Sankt Gilgen

Gemeinde in Österreich
Sankt Gilgen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Sankt Gilgen
Sankt Gilgen (Österreich)
Sankt Gilgen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Salzburg-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: SL
Hauptort: Sankt Gilgen
Fläche: 98,72 km²
Koordinaten: 47° 46′ N, 13° 22′ OKoordinaten: 47° 46′ 0″ N, 13° 22′ 0″ O
Höhe: 545 m ü. A.
Einwohner: 3.960 (1. Jän. 2020)
Postleitzahl: 5340
Vorwahl: 06227
Gemeindekennziffer: 5 03 30
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mozartplatz 1
5340 Sankt Gilgen
Website: www.gemgilgen.at
Politik
Bürgermeister: Otto Kloiber (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2019)
(21 Mitglieder)
12
8
1
12 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Sankt Gilgen im Bezirk Salzburg-Umgebung
AnifAntheringBergheimBerndorf bei SalzburgBürmoosDorfbeuernEbenauElixhausenElsbethenEugendorfFaistenauFuschl am SeeGömingGroßgmainHallwangHenndorf am WallerseeHinterseeHof bei SalzburgKöstendorfLamprechtshausenMattseeNeumarkt am WallerseeNußdorf am HaunsbergOberndorf bei SalzburgObertrum am SeePlainfeldSankt Georgen bei SalzburgSankt GilgenSchleedorfSeehamSeekirchen am WallerseeStraßwalchenStroblThalgauWals-SiezenheimGrödigKopplSalzburgSalzburgLage der Gemeinde Sankt Gilgen im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Sankt Gilgen am Wolfgangsee
Sankt Gilgen am Wolfgangsee
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sankt Gilgen ist eine Gemeinde im Bezirk Salzburg-Umgebung (Flachgau), im Salzburger Salzkammergut in Österreich. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Thalgau, hat 3960 Einwohner (Stand 1. Jänner 2020) und ist als Sommerfrische bekannt geworden.

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Sankt Gilgen befindet sich 25 Kilometer östlich von Salzburg, 15 Kilometer südöstlich von Thalgau, und 20 Kilometer westlich von Bad Ischl, und bildet einen Ostrand des Bundeslandes zu Oberösterreich hin. Das Gemeindegebiet wird geprägt durch den Wolfgangsee (538 m ü. A.), den Schafberg (1782 m ü. A.) und das Zwölferhorn (1521 m ü. A.).

Sankt Gilgen ist eine der drei umliegenden Gemeinden des Wolfgangsees, neben Strobl und St. Wolfgang im Salzkammergut, und die östlichste der Gemeinden im Wolfgang-/Ischltal. Dabei gehört gut die Hälfte des Sees zu Sankt Gilgen, die Ostgrenze liegt an der Engstelle des Sees bei der Zinkenbach-Halbinsel, mit dem ZinkenbachKönigsbach als Grenze. Zur Gemeinde gehört auch die Nordseite der Osterhorngruppe südlich des Sees, Südspitze des Gemeindegebiets ist das Holzeck hinter dem Königsberger Horn. Am Nordufer gehört die Ried am Schafbergfuß ebenfalls noch zu Sankt Gilgen. Am Westende des Sees liegen die Weitung des Ortes Sankt Gilgen mit dem Sankt Gilgener Berg und der Talkessel WinklZeppezau. Hier gehören auch die Südteile der Höllkargruppe (Schobergruppe) zur Gemeinde, bis zum Eibenssee und an die Drachenwand.

Zu Sankt Gilgen gehören aber auch noch die Burgau genannten Gebiete nordöstlich hinter der Scharflinger Höhe und dem Schafberg, das sind die Oberburgau am Mondsee und die Unterburgau am Attersee. Damit ist Sankt Gilgen neben Mondsee, Tiefgraben, St. Lorenz, Innerschwand und Unterach eine der Mondseegemeinden, und neben Unterach, Steinbach, Nußdorf, Weyregg, Attersee, Schörfling und Seewalchen eine der Atterseegemeinden. Der Schafberg gehört ebenfalls weitgehend zu Sankt Gilgen, insbesondere der gesamte Gipfel, zu St. Wolfgang gehört nur die Südwestflanke. Grenze ist in der Scharte zwischen Spinnerin und Törlspitz. Nordwestliche Gemeindegrenze sind Breitenberg und Sechserkogel schon am Fuß des Leonsbergs (Zimnitz) und über dem Weißenbachtal.

Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 98,72 km².

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde umfasst sechs Katastralgemeinden (Fläche Stand 31. Dezember 2019[1]):

  • Gschwand (3.308,74 ha)
  • Oberburgau (1.297,24 ha)
  • Ried (1.329,70 ha)
  • St. Gilgen (1.609,91 ha)
  • Unterburgau (1.020,13 ha)
  • Winkl (1.306,58 ha)

Das Gemeindegebiet gliedert sich in acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2020[2]):

Zählsprengel sind St.Gilgen-Zentrum für St. Gilgen-Pöllach-Laim, Winkl-Ried-Gschwand sowie Unterburgau-Oberburgau

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde ist von zehn Nachbargemeinden umgeben, davon liegen:

Fuschl am See St. Lorenz (VB) und Mondsee (VB) Unterach am Attersee (VB) und Steinbach am Attersee (VB)
Faistenau   St. Wolfgang im Salzkammergut (GM)
Hintersee Abtenau (HA) Strobl
Ein kleines Stück im Raum Genneralm – Holzeck

Hauptort der GemeindeBearbeiten

Sankt Gilgen (Dorf)
Ortschaft (Hauptort der Gemeinde)
Katastralgemeinde St. Gilgen
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Salzburg-Umgebung (SL), Salzburg
Gerichtsbezirk Thalgau
Pol. Gemeinde Sankt Gilgen
Koordinaten 47° 46′ 0″ N, 13° 21′ 56″ O
Höhe 545 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 1056 (1. Jän. 2020)
Gebäudestand 430 (2001f1)
Fläche d. KG 1.609,91 ha (2019)dep1
Postleitzahl 5340 Sankt Gilgen
Vorwahl +43/62227 (Sankt Gilgen)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 13874
Katastralgemeinde-Nummer 56107
Zählsprengel/ -bezirk St. Gilgen-Zentrum (50330 000)
 
Sankt Gilgen mit Laim/Irlreit, vom See aus
O mit Brunnwinkl, Lueg; KG und ZSp. mit Laim, Pöllach
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; SAGIS; [2]
1056

Der Hauptort Sankt Gilgen befindet sich 24 Kilometer östlich vom Stadtzentrum Salzburg, 12 Kilometer südöstlich von Thalgau. Er liegt direkt am Nordwestende des Wolfgangsees (538 m ü. A.), in einer Weitung zwischen Zwölferhorn südwestlich und Höllkarbergen nördlich. Südlich des Orts bricht der Elferstein (1376 m ü. A.) in der Gamswand bei Lueg direkt in den See. Östlich treten im Brunnwinkl der Buchberg (805 m ü. A.) und der Saurüssel (722 m ü. A.) an den See, und begrenzen den Siedlungsraum. Nördlich steigt der Sankt Gilgener Berg zum Sattel bei Einsiedl (ca. 760 m ü. A.), der in das Fuschlseegebiet führt.

Der Ort erstreckt sich über etwa 1½ Kilometer entlang der Mondseestraße B B154 und Wolfgangsee Straße B 158. Der alte Ortskern zeichnet sich insbesondere um Mozartplatz und Kirchenplatz durch ein Ensemble von Häusern des Barocks im Inn-Salzach-Stil und umgebend im Sommerfrische-Heimatstil der Gründerzeit aus. Die Seepromenade erstreckt sich entlang der Mondseestraße, der alten B 154. Oberhalb der Wolfgangsee Straße B 158, hier Hochreithstraße genannt, liegt die Ortslage Hochreith. Die nordwestlichen Ortslagen an der neuen B 154 heißen Billroth, nach dem dort entstandenen Anwesen des Arztes Theodor Billroth (Villa Billroth, heute Seminarhotel).

Zur Ortschaft Sankt Gilgen gehören auch der Weiler Brunnwinkl östlich am See, und die Häuser Lueg südlich. Die Ortschaft umfasst an die 450 Adressen mit gut 1000 Einwohnern, beide dazugehörenden Ortslagen haben nur einige wenige Häuser.

