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Salomonsborn ist ein Ortsteil der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt und wird umgangssprachlich Salomé genannt.

Salomonsborn
Landeshauptstadt Erfurt
Koordinaten: 50° 59′ 58″ N, 10° 56′ 49″ O
Höhe: 301 (293–313) m
Fläche: 4,68 km²
Einwohner: 1126 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 241 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Eingemeindet nach: Alach
Postleitzahl: 99090
Vorwahl: 036208
Karte
Lage von Salomonsborn in Erfurt
Dorfkirche St. Dionysius (Lage→50.99893800611110.947524607222)
Dorfkirche St. Dionysius (Lage→)

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Der Ort liegt im Nordwesten von Erfurt. Im Süden der Ortslage befindet sich eine ausgedehnte Kleingartenanlage, durch die die Marbacher Chaussee zum Erfurter Stadtteil Marbach führt. Im Südwesten liegt Alach, im Norden verläuft die Bundesautobahn 71. Etwa 1,5 km südlich ist das Gelände des Erfurter Flughafens. Der nördliche und östliche Dorfrand wird geprägt durch ein Neubauwohngebiet, das in den frühen 1990er Jahren entstanden ist.

GeschichteBearbeiten

Salomonsborn wurde 1143 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte ab dem 15. Jahrhundert zum Gebiet der Stadt Erfurt.[1] Seit der Verwaltungsreform von 1706 gehörte er zum Amt Alach. 1802 kam er mit dem Erfurter Gebiet zu Preußen und zwischen 1807 und 1813 zum französischen Fürstentum Erfurt. Mit dem Wiener Kongress kam der Ort 1815 wieder zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Erfurt in der preußischen Provinz Sachsen angegliedert.

Am 10. April 1945 wurde der Ort von US-amerikanischen Truppen besetzt, nachdem sie ihn morgens unter heftigen Artillerie-Beschuss genommen hatten. Am 1. Juli 1950 wurde Salomonsborn in die Gemeinde Alach eingegliedert.[2] Im Jahre 1993 beging Salomonsborn sein 850-jähriges Jubiläum. Seit dem 1. April 1994 ist Salomonsborn ein Ortsteil von Erfurt. Seit Anfang der 1990er Jahre hat sich die Bevölkerungszahl des Ortes mehr als verdreifacht, da mehrere neue Wohngebiete rings um den alten Ortskern entstanden. Größtenteils handelt es sich dabei um Einfamilien- und Reihenhäuser.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1843: 0193[3]
  • 1910: 0205[4]
  • 1939: 0207[5]
  • 1995: 0404
  • 2000: 1031
  • 2005: 1088
  • 2010: 1117
  • 2015: 1128[6]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Neben einem Bauernhof mit Pension und einer Gastwirtschaft gibt es in Salomonsborn mehrere Kleingewerbetreibende, größere Firmen sind nicht im Ort ansässig.

Salomonsborn liegt an einer Straße, die in östlicher Richtung ins drei Kilometer entfernte Marbach bzw. in den ca. fünf Kilometer entfernten Norden von Erfurt führt. In östlicher Richtung führt die Straße ins einen Kilometer entfernte Alach. Die Verkehrsleitung in die Dorfmitte bzw. zum Sportplatz erfolgen über einen zentral beim Bushaltepunkt gelegenen Kreisverkehr. In wenigen Kilometern Entfernung befindet sich zudem eine Auffahrt zur Bundesautobahn 71, sowie der Flughafen Erfurt. Außerdem wird Salomonsborn von der Stadtbuslinie 90 der Erfurter Verkehrsbetriebe bedient.

PolitikBearbeiten

Salomonsborn war ab 1950 ein Ortsteil seines Nachbarortes Alach. Nach der Kommunalwahl 2004 trennte sich der Ort von Alach und ist seither selbständig. Ortsbürgermeisterin ist Karin Landherr (Partei: Die Linke).

SehenswertesBearbeiten

Die evangelische St.-Dionysius-Kirche wurde 1738–1747 erbaut. Sie steht unter Denkmalschutz. Im Jahr 2009 wurde das Dach der stark geschädigten Kirche neu eingedeckt und der Turm restauriert. Im September 2010 wurde bei Restaurierungsarbeiten an der Holztonnendecke eine Malerei aus der Entstehungszeit der Kirche freigelegt. Das Kircheninnere wird aufgrund dieses Fundes weiter restauriert, was auch den Altar und die Orgel betrifft. Die Decke und die obere der beiden Emporen strahlen bereits in altem Glanz. Der Kirchturm trägt auf quadratischem Grundriss eine oktogonale schiefergedeckte Kuppel mit einer schieferverkleideten Laterne, die von einer Turmkugel mit Wetterfahne gekrönt wird. Um die Wiederherstellung der alten Schönheit der Kirche kümmert sich der Kirchenförderverein des Ortes.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Chronik von Salomonsborn
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. Handbuch der Provinz Sachsen. Magdeburg, 1843.
  4. gemeindeverzeichnis.de
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. http://www.erfurt.de/ef/de/rathaus/daten/bevoelkerung/stadtteile/index.html

WeblinksBearbeiten

  Commons: Salomonsborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien