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Sagogn
Wappen von Sagogn
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Surselva
BFS-Nr.: 3581i1f3f4
Postleitzahl: 7152
Koordinaten: 738675 / 183697Koordinaten: 46° 47′ 24″ N, 9° 15′ 18″ O; CH1903: 738675 / 183697
Höhe: 779 m ü. M.
Fläche: 6,85 km²
Einwohner: 686 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 100 Einw. pro km²
Website: www.sagogn.ch
Ansicht von Westen

Ansicht von Westen

Karte
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Über dieses Bild
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Sagogn (Audio-Datei / Hörbeispiel [sɐˈgɔɲ]?/i; deutsch und früher amtlich Sagens) ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Graubünden. Sie liegt in der Region Surselva.

Inhaltsverzeichnis

NameBearbeiten

Sagogn wurde erstmals 765 im Testament von Bischof Tello als Secanio belegt. Mindestens 14 weitere Namensvariationen sind bekannt[2]. Seit 1347 wurde wohl der Name Sigens verwendet, der lange Zeit überdauerte. Vor 1943 (der genaue Zeitpunkt ist nicht überliefert) hiess die Gemeinde offiziell Sagens (mit Betonung auf der zweiten Silbe), seitdem wird der rätoromanische Name Sagogn verwendet (siehe auch Liste von Namensänderungen politischer Gemeinden der Schweiz).[3]

Die Bedeutung des Namens ist – trotz etlicher Erklärungsvorschläge – ungewiss.[4] Eine der Deutungen bezieht sich auf das lateinische Wort siccum, was «trockenes Land» bedeutet. Dies könnte im Falle von Sagogn auf die meteorologische Besonderheit hinweisen, dass Regenwolken durch die topographische Lage oft nach Norden weggewindet werden und Sagogn damit etwas trockener als umliegende Gemeinden ist.

GeographieBearbeiten

Sagogn liegt zwischen Ilanz und Flims am Rand einer zur Gruob gehörenden Ebene, welche vor rund 10'000 Jahren durch den Flimser Bergsturz entstand, weswegen die Böden vor allem aus Kalk des Erdmittelalters besteht und eher nährstoffarm sind. Beim Bergsturz wurde der Vorderrhein aufgestaut und es bildete sich ein See, auf dessen Grund sich die Ebene von Sagogn befand. Der See ist nach ca. 1000 Jahren abgeflossen, hinterliess aber Sedimentablagerungen, welche auf dem Kalksteinboden eine nährstoffreichere Schicht bildeten, welche die fruchtbare Vegetation in Sagogn erklärt.

Südlich wird Sagogn durch den Vorderrhein begrenzt, welcher in die Ruinaulta fliesst. Richtung Osten erstreckt sich ein Wald, der Uaul Grond (rät. für «grosser Wald»), welcher gut zwei Drittel des Gemeindegebietes bedeckt. Im Westen grenzt Sagogn an die Gemeinde Schluein, im steilen, bewaldeten Nordhang grenzt sich Sagogn von Laax ab.

Das einzig nennenswerte Gewässer welches durch Sagogn fliesst ist der Ual da Mulin, welcher von Laax herkommend durch die Val Mulin in den Vorderrhein fliesst. Er trennt die Siedlungsfläche vom Uaul Grond ab. Zwischen der Siedlungsfläche und dem Ual da Mulin befindet sich ein ca. 300 Meter breiter, westwärts geneigter und nicht überbauter Hang, der Bregl da Heida genannt wird. Dort finden sich noch Spuren von alten Gebäuden und Kirchen sowie Bewässerungskanälen, wie sie auch in Flims beim Conn-Bächli zu finden sind.

