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SM U 62
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Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
Baudaten
U-Boot-Typ: Zweihüllen-Hochsee-Boot
Serie: U 60 – U 62
Bauwerft: AG Weser, Bremen
Baunummer: 217
Stapellauf: 2. August 1916
Indienststellung: 30. Dezember 1916
Technische Daten
Verdrängung: 768 Tonnen (über Wasser)
956 Tonnen (unter Wasser)
Länge: 67,00 m
Breite: 6,32 m
Tiefgang: 3,74 m
Druckkörper ø: 4,05 m
max. Tauchtiefe: 50 m
Tauchzeit: 30–50 s
Antrieb: Dieselmotoren 2400 PS
E-Maschinen 1200 PS
Geschwindigkeit: 16,5 Knoten (über Wasser)
8,4 Knoten (unter Wasser)
Bewaffnung: 2 Bug- und 2 Hecktorpedorohre,
7 Torpedos
1 × 10,5-cm-Deckgeschütz
Einsatzdaten
Kommandanten:
  • Ernst Hashagen
  • Otto Wiebalck
Besatzung (Sollstärke): 4 Offiziere
32 Mannschaften
Einsätze: 9
Erfolge: 46 versenkte Handelsschiffe
2 versenkte Kriegsschiffe
Verbleib: Im November 1918 an Großbritannien ausgeliefert. 1919–1920 in Bo’ness abgewrackt.

SM U 62 war ein diesel-elektrisches U-Boot der deutschen Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

EinsätzeBearbeiten

U 62 lief am 2. August 1916 bei der AG Weser in Bremen vom Stapel und wurde am 30. Dezember 1916 in Dienst gestellt. Die Kommandanten des U-Bootes waren Ernst Hashagen[1] (30. Dezember 1916 bis 24. Dezember 1917 sowie 10. März 1918 bis 11. November 1918) und Otto Wiebalck (25. Dezember 1917 bis 9. März 1918).

U 62 war der 2. U-Boot-Halbflottille innerhalb der I. U-Boot-Flottille zugeordnet.[2]

Das Boot führte während des Ersten Weltkriegs neun Feindfahrten in der Nordsee sowie im östlichen Nordatlantik durch. Dabei wurden insgesamt 46 Handelsschiffe der Entente und neutralen Staaten mit einer Gesamttonnage von 123.252 BRT versenkt.[3][4] Zudem gelang die Versenkung eines kleinen und eines großen Kriegsschiffs:[5]

Am 30. April 1917 sank die britische Sloop und U-Boot-Falle Tulip mit 1.250 BRT südwestlich von Irland nach einem Torpedotreffer; dabei kamen 102 Seeleute ums Leben.[6] Der Kommandant der U-Boot-Falle Norman McCrea Lewis wurde gefangen genommen und hielt 1929 gemeinsam mit dem Kommandant von U 62 Hashagen Vorträge in England.[7]

400 Meilen westlich von Brest wurde am 7. August 1918 der französische Panzerkreuzer Dupetit-Thouars (9.517 BRT) versenkt;.[8] die Besatzung konnte bis auf 13 Mann durch US-amerikanische Zerstörer gerettet werden.

Das größte von U 62 versenkte Schiff war der britische Hilfskreuzer Orama (12.927 BRT), der am 19. Oktober 1917[9] vor der Küste Irlands torpediert wurde. Dabei gab es fünf Todesopfer.[10]

Am 19. Oktober 1917 beschoss U 62 den Schnelldampfer J. L. Luckenbach – die ehemals deutsche Saale – etwa 160 Meilen westlich von Ouessant in der Biskaya. Die Fracht des Dampfers fing dabei Feuer. Der US-amerikanische Zerstörer Nicholson half dem Schiff, indem er U 62 abdrängte und das Feuerlöschen unterstützte. Beide Schiffe erreichten am 21. Oktober 1917 Le Havre. Es gab auf Seiten der Entente neun Verletzte, jedoch keine Toten.

VerbleibBearbeiten

Nach Kriegsende wurde U 62 am 21. oder 22. November 1918[11] an Großbritannien ausgeliefert. In den Jahren 1919 und 1920 erfolgte die Verschrottung in Bo’ness.[12]

Von U 62 versenkte Schiffe (Auswahl)Bearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. uboat.net Kapitänleutnant Ernst
  2. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 136.
  3. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 68.
  4. uboat.net: Ships hit by U 62
  5. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 120.
  6. uboat.net: Ships hit during WWI – HMS Tulip
  7. Ernst Hashagen: U-Boote Westwärts!. Berlin: E.S. Mittler und Sohn, 1931, S. 7
  8. uboat.net: Ships hit during WWI – Dupetit-thouars
  9. Bei Herzog ist der 18. Oktober 1917 als Untergangsdatum angegeben.
  10. uboat.net: Ships hit during WWI – Orama
  11. Bei Herzog ist der 21., bei uboat.net der 22. November 1918 als Auslieferungsdatum angegeben.
  12. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 90.

LiteraturBearbeiten

  • Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-86070-036-7.
  • Ernst Hashagen: U-Boote Westwärts – Meine Fahrten um England 1914–1918. Berlin: E.S. Mittler und Sohn, 1931

WeblinksBearbeiten