasdorfPreetzProbsteierhagenRantzauRastorfRathjensdorfRendswührenRuhwinkelSchellhornSchillsdorfSchlesenSchönberg (Holstein)SchönkirchenSchwartbuckSchwentinentalSelentStakendorfSteinStolpeStoltenbergTasdorfTröndelWahlstorfWankendorfWarnauWendtorfWischWittmoldtKarte
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Schönberg (Holstein) ist eine Gemeinde in der Probstei im Kreis Plön in Schleswig-Holstein an der Kieler Bucht. Der Wohn- und Urlaubsort liegt etwa 20 km nordöstlich der Landeshauptstadt Kiel. Die bis dahin amtsfreie Gemeinde trat zum 1. Januar 2008 dem Amt Probstei bei, das seinen Sitz bereits in Schönberg hatte.

Geographie und VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde Schönberg liegt an der Ostsee, etwa 20 Kilometer nordöstlich der Landeshauptstadt Kiel und rund 30 Kilometer nördlich der Kreisstadt Plön. Neben dem Kernort Schönberg, etwa drei Kilometer von der Küste entfernt, liegen die Ortsteile Neuschönberg, Schönberger Strand, Brasilien, Kalifornien und Holm im Gemeindegebiet. Die Namen „Brasilien“ und „Kalifornien“ gehen dabei auf traditionelle Strandbezeichnungen zurück; der Name „Kalifornien“ entstand aufgrund der an den Strand gespülten Teile eines Schiffes mit dem Namen „California“. Von 1914 bis 1975 war Schönberg Bahnstation der Kiel-Schönberger Eisenbahn, welche derzeit reaktiviert wird.

GeschichteBearbeiten

 
Schönberg um 1895

1226 schenkte der Holsteiner Landesherr Graf Adolf IV. den nördlichen Teil des heutigen Kreises Plön dem Benediktinerinnenkloster in Preetz. Dieses Gebiet wurde seither Probstei genannt, da es unter der Administration des Klosterpropstes stand. Zwischen 1245 und 1250 gründete der Klostervorsteher des Klosters Preetz, Probst Friedrich, den Ort Sconeberg, was „schöner Berg“ bedeutet. Zuvor gab es dort wahrscheinlich eine slawische Siedlung. Der Großteil der Dorfbewohner war in der Landwirtschaft tätig. Charakteristisch für die Probsteier Bauern war allerdings, dass diese persönlich frei und nicht leibeigen waren; sie mussten lediglich Abgaben an das Kloster leisten.

Zum Schutze des Ortes wurde dieser mit einem Reisigzaun nach außen hin gesichert; es gab zwei Eingänge: Im Süden das „Höhndorfer Tor“ in Richtung Preetz und im Osten das „Stakendorfer Tor“ in Richtung Feldmark.

Der erste sakrale Bau des Ortes war eine Sankt-Georgs-Kapelle (erbaut 1220), westlich von Fernwisch gelegen. Die Kapelle wurde jedoch bei einem Sturmhochwasser zerstört. Der Taufstein der Kapelle befindet sich heute im Turmraum der evangelischen Kirche.

Im Jahre 1600 lag die Einwohnerzahl bei 350 bis 400. Am 10. Februar 1625 traf ein schweres Sturmhochwasser der Ostsee die Probstei. Dies war verheerend für die Bevölkerung, da es noch keine Deiche am Strand gab.

In der Nacht vom 2. zum 3. August 1779 brannte ein Großteil des Dorfes nieder, ebenso die lutherische Kirche (wahrscheinlich eine Holzkirche). Der Wiederaufbau konnte dank großzügiger Spenden der Barsbeker Bauern relativ rasch vonstatten gehen, so dass die noch heute stehende barocke Kirche am 22. September 1782 eingeweiht werden konnte. Leitender Architekt war der Landbaumeister im Kielschen Lande, Johann Adam Richter, ein Schüler Ernst Georg Sonnins. Die Schönberger Kirche gilt als sein Gesellen-, die Kirche in Kappeln als sein Meisterstück. Auffallend ist die Ähnlichkeit der beiden Kirchen, unter anderem an deren Fassaden zu erkennen. Aus Dank für die Unterstützung der Barsbeker Bauern wurde anstelle eines Wetterhahnes ein Barsch (als Zeichen Barsbeks) auf die Kirchturmspitze gesetzt.

Das katastrophale Ostseesturmhochwasser 1872 richtete auch in Schönberg erhebliche Schäden an, so dass von 1880 bis 1882 ein fester Deich installiert wurde.

Als 1897 die Bahnlinie nach Kiel, das sich zu dieser Zeit rasant zur Großstadt entwickelte, eröffnet wurde, begann sich der Schönberger Strand zum Badeort zu entwickeln. Bereits 1910 kamen an Sommertagen etwa 7000 Touristen in den nun gut 1500 Einwohner zählenden Ort. Auch eine Seebrücke wurde errichtet, aber nach 1914 abgerissen, da man im Ersten Weltkrieg die Landung feindlicher Soldaten fürchtete.

Heute verzeichnet Schönberg im Sommer jährlich etwa 70.000 Übernachtungs- und über 420.000 Tagesgäste aus ganz Deutschland.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Wahl 2018 ergab folgendes Ergebnis:

Gemeindewahl Schönberg 2018
 %
40
30
20
10
0
36,90 %
33,87 %
29,23 %
EIS
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2013
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+1,43 %p
-6,20 %p
+4,78 %p
EIS
Sitzverteilung in der Gemeindevertretung Schönberg seit 2018
   
Insgesamt 19 Sitze
  • SPD: 6
  • EIS: 6
  • CDU: 7

BürgermeisterBearbeiten

Am 12. März 2017 wurde Peter Kokocinski (SPD) zum Bürgermeister gewählt. Dirk Osbahr (parteilos) legte sein Amt im Spätsommer 2016 nieder. In der Zwischenzeit führte die stellv. Bürgermeisterin Antje Klein (SPD) die Amtsgeschäfte.

Liste der Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg:

  • Walter Hartung (1950–1962)
  • Hermann Rusch (1963–1975)
  • Hans-Joachim Schröder (1975–1987)
  • Wilfried Zurstraßen (1987–2013)
  • Dirk Osbahr (2013–2016)
  • stellv. BGM Antje Klein (kommissarische Amtsführung) (2016–2017)
  • Peter Kokocinski (seit 2017)

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Blau und Silber im Wellenschnitt geteilt. Oben ein frontal gestellter silberner Ochsenkopf zwischen zwei goldenen Ähren, unten eine wachsende rote Kirchturmspitze mit kugelförmigem Knauf, in ihrem oberen Teil überdeckt mit einem roten Barsch.“[2]

PartnerschaftenBearbeiten

Ferner besteht eine Patenschaft mit der Gemeinde Trappen (Ostpreußen, heute Landgemeinde Alexejewka in der russischen Exklave Oblast Kaliningrad).

ReligionBearbeiten

 
Marktplatz und Kirche aus dem 18. Jahrhundert

Erste sakrale Baute der Probstei war eine St. Georgs-Kapelle bei Fernwisch im 13. Jahrhundert, die allerdings durch ein Hochwasser zerstört wurde. In Schönberg gibt es heute die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde mit über 6000 Gemeindegliedern, einer Kirche aus dem 18. Jahrhundert und zwei Pfarrstellen, die katholische Ansgar-Kirche, die einen Standort der kath. Pfarrei Franz-von-Assisi mit Hauptsitz in Kiel darstellt und über keinen eigenen Pfarrer mehr verfügt. Im Juli 2017 wurde bekanntgegeben, dass der Fortbestand der Ansgar-Kirche ungewiss sei. Grund hierfür sei die angespannte finanzielle Lage des Erzbistums Hamburg. Ferner gibt es eine neuapostolische Kirche und die freikirchliche Christliche Gemeinde Schönberg, welche ihren Standort nach Barsbek verlegt hat. Die evangelische und die katholische Gemeinde pflegen ökumenische Beziehungen.

BildungseinrichtungenBearbeiten

Im Schulzentrum Schönberg befindet sich die Gemeinschaftsschule Probstei sowie die Grundschule an den Salzwiesen mit zusammen knapp 1500 Schülern. Seit dem Schuljahr 2015/16 besteht an der Gemeinschaftsschule eine gymnasiale Oberstufe.[3] Seit 2017 gibt es an der Gemeinschaftsschule zudem eine Sternwarte.

Ferner existiert eine Volkshochschule.

SehenswertesBearbeiten

Sehenswert sind die Museumsbahn, die in den Sommermonaten Kiel über Schönberg mit Schönberger Strand verbindet, das Probstei-Museum, die Seebrücke und das Kindheits-Museum Schönberg sowie die 1782 erbaute Backsteinkirche.