FlächenzuteilungBearbeiten

  • Siedlung: 9,4 %
  • Landwirtschaft 19,1 %
  • Wald 59%
  • Unproduktiv 12,5 %[5]

SiedlungenBearbeiten

Nebst dem heutigen Hauptsieglungsgebiet, welches die 2 Dorfteile Vitg dadens (im Westen) und Vitg dado (im Osten) (rätoromanisch für Innerdorf und Ausserdorf) umfasst, gibt es auch nicht ganzjährig bewohnte Kleinsiedlungen in gerodeten Flächen im Uaul Grond namens Planezzas in der Nähe der Laaxer Siedlung Salums, Bargaus und Zir in der Nähe der Bahnstation, wo der Ual da Mulin in den Vorderrhein fliesst, sowie Foppas und Tuora, die sich beide inmitten des Waldes befinden und nur über eine 4km lange, bewilligungspflichtige Naturstrasse von Sagogn aus erreichen lassen.

Eine weitere Siedlung Mulin (rätoromanisch für «Mühle»), welche neben der alten Transitstrasse von Trin ins Bündner Oberland lag und in welcher eine Mühe und eine Sägerei, später dann ein kleines Elektrizitätswerk stand, wurde etwa um 1920 aufgegeben.[6] Einer der Mühlsteine ist heute bei der alten Gemeindekanzlei ausgestellt.

Gemäss Überlieferungen nur kurz während des Pestausbruchs um 1350 bewohnt waren zwei natürlich entstandene kleine Höhlen, die grössere davon wird Cuvel genannt. Diese befindet sich am linken Rheinufer und ist nur von Westen her via Dislas erreichbar.[7]

KlimaBearbeiten

Sagogn verfügt über ein mildes und trockenes Klima, welches für die landwirtschaftliche Nutzung sehr vorteilhaft ist. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt zwischen 900 und 1000 mm/Jahr, im den Gemeinden rund um Sagogn sind es etwas mehr, nämlich 1000 bis 1300 mm/Jahr[8]. Dank der südlichen Ausrichtung der Hänge und der grossen Anzahl an Sonnenstunden können in Sagogn auch Früchte angebaut werden, die üblicherweise in diesen Höhenlagen nicht wachsen, etwa Kiwi, Nektarinen oder Mirabellen. Auch ist bekannt, dass in Sagogn Reben standen, wie dies aus dem Testament von Bischof Tello hervorgeht. Das Erscheinungsbild von Sagogn ziert ein Gürtel von zahlreichen Hochstammobstbäumen zwischen dem Plaun und den Siedlungen, wenn auch der Baumgürtel im letzten Jahrhundert sichtbar zurückgegangen ist.

Würden alle geeigneten Dächer der Gemeinde für die Produktion von Solarstrom weitestgehend mit Photovoltaikmodulen bedeckt, so bestünde ein Potential von ca. 7.78 GWh pro Jahr.[9] Unter der Annahme, dass ein Haushalt etwa 4'500 kWh pro Jahr verbraucht, könnten alle ca. 600 Haushalte (inkl. Ferienwohnungen) problemlos mit Solarstrom versorgt werden. Deswegen hat die Gemeinde im Jahr 2018 das Projekt Sulegl per Sagogn gestartet, im Zuge dessen zusätzliche 250 kW Spitzenleistung verbaut wurden.

Sagogn
Klimadiagramm
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Temperatur in °C
Quelle: [10]
Monatliche Durchschnittstemperaturen für Sagogn
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4 5 10 14 19 22 24 23 19 15 9 4 Ø 14
Min. Temperatur (°C) -4 -3 1 3 8 11 13 13 9 5 1 -3 Ø 4,5
Sonnenstunden (h/d) 9 10,5 12 13,5 15 16 15,5 14 12,5 11 9,5 8,5 Ø 12,3
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Quelle: [10]

GeschichteBearbeiten

Archäologische Funde auf der heutigen Burgruine Schiedberg weisen darauf hin, dass Sagogn bereits in der mittleren Bronzezeit (ca. ab 1500 v. Chr.) besiedelt war.

