Salzburg-Tiroler-Bahn

Hauptbahn in Österreich
Salzburg Hbf–Wörgl Hbf
EC 163 „Transalpin“ passiert das Kaisergebirge.
EC 163 „Transalpin“ passiert das Kaisergebirge.
Streckennummer (ÖBB):101 03
Kursbuchstrecke (ÖBB):200 (Freilassing – Saalfelden)
201 (Saalfelden – Innsbruck Hbf)
Streckenlänge:191,730 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Netzkategorie:A
Stromsystem:15 kV / 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 27 
Minimaler Radius:227 m
Höchstgeschwindigkeit:130 km/h
Zweigleisigkeit:Salzburg Hbf–Wörgl Hbf
Strecke – geradeaus
von Rosenheim
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Bahnhof, Station
0,000 Salzburg Hbf 426 m ü. A.
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Strecke – geradeaus
Übergang zur Bahnstrecke Salzburg–Lamprechtshausen
   
Westbahn nach Wien Westbf
   
von Salzburg Itzling
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Haltepunkt, Haltestelle
2,100 Salzburg Sam seit 2004
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Verbindungsschleife zur Westbahn n. Abzw. Hallwang-E.
Bahnhof ohne Personenverkehr
2,401 Salzburg Gnigl Vbf
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Haltepunkt, Haltestelle
2,975 Salzburg Gnigl seit 2003
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Bahnhof ohne Personenverkehr
3,495 Salzburg Gnigl Vbf Einfahrgruppe
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Haltepunkt, Haltestelle
4,490 Salzburg Parsch seit 2003
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Bahnhof, Station
5,756 Salzburg Aigen
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Haltepunkt, Haltestelle
7,927 Salzburg Süd
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8,092 Hellbrunn-Glasenbach 28. Mai 1978 aufgelassen
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Haltepunkt, Haltestelle
8,988 Elsbethen 429 m ü. A.
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9,746 Elsbethen 28. Mai 1978 verlegt
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
12,203 Üst Salzburg Aigen 5
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Haltepunkt, Haltestelle
13,200 Puch Urstein seit 2005
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Kilometer-Wechsel
15,255
15,300
Fehlerprofil (−45 m)
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Haltepunkt, Haltestelle
14,524 Puch bei Hallein (1944: Puch-Oberalm)
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Haltepunkt, Haltestelle
15,970 Oberalm seit Ende 2006
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Bahnhof, Station
17,808 Hallein Verbindung mit der Regionalstadtbahn Salzburg in Planung 445 m ü. A.
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Haltepunkt, Haltestelle
19,350 Hallein Burgfried seit 2005
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Haltepunkt, Haltestelle
20,923 Bad Vigaun (1944: Vigaun)
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Haltepunkt, Haltestelle
22,380 Kuchl Garnei seit 2005
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A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
22,875 Üst Hallein 3
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
25,167 Kuchl Lst (Awanst)
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Haltepunkt, Haltestelle
25,580 Kuchl
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Bahnhof, Station
28,764 Golling-Abtenau 468 m ü. A.
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Salzach
   
31,529 Anschlussbahn (Awanst)
   
31,556 Anschlussbahn (Awanst)
Tunnel
31,868 Ofenauer Tunnel (940 m)
   
Salzach
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
32,954 Geröllschutz-Galerie
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
34,464 Üst Golling-Abtenau 2
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
38,565 Üst Golling-Abtenau 4
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
38,673 Sulzau Lst (Awanst)
Kilometer-Wechsel
41,699
41,723
Fehlerprofil (−24 m)
Haltepunkt, Haltestelle
42,236 Tenneck 519 m ü. A.
Strecke – geradeaus
(bis 26. September 1971 Konkordiahütte)
Bahnhof, Station
45,212 Werfen 526 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
46,604 Pfarrwerfen (1944: Dorfwerfen) 528 m ü. A.
Tunnel
49,834 Rupertus-Tunnel (327 m)
Kilometer-Wechsel
51,735
52,000
Fehlerprofil (−265 m)
   
Ennstalbahn nach Selzthal
Bahnhof, Station
52,305 Bischofshofen 544 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
55,272 Mitterberghütten 550 m ü. A.
   
