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Ryō Terakado

japanischer Violinist und Dirigent der historischen Aufführungspraxis
(Weitergeleitet von Ryo Terakado)
Ryō Terakado 2013

Ryō Terakado (jap. 寺神戸 亮, Terakado Ryō; * 1961 in Santa Cruz Bolivien) ist ein japanischer Violinist und Dirigent, der historischen Aufführungspraxis.

Leben und WirkenBearbeiten

Ryō Terakado begann im Alter von vier Jahren mit dem Violinunterricht, gewann mit vierzehn den 2. Preis im „All Japan Youth Musical Competition“ und studierte anschließend an der Musikhochschule Tōhō Gakuen Daigaku in Tokio. 1984 wurde er für zwei Jahre einer der Konzertmeister im Tokyo Philharmonic Symphony Orchestra.

Mit neunzehn Jahren erwachte sein Interesse für die Barockvioline, in den ersten Jahren versuchte er sich als Autodidakt. Ab 1986 nahm er Unterricht bei Sigiswald Kuijken und erhielt drei Jahre später sein Solistendiplom.

Seit 1987 wirkte er in vielen Barockorchestern Europas und Japans als Konzertmeister, so Les Arts Florissants, „La Chapelle Royale“, Collegium Vocale Gent, dem „Tokyo Bach-Mozart Orchestra“, La Petite Bande, „Il Gardellino“ und dem Bach Collegium Japan. 1987 gründete er das „Tokyo Baroque Trio“, mit dem er zahlreiche Tourneen unternahm. Dieses Ensemble wurde bedingt durch spätere Erweiterung in „Tokyo Baroque“ umbenannt.

Als Dirigent trat er erstmals 1994 beim „Hokutopia International Music Festival“ in Tokyo in Erscheinung. Inzwischen dirigierte er Barockopern, wie Henry Purcell's „Dido und Aeneas“ und „The Fairy Queen“, Jean-Philippe Rameau's „Pigmaleon“, sowie Auszüge aus Opern von Jean-Baptiste Lully und Wolfgang Amadeus Mozart.

Neben vielen Solo- und Dirigentenauftritten unternahm er zahlreiche Tourneen mit den verschiedenen Ensembles von Sigiswald Kuijken, mit Robert Kohnen als Cembalist.

Derzeit unterrichtet Ryo Terakado Barockvioline und Barockorchesterleitung, am Koninklijk Conservatorium Den Haag. Er ist einer der Konzertmeister der Ensembles Bach Collegium Japan, La Petite Bande, Mitglied des Kuijken-Quartetts und des Ensembles „Il Gardellino“. Seit einigen Jahren widmet er sich auch dem Spiel der durch Dmitry Badiarov, nach heutigen Gesichtspunkten rekonstruierten Violoncello da spalla, einem Schultercello welches in Verwandtschaft zur Viola pomposa steht.

Regelmäßige Einspielungen macht er mit dem belgischen „Ensemble Ricercar“ und dem gleichnamigen Label, den Labels ACCENT (Belgien), BIS (Schweden) und DENON (Japan)

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