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Samuel Peter

nigerianischer Schwergewichtsboxer
Samuel Peter
Boxweltmeister im Schwergewicht
Boxer
Sam Peter (links), 2007 gegen Jameel McCline

Sam Peter (links), 2007 gegen Jameel McCline

Daten
Geburtsname Samuel Okon Peter
Kampfname The Nigerian Nightmare
Gewichtsklasse Schwergewicht
Nationalität NigeriaNigeria Nigerianisch
Geburtstag 6. September 1980
Geburtsort Akwa Ibom
Stil Linksauslage
Größe 1,88 m
Kampfstatistik
Kämpfe 42
Siege 36
K.-o.-Siege 29
Niederlagen 6
Profil in der BoxRec-Datenbank

Samuel Okon Peter (* 6. September 1980 in Akwa Ibom, Nigeria), oft Sam Peter abgekürzt, ist ein nigerianischer Schwergewichtsboxer und ehemaliger WBC-Weltmeister.

Inhaltsverzeichnis

AmateurBearbeiten

Peter hatte nur eine kurze Amateurkarriere mit 18 Siegen bei zwei Niederlagen[1]; unter anderem besiegte er Muchtarchan Dildabekow. Im Jahr 2000 gewann er in Kairo das afrikanische Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Sydney. Dort schlug er den Rumänen Konstantin Onofrei, unterlag aber dann im Viertelfinale Paolo Vidoz nach Punkten.

ProfikarriereBearbeiten

Samuel Peter wurde 2001 in den USA Profi, lebt und trainiert in Las Vegas. Sein Manager ist der Bulgare Iwailo Gotsew, promotet wurde er von Duva Boxing und Don King.

Peter ist schwerfällig im Bewegungsablauf, sehr langsam und technisch sehr limitiert. Deswegen konnte er einige Gegner nicht richtig stellen und musste so zum Beispiel mit Jovo Pudar und Charles Shufford über die volle Distanz gehen, obgleich er auch diese Kämpfe ungefährdet gewann. Jeremy Williams schlug er schwer K. o., auch Yanqui Díaz (den bis zu dessen Kampf gegen Vitali Klitschko einzigen Bezwinger von Juan Carlos Gómez) konnte er vorzeitig besiegen. Gegen höherklassige Gegner wurden zudem weitere boxtechnische Mängel offenbart, so neigt er gelegentlich zu illegalen Nackenschlägen.

Am 24. September 2005 unterlag er Wladimir Klitschko in einem WM-Ausscheidungskampf der Verbände WBO und IBF nach Punkten. Klitschko musste in diesem Kampf mehrfach zu Boden: zwei Niederschläge in der fünften Runde, die allerdings durch irreguläre Nackenschläge initiiert wurden, sowie ein dritter Niederschlag in der zehnten Runde. Trotz dieser Niederlage wurde Peter aber weiterhin als einer der wenigen Hoffnungsträger im Schwergewicht gehandelt, er blieb im „Ring Magazine“ in den Top-10. Nach einem Punktsieg über Robert Hawkins und Erstrunden-K.o. gegen Julius Long (Bilanz 14-7) trat Peter am 2. September 2006 in einem Ausscheidungskampf des WBC-Verbandes gegen James Toney an. Toney war zu diesem Zeitpunkt 38 Jahre alt und hatte seinen Zenit bereits weit überschritten. Er gewann umstritten durch ein 2:1-Punktrichterurteil. Aufgrund des kontroversen Urteils ordnete die WBC einen direkten Rückkampf zwischen Peter und Toney an. Diesen gewann am 6. Januar 2007 abermals Samuel Peter, diesmal klar und einstimmig. Er hatte Toney in der zweiten Runde am Boden und bekam gute Kritiken. Er erwarb durch diesen Sieg das Recht, um die WBC-Weltmeisterschaft boxen zu dürfen.

Peter sollte nun gegen den WBC-Titelträger Oleg Maskajew boxen. Da jedoch inzwischen der 2005 verletzungsbedingt abgetretene Ex-Weltmeister Vitali Klitschko seine Rückkehr ankündigt hatte und sein Recht auf einen sofortigen Titelkampf geltend machen wollte, konnte der Kampf zunächst nicht zustande kommen. Nach längeren Verhandlungen einigte man sich schließlich darauf, dass Maskajew zuerst gegen Peter antreten und der Sieger dieses Kampfes den Titel anschließend gegen Klitschko verteidigen sollte. Der Kampf gegen Maskajew wurde für den 6. Oktober 2007 im New Yorker Madison Square Garden angesetzt. Der Russe musste den Kampf allerdings wegen eines in der Vorbereitung erlittenen Bandscheibenvorfalls absagen, woraufhin Peter von der WBC zum Interimstitelträger erklärt wurde. Hätte Maskajew seinen Titel nicht innerhalb eines Jahres gegen Peter verteidigen können, wäre ihm sein Titel aberkannt und Peter kampflos WBC-Weltmeister geworden. Am 6. Oktober boxte Peter um den Interimstitel gegen Jameel McCline. Überraschend musste er zu Beginn des Kampfes schwere Wirkungstreffer hinnehmen und ging in der zweiten Runde einmal, in der dritten Runde zweimal zu Boden; er konnte sich jedoch wieder fangen und den Kampf in der Folgezeit mehr oder weniger dominieren. Seiner Rolle als klarer Favorit konnte er allerdings nicht gerecht werden. Am Ende wurde ihm ein knapper Punktsieg zugesprochen.

Am 8. März 2008 kam es schließlich im mexikanischen Cancún zu dem Duell mit dem bereits 39-jährigen WBC-Weltmeister Oleg Maskajew, der seine beste Zeit schon längst hinter sich hatte. Nach ruhigem Beginn landete Peter kurz vor Ende der sechsten Runde mehrere schwere Wirkungstreffer. Der Kampf wurde abgebrochen, da Maskajew kampfunfähig schien, ohne jedoch zu Boden gegangen zu sein. Peter wurde durch diesen Erfolg WBC-Schwergewichtsweltmeister. Vertragsgemäß musste er anschließend am 11. Oktober 2008 in Berlin gegen den Ukrainer Vitali Klitschko antreten. Nach einseitigem Kampfverlauf, in dem Peter jede Runde verlor, gab er den Kampf nach der achten Runde auf und verlor somit den WBC-Titel bereits in seiner ersten Titelverteidigung. Seinen ersten Kampf nach dem Titelverlust bestritt er im März 2009 gegen den US-Amerikaner Eddie Chambers. Peter, der zu diesem Duell mit dem höchsten Gewicht seiner Profikarriere (mehr als 120 kg) antrat, verlor den Kampf über zwölf Runden nach Punkten und musste somit seine zweite Niederlage in Folge hinnehmen.

Anschließend kämpfte er sich mit vier Siegen wieder in der IBF-Rangliste nach oben; unter anderem gewann er im März 2010 einen Ausscheidungskampf des IBF-Verbandes gegen Nagy Aguilera, der zuvor Oleg Maskajew besiegt hatte. Nachdem die Pflichtverteidigung von IBF/WBO-Weltmeister Wladimir Klitschko gegen Alexander Powetkin am 11. September 2010 in der Commerzbank-Arena in Frankfurt aufgrund Nichteinhaltung von Fristen seitens des russischen Profiboxers nicht zustande kam, erhielt Samuel Peter als der auf Rang zwei platzierte Boxer der IBF-Weltrangliste gegen Klitschko mehr als fünf Jahre nach ihrer ersten Begegnung die Chance auf einen Rückkampf. Doch auch diesen Kampf verlor er; nach vielen schweren Treffern im Verlaufe des Kampfes ging Peter in der zehnten Runde zu Boden, woraufhin der Kampf durch den Ringrichter abgebrochen wurde. Den nächsten Kampf verlor Peter am 2. April 2011 gegen den ungeschlagenen aufstrebenden Finnen Robert Helenius durch K. o. in der neunten Runde.