55,386 Anschlussbahn (Awanst)
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
56,882 Üst Bischofshofen 2
Bahnhof, Station
61,266 St. Johann im Pongau (1944: Markt Pongau) 565 m ü. A.
   
Salzach
Bahnhof, Station
66,546 Schwarzach-St. Veit 590 m ü. A.
   
Tauernbahn nach Spittal-Millstättersee
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
68,638 Schwarzacher Tunnel (190 m)
Tunnel
69,636 Thumersbacher Tunnel (380 m)
Tunnel
70,158 „Blaue Wand“-Tunnel (370 m)
   
Salzach
Bahnhof, Station
74,978 Lend 634 m ü. A.
   
Salzach
   
Salzach
Haltepunkt, Haltestelle
79,040 Eschenau 673 m ü. A.
   
81,9 Kitzlochklamm (aufgelassen)
Tunnel
82,020 Taxenbach-Tunnel (277 m)
Bahnhof, Station
84,328 Taxenbach-Rauris 718 m ü. A.
   
86,371 Anschlussbahn (Awanst ehem. Sägewerk)
Haltepunkt, Haltestelle
88,875 Gries im Pinzgau 744 m ü. A.
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Salzach
Bahnhof, Station
93,734 Bruck-Fusch 757 m ü. A.
   
ehemalige Anschlussbahn nach Kaprun
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Salzach
   
~96,6 Zell am See Schüttdorf (geplant)
   
Pinzgauer Lokalbahn nach Krimml (760 mm)
Bahnhof, Station
99,414 Zell am See 752 m ü. A.
   
102,139 Anschlussbahn (Awanst für die Firma Hagleitner)
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
103,944 Üst Zell am See 2
Haltepunkt, Haltestelle
104,000 Maishofen-Saalbach 765 m ü. A.
Bahnhof ohne Personenverkehr
104,041 Lst Maishofen-Saalbach (Awanst)
Kilometer-Wechsel
106,750
106,823
Fehlerprofil (−73 m)
Haltepunkt, Haltestelle
108,004 Gerling im Pinzgau 748 m ü. A.
Kilometer-Wechsel
110,950
111,050
Fehlerprofil (−100 m)
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~112,000 ehemalige Anschlussbahn (600 mm)
der Firma STRABAG/Diabaswerke Saalfelden
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Bahnhof, Station
112,335 Saalfelden 728 m ü. A.
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113,043 Anschlussbahn (Awanst)
der Firma STRABAG/Diabaswerke Saalfelden
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Haltepunkt, Haltestelle
118,150 Leogang-Steinberge 796 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
120,483 Leogang 840 m ü. A.
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
120,825 Üst Saalfelden 2
   
123,076 Hütten 14. Dezember 2008 aufgelassen 885 m ü. A.
   
126,312 Berg Grießen 28. Mai 1995 aufgelassen 946 m ü. A.
   
Anschlussbahnen (Awanst)
   
Landesgrenze Salzburg / Tirol
Bahnhof, Station
130,141 Hochfilzen 970 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
134,400 Pfaffenschwendt 888 m ü. A.
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
139,100 Üst Hochfilzen 2 (ehem. Bf Fieberbrunn bis 9.2011)
Haltepunkt, Haltestelle
139,357 Fieberbrunn 783 m ü. A.
Kilometer-Wechsel
141,970
142,050
Fehlerprofil (−80 m)
Haltepunkt, Haltestelle
144,475 Grieswirt 687 m ü. A.
Bahnhof, Station
147,675 St. Johann in Tirol 663 m ü. A.
   
150,295 Anschlussbahn (Awanst) Firma Egger
Haltepunkt, Haltestelle
151,959 Oberndorf in Tirol (1944: Wiesenschwang-O.) 688 m ü. A.
   
153,783 Anschlussbahn (Awanst) Hartsteinwerke Kitzbühel
   
153,783 Anschlussbahn (Awanst) Unterwerk Kitzbühel
Bahnhof, Station
157,077 Kitzbühel 736 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
159,541 Kitzbühel Hahnenkamm 773 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
161,442 Schwarzsee 772 m ü. A.
   
