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Samtgemeinde Uelsen

Samtgemeinde in Niedersachsen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Samtgemeinde Uelsen
Samtgemeinde Uelsen
Deutschlandkarte, Position der Samtgemeinde Uelsen hervorgehoben

Koordinaten: 52° 30′ N, 6° 53′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Grafschaft Bentheim
Fläche: 193,02 km2
Einwohner: 11.294 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: NOH
Verbandsschlüssel: 03 4 56 5404
Verbandsgliederung: 7 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Itterbecker Straße 11
49843 Uelsen
Website: www.uelsen.de
Samtgemeindebürgermeister: Herbert Koers (CDU)
Lage der Samtgemeinde Uelsen im Landkreis Grafschaft Bentheim
Landkreis Grafschaft BentheimNiedersachsenKönigreich der NiederlandeLandkreis EmslandNordrhein-WestfalenBad BentheimOhneSamernSchüttorfSchüttorfQuendorfIsterbergEngdenNordhornWietmarschenGeorgsdorfOsterwaldLage (Dinkel)Halle (bei Neuenhaus)UelsenGeteloWielenItterbeckWielenRingeEmlichheimLaar (Grafschaft Bentheim)WilsumGölenkampEsche (Grafschaft Bentheim)NeuenhausHoogstedeKarte
Über dieses Bild

Die Samtgemeinde Uelsen ist eine Samtgemeinde im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen. In ihr haben sich sieben Gemeinden zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zusammengeschlossen. Der Verwaltungssitz der Samtgemeinde befindet sich in Uelsen.

SamtgemeindegliederungBearbeiten

Die Samtgemeinde umfasst die folgenden Mitgliedsgemeinden:

  1. Getelo: 535 Einwohner, 20,2 km²
  2. Gölenkamp: 580 Einwohner, 21 km²
  3. Halle: 666 Einwohner, 21,2 km²
  4. Itterbeck: 1782 Einwohner, 41 km²
  5. Uelsen: 5615 Einwohner, 19,5 km²
  6. Wielen: 530 Einwohner, 23,1 km²
  7. Wilsum: 1586 Einwohner, 47,1 km²

(Stand: 31. Dezember 2018)

GeschichteBearbeiten

Die Anfänge der Samtgemeinde Uelsen reichen bis 1950 zurück. Damals beschlossen die Bürgermeister des damaligen Kirchspiels Uelsen politisch und wirtschaftlich enger zusammenzuarbeiten. Es entstand die Bezirksbürgermeisterei Uelsen. Im Jahr 1970 entwickelte sich aus dieser die Samtgemeinde Uelsen. Bei ihrer Gründung gehörten ihr zehn Gemeinden an. Diese Anzahl verringerte sich später durch Eingemeindung. Durch die niedersächsische Verwaltungs- und Gebietsreform bildete sich am 1. März 1974 die neue Samtgemeinde Uelsen aus jetzt sieben Mitgliedsgemeinden.

ReligionenBearbeiten

Die Einwohner der Samtgemeinde gehörten folgenden Konfessionen an:

  • 61,3 % evangelisch-reformiert
  • 9,4 % evangelisch-altreformiert
  • 7,3 % römisch-katholisch
  • 7,4 % evangelisch-lutherisch
  • 14,6 % andere/ohne Konfession

(Stand: 2010)[2]

PolitikBearbeiten

SamtgemeinderatBearbeiten

Der Rat der Samtgemeinde Uelsen besteht aus 28 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 11.001 und 12.000 Einwohnern.[3] Die 28 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Rat der Samtgemeinde ist außerdem der hauptamtliche Samtgemeindebürgermeister Herbert Koers (CDU).

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:

Partei Sitze Gewinne/Verluste zu 2011
CDU 17 Sitze +1 Sitz
SPD 8 Sitze −1 Sitz
UWG 3 Sitze +1 Sitz
FDP 0 Sitze −1 Sitz

SamtgemeindebürgermeisterBearbeiten

Der hauptamtliche Samtgemeindebürgermeister gehört dem Rat mit Sitz und Stimmrecht an. 2003 wurde zum ersten Mal ein hauptamtlicher Samtgemeindebürgermeister gewählt, gewonnen hat seinerzeit Herbert Koers (CDU) mit 53,1 % der Stimmen.[4] Bei den Kommunalwahlen 2011 wurde erneut der Samtgemeindebürgermeister gewählt. Amtsinhaber Koers konnte hier sein Amt deutlich gegenüber dem Herausforderer Jürgen Balderhaar (SPD) mit 63,13 % verteidigen.[5]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Silber drei (1:2) grüne Stechpalmenblätter, begleitet von sieben grünen Kugeln: oben je zwei pfahlweis gestellt, im Schildfuß 1:2 geordnet.“

Das Gebiet der heutigen Samtgemeinde Uelsen gehört zur Twente und war im frühen 8. Jahrhundert Missionsgebiet der hll. Werenfried und Willibrord, die vermutlich auch die Urpfarrkirche und Taufkirche in Uelsen gründeten. Das Kirchspiel gehörte daher zur Diözese Utrecht und wurde 1131 an das Stft St. Peter in Utrecht überwiesen. Eine Filialkirche wurde in Wilsum gegründet. Im Hochmittelalter gehörte das Gebiet der Twente um Uelsen zum Herzogtum Lothringen, kam im Zuge der Territorienbildung in die Hand der Grafen von Bentheim und blieb Teil der Niedergrafschaft Bentheim bis zum Ende des alten Reiches.

Die sieben Gemeinden Getelo, Gölenkamp, Halle, Itterbeck, Uelsen, Wielen und Wilsum schlossen sich 1974 zur Samtgemeinde Uelsen zusammen, wobei außer Wilsum alle übrigen zum Kirchspiel Uelsen gehören. Die sieben Mitgliedsgemeinden werden durch die sieben Kugeln symbolisiert, die ihrerseits auf das Wappenbild der Grafen und Fürsten von Bentheim bzw. des heutigen Landkreises Grafschaft Bentheim anspielen: die goldenen Bentheimer Pfennige im roten Feld.

Drei grüne Stechpalmenblätter im silbernen Schild werden in verschiedener Stellung (2:1, 1:2) seit dem 17. Jahrhundert sowohl von der politischen als auch von der kirchlichen Gemeinde Uelsen geführt (Wappenrelief am Rathaus, ca. 1880; Wetterfahnen auf Kirchturm und Chordach, nach 1683). Sie sollen das Wappen der aus Uelsen stammenden Familie von Niehoff sein, deren wohl bedeutendstes Mitglied, Johann Niehoff, im Dienste der Niederländischen Ostindischen Kompagnie auf Madagaskar starb. Bei der Übernahme des Wappenbildes durch die Gemeinde dürfte der Gleichklang von Uelsen und Hülsen bzw. Hülskrabben (=Stechpalme, Ilex) anregend im Spiel gewesen sein, obwohl der 1177 als „Uelsten“ überlieferte Ortsname nichts mit „Hülsen“ zu tun hat, sondern nach Abels[6] als „Ansiedlung bei den Quellen“ zu deuten ist.

Grün und Silber sind die herkömmlichen Farben des alten Uelsener Gemeindewappens.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Ulf-Dietrich Korn gestaltet.

PartnergemeindenBearbeiten

Partnergemeinde der Samtgemeinde Uelsen ist seit 2007 Tubbergen in den Niederlanden. Tubbergen ist seit 1981 auch Partnergemeinde der Gemeinde Uelsen.[7]

WirtschaftBearbeiten

In der Samtgemeinde Uelsen hat die Landwirtschaft nach wie vor eine große Bedeutung. Neben den bäuerlichen Betrieben existieren zahlreiche Dienstleistungsbetriebe für die Landwirtschaft, insbesondere in den Bereichen Tierfutter, Viehhandel und Landtechnik. In der Samtgemeinde werden an verschiedenen Stellen Bodenschätze gefördert, vor allem Kies, Sand und Erdgas. Daneben existieren in Uelsen, Itterbeck und Wilsum größere Industrie- und Gewerbegebiete, wo sich vor allem mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe angesiedelt haben. Wichtigste Branchen sind hier der Metallbau, Holzbau, Bauunternehmen und Heizungs- und Klimatechnik. Daneben besteht ein breit gefächertes Einzelhandels- und Dienstleistungsspektrum. Zu den größten Arbeitgebern in der Samtgemeinde gehören die WKS Textilveredlungs GmbH in Wilsum sowie die Peters Stahlbau GmbH in Itterbeck.

Ein weiteres gewichtiges Standbein der kommunalen Wirtschaft ist der Tourismus, insbesondere im Erholungsort Uelsen (u. a. Ferienpark Grafschaft Bentheim), in Wilsum (u. a. Ferienresort Wilsumer Berge) sowie in Itterbeck (geplanter Ferien- und Freizeitpark Itterbeck). Im Zuge umfassender Investitionstätigkeiten wurden das Hallen- und Freibad Uelsen zum Kombibad Waldbald Uelsen umgebaut.

Die Arbeitslosenquote in der Samtgemeinde Uelsen lag im August 2011 bei 3,9 %.[8]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. www.grafschaft125.de: Mein Uelsen - Charakter als Kirchspiel bewahrt (Memento des Originals vom 10. Mai 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.grafschaft125.de, abgerufen am 1. November 2011.
  3. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 4. Dezember 2014.
  4. Grafschafter Nachrichten vom 25. August 2011: „Den Schritt ins Rathaus nie bereut“.
  5. Grafschafter Nachrichten vom 12. September 2011: Überraschung: Koers punktet in Uelsen.
  6. Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, 1927; S. 71
  7. Eintrag über die Partnergemeinde Tubbergen auf der Homepage der Samtgemeinde Uelsen Abgerufen am 22. April 2019, 22:26
  8. Grafschafter Nachrichten vom 24. August 2011, S. 22: Kleine Schritte statt großer Sprünge. Samtgemeinde Uelsen setzt auf ihre Stärken.