Seitdem zeugen verschiedene Dokumente von der Wichtigkeit als kirchliches und kulturelles Zentrum. Einer der ersten und somit wichtigsten Dokumente ist das Testament von Bischof Tello von 765, welcher seine Besitztümer, dessen Grossteil in Sagogn lagen, dem Kloster Disentis vermacht hat. In diesem Testament sind nebst dem Herrenhaus mit Zubehör, Bauernhöfen, Äckern, Wiesen auch Weingärten und Alpen aufgeführt, die sich vorwiegend im Innerdorf, in den Höfen um Sagogn und auf Bregl da Heida befanden. Bekannt ist, dass auf Bregl da Haida ein Herrenhof sowie eine karolingische, dem heiligen Columban geweihte Saalkirche mit hufeisenförmiger Apsis stand.

Die ersten Teile der katholische Kirche Mariä Himmelfahrt gehen bis ins 5. Jahrhundert zurück. Sie gehört zu den besterhaltenen, vollständig ausgezierten Kirchenbauten des frühen Hochbarocks nördlich der Alpen. Sagogn als damals wichtigster Ort der Region war im Mittelalter 1701 Schauplatz des Sagenserhandels. Noch 1835 übertraf Sagogn mit 584 Einwohnern bevölkerungsmässig Ilanz (574 Einwohner).[3]

Nebst der katholische Kirche Mariä Himmelfahrt und der reformierten Kirche sowie der nicht mehr existierenden Kirche St. Columban wird eine weitere ehemalige Kirche im Quartier Sumbismins vermutet.

BevölkerungBearbeiten

Sagogn besitzt rund 300 Haushaltungen und ebenso viele Ferienwohnungen.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1803 1835 1850 1900 1950 1970 1980 2000 2009 2016
Einwohner 399 584 535 405 492 383 470 597 673 702

Herkunft und NationalitätBearbeiten

Ende 2016 lebten in der Gemeinde 702 Einwohner; davon waren 682 (= 89,2 %) Schweizer Staatsangehörige.[11]

SprachenBearbeiten

Die Bevölkerung spricht mehrheitlich Rätoromanisch, und zwar das Idiom Sursilvan (siehe auch Traditionell rätoromanischsprachiges Gebiet Graubündens). Damit zählt Sagogn nach Graubündner Gemeindegesetz und Graubündner Sprachengesetz als rätoromanische Gemeinde.

ReligionenBearbeiten

Sagogn ist seit dem 16. Jahrhundert – ein in Graubünden ansonsten seltenes Phänomen – ein konfessionell paritätisches Dorf mit römisch-katholischer Mehrheit und evangelisch-reformierter Minderheit. Beide Glaubensrichtungen haben eine eigene Kirche.

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Gold (Gelb) der schwarze Heilige Columban mit silbernem Nimbus, Tasche und Wanderstab, die rechte Hand zum Schwur erhoben

Wappenmotiv nach dem ehemaligen Patron der frühmittelalterlichen Pfarrkirche auf Bregl da Heida am östlichen Dorfrand. Bis ins 19. Jahrhundert führte die Gemeinde einen Streitkolben als Wappen, der wegen seines Aussehens humoristisch Litgun Knödel, genannt wurde.[12]

PolitikBearbeiten

Das oberste Organ der Stadt bilden die Stimmberechtigten in ihrer Gesamtheit, welche in einer Gemeindeversammlung über die Geschäfte entscheiden. Sagogn ist eine Einheitsgemeinde, d. h. die Schulgemeinde ist in die politische Gemeinde integriert.

Jeweils für eine Amtsperiode von drei Jahren werden die 5 Mitglieder des Gemeindevorstandes gewählt. Gemeindepräsident ist seit dem Jahr 2012 Hans Peter Casutt (im Gemeindevorstand seit 2009). Im Vorstand sind Thomas Candrian (2009, Vizepräsident), Gioni Cavelti (2012), Martina Beeli (2012) sowie Georg Felix-Candrian (2018). Kein Mitglied des Gemeindevorstands ist Mitglied einer politischen Partei.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Sagogn besitzt keine Industriebetriebe und nur wenige Kleinbetriebe, was von der verkehrsabgelegenen Lage herrührt. Der Grossteil der erwerbstätigen Bevölkerung hat die Arbeitsstelle deshalb im umliegenden Gebiet, lediglich ca. 50 Arbeitsstellen befinden sich im Dorf.

GastronomieBearbeiten

Sagogn verfügt über drei Restaurants (Golfrestaurant Vista, Ustria sil Platz und Stiva Grischuna), wovon die Ustria sil Platz zurzeit geschlossen ist, sowie über eine Besenbeiz Café Zwischenstation & Handwerk bei der Bahnstation der RhB.

1996 wurde Hilda Veraguth, Spitzenköchin des inzwischen geschlossenen Restaurant da Veraguth Carnetg in Sagogn, mit der Auszeichnung Köchin des Jahres geehrt. Dieselbe Ehre wurde 2008 Andreas Caminada zuteil, der in Sagogn aufgewachsen ist und mittlerweile über 18 Gault-Millau-Punkte und 3 Michelin-Sterne verfügt.

LandwirtschaftBearbeiten

Lediglich 2 Landwirtschaftsbetriebe aus Sagogn bewirtschaften noch die Nutzflächen von rund 130 ha Wiesen und Äcker, der Grossteil wird von auswärtigen Landwirten kultiviert. Ein beträchtlicher Teil des Kulturgebiets entfällt auf den Golfplatz. Heute wird in Sagogn zudem wieder Wein angebaut[13].

Zudem verfügt die Gemeinde Sagogn über eine Alp im Skigebiet der Weissen Arena, welche jedes Jahr geladen wird und in welcher Alpkäse hergestellt wird.

TourismusBearbeiten

Oberhalb von Laax liegt das Skigebiet LAAX mit mehr als 235 Pistenkilometern und 29 Liftanlagen.[14] Es erstreckt sich über die Gemeindegebiete von Flims und Falera und ist auch von diesen Gemeinden her zugänglich. (siehe auch Bergbahnen Flims-Laax-Falera)

Seit 2008 verfügt Sagogn über einen Golfplatz, welcher grösster Arbeitgeber neben der politischen Gemeinde ist. Die Eröffnung des 18 Loch-Champion-Course, Par 72, mit einer Gesamtlänge von ca. 5900 Metern erfolgte 2009.[15]

Daneben verfügt Sagogn über ein attraktives Wanderwegnetz sowie im Winter über eine Langlaufloipe, welche durch die Gemeinde und dem Verein Selvaclub betrieben wird.

VerkehrBearbeiten

Sagogn verfügt über eine bemerkenswert gute Anbindung an das Verkehrsnetz. Für Individualverkehr bestehen 3 Verbindungen nach Schluein (Richtung Ilanz), Laax (Richtung Chur) und eine nur teilweise asphaltierte Strasse nach Valendas. Die Gemeinde Sagogn ist durch die Postautolinie Ilanz-Laax ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen, welche im Stundentakt eine Busverbindung nach Ilanz / Laax mit 5 Haltestellen bietet. Ausserdem teilt sie mit Valendas die Haltestelle Valendas-Sagogn der Rhätischen Bahn. Westlich der Haltestelle verbindet die im Jahr 2017 komplett renovierte Rheinbrücke Valendas-Sagogn die beiden Dörfer Sagogn und Valendas.

Seit 2018 verbindet zudem das Rheinschlucht Bus-Taxi Sagogn via Valendas mit Brün[16][17].

BildungBearbeiten

Im Jahr 2013 haben die Stimmbürger der Gemeinde entschieden, ein neues Schulhaus zu bauen – in Zeiten von Abwanderung und Kinderrückgang eine ungewöhnliche Entscheidung. Jedoch entsprach das alte, 1953 erbaute Schulhaus weder technisch noch platzmässig den Anforderungen, und die sich erfreulich entwickelnden Schülerzahlen zwangen Sagogn zum Aus- oder Neubau. Das Schulhaus, welches Ende 2015 bezogen wurde, ist ein markanter Punkt in der Optik der Gemeinde und orientiert sich am prägnanten Kirchturm und am Casti Aspermont mit den steilen Dachflügeln.

Kultur und SportBearbeiten

Die Bevölkerung ist rege in den zahlreichen Vereinen in den Bereichen Kultur, Musik, Sport und Gewerbe aktiv:[18]

  • Sagognturissem, die seit 2017 in die Gemeinde Sagogn integrierte Nachfolgeorganisation des Verkehrsvereins
  • Pro Sagogn (bis 2006 Cerchel Cultural Sagogn)
  • Uniun da musica Sagogn (Blechmusik seit 1958, Initiant Martin Bundi, Anfänge mit Valendas, ab 1961 allein) [14]
  • Musica giuvenila Aspermont (Jugendmusik seit 1994, Initiant Silvio Lechmann und Michaela Lombris) [15]
  • Chor viril (Männerchor, 2016 wegen Mitgliedermangel aufgelöst)
  • Chor-baselgia catolic (Kirchenchor kath.)
  • Chor-baselgia evangelic (Kirchenchor ref.)
  • Selvaclub Sagogn (seit 1971, Langlaufverein)
  • Uniun da gimnastica da dunnas (Frauenturnverein)
  • Uniun da dunnas (seit 1982, bis 1974 in der uniun da dunnauns e mattauns organisiert)
  • Uniun da giuventetgna (Jungmannschaft, seit 1928 als compagnia de mats reaktiviert, 1974 Fusion mit der uniun da dunnauns e mattauns) [www.giuventetgna.info]
  • Uniun da teater (Theaterverein, 2004 aus der Uniun da giuventetgna hervorgegangen)
  • Uniun da pescadurs (Fischerverein)

Sowie unzählige weitere Vereinigungen.

FriedhöfeBearbeiten

Friedhöfe finden sich bei den beiden Gotteshäusern der katholischen und der reformierten Kirche und sind Eigentum der politischen Gemeinde. Im katholischen Friedhof liegt der rätoromanische Schriftsteller Gion Cadieli begraben.

Sehenswürdigkeiten, Freizeit und AnlässeBearbeiten

Gebäude

  • Die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt gehört zu den besterhaltenen, vollständig ausgezierten Kirchenbauten des frühen Hochbarocks nördlich der Alpen.
  • Im oberen Dorfteil steht die reformierte Kirche mit dem auffallenden Zwiebelhelm.
  • Am Ostrand des Dorfes, auf Bregl da Heida, stand im 7. Jahrhundert eine frühmittelalterliche karolingische Saalkirche mit hufeisenförmiger Apsis. Es war die im Testament von Bischof Tello im Jahr 765 erwähnte Columbanskirche
  • Das Haus Castelli oder Casti Aspermont geht auf einen spätmittelalterlichen Wohnturm zurück.[19][20][21]
  • Kapelle Sogn Giacun, eine kleine Kapelle mit Gewölbe und dreiseitigem Abschluss in der Nähe der Aussichtsplattform Crap Signina (gehört zur Gemeinde Laax).
  • Casa sil crap, vermutlich ältestes erhaltenes Haus der Gemeinde und Casa paterna des Geschlechts Candrian.
  • Die Burg Schiedberg zeugt von der historischen Bedeutung des Dorfes. Die Burg Schiedberg war im 12. Jahrhundert der Sitz der Freiherren von Sagogn.[19]
  • Zur Erinnerung an 1250 Jahre seit der ersten urkundlichen Erwähnung des Dorfes wurde 2015 von der Giuventetgna Sagogn eine Holzklangsäule mit dem Namen Tschep da Tun präsentiert. Der Tschep steht nun bei den Geburtshäusern der Schriftsteller Gion Cadieli und Lothar Deplazes, welche auf dem Tschep vertreten sind.[22]

Natur, Freizeit

  • Im Osten des Dorfes beginnt die Ruinaulta.
  • Am 21. Juni 2015 wurde auf dem Crap Gries im Wald über Bregl da Heida am alten Weg nach Laax die überdachte Aussichtsplattform Crap Signina eingeweiht.[23]
  • Der Cuvel liegt am Vorderrhein, ist jedoch schwer erreichbar.
  • Plaun pigniel, ein Kinderspielplatz in Dorfnähe, sehr schön inmitten eines Waldes gelegen
  • Spaleus, zwischen Bregl da Heida und dem Mulin gelegenes Quellgebiet mit natürlichem Biotop
  • Plaun, die Ebene vor dem Dorf mit vielen Spatziermöglichkeiten
  • Cresta munteina, ein prägnanter Hügel inmitten der Ebene Plaun
  • Crap, ein Gletscherfindling inmitten der Ebene Plaun
  • Platta Pussenta, der Ort, an dem sich die vier Gemeinden Schluein, Sagogn, Laax und Falera aneinander grenzen. Ein Megalith mit Kreisritzungen befindet sich östlich davon auf Gebiet von Laax, eine weitere Steinplatte weist Überreste einiger künstlich geschaffener Schalen auf.
  • Mulin, ehemalige Siedlung, von der sich die Gebäude noch erahnen lassen
  • Orchideenpfad mit 24 seltenen Orchideen

Anlässe Bekannte Anlässe sind:

  • Willkommensapéro der Sagognturissem am Neujahrstag
  • Parada da Sontgilcrest e da Perdanonaza, die Prozession der katholischen Kirche in Begleitung der Jungmannschaft zu Fronleichnam und am zweiten Sonntag des Oktobers
  • Alpabzug zum Herbstmarkt
  • Konzerte der Musik- und Gesangsvereine

TriviaBearbeiten

  • Der erste professionell gedrehte Spielfilm in Rätoromanisch Amur senza fin, der seine Premiere am Filmfestival von Locarno 2018 hatte, wurde grösstenteils in Sagogn gedreht.[24]

Personen und GeschlechterBearbeiten

Persönlichkeiten aus SagognBearbeiten

  • Baltasar Bundi (1786–1869): Offizier im Dienste Frankreichs
  • Mathias Padrun (1809–1891): Lehrer und Schulinspektor in Südrussland
  • Gion Martin Darms (1823–1907): reformierter Theologe, Pfarrer, Gesangbuch-Herausgeber, Liederübersetzer und Chorgründer
  • Emil Camenisch (1874–1958): reformierter Pfarrer und Kirchenhistoriker
  • Gion Cadieli (1876–1952): katholischer Pfarrer und rätoromanischer Schriftsteller
  • Martin Bundi (* 1932): Nationalrat (1975–1995) und 1986 Nationalratspräsident und Historiker
  • Lothar Deplazes (1939–2015): katholischer Pfarrer und rätoromanischer Schriftsteller, erhielt den Literaturpreis des Kantons Graubünden
  • Hilda Veraguth: Köchin des Jahres 1996
  • Hans Niederberger (* 1951): Waffenläufer
  • Remo Caminada (* 1974): Grafiker, erhielt im Jahre 2007 den Kulturförderungspreis des Kantons Graubünden
  • Urs Cavelti (* 1969): Künstler, erhielt im Jahre 2010 den Premi Cultural-Paradies-Preis für angewandte Kunst
  • Walter Derungs (* 1970): erhielt den Kulturförderpreis des Kantons Graubünden
  • Daniela Candrian : Sängerin, erhielt im Jahre 2008 den Kulturförderpreis des Kantons Graubünden.
  • Andreas Caminada (* 1977): Koch des Jahres 2008 und 2010, 18 Gault-Millau-Punkte und 3 Michelin-Sterne

Geschlechter aus SagognBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Martin Bundi: Sagogn. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Martin Bundi, Augustin Beeli: Veta sociala ed economica a Sagogn: [el 19 e 20 avel tschentaner] Sagogn. Uniun Pro Sagogn, Sagogn 2013.
  • Martin Bundi: 300 onns Pleiv reformada Sagogn = 300 Jahre Reformierte Kirchgemeinde Sagogn: 1710–2010. Pleiv reformada, Sagogn 2010.
  • Martin Bundi: Historia dalla vischnaunca da Sagogn. Emprova d’ina descripziun economica, politica, culturala e sociala d’in vischinadi romontsch grischun daven dil temps prehistoric tochen tiels gis dad oz. Bischofberger, Chur 1975.
  • Martin Bundi: Mittelalterliche Herrschaft und Siedlung in Churrätien am Beispiel der Freiherren von Sagogn-Schiedberg. Beiträge zur historischen Tagung in Sagogn, Schloss Aspermont. Hrsg. vom Institut für Kulturforschung Graubünden. Verlag Bündner Monatsblatt, Chur 2008.
  • Werner Meyer: Die Ausgrabungen der Burgruine Schiedberg. In: Burgenforschung in Graubünden. Hrsg. von Maria-Letizia Boscardin und Werner Meyer. Olten / Freiburg i. Br. 1977, S. 51–175.

GalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Sagogn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Ortsgeschichtliche Sammlung Seebach - Ortsnamendeutung Schweiz: Saalen - Sceut[1], abgerufen am 5. August 2018.
  3. a b Martin Bundi: Sagogn. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  4. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 779 f.
  5. Bundesamt für Statistik, Stand 2011/12
  6. Webseite der politischen Gemeinde Sagogn, Martin Bundi, Platta Pussenta-Projekt [2], abgerufen am 5. August 2018
  7. Webseite der politischen Gemeinde Sagogn, Sehenswürdigkeiten (nur rätoromanisch verfügbar) [3], abgerufen am 5. August 2018
  8. Geschichte des Weinbaus von Sagogn [4], abgerufen am 5. August 2018
  9. UVEK: Solarpotenzial der Gemeinde Sagogn [5], abgerufen am 5. August 2018
  10. Quelle: NOAA, [6], abgerufen am 5. August 2018
  11. Gemeinde Sagogn, 2017. Jahresrechnung 2016 der Gemeinde Sagogn.
  12. Martin Bundi: Sagogn dil 16avel al 20avel tschentaner. In: Annalas da la Societad Retorumantscha, Band 87, 1974, S. 68–69, doi:10.5169/seals-231196.
  13. Die Suedostschweiz, 2017. Die Wiedererweckung ist in der Flasche. [7], abgerufen am 5. August 2018
  14. Skigebiete-Test - 4. Januar 2012, Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 31. Dezember 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.skigebiete-test.de
  15. Buna Vista Golf Sagogn. [8], abgerufen am 5. August 2018
  16. Kanton Graubünden: Rheinschlucht Bus verbindet Valendas neu mit Sagogn [9], abgerufen am 5. August 2018
  17. Fahrplan Rheinschlucht Bus-Taxi [10], abgerufen am 5. August 2018
  18. Webseite der politischen Gemeinde Sagogn, Vereine [11], abgerufen am 5. August 2018
  19. a b Martin Bundi, Urs Clavadetscher, Werner Meyer, Wolfram Kuoni: Schiedberg, Bregl da Heida und Schloss Aspermont in Sagogn (= Schweizerische Kunstführer, Nr. 829, Serie 83). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2007, ISBN 978-3-85782-829-4.
  20. Haus Castelli auf graubuendenkultur.ch, abgerufen am 5. August 2018
  21. Casti Aspermont (Meierturm Sagogn) auf burgenwelt.org, abgerufen am 25. Mai 2019.
  22. Denkmalpflege Schweiz: Die Holzklangsäule Sagogn [12], abgerufen am 5. August 2018
  23. Pro Sagogn [13], abgerufen am 5. August 2018
  24. Amur senza fin – ein Heimatfilm, den viele nicht verstehen, abgerufen am 5. August 2018.