164,175 Klausen 31. März 1951 aufgelassen
   
165,935 Kalswirt 1. November 1943 aufgelassen
Bahnhof, Station
166,385 Kirchberg in Tirol 820 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
170,065 Brixen im Thale 806 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
173,097 Westendorf 762 m ü. A.
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
173,591 Üst Kirchberg in Tirol 2 (ehem. Bf Westendorf)
Haltepunkt, Haltestelle
176,447 Windau 723 m ü. A.
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
176,816 Au-Tunnel (210 m)
Tunnel
178,890 Leidegg-Tunnel (327 m)
Haltepunkt, Haltestelle
182,280 Hopfgarten Berglift
Strecke – geradeaus
(bis 28. Mai 1961: Berglift-Hohe Salve)
Bahnhof, Station
183,447 Hopfgarten 589 m ü. A.
   
ehem. Itter-Tunnel (45,3 m, im Sommer 2009 abgetragen)[1]
Haltepunkt, Haltestelle
188,504 Wörgl Süd-Bruckhäusl 523 m ü. A.
Strecke – geradeaus
(bis 14. Dezember 2008: Bruckhäusl)
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
188,993 Üst Hopfgarten 1
   
Unterinntalbahn von Kufstein
Bahnhof, Station
192,405 Wörgl Hbf 505 m ü. A.
Strecke – geradeaus
Unterinntalbahn nach Innsbruck Hbf

Koordinaten: 47° 29′ 30,2″ N, 12° 3′ 39,6″ O Die Salzburg-Tiroler-Bahn ist eine Hauptbahn in Österreich. Sie führt in den Bundesländern Salzburg und Tirol von Salzburg nach Wörgl und gehört zum Kernnetz der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

Die Strecke ist durchgehend zweigleisig ausgebaut und wird im Gleiswechselbetrieb, Regelgleis rechts, befahren. Die gesamte Strecke ist elektrifiziert und wird mit 15.000 Volt Wechselstrom und einer Frequenz von 16,7 Hz betrieben.

Insbesondere im Abschnitt von Salzburg Hauptbahnhof bis Schwarzach-St. Veit wurde – im Zusammenhang mit der Tauernbahn und der Errichtung der S-Bahn Salzburg – die Strecke umfangreich ausgebaut und stellenweise neu trassiert.

NamenBearbeiten

Die Bahnstrecke wird (bzw. wurde[2]) auch als Giselabahn (nach der zweiten Tochter von Kaiser Franz Joseph I. und seiner Frau Elisabeth von Österreich-Ungarn, Erzherzogin Gisela Louise Marie von Österreich) bezeichnet. Heute wird sie häufig als Teil der Westbahn begriffen; den Streckenteil Wien Westbf–Linz–Salzburg–Zell am See–Wörgl bezeichnet man auch als Kaiserin-Elisabeth-Bahn, den Streckenteil Zell am See–Wörgl darüber hinaus als Brixentalbahn.

GeschichteBearbeiten

Tirol war zwar seit 1858 mit Salzburg und dem Osten Österreichs durch die Eisenbahn verbunden, die Strecke führte aber über bayrisches Gebiet (Bayerische Maximiliansbahn), was insbesondere nach der Auflösung des Deutschen Bundes 1866 und zunehmenden Spannungen mit Bayern als strategischer Nachteil angesehen wurde. Daher wurde neben der 1871 eröffneten Pustertalbahn eine weitere innerösterreichische Ost-West-Verbindung geplant, die außerdem mit der Kronprinz-Rudolf-Bahn verbunden werden sollte.

Die erste Konzession wurde am 7. September 1869 für den Bau und Betrieb der Strecke Salzburg–Hallein mit dem Anschluss an die Kaiserin Elisabeth-Bahn erteilt.[3] Die Salzburg–Halleiner Bahn ging bereits vom 15. Juli 1871 an in Betrieb.[4] Auf Basis der Concessionsurkunde vom 10. November 1872, für die Actiengesellschaft der privilegirten Kaiserin Elisabethbahn zum Bau und Betrieb einer aus Ober-Steiermark nach Salzburg und Nordtirol führenden Locomotiv-Eisenbahn[5] wurde die Salzburg-Tiroler-Bahn von 1873 bis 1875 errichtet. Sie führt von Salzburg über Hallein, Bischofshofen, St. Johann im Pongau, Schwarzach-St. Veit, Zell am See, Hochfilzen, St. Johann in Tirol, Kitzbühel nach Wörgl.

Die Normalspurstrecke führt durch das Salzachtal, wobei insbesondere der Bahnhof Bischofshofen auf Grund der Abzweigung zur Ennstalbahn von Bedeutung ist. Bei Wörgl trifft die Salzburg-Tiroler-Bahn auf die Bahnstrecke München–Innsbruck bzw. Salzburg–Deutsches Eck–Innsbruck.

1905 wurde die Nordrampe der Tauernbahn zwischen Schwarzach-St. Veit, welches an der Salzburg-Tiroler-Bahn liegt, und Bad Gastein eröffnet, 1909 war die Tauernbahn inklusive Tauernschleuse bis nach Villach fertiggestellt.

1915 war die Salzburg-Tiroler-Bahn zweigleisig ausgebaut. 1925 wurde mit der Elektrifizierung der Strecke begonnen, welche 1930 komplett abgeschlossen wurde.

In der ersten österreichischen Republik gehöre die Strecke in den Zuständigkeitsbereich der Bundesbahndirektion Innsbruck. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 firmierte diese kurzfristig als Reichsbahndirektion Innsbruck, bevor sie bereits zum 15. Juli 1938 aufgelöst wurde. Die Strecke wurde der Reichsbahndirektion Linz unterstellt.[6] Nach 1945 wurde die ÖBB wieder gegründet, die Direktionsstruktur aus der Zeit vor 1938 wieder eingerichtet, auch die Bundesbahndirektion Innsbruck.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges war die Salzburg-Tiroler-Bahn auf Grund ihrer strategischen Bedeutung Ziel alliierter Bombenangriffe.

StreckenverlaufBearbeiten

Salzburg - HochfilzenBearbeiten

Die Giselabahn verlässt in weitem Bogen den Nordkopf des Salzburger Hauptbahnhofs Richtung Südosten und verläuft im Talgrund des Salzachtals bis zum Pass Lueg, den sie im Ofenauer Tunnel passiert. Dem nunmehr deutlich engeren Tal der Salzach weiter am rechtsufrigen Bergfuss folgend, wird Bischofshofen erreicht. Kurz vor der Nordeinfahrt in den Bahnhof überbrückt die Bahnlinie parallel zur ostwärts ansteigenden Ennstalbahn die Salzach. Am Talboden geht es weiter bis Schwarzach, dessen östliche Bahnhofseinfahrt wiederum kurz hinter der nächsten Salzachbrücke der Giselabahn liegt.

Von hier ab westwärts und flussaufwärts wieder eng am Südufer des teils schluchtartig eingegrabenen Gewässers geführt, waren zahlreiche Kunstbauten und eine abschnittsweise getrennte Trassenführung der doppelspurigen Giselabahn bis etwa Taxenbach erforderlich. Auf die Nordseite der Salzach wird dabei kurz vor Lend gekreuzt. Bei Bruck nach Norden aus dem dort breiten Salzachtal abbiegend, hält sich die Trasse am Westufer des Zeller Sees, überwindet bei Maishofen die kaum merkliche Talwasserscheide zur Saalach und folgt dieser bis Saalfelden. Dort beginnt der Anstieg zum Grießenpass, wobei zuerst das Tal der Leoganger Ache gequert und danach in Westrichtung an den Südabhängen der Leoganger Steinberge Hochfilzen erreicht wird.