Zur Katastralgemeinde St. Gilgen mit 1.609,91 Hektar[3] gehören auch die Ortschaften Laim (mit Irlreit) und Pöllach (mit der Reitsiedlung) oberhalb von Sankt Gilgen. Dieses Areal erstreckt sich vom Eibensee im Norden bis zur Pillsteinhöhe über der Stubneralm am Zwölferhorn im Süden. Der Katastralgemeinde entspricht der Zählsprengel St.Gilgen-Zentrum. Dieser umfasst um die 800 Adressen mit etwa 2100 Einwohnern.

Nachbarorte, -ortschaften und -katastralgemeinden:
Laim (O)
  Brunnwinkl

Wolfgangsee

Winkl
(O u. KG)
Lämmerbach
(O u. KG, Gem. Hintersee)


Gschwand
(O u. KG)

Die KG Winkl grenzt von Norden bis Südosten an. In einem Punkt bei Lueg grenzt auch die KGRied an.
 
360°-Panoramabild auf dem Mozartplatz in Sankt Gilgen

GeschichteBearbeiten

Sankt Gilgen wurde nach dem heiligen Ägidius benannt, den man im deutschen Sprachraum auch Gilg oder Gilgian nennt. Ursprünglich hieß der Ort Oberdrum. Dieser Name war ein Hinweis auf die geografische Lage, nämlich am oberen Teil (Drum, Trum) des Sees,[4][5] bis in das 19. Jahrhundert sagte man auch Sankt Ägidi zum Ort.

Der Raum war schon vorgeschichtlich besiedelt. Die Pfahlbauten von Scharfling sind schon für das 5. vorchristliche Jahrtausend befundet, die Pfahlbauten in See am Mondsee, Namengeber der Mondseekultur, gehören zu den bedeutendsten Ansiedlungen des Alpenraums in der späteren Jungsteinzeit (3800–3300 v. Chr.). Bronzezeit ist in der Oberburgau nachgewiesen. In der eisenzeitlichen Keltenzeit war das nahe Hallstatt Hauptort der Hallstattkultur (800–450 v. Chr.). Beim Kaiserbrunnen am Attersee sind Funde des 1. Jahrhunderts v. Chr. gemacht worden. Die Altstraße aus dem Ischltal nach Osten war auch als Römerstraße bedeutend (Römerzeit in Österreich 15–487 n. Chr.), sie verlief von Iuvavum (Salzburg) zur Statio Escensis (Ischl). Ihr Verlauf entlang des Wolfgangsees ist ungeklärt. Alle diese Einflüsse lassen eine zumindest punktuelle Besiedlungen der Seeufer wie auch Berggebiete im Gemeindegebiet vermuten, eine Siedlungskontinuität ist aber unsicher.

Um 750 n. Chr. schenkte der Herzog Odilo (Bayern) der Salzburger Kirche das Gebiet des Abersees (Aberseeland), um es von Mönchen erschließen zu lassen. Bis zum 13. Jahrhundert war das Gebiet des Wolfgangtals im Großen und Ganzen vollständig kultiviert. Zu dieser Zeit gab es ungefähr zehn Häuser.[4] Auch die erste Kirche wurde in diesem Zeitraum erbaut. Die Wallfahrt nach St. Wolfgang war im Mittelalter eine der bedeutendsten Europas, sodass das Gebiet zwischen dem Bistum Salzburg und dem Kloster Mondsee (Thalgau), später dem habsburgischen Österreich (Wolfgangland) umstritten war. Auch die Nähe zum Ischler Salzberg wirkte sich politisch aus. Ab dieser Zeit bildete Sankt Gilgen gemeinsam mit Strobl und Fuschl die Herrschaft Hüttenstein, ursprünglich auf der Burg an der Scharflinger Höhe angesiedelt, ab dem mittleren 16. Jahrhundert am neuen Schloss am Krotensee.