Anschließend trat Peter erst am 27. September 2014 wieder an. Gegen den US-Amerikaner Ron Aubrey gewann er durch technischen K. o. in der zweiten Runde.

Liste der ProfikämpfeBearbeiten

35 Siege (28 K.o.-Siege), 5 Niederlagen (drei K.o.-Niederlagen), 0 Unentschieden
Jahr Tag Ort Gegner Ergebnis für Peter
2001 6. Februar Kasachstan  Sports Palace, Almaty, Kasachstan Bulgarien  Georgi Hristov Sieg / KO 1. Runde
10. Mai Vereinigte Staaten  Biltmore Resort, Phoenix, Arizona, USA Vereinigte Staaten  James Lester Sieg / TKO 3. Runde
25. Mai Chile  Estadio Carlos Dittborn, Arica, Chile Vereinigte Staaten  George Chamberlain Sieg / TKO 1. Runde
28. Juli Vereinigte Staaten  Exhibition Hall, Fort Myers, Florida, USA Vereinigte Staaten  Shannon Head Sieg / TKO 1. Runde
25. August Vereinigte Staaten  Flamingo Hilton, Laughlin, Nevada, USA Vereinigte Staaten  Freddy Gatica Sieg / TKO 1. Runde
28. September Vereinigte Staaten  Caesars Palace, Las Vegas, Nevada, USA Vereinigte Staaten  Giles Knox Sieg / TKO 1. Runde
10. November Vereinigte Staaten  Fernwood Resort, Bushkill, Pennsylvania, USA Vereinigte Staaten  Curtis Taylor Sieg / KO 1. Runde
2002 3. März Vereinigte Staaten Catholic Youth Center, Scranton, Pennsylvania, USA Vereinigte Staaten  Marion Wilson Punktsieg (einstimmig) / 4 Runden
22. März Vereinigte Staaten  Celebrity Theater, Phoenix, Arizona, USA Vereinigte Staaten  Julius Joiner Sieg / TKO 1. Runde
24. Mai Vereinigte Staaten  Brady Theater, Tulsa, Oklahoma, USA Vereinigte Staaten  Terry Porter Sieg / KO 2. Runde
7. Juni Vereinigte Staaten  Rawhide Arena, Scottsdale, Arizona, USA Vereinigte Staaten  Francis Royal Sieg / TKO 2. Runde
27. Juli Vereinigte Staaten  Mandalay Bay Resort & Casino, Las Vegas, Nevada, USA Vereinigte Staaten  Cornelius Ellis Sieg / TKO 2. Runde
2003 7. März Vereinigte Staaten  City Center Pavilion, Reno, Nevada, USA Vereinigte Staaten  Dale Crowe Sieg / TKO 4. Runde
21. Juni Vereinigte Staaten  Staples Center, Los Angeles, Kalifornien, USA Vereinigte Staaten  Lyle McDowell Sieg / TKO 4. Runde
30. August Vereinigte Staaten  Sam's Town Casino, Tunica, Mississippi, USA Brasilien  Daniel Frank Sieg / KO 2. Runde
26. September Vereinigte Staaten  HSBC Arena, Buffalo, New York, USA Vereinigte Staaten  Jason Farley Sieg / TKO 2. Runde
2004 22. Januar Vereinigte Staaten  Glendale Arena, Phoenix, Arizona, USA Vereinigte Staaten  Chris Isaac Sieg / TKO 7. Runde
6. März Vereinigte Staaten  Foxwoods Resort, Mashantucket, Connecticut, USA Brasilien  Jose Arimatea Da Silva Sieg / TKO 2. Runde
17. Mai Vereinigte Staaten  Bally's Las Vegas, Las Vegas, Nevada, USA Vereinigte Staaten  Charles Shufford Punktsieg (einstimmig) / 10 Runden
5. August Vereinigte Staaten  Seminole Hard Rock Hotel and Casino, Hollywood, Florida, USA Bosnien und Herzegowina  Jovo Pudar Punktsieg (einstimmig) / 10 Runden
4. Dezember Vereinigte Staaten  Mandalay Bay Resort & Casino, Las Vegas, Nevada, USA Vereinigte Staaten  Jeremy Williams Sieg / KO 2. Runde
2005 22. Januar Vereinigte Staaten  American Airlines Arena, Miami, Florida, USA Kuba  Yanqui Diaz Sieg / TKO 5. Runde
29. April Vereinigte Staaten  Union Plaza Casino, Las Vegas, Nevada, USA Mexiko  Gilbert Martinez Sieg / TKO 3. Runde
2. Juli Vereinigte Staaten  Events Center, Reno, Nevada, USA Vereinigte Staaten  Taurus Sykes Sieg / KO 2. Runde
24. September Vereinigte Staaten  Boardwalk Hall, Atlantic City, New Jersey, USA Ukraine  Wladimir Klitschko Punktniederlage (einstimmig) / 12 Runden
15. Dezember Vereinigte Staaten  Seminole Hard Rock Hotel and Casino, Hollywood, Florida, USA Vereinigte Staaten  Robert Hawkins Punktsieg (einstimmig) / 10 Runden
2006 28. April Vereinigte Staaten  Mohegan Sun Casino, Uncasville, Connecticut, USA Vereinigte Staaten  Julius Long Sieg / KO 1. Runde
2. September Vereinigte Staaten  Staples Center, Los Angeles, Kalifornien, USA Vereinigte Staaten  James Toney Punktsieg (Geteilte Entscheidung) / 12 Runden
2007 6. Januar Vereinigte Staaten  Seminole Hard Rock Hotel and Casino, Hollywood, Florida, USA Vereinigte Staaten  James Toney Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
6. Oktober Vereinigte Staaten  Madison Square Garden, New York, New York, USA Vereinigte Staaten  Jameel McCline
interim WBC-Weltmeisterschaft
Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
2008 8. März Mexiko  Plaza de Toros, Cancun, Quintana Roo, Mexiko Russland  Oleg Maskajew
WBC-Titelverteidigung
Sieg / TKO 6. Runde
11. Oktober Deutschland  O2 World Berlin, Deutschland Ukraine  Vitali Klitschko
WBC-Titelverteidigung
Niederlage / Aufgabe 8. Runde
2009 27. März Vereinigte Staaten  Nokia Theater, Los Angeles, Kalifornien, USA Vereinigte Staaten  Eddie Chambers Punktniederlage (Mehrheitsentscheidung) / 10 Runden
25. Juli Mexiko  Grand Mayan, Nuevo Vallarta, Nayarit, Mexiko Vereinigte Staaten  Marcus McGee Sieg / KO 3. Runde
15. September Mexiko  Plaza de Toros, Cancún, Quintana Roo, Mexiko Vereinigte Staaten  Ronald Bellamy Sieg / TKO 2. Runde
19. Dezember Vereinigte Staaten  Beeghly Center, Youngstown, Ohio, USA Vereinigte Staaten  Gabe Brown Sieg / TKO 4. Runde
2010 12. März Vereinigte Staaten  Gaylord Hotel, Grapevine, Texas, USA Dominikanische Republik  Nagy Aguilera Sieg / TKO 2. Runde
11. September Deutschland  Commerzbank-Arena, Frankfurt am Main, Deutschland Ukraine  Wladimir Klitschko
IBF/WBO-Weltmeisterschaft
Niederlage / TKO 10. Runde
2011 2. April Deutschland  Gerry Weber Stadion, Halle, Deutschland Finnland  Robert Helenius Niederlage / KO 9. Runde
2014 27. September Deutschland  OKC Downtown Airpark, Oklahoma City, USA Vereinigte Staaten  Ron Aubrey Sieg / TKO 2. Runde
(Quelle: BoxRec-Datenbank)

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

VorgängerAmtNachfolger
Oleg MaskajewBoxweltmeister im Schwergewicht (WBC)
8. März 2008 – 11. Oktober 2008
Vitali Klitschko