Hochfilzen - WörglBearbeiten

Richtung St. Johann folgt eine seitliche Talschleife hinab nach Pfaffenschwendt und weiter – in nördlicher steiler Hanglange über der Fieberbrunner Ache – der Abstieg zum Talboden bei der Haltestelle Grieswirt. Im Becken von St. Johann wechselt die Strecke ins Tal der Kitzbüheler Ache Richtung Süden, das mittels einer weiteren Talschleife über den Fuß des Hahnenkamms und einem unmerklichen Sattel beim Schwarzsee ins Tal der Aschauer Ache hin verlassen wird.

Westwärts, an Kirchberg vorbei, wird der nächste flache Talpass zur Brixentaler Ache überschritten. Um hinter Westendorf die Talstufe nach Hopfgarten bei Haslau zu bewältigen, wechselt die Linie ostwärts mittels des Au-Tunnels ins Tal der Windauer Ache, zieht im Gefälle eine Schleife bergab an den gegenüber liegenden südlichen Talhang durch den Leidegg-Kehrtunnel und folgt nunmehr ab Haslau – nach Übersetzung der Ache – dem Brixental an dessen Nordflanke. In Hopfgarten ist der Talboden erreicht, in nordwestlicher Richtung strebt die Strecke nun gegen Wörgl Hbf.

Bedeutung und BetriebBearbeiten

Die Salzburg-Tiroler-Bahn ist heute die einzige Ost-West-Eisenbahnverbindung, die ausschließlich auf österreichischem Gebiet verläuft. Besonders die Tatsache, dass keine Autobahnverbindung zwischen den Bundesländern Salzburg und Tirol auf österreichischem Gebiet besteht, verschaffte der Strecke große Bedeutung. Seit dem österreichischen EU-Beitritt 1995 ist ihre Bedeutung jedoch zunehmend im Schwinden begriffen, auch deshalb, weil auf Grund ihrer Charakteristik als Alpenbahn keine hohen Geschwindigkeiten möglich sind. Die ÖBB nutzt deshalb für Fernverbindungen vorzugsweise die Strecke von Salzburg über Rosenheim nach Innsbruck über das (Große) Deutsche Eck.

Bedeutung hat die Strecke insbesondere im Regionalverkehr, als Teil der Verbindung von Innsbruck nach Klagenfurt und Graz sowie als Teil der Linie von Salzburg nach Graz über die Ennstalbahn. In Kitzbühel an der Salzburg-Tiroler-Bahn beginnt auch die einzige österreichische Busverbindung von Nordtirol nach Osttirol. Eine gewisse Bedeutung hat die Strecke als Ausweichstrecke für den internationalen Bahnverkehr auf der Ost-West-Achse, größere Bedeutung hat sie jedoch als Zulaufstrecke für die Tauernbahn im Nord-Süd-Alpentransit. Auch im Nachtreisezug-Verkehr wird die Salzburg-Tiroler-Bahn genutzt. Der Nachtzug von Bregenz nach Wien fuhr bis Dezember 2008 hier, um Schienenmaut an die Deutsche Bahn für die Benutzung des Großen Deutschen Ecks zu sparen. Eine große Bedeutung kommt der Bahnstrecke auch durch den Nahverkehr im Zentralraum Salzburg zu. Zwischen Salzburg Hbf und Golling-Abtenau wird die Strecke im Halbstundentakt und von Golling bis Schwarzach im Stundentakt von der Linie S3 der S-Bahn Salzburg befahren. An Werktagen fährt die Linie alle zwei Stunden von Schwarzach-St. Veit hinaus weiter nach Saalfelden. Zwischen Hochfilzen und Wörgl verkehrt die S8 der S-Bahn Tirol im Stundentakt, einige Verbindungen werden nach Saalfelden weitergeführt. Zusätzlich zum Bundesländer-überschreitenden S-Bahn-Verkehr werden Regionalexpresszüge zwischen Salzburg Hbf, Schwarzach-St. Veit bzw. Saalfelden geführt. Seit dem Fahrplanwechsel 2020/2021 enden die von Salzburg Hbf kommenden REX-Züge am Wochenende/an Feiertagen nicht mehr im Bahnhof Saalfelden, sondern werden wie an Werktagen weiter bis nach Wörgl Hbf geführt. Zum Einsatz kommt hier neben dem ÖBB Talent (Baureihen 4023 & 4024) sind immer noch Lokbespannte Züge (Wendeüge) zu beobachten, auch wenn diese immer weniger werden. Aber auch der neue Nahverkehrszug der ÖBB, nämlich der ÖBB Cityjet wird auf der Strecke eingesetzt. Zum Einsatz kommen auf dieser Strecke die Salzburger Cityjet's der Baureihe 4746, welche mit Wlan, modernen Sitzen und Steckdosen ausgestattet sind.