Schon 1380 kam der Attergau an das Habsburgische Österreich, 1506 auch Wildeneck (mitsamt der weltlichen Gerichtsbarkeit über das Mondseeland), verpfändeten es aber bis 1664 an Salzburg.[6] Bei der Rückgabe postulierten die Salzburger Erzbischöfe ihre Landesherrlichkeit über die Burgau, wo sie schon ab dem Hochmittelalter Fischrechte innegehabt hatten (Fischmeister in Unterach am Attersee). Erst mit einem Staatsvertrag vom 26. Mai 1689 zwischen Kaiser Leopold I. und Fürsterzbischof Thun wurden die Landesgrenzen abschließend geregelt.

Der Ort Sankt Gilgen war für die Wolfgang-Wallfahrt immer bedeutend, man setze per Boot über, oder wählte den Landweg über den Falkenstein. Durch die steigende Bevölkerung musste die Kirche zweimal neu gebaut werden, einmal im Jahre 1425 und ein zweites Mal im Jahre 1769. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden die diversen durch Steilwände blockierten Straßen an den drei Seen als wirkliche Fahrwege eingerichtet. Nach Aufnahme der Schifffahrt auf dem Wolfgangsee (1873) und vor allem nach Errichtung der Salzkammergut-Lokalbahn (1893) nahm das zuvor unbedeutende Dorf und die anderen Gunstlagen an den Seen einen starken touristischen Aufschwung als Sommerfrische-Orte. Prominente wie der Arzt Theodor Billroth errichteten hier Sommervillen. In der Zwischenkriegszeit entwickelte sich auch eine Künstlerkolonie, die Zinkenbacher Malerkolonie. Die Entwicklung als Tourismusregion setzte sich auch in der Nachkriegszeit fort.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Bauten

Kultureinrichtungen:

Naturgebilde und Aussichtswarten:

  • Wolfgangseeblick in Pöllach (Aussichtspunkt, geschützter Landschaftsteil)
  • Plombergstein über Sankt Gilgen (Aussichtspunkt)
  • Steinklüfte am Plombergstein in Plomberg (Naturdenkmal)
  • Promenadenweg Brunnwinkl–Fürberg am See am Saurüssel
  • Falkensteinwand zwischen Winkl und Ried, mit Kirche und Kreuzweg, Aussichtspunkte Scheffelblick und Aberseeblick (geschützter Landschaftsteil)
  • Weißwand am Zwölferhorn über Sankt Gilgen (Aussichtspunkt, Wanderweg, Gasthaus)
  • Zwölferhorn über Sankt Gilgen mit Sausteigalm (Aussichtsberg, Seilbahn, Berggasthäuser)
  • Schafberg über Wolfgang-, Mond- und Attersee, mit Schafbergalm (Aussichtsberg, Zahnradbahn, Berghotel und Berghütten)
  • Burggrabenklamm in Unterburgau (Klammweg, Naturdenkmal)
  • Eibensee, Bergsee über Fuschl (Naturdenkmal)
  • Eisenau, Almflur am Schafberg in Oberburgau (Forstweg, Berggasthaus und Hütte)
  • Suissensee und Mittersee, Bergseen am Schafberg (Wanderweg)
  • Himmelspforte am Schafberg (Wand mit Wandersteig)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die Gemeinde ist zusammen mit den beiden anderen Wolfgangseegemeinden Mitglied der landesübergreifenden Tourismusregion Wolfgangsee im Verband Salzkammergut, und Mitglied der LEADER-/INTERREG-Region Kulturerbe Salzkammergut (RegIS), bei der die Wolfgangseegemeinden mit Bad Ischl und dem Inneren Salzkammergut der Hallstätterseegemeinden zusammenarbeiten. Mit den gänzlich oberösterreichischen Regionen Mondseeland und Attersee kooperiert die Gemeinde lose.

