Rundfunkjahr 2017

Chronik der Hörfunk- und Fernsehgeschichte

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Weitere Ereignisse

2017: Die Beraterin von US-Präsidenten Donald Trump, Kellyanne Conway prägt anlässlich einer Pressekonferenz zur Amtseinführung Donald Trumps den Begriff Alternative Fakten

AllgemeinBearbeiten

  • 1. Januar: Das 77. Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker wurde in 93 Ländern der Welt im Hörfunk und im Fernsehen ausgestrahlt.
  • 14. Februar: der deutsch-türkische Journalist und Publizist Deniz Yücel wird in der Türkei unter dem Vorwurf angeblicher "Terrorpropaganda" in Untersuchungshaft genommen.
  • 24. Februar: Medienvertreter des Sender BBC, CNN, der New York Times, und des Onlineportals Politico wurde der Zugang zu einer Fragerunde mit dem Sprecher des neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Weißen Haus verwehrt. Unter anderem der Dienst Breitbart wurde dagegen zugelassen. Vertreter der Nachrichtenagentur Associated Press und des „Time“-Magazins boykottierten die Fragerunde daraufhin aus Solidarität mit ihren Kollegen. Trump sagte kurze Zeit später über Twitter seine Teilnahme am Gala-Dinner der beim Weißen Haus akkreditierten Korrespondenten ab.[1]
  • 16. März: Die US-amerikanische Regierung Trump legt den Entwurf für den Jahreshaushalt vor, in dem die Zuschüsse des Bundes für die öffentlichen Sender NPR und PBS (zuletzt: 445 Millionen Dollar pro Jahr) vollständig gestrichen werden. Das entspräche der Hälfte der Mittel, aus denen sich die Sender finanzieren; hinzu kommen Spenden der Hörer und der Zuschauer. Das zukünftige Budget des Auslandsrundfunks wurde darin gänzlich offengelassen.[2]
  • 3. September: Durch die Evakuierung in Frankfurt am Main ist auch der Hauptsitz des Hessischen Rundfunks betroffen. Die Radiowellen hr1, hr3 und hr4 senden ein gemeinsames Programm aus dem hr-Studio in Kassel. Im hr-fernsehen wurde seit 6 Uhr in der Früh eine Live-Berichterstattung gesendet.

