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Das SWR Symphonieorchester ist das Sinfonieorchester des Südwestrundfunks (SWR).

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Das SWR Symphonieorchester ging aus der Zusammenführung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg im September 2016 hervor. In ihm vereinen sich die bedeutenden Traditionslinien der beiden Vorgänger-Orchester. Sitz des neuen Orchesters ist Stuttgart.[1] Der Beschluss zur Zusammenlegung der beiden Orchester wurde bereits am 28. September 2012 gefasst.[2] Die Fördervereine und Freundeskreise, sowie der Landesmusikrat Baden-Württemberg lehnten den Kulturabbau zunächst ab und initiierten eine Petition.[3] Vom ebenfalls kritisierten Vorhaben, neben einer großen symphonischen Besetzung zwei Spezial-Ensembles für Alte und für Neue Musik zu bilden, ist die Intendanz abgerückt.[4] Mit der Fusion beider Orchester umfasst der Stellenplan 200 Musikerinnen und Musiker, durch sozialverträglichen Abbau soll die Zielgröße von 119 Planstellen in Zukunft erreicht werden.

Seit der Gründung 1945/1946 formten Chefdirigenten die SWR-Orchester: In Baden-Baden/Freiburg waren es Hans Rosbaud, Ernest Bour, Michael Gielen, Sylvain Cambreling und François-Xavier Roth, in Stuttgart Hans Müller-Kray, Sergiu Celibidache, Sir Neville Marriner, Gianluigi Gelmetti, Georges Prêtre, Sir Roger Norrington und Stéphane Denève.

Künstlerischer Gesamtleiter des neuen Klangkörpers ist Dr. Johannes Bultmann. Das erste Konzert des Orchesters fand am 22. September 2016 unter der Leitung von Peter Eötvös in der Liederhalle in Stuttgart statt. In den Orchestervorstand ist der Solo-Cellist Frank-Michael Guthmann von den Musikern gewählt worden. Einen Chefdirigenten gab es für die ersten beiden Spielzeiten des SWR Symphonieorchesters nicht. Mit Teodor Currentzis steht seit der Spielzeit 2018/19 einer der international gefragtesten Dirigenten an der Spitze des Orchesters. In Werkstattgesprächen auf Englisch, die sogenannten Currentzis-LABs, führt der künstlerische Leiter in ausgewählte Werke ein und befasst sich in musikalischen Beispielen insbesondere mit Interpretationsfragen. Seinen Konzerten fügt er nach dem offiziellen Ende meist überraschende, kammermusikalische Zugaben hinzu.

Zum Profil des SWR Symphonieorchesters gehören neben der Neuen Musik die sinfonische Orchesterliteratur vorangegangener Epochen sowie Interpretationsansätze aus der historisch informierten Aufführungspraxis. Auch unter dem neuen Intendanten des SWR Kai Gniffke, der ab 1. September 2019 die Nachfolge von Peter Boudgoust antritt, ist die Präsenz in allen Kanälen wichtig, so dass Live-Mitschnitte als Web-Konzerte im Internet übertragen werden. Komplettiert wird das Programm neben zahlreichen Veranstaltungen der Musikvermittlung für Jung und Alt durch Mittagskonzerte in Stuttgart und mit Kammerkonzerten in Baden-Baden, Freiburg und Stuttgart. Zusammen mit der Staatsgalerie Stuttgart startete man im Oktober 2018 passend zu ausgewählten Bildern ein weiteres Kammermusikprojekt.

Neben den zahlreichen Auftritten in den SWR-eigenen Konzertreihen in Freiburg (Konzerthaus, E-Werk), Mannheim (Rosengarten) und Stuttgart (Liederhalle) ist das SWR Symphonieorchester bei den Donaueschinger Musiktagen und den Schwetzinger Festspielen präsent. Auftritte und Einladungen führten und führen das SWR Symphonieorchester u. a. ab 2020 zu den neuformierten Pfingstfestspielen nach Baden-Baden als Residenzorchester, zum Musikfest Berlin, für eine mehrtägige Residenz in das Konzerthaus Dortmund, nach Essen, Fellbach, Frankfurt, Friedrichshafen, nach Hamburg in die Elbphilharmonie, zum Heidelberger Frühling, nach Karlsruhe, zum Festival Acht Brücken in Köln, nach Ludwigsburg, München, Nürnberg, Villingen-Schwenningen, Wiesloch sowie zum Rheingau Musik Festival. Im Ausland trat das Orchester in Barcelona, Basel, Edinburgh, London, Luzern, Madrid, Paris, in Salzburg bei den Festspielen, in Tallinn, Turin, Warschau und Wien auf. Konzertreisen unternahm das SWR-Sinfonieorchester im November 2018 nach Spanien und im Mai 2019 mit dem Dirigenten Wolfram Eschenbach zusammen mit dem Solisten Ray Chen (Violine) nach China (Shanghai, Peking, Guangzhou u. a.).

DirigentenBearbeiten

Dirigenten wie u. a. Herbert Blomstedt, Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, Hartmut Haenchen, Pablo Heras-Casado, Jakub Hrůša, Eliahu Inbal, Joana Mallwitz, Ingo Metzmacher, Kent Nagano, Sir Roger Norrington, Michael Sanderling, Omer Meir Wellber und David Zinman sind beim SWR Symphonieorchester zu Gast. Seit Beginn der Spielzeit 2018/2019 ist Teodor Currentzis erster Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters.

SolistenBearbeiten

Unter den hochkarätigen Solisten finden sich u. a. Renaud Capuçon (Violine), Julia Fischer (Violine), Christina Gansch (Sopran), Martin Grubinger (Perkussion), Hillary Hahn (Violine), Janine Jansen (Violine), Patricia Kopatchinskaja (Violine), Mischa Maisky (Cello) und Fazil Say (Piano). In jeder Spielzeit arbeitet das Orchester mit einem Artist in Residence zusammen. Das waren und sind Tzimon Barto (Piano, 2016/17), Gil Shaham (Violine, 2017/18), Antoine Tamestit (Viola, 2018/19) und Nicolas Altstaedt (Cello, 2019/20).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rundfunkrat beschließt Stuttgart als neuen Standort für das fusionierte SWR-Orchester.
  2. Rundfunkrat beschließt Orchester-Fusion.
  3. Internationale Petition gegen die Fusionspläne des SWR.
  4. Stuttgarter Nachrichten, Zusammenlegung SWR-Orchester 1 Orchester + 1 Orchester = 2 Orchester