TourismusBearbeiten

Sankt Gilgen ist eine Tourismusgemeinde, mit Fokus auf Erholungs- und Familientourismus, und mit vielen Ferienwohnsitzen (Sommerfrische) und als Naherholungsgebiet auch der Stadt Salzburg. Der Ort selbst wurde ab den 1970ern mit zahlreichen großen Appartementhäusern verbaut, heute ist das Kalte-Betten-Phänomen eine Problematik,[7]
Gästebetten hat die Gemeinde etwa 3000, die Anzahl der Nächtigungen betrug 300.000, bei einer Belegung der Zweitwohnsitze für vier Wochen (30 Tage, etwa 40.000 Nächtigungen) brächte also ein Achtel aller Nächtigung keine Wertschöpfung[8] mit sehr hohen Wohnungspreisen.[9] Hauptsaison ist der sommerliche Badetourismus. Sonst ist die Gegend für leichtes Wandern geeignet. Die beiden Hausberge der Gemeinde sind durch Bergbahnen erschlossen. Das Zwölferhorn ist ein Aussichts- und Schiberg, als letzteres aber als Geheimtipp für Familienschifahren wie auch steile Mugelpiste und unpräpariertes Fahren nur eine lokale Rolle spielt.

VerkehrBearbeiten

 
Die Zwölferhornbahn mit den alten 1960er Jahre-Gondeln (Talstation, 2014)
 
Kai am Wolfgangsee

Die beiden Hauptverkehrsachsen der Gemeinde sind zum einen die Wolfgangsee Straße B 158 Salzburg–Bad Ischl. Sie kommt von Hof bei Salzburg, wo die West Autobahn A 1 bei Thalgau angebunden ist, und Fuschl am See über den Sankt Gilgener Berg (ca. 760 m ü. A.), und läuft südostwärts am Südwestufer des Sees über die Zinkenbach-Halbinsel Richtung Strobl und Bad Ischl.

Die andere Route bildet die Mondseestraße (B154) Straßwalchen–Sankt Gilgen, die von Mondsee, ebenfalls mit einer A1-Anschlussstelle, und das Mondsee-Südwestufer entlang kommend über die Scharflinger Höhe (604 m ü. A.) und den Winkl und dann am Nordufer des Sees läuft, und in Sankt Gilgen in die B 158 mündet. Bei Scharfling/Kienberg am Mondsee zweigt die Kienbergwandstraße (L 217/L 543) ostwärts ab, die nach dem Kienbergwand-Tunnel die Oberburgau anbindet. Sie mündet bei See am Mondsee/Au in die ganz außerhalb St. Gilgens liegende Atterseestraße B B151 Mondsee–Timelkam, die am Mondsee-Nordostufer laufend weiter nach Unterach am Attersee führt. Dort zweigt dann die Seeleitenstraße B 152 Unterach–Seewalchen ab, die am Attersee-Südufer durch die Unterburgau läuft. Bei Weißenbach am Attersee zweigt dann die Weißenbacher Straße B 153 nach Bad Ischl ab.

Die kleinen Orte der Gemeinde liegen meist direkt an diesen Straßen, oder sind durch kurze Gemeindestraßen angebunden. Einzig Ried ist nur über den Umweg der St. Wolfganger Straße (L 116/L 546) bei Strobl und den Ort Sankt Wolfgang erreichbar.

Die Wolfgangsee-Schiffahrt, die es als solche seit 1873 gibt und heute von der Salzburg AG betrieben wird, fährt im saisonellen Liniendienst.[10] Anlegestellen sind Sankt Gilgen-Seepromenade, Fürberg und Ried-Falkenstein.

Die 1892 eröffnete Schafberg-Zahnradbahn (SBB), die in St. Wolfgang/Ried beginnt und auf den Schafberggipfel verläuft, fährt nur im Sommerhalbjahr.[10] Früher verlief auch die Ischlerbahn (Salzkammergut-Lokalbahn, SLKB) durch die Gemeinde, vom Scharflingberg durch den Ort Sankt Gilgen bis Reith/Forsthub. Diese hier 1893 errichtete Bahn wurde aber 1957 eingestellt und abgebaut. Im Bereich der Gemeinde ist die Trasse weitgehend vollständig im Straßenbau aufgegangen, an der Scharflinger Höhe gibt es noch einen nicht zugänglichen Tunnel[11].

