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Die SGT5-8000H ist eine von Siemens hergestellte Gasturbine für den 50Hz-Markt. Das Modell für 60Hz heißt SGT6-8000H. Hergestellt wird sie im Gasturbinenwerk in Berlin-Moabit.[1]

Technische DatenBearbeiten

Mit einer Leistung von 450 MW gehört die SGT5-8000H zu den leistungsstärksten Gasturbinen der Welt. Die Gasturbineneinheit hat einen Wirkungsgrad von > 41% (bzw. eine Heat Rate < 8780 kJ/kWh). Bei einem Druckverhältnis von 21:1 generiert sie einen Abgasmassenstrom von 935 kg/s bei 630 °C, der für den GuD-Einsatz ausgelegt wurde. Die NOX-Emissionen liegen unter 25 ppm, bezogen auf den Brennstoff Erdgas. Die Turbomaschine hat ein Gewicht von 445 t und ist 12,6 m lang, bei einem Durchmesser von 5,5 m.[2]

Die Maschine ist für den Betrieb in Gas-und-Dampf-Kombikraftwerken optimiert und erreicht einen Wirkungsgrad von 61 Prozent. In einer Single-Shaft-Anordnung 1x1 liefert sie eine elektrische Bruttoleistung von mehr als 665 MW und in Multi-Shaft-Anordnung 2x1 1335 MW. In KWK-Ausführung kann sie bis zu 30% Nutzwärme auskoppeln. Innerhalb von 30 min nach einem Heißstart erreicht das GuD-Kraftwerk die volle Leistung des Kombiprozesses.

MarktentwicklungBearbeiten

Ein Prototyp wurde erfolgreich in Block 4 des Kraftwerks Irsching in den Jahren 2008 und 2009 erprobt. Ein Testlauf im Kraftwerk Lausward in Düsseldorf im Januar 2016 ergab einen elektrischen Wirkungsgrad des GuD-Kraftwerksblocks von 61,5 %.[3]

Die Siemens SGT5-8000H und ihr 60Hz-Pendant ist mit über 80 verkauften Maschinen der Marktführer der sogenannten H-Klasse-Gasturbinen. GE liegt mit seinen Modellen 9HA bzw. 7HA dahinter. Mitsubishi hat mit der M701j bzw. M501J eine ähnlich starke Gasturbine. Ansaldo Energia, als (Teil-)Nachfolger von Alstom, hat mit der GT36 ein Modell ähnlicher Leistung angekündigt.[4]

EinsätzeBearbeiten

50-Hz-Version (SGT5-8000H, Gasturbinenleistung bis 450 MW):

  • Nach Abschluss des Probebetriebs der SGT5-8000H in Irsching-4 wurde die Anlage um einen nachgeschalteten Abhitzedampferzeuger ergänzt. Das fertiggestellte Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk wurde am 15. September 2011 unter dem Namen Kraftwerk Ulrich Hartmann von E.ON in Betrieb genommen.[5]
  • Eine weitere Turbine ist im Block Fortuna des Kraftwerks Lausward in Düsseldorf installiert. Das GuD-Kraftwerk erreicht einen elektrischen Wirkungsgrad von 61,5 %. Bei Einberechnung der Fernwärmeauskopplung wird ein Brennstoffnutzungsgrad von ca. 85 % erreicht.[6]
  • Im März 2015 ging eine SGT5-8000H in Samsun (Türkei) in Betrieb.
  • Zwei Turbinen wurden im neuen GuD-Kraftwerk Prai in Seberang Perai (Malaysia) verbaut, die Inbetriebnahme war 2016.
  • Vier Turbinen werden für den Raffineriekomplex RAPID in Johor (Malaysia) geliefert und dort ab 2017[veraltet] 1220MW Elektrizität und 1480 Tonnen Prozessdampf pro Stunde erzeugen.[7]
  • 24 Stück (je 8 Stück) für die Kraftwerke Beni Suef, Burullus und New Capital in Ägypten.

60-Hz-Version (SGT6-8000H, bis 310 MW):

  • Der US-amerikanische Stromversorger Florida Power & Light (FPL) bestellte sechs Turbinen für zwei Gas- und Dampfkraftwerke. Die erste der sechs Turbinen ist Ende November 2012 in Cape Canaveral in Betrieb gegangen, die restlichen fünf Stück gingen zwischen 2013 und 2014 in kommerziellen Betrieb.
  • Ein schlüsselfertiges Kraftwerk (1 × SGT6-8000H) wurde in Bugok (Südkorea) errichtet und ist 2013 ans Netz gegangen.[8]
  • Zwei SGT6-8000H wurden für ein schlüsselfertiges Kraftwerk in der südkoreanischen Stadt Ansan bestellt. Durch Fernwärmeauskopplung beträgt der Brennstoffnutzungsgrad über 75 %. Die Inbetriebnahme fand 2014 statt.[9]
  • Die insgesamt vierte SGT6-8000H für den koreanischen Markt wurde im April 2012 für ein Kraftwerk in der Stadt Andong bestellt und ging im April 2014 in den kommerziellen Betrieb.[10]
  • Im Juli 2012 wurden erneut drei Maschinen nach Südkorea verkauft: Das Unternehmen Posco Energy hat die Turbinen für eine Erweiterung des bestehenden Kraftwerksstandorts Incheon in der Nähe von Seoul geordert.[11]
  • Im neuen Kraftwerk San Gabriel auf den Philippinen soll im Jahr 2016 eine Maschine in Betrieb gehen.[12]

QuellenBearbeiten

WeblinksBearbeiten