Die letzte Eisenbahnkreuzung im Tiroler Brixental ist seit 29. April 2011 Geschichte. Der letzte beschrankte Bahnübergang wurde durch eine Unterführung ersetzt. Von Roppen im Oberinntal bis zur Haltestelle Kitzbühel-Hahnenkamm gibt es nun keine niveaugleiche Eisenbahnkreuzung mehr (abgesehen von einer rein der LKW-Verladung dienenden, über Ladegleise führenden und mit Lichtsignalen gesicherten Eisenbahnkreuzung im Bahnhof Wörgl Terminal Nord).[7]

BilderBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Salzburg-Tiroler-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

LiteraturBearbeiten

  • Alfred Horn: Die Eisenbahnen in Österreich. Offizielles Jubiläumsbuch zum 150jährigen Bestehen. Bohmann, Wien 1986, ISBN 3-7002-0643-7.
  • Alfred Horn: ÖBB Handbuch 1993. Bohmann, Wien 1993, ISBN 3-7002-0824-3.
  • Eisenbahnatlas Österreich. Schweers + Wall, Aachen 2005, ISBN 3-89494-128-6, S. 63.
  • Michael Alexander Populorum: 150 Jahre Eisenbahn in Salzburg 1860–2010. Ein kleiner Nachruf zum Jubiläum der “Eisenbahnwerdung” des Landes Salzburg im August 2010. Schriftenreihe des Dokumentationszentrums für Europäische Eisenbahnforschung (DEEF), Band 1, 2010, 3. Auflage 2017 auf DVD, ISBN 978-3-903132-06-1. Mercurius Verlag Grödig/Salzburg. Railway Research Austria.
  • Helmut K. Mißbach: Eisenbahnen in Tirol. Vorgeschichte – Bahnbau – Betrieb. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1979, ISBN 3-87943-640-1, S. 71–82.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itter-Tunnel: 45,30 Meter auf eisenbahntunnel.at, abgerufen am 12. August 2017
  2. Volkswirthschaftliche Zeitung. (…) Giselabahn. In: Das Vaterland, Nr. 314/1872 (XIII. Jahrgang), 15. November 1872, S. 5 (unpaginiert), Spalte 2 Mitte. (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vtl.
  3. Concessionsurkunde vom 7. September 1869, zum Bau und Betrieb einer an die Kaiserin Elisabethbahn anschließenden Lokomotiv-Eisenbahn von Salzburg nach Hallein. In: Reichsgesetzblatt, Jahrgang 1870, S. 53–60. (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/rgb
  4. Ignaz Konta: Geschichte der Eisenbahnen Oesterreichs vom Jahr 1867 bis zur Gegenwart. In: Geschichte der Eisenbahnen der Oesterreichisch-Ungarischen Monarchie. Band 1.2. Karl Prochaska, Wien / Teschen / Leipzig 1898, S. 94 (archive.org).
  5. RGBl. 1872/170. In: Reichsgesetzblatt für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder, Jahrgang 1872, S. 587–614. (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/rgb; Volkswirthschaftliche Zeitung. (…) Giselabahn. In: Das Vaterland, Nr. 359/1872 (XIII. Jahrgang), 31. Dezember 1872, S. 3 (unpaginiert), Spalte 3 unten. (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vtl.
  6. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 6. August 1938, Nr. 36. Bekanntmachung Nr. 488, S. 213.
  7. Bahnschranken sind Geschichte – Das Brixental ist bahnkreuzungsfrei. Die Unterführung in Brixen wurde eröffnet. (Memento vom 17. September 2012 im Webarchiv archive.today)

Siehe auchBearbeiten