Die Zwölferhorn-Seilbahn wurde 1957 erbaut. Sie hat ihre Talstation direkt im Ort Sankt Gilgen und verkehrt in der Sommer- wie der Wintersaison.[12]

PolitikBearbeiten

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 21 Mitglieder. Nach den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilungen:

Nach den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2019 hat die Gemeindevertretung folgende Verteilung:

12 ÖVP, 8 SPÖ und 1 FPÖ.
Bürgermeister
  • bis 1989 Franz Leitner (ÖVP)[13]
  • 1989–2009 Wolfgang Planberger (SPÖ)[14]
  • seit 2009 Otto Kloiber (ÖVP)[15]

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde ist wie folgt beschrieben:

„Im blauen Felde über einem leicht bewegten Seespiegel eine zwölfstrahlige goldene Sonne.“

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter
Ehrenbürger
  • Helmut Kohl (1930–2017), deutscher Bundeskanzler – in den 1980er Jahren erlangte Sankt Gilgen in Deutschland als Urlaubsort des damaligen Bundeskanzlers zusätzliches mediales Interesse. Kohl wurde 1985 zum Ehrenbürger von Sankt Gilgen ernannt.[16]
  • Hubert Raudaschl (* 1942), Segler, Weltmeister und Olympiamedaillengewinner
Bezug zur Gemeinde
  • Familie Lasser von Lasseregg (16.–18. Jahrhundert), Salzburger Bürger- und Adelsgeschlecht – Maierhof in Burgbachau (Fischmeister zu Unterach)
  • Maria Anna Mozart, genannt „Nannerl“ (1751–1829), Schwester von Wolfgang Amadé Mozart – ehelichte den Bezirksrichter Johann Berchtold von Sonnenburg (1736–1801) und wohnte 1784–1801 in Sankt Gilgen
  • Johann Kautsky (1827–1896) Bühnenmaler. Vater von Karl Kautsky
  • Theodor Billroth (1829–1894), deutsch-österreichischer Pionier der Chirurgie, hatte in Sankt Gilgen seine Sommerfrische (Villa Billroth)
  • Marie von Ebner-Eschenbach (1830–1916), Schriftstellerin – verbrachte zwischen 1889 und 1898 ihre Sommerfrische in Sankt Gilgen, meist in der 1885 erbauten Villa Kotzian[17]
  • Minna Kautsky (1837–1912), Schauspielerin und Schriftstellerin. Mutter von Karl Kautsky
  • Philipp von Ferrary (1850–1917), französisch-österreichischer Philatelist – Anwesen in Burgbachau 1890 (Villa Ferrary/Friedl, Ferrary-Kapelle)
  • Sigmund Friedl (1851–1914), österreichischer Philatelist – Anwesen in Burgbachau (Villa Ferrary/Friedl)
  • Max Feilchenfeld (1852–1922), deutsch-österreichischer Bankier – Wahlheimat in Sankt Gilgen (Villa Feilchenfeld)
  • Wilhelm Kestranek (1863–1925), österreichischer Industrieller – Wahlheimat in Sankt Gilgen (Villa Kestranek 1906/07)
  • Gustav Jäger (1865–1938), österreichischer Physiker – Anwesen in Sankt Gilgen (Villa Jäger 1906)
  • John Quincy Adams (1874–1933), österreichischer Maler – ließ sich eines der ersten Fertigteil-Holzhäuser aus Schweden nach Sankt Gilgen liefern, das er zur Sommerfrische bewohnte.[18]
  • Alfred Gerstenbrand (1881–1977), österreichischer Maler, Graphiker, Illustrator, Schriftsteller und Karikaturist – Wahlheimat in Sankt Gilgen
  • Karl Frisch (1886–1982), österreichischer Bienenforscher, Nobelpreisträger – tätig in Brunnwinkel
  • Kurt Schuschnigg (1897–1977), Politiker – Anwesen in Sankt Gilgen (Waldvilla/Villa Schuschnigg)
  • Karl Franz Rankl (1898–1968), österreichischer Dirigent und Komponist
  • Conrado José Kraémer (Kurt Kraemer, 1902–1965), spanisch-österreichischer Handelsagent – Anwesen in Burgau am Attersee ab 1960 (Villa Kraemer/Campeau)
  • Rudolf Nemetschke (1902–1980), österreichischer Industrieller und Sportfunktionär – Anwesen in Burgau am Attersee 1978–2000 (Waldschlössl/Villa Nemetschke)
  • Robert Campeau (* 1923), kanadischer Unternehmer – Anwesen in Burgau am Attersee 1978–2000 (Villa Kraemer/Campeau, Hotel Burgau)
  • Carl Drewo (1929–1995), österreichischer Jazzmusiker – lebte jahrelang in Sankt Gilgen
  • Gerhard Andlinger (1931–2017), österreichisch-amerikanischer Unternehmer – Anwesen in Burgau am Attersee seit 2000 (Villa Campeau/Andlinger, Hotel Burgau)
  • Michael Jeannée (* 1943), österreichischer Journalist
  • Gerhard Tötschinger (1946–2016), österreichischer Schauspieler, Autor und Intendant – verstorben in Sankt Gilgen
  • Miguel Herz-Kestranek (* 1948), österreichischer Schauspieler (Villa Kestranek)
  • Roman Arkadjewitsch Abramowitsch (* 1966), russischer Oligarch – Anwesen in Burgau am Attersee seit 2006 (Waldschlössl/Villa Nemetschke)

