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Santa Cruz de la Serós

Gemeinde in Spanien
Gemeinde Santa Cruz de la Serós / Santa Cruz d'as Serors
Santa Cruz de la Serós – Ortsansicht
Santa Cruz de la Serós – Ortsansicht
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Santa Cruz de la Serós / Santa Cruz d'as Serors
Santa Cruz de la Serós (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: AragonienAragonien Aragonien
Provinz: Huesca
Comarca: Jacetania
Koordinaten 42° 31′ N, 0° 40′ WKoordinaten: 42° 31′ N, 0° 40′ W
Höhe: 790 msnm
Fläche: 26,96 km²
Einwohner: 180 (1. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 6,68 Einw./km²
Postleitzahl: 22792
Gemeindenummer (INE): 22209 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Santa Cruz de la Serós

Santa Cruz de la Serós ist ein Ort und eine Gemeinde (municipio) mit etwa 180 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) in der Comarca Jacetania in der Provinz Huesca der Autonomen Gemeinschaft Aragonien. Der Ort liegt an einer Nebenstrecke des Jakobswegs. Ein weiterer Ortsteil ist Binacua.

Lage und KlimaBearbeiten

Der Ort Santa Cruz de la Serós liegt im Pyrenäenvorland ca. 87 km (Fahrtstrecke) nordwestlich der Provinzhauptstadt Huesca in einer Höhe von ca. 790 m. Jaca, die alte Hauptstadt des Königreichs Aragón liegt nur ca. 18 km nordöstlich und das sehenswerte Kloster San Juan de la Peña ist nur gut 8 km in südöstlicher Richtung entfernt. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 775 mm/Jahr) fällt hauptsächlich im Winterhalbjahr.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1857 1900 1950 2000 2018
Einwohner 320 392 286 139 180[3]

Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft, der Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und des daraus resultierenden geringeren Arbeitskräftebedarfs ist die Zahl der Einwohner seit den 1950er Jahren deutlich gesunken. Zur Gemeinde gehört auch der noch etwa 30 Einwohner zählende Weiler (pedanía) Binacua.

WirtschaftBearbeiten

Die Gemeinde war jahrhundertelang zum Zweck der Selbstversorgung landwirtschaftlich orientiert, wobei die Viehwirtschaft (Milch, Käse, Fleisch) im Vordergrund stand. Heute werden vor allem im Sommerhalbjahr Ferienwohnungen (casas rurales) vermietet.

GeschichteBearbeiten

Keltiberische, römische, westgotische und selbst islamisch-maurische Spuren wurden bislang nicht entdeckt. Eine militärische Rückeroberung (reconquista) des Gebiets durch die Christen fand wohl nicht statt. Im Jahr 824 wurde die Grafschaft Aragón gegründet, die im 10. Jahrhundert dem Königreich Navarra angegliedert wurde. Als Folge der Eheschließung zwischen Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón und der Einnahme Navarras im Jahr 1512 wurde die Region mit der spanischen Krone vereint.[4]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche San Caprasio
 
Kirche Santa María

Außer einigen rustikalen Bauernhäusern mit traditionellen, hohen, kegelförmigen Schornsteinen gibt es im Dorf zwei bedeutende romanische Kirchen:

  • Die frühromanische Pfarrkirche San Caprasio, gewidmet und benannt nach dem vermeintlichen ersten Bischof von Agen (früher wohl zu einem Benediktinerkloster gehörig) wurde wahrscheinlich um das Jahr 1060 errichtet und zeigt mit seiner Pilastergliederung und den dazugehörigen Rundbogenfriesen eindeutig lombardische Stileinflüsse. Der dazugehörige Konvent wurde bereits im 12. Jahrhundert aufgelöst, die Kirche wurde Pfarrkirche und bekam um das Jahr 1150 einen schmucklosen und ungegliederten Glockenturmaufsatz (campanario). Der beeindruckend schlichte Innenraum besteht aus einem Schiff (nave) und einer leicht eingezogenen Apsis.
  • Die deutlich größer dimensionierte und insgesamt „moderner“ wirkende Kirche Santa María ist der Überrest des wohl berühmtesten Nonnenklosters Aragoniens. Das Heiligkreuzkloster (Monasterio de Santa Cruz) wurde in den Jahren um 1060 durch Ramiro I. von Aragonien gegründet, um seine Töchter Urraca, Teresa und Sancha zu versorgen. Diese Schwestern (sorores) haben vermutlich auch den Ortsnamen beeinflusst. Dem prominenten Beispiel folgend wurde das Kloster Versorgungseinrichtung für nicht verheiratbare Mitglieder des aragonesischen Hochadels. Im Jahr 1555 sollen die letzten Benediktinerinnen den Ort verlassen haben und ins Erlöserkloster Monasterio del Salvador nach Jaca gezogen sein; andere Quellen geben das 17. Jahrhundert als Zeitpunkt des Umzugs an. Alle anderen zum Kloster gehörenden Gebäude wurden danach zerstört.
Umgebung
  • Zur Gemeinde gehören auch das ca. 8 km südöstlich des Ortes gelegene Kloster San Juan de la Peña und die romanische Landkirche des Weilers Binacua.

LiteraturBearbeiten

  • Míllan Bravo Lozano: Praktischer Pilgerführer. Der Jakobsweg. Editorial Everest, Léon 1994, ISBN 84-241-3835-X.
  • Ulrich Wagner: Der spanische Jakobsweg. Dumont Reiseverlag, Köln 1995, ISBN 3-7701-3415-X.
  • Heinz Schomann: Kunstdenkmäler der Iberischen Halbinsel – Teil 1: Portugal und Nordspanien. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, Sonderausgabe 1996 für die Mitglieder der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft, S. 287.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Santa Cruz de la Serós – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Santa Cruz de la Serós – Klimatabellen
  3. Santa Cruz de la Serós – Bevölkerungsentwicklung
  4. Santa Cruz de la Serós – Geschichte
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