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Théâtre de l’Académie royale de musique um 1821
Théâtre de l’Académie royale de musique – Grande salle
Rossini: Moïse et Pharaon 1827
Aufführung von Robert le diable in der Salle Le Peletier, 1831
Don Carlos – Plakat von 1867
Blick aus der Rue Le Peletier (um 1870)
Die Ballerinen der Pariser Oper 1831 (im Uhrzeigersinn): Lise Noblet, Marie Taglioni, Constance Julia, Alexis Dupont, Amélie Legallois und Pauline Montessu

Die Salle Le Peletier (manchmal auch als Salle de la rue Le Peletier oder die Opéra Le Peletier bezeichnet) war die Heimat der Pariser Oper von 1821 bis zum Bau des neuen Gebäudes Palais Garnier 1873.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Das Theater wurde nach der Preisgabe des vorigen Hauses, Théâtre National de la rue de la Loi, von dem Architekten François Debret auf dem Gelände des ehemaligen Hôtel de Choiseul geplant und gebaut. Wegen der vielen Organisations- und Management-Veränderungen während des Bestehens dieser Institution hatte es eine Reihe von offiziellen Namen. Die wichtigsten waren:

  • Théâtre de l’Académie Royale de Musique (1821–1848)
  • Opéra-Théâtre de la Nation (1848–1850)
  • Théâtre de l’Académie Nationale de Musique (1850–1852)
  • Théâtre de l’Académie Impériale de Musique (1852–1854)
  • Théâtre Impérial de l’Opéra (1854–1870)
  • Théâtre National de L’Opéra (1870–1873)

Als der Neffe (und Thronfolger) von König Ludwig XVIII., Charles Ferdinand, Duc de Berry, in der Nacht vom 13. Februar 1820 vor dem ehemaligen Theater der Pariser Oper, der Salle de la rue de Richelieu, tödlich verletzt wurde, entschied der König, das Theater abzureißen, um an seiner Stelle eine Gedenkkapelle errichten zu lassen. Dieses Projekt wurde jedoch aufgrund der Revolution von 1830 nie durchgeführt. Heute nimmt die Fontaine Louvois auf dem Platz Louvois die Stelle ein, wo die Kapelle hätte gebaut werden sollen. Sehr bald nach dem Tod seines Neffen beauftragte der König den Architekten François Debret, ein neues Theater für die Opéra an der Rue Le Peletier zu entwerfen, die ein Jahr später fertiggestellt wurde. Während der Baumaßnahmen bespielten die Opern- und Ballettensembles das Théâtre Favart und die Salle Louvois.

Die Salle Le Peletier wurde am 16. August 1821 mit einem gemischten Programm eingeweiht, das mit der Hymne „Vive Henry VIII“ begann und dann Charles Simon Catels Oper Les Bayadères und das Gardel-Ballett Le retour de Zéphire enthielt. Das Theatergebäude war als Provisorium aus Holz und Putz geplant, wurde von der Opéra dann aber für mehr als fünfzig Jahre verwendet. Viele der wichtigsten Opern und Ballette des 19. Jahrhunderts wurden zum ersten Mal auf dieser Bühne präsentiert.

Das Theater, das auf einer Fläche von 14.000 Quadratmetern mit einer Länge von 104 Metern errichtet wurde, war für seine Zeit sehr fortschrittlich. Am 6. Februar 1822 wurde zum ersten Mal Gas benutzt, um die Bühneneffekte in Nicolas Isouards Oper Aladin ou La lampe merveilleuse zu erzielen. Die Bühnenschräge und der Orchestergraben konnten entfernt werden, um das Auditorium in eine riesige Halle umzuwandeln, die große Bälle und andere Feierlichkeiten unterbringen konnte.

1858 war die Salle Le Peletier Schauplatz für eines der berühmtesten Spiele in der Geschichte des Schachs, das Opernspiel zwischen dem amerikanischen Meister Paul Morphy (Weiß) und zwei französischen Aristokraten, dem Herzog von Braunschweig und Graf Isouard. Das Spiel wurde in der privaten Loge des Herzogs während einer Aufführung von Bellinis Norma gespielt.

In der Nacht vom 29. Oktober 1873 traf den Salle Le Peletier das gleiche Schicksal wie viele seiner Vorgänger: Er wurde durch ein Feuer zerstört, das 27 Stunden lang tobte, und das angeblich von der innovativen Gasbeleuchtung des Theaters ausging. 1875 wurde das neue Theater, heute bekannt als das Palais Garnier, eingeweiht.

UraufführungenBearbeiten

OpernBearbeiten

BalletteBearbeiten

GalerieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Patrick Barbier (1995). Opera in Paris, 1800–1850: A Lively History. Portland, Oregon: Amadeus Press. ISBN 978-0-931340-83-3
  • Annegret Fauser; Mark Everist hrsg. (2009). Music, theater, and cultural transfer. Paris, 1830–1914. Chicago: The University of Chicago Press. ISBN 978-0-226-23926-2
  • Alfred Loewenberg (1978). Annals of Opera 1597–1940 (third edition, revised). Totowa, New Jersey: Rowman and Littlefield. ISBN 978-0-87471-851-5
  • Christopher Curtis Mead (1991). Charles Garnier’s Paris Opera. Cambridge, Massachusetts: The MIT Press. ISBN 978-0-262-13275-6
  • Spire Pitou (1983). The Paris Opéra: an encyclopedia of operas, ballets, composers, and performers (3 volumes). Westport, Connecticut: Greenwood Press. ISBN 978-0-686-46036-7
  • Nigel Simeone (2000). Paris: a musical gazetteer. Yale University Press. ISBN 978-0-300-08053-7

WeblinksBearbeiten