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Sarralbe (deutsch Saaralben, lothringisch Alwe bzw. Saaralwe) ist eine französische Gemeinde im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Der Ort gehört zum Arrondissement Sarreguemines und ist Hauptort des Kantons Sarralbe. Sarralbe hat 4556 Einwohner (Stand 1. Januar 2016) auf 27,29 km² und ist hinter Saargemünd und Bitsch die drittgrößte Gemeinde des Arrondissements.

Sarralbe
Wappen von Sarralbe
Sarralbe (Frankreich)
Sarralbe
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Sarreguemines
Kanton Sarralbe (Hauptort)
Gemeindeverband Sarreguemines Confluences
Koordinaten 49° 0′ N, 7° 2′ OKoordinaten: 49° 0′ N, 7° 2′ O
Höhe 206–262 m
Fläche 27,29 km2
Einwohner 4.556 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 167 Einw./km2
Postleitzahl 57430
INSEE-Code
Website www.sarralbe.fr

Totalansicht
Solvay-Werk, 1924

Die Einwohner nennen sich auf Französisch Sarralbigeois bzw. Sarralbenois, auf Deutsch Saaralbener und im örtlichen rheinfränkischen Dialekt Alwener. In dieser deutsch-lothringischen Regionalsprache werden die Saaralbener auch als Frösche-plumpser bezeichnet.[1]

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Sarralbe liegt an der Saar, an der Bahnstrecke Berthelming–Sarreguemines und nur wenige Kilometer entfernt der Autoroute A4 von Paris über Metz (ca. 75 km) nach Straßburg (ca. 90 km). Die Kleinstadt ist auch Hauptort des gleichnamigen Kantons und liegt an der ehemaligen Grenze zur Region Elsass, nur 8 km von Sarre-Union entfernt. Nach Saarbrücken sind es etwa 30 km. Auf der Gemarkung der Gemeinde befinden sich der Koordinatenschnittpunkt 49° 0′ 0″ N, 7° 0′ 0″ O, die Querung des Saarkanals über die Albe und die Mündung der Albe in die Saar.[2]

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden von Sarralbe sind Hambach im Norden, Willerwald im Nordosten, Herbitzheim und Keskastel im Osten, Harskirchen, Bissert und Hinsingen im Süden, Kirviller im Südwesten, Le Val-de-Guéblange und Holving im Westen sowie Richeling im Nordwesten.

OrtsteileBearbeiten

Zu Sarralbe gehören die Wohnplätze Eich, Rech, Salzbronn und Le Haras (früher Die-Stuterei[3]).

GeschichteBearbeiten

Sarralbe wurde 718 als Alba erwähnt. Die Stadt wurde im 12. Jahrhundert befestigt und gehörte vom 10. bis zum 16. Jahrhundert den Bischöfen von Metz. Es befand sich danach in herzoglichem Besitz, bis es 1766 an Frankreich angeschlossen wurde.

Zwischen 1871 und 1918 gehörte Sarralbe nach der Niederlage Frankreichs im Deutsch-Französischen Krieg unter dem Namen Saaralben als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Kaiserreich. Nach der Niederlage des Kaiserreichs im Ersten Weltkrieg wurde Elsass-Lothringen im Versailler Vertrag Frankreich zugesprochen; Saaralben wurde wieder in Sarralbe umbenannt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Sarralbe wieder deutsch verwaltet, als es von Truppen der Wehrmacht des nun nationalsozialistischen Deutschen Reiches besetzt wurde und diese die Herrschaft über den Ort – wieder in Saaralben umbenannt – und über das übrige Elsass-Lothringen übernahmen, auch wenn das Gebiet de jure nicht annektiert wurde; dies geschah auch bis Kriegsende nicht mehr. Noch 1944 fiel der Ort wieder an Frankreich und Saaralben wurde wieder in Sarralbe umbenannt.

Sarralbe war Knotenpunkt der zweigleisigen Eisenbahnstrecken Saarburg–Saargemünd und Sarralbe–Chambrey. Personenverkehr findet in Sarralbe heute nur noch auf der Verbindung Sarre-UnionSarralbe–Kalhausen–Saargemünd statt, die anderen Strecken wurden stillgelegt oder abgebaut.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2015
Einwohner 4210 4366 4600 4553 4487 4538 4613 4576

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Albe-Turm
  • Bahnhöfe Saaralben und Rech
  • Forsthaus St. Hubertus, in der Nähe des Arboretums
  • Neumühle
  • Soldatenfriedhof
  • Pfarrkirche St. Martin, auch Saar-Kathedrale genannt
  • Heilige Dreifaltigkeitskirche in Eich
  • Kirche St. Maria Magdalena in Rech
  • Kapelle St. Wendelin in Salzbronn
  • Lutherische Kapelle

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Sarralbe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Passé-Présent : La Moselle dévoilée N°7 (Septembre-Octobre-Novembre 2012)
  2. Sarralbe. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 14, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 112.
  3. Administration générale des postes, Dictionnaire des postes aux lettres, Paris, Imprimerie Royale, 1845.