WeblinksBearbeiten

Commons: Sankt Gilgen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Regionalinformation, bev.gv.at (1.094 kB); abgerufen am 10. Jänner 2020.
  2. a b Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  3. Stand: 31. Dezember 2019
  4. a b Kurt Klein (Bearb.): Historisches Ortslexikon. Statistische Dokumentation zur Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte. Hrsg.: Vienna Institute of Demography [VID] d. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Salzburg, St. Gilgen, S. 49 f. (Onlinedokument, Erläuterungen. Suppl.; beide PDF – o.D. [aktual.]).
  5. Vergl. Obertrum im Salzburger Seengebiet.
  6. Alfred Mück: „Unterach am Attersee. Geschichte einer Salzkammergut Sommerfrische.“ In: „Jahrbuch des städtischen Museums zu Wels“ 1936, Wels 1936. insb. Kapitel „Die Salzburgische Burgau.“ S. 56–60 (ganzer Artikel S. 29–155; erster Teil (PDF) im Forum OoeGeschichte.at, dort insb. S. 31 ff; zweiter Teil (PDF) im Forum OoeGeschichte.at).
  7. Für 2001 wurden im Ortsverzeichnis der Statistik Austria bei 1951 Einwohnern des Zählsprengels St.Gilgen-Zentrum (St. Gilgen-Pöllach-Laim) 1920 Zweitwohnsitzfälle angegeben, jedes zweite Bett ist also kalt. Für Ried betrugen die Werte sogar 395 zu 557, also nur zwei Fünftel Dauerwohnsitze; Quelle: Statistik Austria: Ortsverzeichnis 2001
  8. Quelle der Nächtigungen: Land Salzburg; Gemeinde Sankt Gilgen: Statistik Daten: Tourismus. pdf, salzburg.gv.at, Stand 2014/15.
  9. Vergl. Kampf gegen illegale Zweitwohnsitze – Echo. Pressemeldung auf prodinger-tourismusberatung.at am 22. September 2016, abgerufen am 9. Mai 2017.
  10. a b WolfgangseeSchifffahrt und SchafbergBahn – Fahrplan & Preise. schafbergbahn.at, abgerufen 2017.
  11. Bilder vom Scharflinger Tunnel
  12. Betriebszeiten – der Zwölferhorn Seilbahn. 12erhorn.at, abgerufen 2017.
  13. Franz Leitner. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  14. Wolfgang Planberger. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  15. Otto Kloiber. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  16. Kohl Ehrenbürger in St. Gilgen. Abendblatt, archiviert vom Original am 18. Juli 2012; abgerufen am 23. März 2010. abendblatt.de
  17. Renat Ebeling-Winkler, Horst Ebeling: Marie von Ebner-Eschenbach in St. Gilgen. 2. Auflage, Verlag Heimatkundliches Museum St. Gilgen, 2003;
    Literaturfahrt nach St Gilgen – Auf den Spuren von Marie von Ebner-Eschenbach., literaturhaus-salzburg.at, abgerufen am 9. März 2017.
  18. Das Haus hat später Alfred Gerstenbrand übernommen, es ist erhalten geblieben.