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Rupert von Plottnitz

deutscher Jurist und Politiker, MdL, hessischer Staatsminister
Rupert von Plottnitz 2007 in einer Livesendung von hr2

Franz-Joseph Rupert Ottomar von Plottnitz-Stockhammer (* 4. Juli 1940 in Danzig) ist ein deutscher Jurist und Politiker (Bündnis 90/Die Grünen).

Inhaltsverzeichnis

BiografieBearbeiten

Familie, Ausbildung und BerufBearbeiten

Von Plottnitz stammt aus der Familie Plottnitz-Stockhammer. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Grenoble, der Freien Universität Berlin und der Universität Frankfurt am Main. Nach dem Ende seines Studiums absolvierte er das Rechtsreferendariat in Hessen und Frankreich und nahm 1969 eine Tätigkeit als Rechtsanwalt in Frankfurt auf. Während des Baader-Meinhof-Prozesses verteidigte er unter anderem den RAF-Terroristen Jan-Carl Raspe. Heute ist Plottnitz Partner einer Anwaltskanzlei in Frankfurt am Main. Des Weiteren ist er Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac[1] und im Kuratorium der Stiftung medico international.[2]

Plottnitz war mit Cornelia-Katrin von Plottnitz und ist in zweiter Ehe mit Beate Gottschallk (* 1949) verheiratet.[3]

PolitikBearbeiten

Während seines Studiums trat Plottnitz dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) bei. Später schloss er sich der Partei der Grünen an.

Abgeordneter

Plottnitz war von 1983 bis 1987 Ratsmitglied der Stadt Frankfurt am Main. Er wurde bei der Landtagswahl in Hessen 1987 in den hessischen Landtag gewählt und war dort von 1991 bis 1994 Vorsitzender der Grünen-Fraktion. Nach seiner Ernennung zum Staatsminister legte er am 13. Oktober 1994 sein Landtagsmandat nieder. Bei der Landtagswahl in Hessen 1995 zog er erneut als Abgeordneter in den Landtag ein, legte sein Mandat aber am 5. April 1995 nieder. Von 1999 bis 2003 war er wiederum Mitglied des Landtags, dort 1999/2000 wirtschaftspolitischer Sprecher und von 2000 bis 2003 rechts- und europapolitischer Sprecher der Bündnisgrünen-Fraktion.

Rupert von Plottnitz war Mitglied der 9. und 10. Bundesversammlung.

Öffentliche ÄmterBearbeiten

Nach dem Rücktritt von Joschka Fischer wurde Plottnitz am 6. Oktober 1994 zu dessen Nachfolger als hessischer Staatsminister für Umwelt, Energie und Bundesangelegenheiten in die von Ministerpräsident Hans Eichel geführte Landesregierung berufen und übernahm gleichzeitig das Amt des Stellvertretenden Ministerpräsidenten.

Plottnitz wechselte am 5. April 1995 an die Spitze des Ministeriums für Justiz- und Europaangelegenheiten. Zugleich übernahm er vom 19. September 1995 bis zum 10. Oktober 1995 sowie vom 22. Februar 1998 bis zum 24. März 1998, jeweils nach den Rücktritten der Grünen-Ministerinnen Iris Blaul und Margarethe Nimsch, die kommissarische Leitung des Umwelt- und Energieressorts sowie des Ressorts für Jugend, Familie und Gesundheit.

Nach der Landtagswahl in Hessen 1999 und der Bildung einer christlich-liberalen Koalition schied er am 7. April 1999 aus der Landesregierung aus. Er ist Mitglied des Staatsgerichtshofes des Landes Hessen.

WeblinksBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 295.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mitglieder Wissenschaftlicher Beirat Attac (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.attac-netzwerk.de (Stand Januar 2016)
  2. http://www.stiftung-medico.de/stiftung/die-struktur/ Mitglieder im Kuratorium der stiftung medico international (Stand September 2012)
  3. Angaben aus der Familie