Rupert Berger (Liturgiewissenschaftler)

deutscher Liturgiewissenschaftler

Rupert Berger (* 26. Juni 1926 in Traunstein; † 7. Juni 2020 ebenda[1]) war ein deutscher römisch-katholischer Priester und Professor für Liturgiewissenschaft und Pastoraltheologie.

LebenBearbeiten

 
Der ehemalige fürstbischöfliche Marstall in Freising, in dem die PTH Freising untergebracht war
 
Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt, Bad Tölz

Rupert Berger, dessen Vater Rupert Berger (1896–1958) Gründungsmitglied der Bayerischen Volkspartei und später Oberbürgermeister von Traunstein war, wurde am 29. Juni 1951 zusammen mit Erwin Hausladen, Joseph und Georg Ratzinger und zahlreichen anderen Seminaristen im Freisinger Dom durch Michael Kardinal von Faulhaber zum Priester geweiht.

Berger studierte Theologie und Philosophie in Freising und München.[2] Nach seinem Dienst als Kaplan in Berchtesgaden (1951–1954) und München (1954–1956) war Berger für ein Jahr Präfekt im Spätberufenenseminar in Fürstenried, wurde 1964 in Liturgiewissenschaft promoviert und wirkte ab 1957 als Dozent und Professor an der Philosophisch-theologischen Hochschule Freising bis zu deren Auflösung im Jahr 1968. Anschließend wirkte er bis 1997 als Stadtpfarrer in Bad Tölz an Maria Himmelfahrt. Seinen Ruhestand verlebte Berger in seiner Heimatstadt Traunstein, wo er bis 2011 auch als Subsidiar wirkte. Er war bis in sein hohes Alter gut befreundet mit Papst Benedikt XVI.

Mitarbeit in GremienBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

Werke (in Auswahl)Bearbeiten

Berger beschäftigte sich intensiv mit der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Er ist Autor bedeutender liturgiewissenschaftlicher Schriften, darunter:

Publikationen in BuchformBearbeiten

  • Die Wendung „offerre pro“ in der römischen Liturgie (= Liturgiewissenschaftliche Quellen und Forschungen, Band 41), Münster 1965 (zugleich Hochschulschrift München, Theologische Fakultät, Dissertation vom 23. Dezember 1964).
  • Kleines liturgisches Wörterbuch (= Herder-Bücherei, Band 339/340/341), Herder-Verlag, Freiburg, Basel, Wien 1969.
  • Tut dies zu meinem Gedächtnis. Einführung in die Feier der Messe, Don-Bosco-Verlag, München 1971, ISBN 978-3-7698-0117-0.
  • Ihr seid mit Christus auferweckt. 30 Wortgottesdienste zu Messfeiern für Verstorbene:
  • (Autor), mit Hans Hollerweger, Celebrating the Easter Vigil, Verlag Pueblo Books, New York 1983, ISBN 978-0-8146-6056-0.
  • Die Feier der Heiligen Messe. Eine Einführung, Freiburg 2009.
  • (mit Adolf Adam), Pastoralliturgisches Handlexikon, Herder-Verlag, Freiburg, Basel, Wien 1980, ISBN 978-3-451-18972-2.
  • Das große Schott-Fürbittbuch, 3. Teil, Sonn- und Festtage: Lesejahre A - B - C Herder-Verlag, Freiburg, Basel, Wien 1988, ISBN 978-3-451-21033-4.
  • (Mitarbeit), Markus Eham (Autor), Bernward Beyerle (Autor), Gerald Fischer (Autor), Michael Heigenhuber (Autor) und Stephan Zippe (Autor), Abteilung Kirchenmusik im Ordinariat des Erzbistums München und Freising (Hrsg.): Münchener Kantorale. Werk- und Vorsängerbuch für die musikalische Gestaltung der Messfeier mit dem "Gotteslob" (Stammteil und Eigenteile München-Freising, Österreich, Bozen-Brixen), Verlag Sankt Michaelsbund, München:

Beiträge in SammelwerkenBearbeiten

  • Meßbuch und Meßfeier, in: Reinhard Meßner (Hrsg.), Eduard Nagel (Hrsg.), Rudolf Pacik (Hrsg.), Bewahren und Erneuern. Studien zur Meßliturgie; Festschrift für Hans Bernhard Meyer SJ zum 70. Geburtstag (= Innsbrucker theologische Studien, Band 42), Tyrolia-Verlag, Innsbruck, Wien 1995, ISBN 3-7022-1968-4, S. 351–358.
  • Erlebte Liturgie in Joseph Ratzingers Studienzeit. Erinnerungen aus gemeinsamen Tagen, in: Rudolf Voderholzer (Hrsg.), Der Logos-gemäße Gottesdienst. Theologie der Liturgie bei Joseph Ratzinger (= Ratzinger-Studien, Band 1), Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2213-9, S. 78–90.
  • Joseph Pascher (1893–1979), in: Benedikt Kranemann (Hrsg.), Klaus Raschzok (Hrsg.), Gottesdienst als Feld theologischer Wissenschaft im 20. Jahrhundert. Deutschsprachige Liturgiewissenschaft in Einzelporträts, Aschendorff Verlag, Münster 2011, ISBN 978-3-402-11261-8, Band 2, S. 901–908.
  • Kirche, die Eucharistie feiert, in: Martin Stuflesser (Hrsg.), in: Die Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils. Eine Relecture nach 50 Jahren, Pustet, Regensburg 2014, ISBN 978-3-7917-2618-2, S. 31–46.

ZeitschriftenartikelBearbeiten

  • Eucharistie – Mahl und Opfer, in Lebendiges Zeugnis, 25. Jahrgang, 1970, Heft 1 (Themenheft Liturgie und Leben).

LexikonartikelBearbeiten

  • Pascha, Pascha-Mysterium, in: Rupert Berger, Adolf Adam, Pastoralliturgisches Handlexikon, Herder-Verlag, Freiburg, Basel, Wien 1980, ISBN 978-3-451-18972-2, S. 400f.

LiteraturBearbeiten

  • Monika Schug, Rupert Berger als pastoralliturgischer Autor. Bibliographie 1949–2016 des Münchener Diözesanpriesters, in: Liturgisches Jahrbuch, Band 67, 2017, S. 176–204.
  • Winfried Haunerland, Rupert Berger †, Nachruf in Gottesdienst (Zeitschrift), Jahrgang 54, 2020, Nummer 13, S. 148 (online verfügbar)[4]
  • Nachruf in der Süddeutschen Zeitung 9. Juni 2020[5]
  • Nachruf im Merkur 2. Juli 2020[6]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Im besten Sinne ein Priester vom alten Schlag, Traunsteiner Tagblatt vom 9. Juni 2020, abgerufen am 22. Juni 2020
  2. Thomas Forstner, Priester in Zeiten den Umbruchs, Göttingen, S. 231 und Anm. 586 folgende
  3. Eduard Nagel, Leitartikel, in: Gottesdienst, 2006, Heft 2
  4. Winfried Haunerland, Rupert Berger †
  5. Nachruf in der Süddeutschen Zeitung 9. Juni 2020
  6. Nachruf im Merkur 2. Juli 2020