SportBearbeiten

Es gibt folgende Sportvereine in Schönberg:

  • TanzSportClub (TSC) Ostseebad Schönberg von 1984
  • Tennisclub (TC) Probstei
  • Turn- und Sportverein (TSV) Schönberg von 1863

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

 
Schönberger Strand im Sommer

TourismusBearbeiten

 
Strand von Schönberg-Kalifornien im Sommer

Mit rund 423.000 Übernachtungen und etwa 71.000 Urlaubsgästen pro Jahr ist das Ostseebad Schönberg die bedeutendste Tourismusgemeinde im Kreis Plön.[4] Der Tourismus konzentriert sich hauptsächlich auf die Ortsteile Schönberger Strand, Kalifornien, Brasilien und Holm mit dem gleichnamigen Ferienzentrum.

EinrichtungenBearbeiten

Trotz seiner verhältnismäßig geringen Einwohnerzahl besitzt Schönberg als Unterzentrum sowie als Tourismusgemeinde eine hohe Dichte an zentralen Einrichtungen. So gibt es zum Beispiel allein im Kernort mehr als sieben Supermärkte, neun Kindergärten, ein Schulzentrum von Grundschule bis zur gymnasialen Oberstufe, drei Sportplätze und eine Vielzahl an Arztpraxen.

FahrradwegeBearbeiten

Schönberg ist an den Ostseeküsten-Radweg angeschlossen,[5] welcher innerhalb des europäischen EuroVelo-Netzes einmal um die gesamte Ostsee führt und damit Schönberg nicht nur mit Kiel, sondern auch mit Städten wie Riga, Sankt Petersburg oder Kopenhagen verbindet.[6]

 
Bahnhof Schönberg

Öffentliche VerkehrsmittelBearbeiten

Im Jahre 1887 wurde der Eisenbahnbetrieb auf der Strecke Kiel – Schönberg durch die Kiel-Schönberger Eisenbahn (KSE) in Betrieb genommen. 1914 wurde die Strecke aufgrund der hohen Nachfrage und für eine bessere Anbindung an den Bäderbetrieb von Schönberg bis Schönberger Strand verlängert. Im Zweiten Weltkrieg diente die Strecke militärischen Zwecken, etwa einer eventuellen Nachschubversorgung, unter anderem am Haltepunkt Stakendorf für die dort gelegenen Bunkeranlagen.

Der reguläre Personenverkehr wurde am 31. Mai 1975 eingestellt; seitdem verkehren Busse der Verkehrsbetriebe Kreis Plön (VKP) der Linien 200/201 und 210 auf der Strecke in die Landeshauptstadt. Die Bahnstrecke Kiel – Schönberg wird nur noch für Güterverkehr benutzt, zwischen Schönberg und Schönberger Strand verkehren in den Sommermonaten Museumszüge des VVM.

Geplant ist, durch die Landesverkehrsgesellschaft Regionalbahnzüge auf der Relation Kiel – Schönberg – Schönberger Strand zu bestellen, die den bisherigen Busverkehr ergänzen sollen.

Weitere Busanbindungen bestehen nach Laboe, Lütjenburg, Preetz und Plön.

PersönlichkeitenBearbeiten

Der Lübecker Arzt und Kommunalpolitiker Jacob August Schetelig (1764–1833), der zu den Gründern der See-Badeanstalt Travemünde zählte, wurde in Schönberg als Sohn des damaligen Pastors geboren.

Der Schriftsteller Konrad Hansen (1933–2012) verbrachte seine Jugend in Schönberg, wo er 1953 eine Gruppe der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands gründete.

Der Klimaforscher Mojib Latif (* 1954) lebt in Schönberg.[7]

Die Schriftstellerin und Familienbloggerin Marisa Hart (* 1986) lebt mit ihrer Familie in Schönberg.

BilderBearbeiten

 
Seebrücke am Schönberger Strand

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schönberg (Holstein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  3. Kieler Nachrichten, Kiel, Schleswig-Holstein, Germany: Schulverband Probstei – Neue Küche fürs Kinder- und Jugendhaus. Abgerufen am 9. Januar 2018.
  4. http://www.schoenberg.de/ihr-schoenberg.html
  5. Ostseeküsten-Radweg – Ostsee Schleswig Holstein. Abgerufen am 6. Mai 2017.
  6. translator2: EuroVelo 10 – EuroVelo. Abgerufen am 6. Mai 2017.
  7. Uni Kiel | Mojib Latif erhält Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein. Abgerufen am 15. Januar 2018.