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Saretschje (Kaliningrad, Gwardeisk)

Ort im Rajon Gwardeisk, Oblast Kaliningrad, Russland

Saretschje (russisch Заречье, deutsch Pregelswalde, Kreis Wehlau, litauisch Prieglius) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Gwardeisk im Rajon Gwardeisk.

Siedlung
Saretschje
Pregelswalde, Kr. Wehlau

Заречье
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gwardeisk
Gegründet 1370
Frühere Namen Pregelswalde (bis 1947)
Fläche 1,18 km²
Bevölkerung 354 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40151
Postleitzahl 238223
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 206 816 009
Geographische Lage
Koordinaten 54° 37′ N, 21° 2′ OKoordinaten: 54° 36′ 50″ N, 21° 1′ 55″ O
Saretschje (Kaliningrad, Gwardeisk) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Saretschje (Kaliningrad, Gwardeisk) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Saretschje liegt südwestlich der Rajonshauptstadt Gwardeisk (Tapiau) und ist über eine jeweilige Stichstraße von den russischen Fernstraßen R 508 (in südlicher Richtung) und R 512 (in westlicher Richtung) zu erreichen. Die nächste Bahnstation ist Gwardeisk an der Bahnstrecke Kaliningrad–Nesterow (Königsberg–Stallupönen/Ebenrode) – einem Teilstück der einstigen Preußischen Ostbahn – zur Weiterfahrt nach Litauen und in das russische Kernland.

GeschichteBearbeiten

Die Gründung des bis 1946 Pregelswalde[2] genannten Dorfes erfolgte 1370. Zwischen 1874 und 1945 war der Ort Sitz und namensgebend für einen neu errichteten Amtsbezirk,[3] der zum Kreis Wehlau im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußengehörte. Vor 1908 wurden die Ortschaften Falkenhorst und Johannsdorf (beide nicht mehr existent) in die Landgemeinde Pregelswalde eingemeindet, die 1910 820 Einwohner zählte.[4]

Am 30. September 1928 wurde der Nachbargutsbezirk Friedrichsruh (russisch: Dnjeprowskoje, nicht mehr existent) nach Pregelswalde eingegliedert. In der so flächenmäßig vergrößerten Gemeinde lebten 1933 noch 715 und 1939 nur noch 700 Menschen.[5]

Infolge des Krieges kam Pregelswalde mit dem nördlichen Ostpreußen 1945 zur Sowjetunion und wurde 1947 in Saretschje umbenannt.[6] Gleichzeitig wurde der Ort Sitz eines Dorfsowjets. Seit 1994 wurde Saretschje von Oserki aus verwaltet. Seit 2014 gehört Saretschje zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Gwardeisk.

Amtsbezirk Pregelswalde (1874–1945)Bearbeiten

Zum 1874 neu errichteten Amtsbezirk Pregelswalde gehörten ursprünglich drei Landgemeinden (LG) und zwei Gutsbezirke[3] (GB):

Deutscher Name Russischer Name Bemerkungen
Falkenhorst (GB) vor 1908 in die Landgemeinde Pregelswalde eingegliedert
Friedrichsruh (GB) Dnjeprowskoje 1928 in die Landgemeinde Pregelswalde eingegliedert
Johannsdorf (LG) vor 1908 in die Landgemeinde Pregelswalde eingegliedert
Pregelswalde (LG) Saretschje
Zohpen Suworowo

Aufgrund der strukturellen Veränderungen bildeten am 1. Januar 1945 lediglich noch die beiden Gemeinden Pregelswalde und Zohpen den Amtsbezirk Pregelswalde.

Saretschenski selski Sowet/okrug 1947–1994Bearbeiten

Der Dorfsowjet Saretschenski selski Sowet[7] (ru. Зареченский сельский Совет, Saretschenski selski Sowet) wurde im Juni 1947 eingerichtet.[6] Nach dem Zerfall der Sowjetunion bestand die Verwaltungseinheit als Dorfbezirk Saretschenski selski okrug (ru. Зареченский сельский округ). Im Jahr 1994 wurde der Dorfbezirk aufgelöst und an den Oserski selski okrug angeschlossen.[8]

Ortsname Name bis 1947/50 Bemerkungen
Dnjeprowskoje (Днепровское) Friedrichsruh Der Ort wurde 1950 umbenannt und verlor vor 1975 seine Eigenständigkeit.
Dolina (Долина) Neu Zimmau Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen.
Gribki (Грибки) Langhöfel Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Oserski eingeordnet.
Karjernoje (Карьерное) Imten Der Ort wurde 1947 umbenannt und vermutlich vor 1975 an den Ort Rownoje angeschlossen (ein Haus?).
Krasnoborskoje (Красноборское) Starkenberg Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Oserski eingeordnet.
Krasnoe (Красное) Adlig Damerau Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen.
Poljana (Поляна) Sielacken Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen.
Prudy (Пруды) Genslack Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Oserski eingeordnet.
Rownoje (Ровное) Romau Der Ort wurde 1947 umbenannt.
Rutschji (Ручьи) Bieberswalde Der Ort wurde 1947 umbenannt.
Saretschje (Заречье) Pregelswalde Verwaltungssitz
Saretschnoje (Заречное) Oberwalde Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1975 verlassen.
Suworowo (Суворово) Zohpen Der Ort wurde 1950 umbenannt.
Wessjoloje (Весёлое) Linkehnen Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Oserski eingeordnet.

Die beiden im Jahr 1947 umbenannten Orte Jelnjaki (Frischenau) und Retschnoje (Magotten), die zunächst in den Saretschenski selski Sowet eingeordnet wurden, kamen dann (vor 1975) aber zum Bolschepoljanski selski Sowet.

KircheBearbeiten

Die Bevölkerung Pregelswaldes war vor 1945 fast ausnahmslos evangelischer Konfession und in das Kirchspiel der Stadtkirche Tapiau (heute russisch: Gwardeisk) eingepfarrt. Es gehörte zum Kirchenkreis Wehlau (Snamensk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Saretschje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren in Gwardeisk (Tapiau) neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde, einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad[9] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Pregelswalde
  3. a b Rolf Jehke: Amtsbezirk Pregelswalde. auf: territorial.de
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Wehlau
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wehlau (russ. Snamensk). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. a b Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad)
  7. auch Saretschinski selski Sowet
  8. Vgl. Information auf http://gako.name/. Möglicherweise war der Dorfbezirk zu diesem Zeitpunkt noch nicht etabliert und es handelte sich (übergangsweise) um den "Verwaltungsbereich der dörflichen Administration".
  9. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info

WeblinksBearbeiten