HörfunkBearbeiten

  • 1. Januar: Radio Vatikan verliert nach 85 Jahren seines Bestehens seine Unabhängigkeit und wird mit dem Beginn des neuen Jahres in das 2015 gegründeten Kommunikationssekretariat des Heiligen Stuhls eingegliedert. Die Umstrukturierung war kontrovers diskutiert worden.[3][4] Sie weist auf die weitergehende Umstrukturierung voraus, die zum Jahresende eingreift.
  • 1. Januar: Das internationale und interkulturelle Hörfunkprogramm Funkhaus Europa (von WDR, Radio Bremen und Rundfunk Berlin-Brandenburg) heißt jetzt COSMO.
  • 1. Januar: Der französische öffentlich-rechtliche Hörfunk Radio France hat seine Sendungen auf Langwelle zum Jahreswechsel 2016/2017 eingestellt. Die Ausstrahlung des Programms France Inter über den Sender Allouis auf 162 kHz endete zu Beginn des neuen Jahres um Mitternacht,[5] ein Jahr nachdem die Ausstrahlung auf Mittelwelle eingestellt worden war.[6]
  • 1. Januar: Der irländische Rundfunk RTÉ stellt seine werktäglichen Sendungen auf Kurzwelle für Afrika ein. Zuletzt gab es ein halbstündiges Nachrichtenprogramm sowie vereinzelt noch Sportübertragungen. Die Hörer werden stattdessen auf die Livestreams im Internet verwiesen.[7]
  • 11. Januar: In Norwegen beginnt die Abschaltung der UKW-Hörfunksender, die bis zum Jahresende abgeschlossen sein soll. Nur kleine Lokalsender dürfen bis 2022 weiter senden. An die Stelle der UKW-Versorgung treten DAB+ und Livestreams für mobile Endgeräte.[8][9]
  • 18. Januar: AFN und Deutschlandfunk tauschen ihre Frequenzen im Rhein-Main-Gebiet. Dadurch erhält der Deutschlandfunk die traditionsreiche Welle 98,7 MHz, die vom Großen Feldberg im Taunus ausgestrahlt wird und erstmals für eine weit reichende und flächendeckende Versorgung im ganzen Rhein-Main-Gebiet sowie in Mittelhessen sorgt.[10][11][12] Die ehemaligen Frequenzen des Deutschlandfunks werden nach einer Entscheidung der hessischen Landesmedienanstalt mit den Programmen privater Hörfunkveranstalter belegt. Die Programme planet radio (Wetzlar, Bad Camberg, Gelnhausen) und Harmony FM (Frankfurt) erhalten die wichtigsten Stationen; sie werden von der privaten Radio-FFH-Gruppe betrieben. Zum Zuge kommen im übrigen Radio Bob (Hanau, Gießen) und Radio Teddy (Kassel, Bad Hersfeld, Fulda).[13]
  • 3. Februar: Radio Bremen schaltet sein neues Jugendangebot Bremen Next in Bremen und Bremerhaven auf den ehemaligen UKW-Frequenzen des Programms COSMO (vormals Funkhaus Europa) auf. COSMO ist in Bremen und Bremerhaven nur noch auf schwachen Füllsenderfrequenzen zu hören.[14]
  • 10. Februar: Während andere Rundfunkanstalten ihre Programme auf Langwelle nach und nach eingestellt haben, sendet die irische RTÉ auf politischen Druck hin „mindestens bis 2019“ weiter auf 252 kHz. Zu den Hörern zählen vor allem irische Auswanderer in Großbritannien, die dort häufig in prekären Verhältnissen leben.[15][16]
  • 15. Februar: Der UKW-Sendernetzbetreiber Media Broadcast erklärt, dass er den von ihm beherrschten Geschäftsbereich aufgeben wird.[17]
  • 24. März: Der 1965 offiziell eingerichtete englische Dienst für Asien von Radio Vatikan wurde zum Ende der winterlichen Sendeperiode zum letzten Mal terrestrisch ausgestrahlt.[18]
  • 25. März: Der 360 Meter hohe Sendemast des Langwellensenders Zehlendorf, der bereits seit Ende 2014 nicht mehr in Betrieb war und zuletzt nur noch als Antennenträger für einige UKW-Sender diente, wurde gesprengt. Die UKW-Frequenzen wurden teilweise auf umliegende Standorte verteilt (Eberswalde, Gransee), die Frequenz 90,8 MHz von Antenne Brandenburg hingegen ersatzlos abgeschaltet, sodass Hörer im Barnim fortan nicht mehr die richtige Regionalausgabe aus Frankfurt (Oder), sondern nur noch die falsche Regionalausgabe aus Potsdam empfangen können.[19]
  • 30. März: Die Rundfunk-Verbände VPRT und APR veröffentlichen als Reaktion auf den angekündigten Rückzug der Media Broadcast aus dem UKW-Markt, eine Frankfurter Erklärung, in der ein Rahmen für die zukünftige technische Verbreitung von UKW-Radio in Deutschland definiert wird.[20]
  • 1. Mai: Beim österreichischen Kultur- und Informationssender Österreich 1 (Ö1) tritt eine Programmschemareform in Kraft. Neben einer Neugestaltung des Webauftritts, des Logos und des Claims werden neue Sendungen wie das Medienmagazin #doublecheck, die Gesprächssendung Punkt eins und Programmflächen wie der Ö1 Kunstsonntag eingeführt.[21]
  • 1. Oktober: Anlässlich des 50. Geburtstags des Senders (1. Oktober 1967) erhalten sämtliche Ö1-Sendungen neue Signationen. Die 100, oft nur wenige Sekunden langen Einzelkennungen wurden von Christian Muthspiel komponiert und vom Radio-Symphonieorchester eingespielt. Es handelt sich nach den von Werner Pirchner 1994 komponierten Kennungen um die zweite großflächige akustische Neugestaltung von Ö1.
  • 8. Dezember: Der Bayerische Rundfunk verzichtet wegen der veränderten Bedarfslage und aus Rücksicht auf die Interessen der bayerischen Zeitungsverleger auf den Frequenztausch zwischen seinen Hörfunkprogrammen BR-Klassik und Puls.[22]
  • 17. Dezember: Radio Vatikan wird in das neu gegründete multimediale Nachrichtenportal Vatican News überführt, das die journalistische Arbeit des Heiligen Stuhls fortan unter einer einheitlichen Dachmarke vereint.[23]

FernsehenBearbeiten

  • 1. Januar: China Central Television (CCTV) hat sein Auslandsfernsehen neu geordnet. Seit dem 1. Januar 2017 sendet das China Global Television Network (CGTN) auf Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Arabisch. Zu diesen Programmen hinzu tritt der englische Dokumentationskanal CGTN Documentary. Die Programme werden derzeit in Peking und in Nairobi produziert; eine europäische Niederlassung ist in Vorbereitung.[24][25]
  • 6. Januar: Nachdem bereits am 2. Januar TecTime TV einen Insolvenzantrag gestellt hat, wird nun auf unbestimmte Zeit der Sendebetrieb über Astra eingestellt.
  • 29. März: In einigen Ballungsgebieten in Deutschland beginnt der Regelbetrieb für DVB-T2 HD. Bis 2018 sollen alle bisherigen alten DVB-T-Sender durch DVB-T2 HD abgelöst werden.[26]
  • 29. Dezember: Das ARD-Mittagsmagazin sendet nach 28 Jahren zum letzten Mal aus München. Die langjährige Moderatorin Hannelore Fischer geht in den Ruhestand. Die Sendung zieht in ein neues Studio in Berlin mit neuen Moderatoren.

GestorbenBearbeiten

  • 4. Januar: Klaus Wildbolz (* 1937), österreichisch-schweizerischer Schauspieler, der aus vielen Fernsehserien bekannt war, stirbt 79-jährig.
  • 28. April: Erich Helmensdorfer (* 1920), deutscher Fernsehmoderator der Quizsendung Alles oder nichts und von heute, stirbt 96-jährig.
  • 6. November: Karin Dor (* 1938), deutsche Film- und Fernsehschauspielerin, stirbt 79-jährig.
  • 9. November: John Hillerman (* 1932), US-amerikanischer Schauspieler (Magnum, 1980–1988) stirbt 84-jährig.
  • 30. Dezember: Thomas Leif (* 1959), deutscher Journalist im öffentlichen Rundfunk (zuletzt beim SWR) stirbt 58-jährig

Siehe auchBearbeiten

Portal: Hörfunk – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Hörfunk
Portal: Fernsehen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Fernsehen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Weißes Haus schließt Journalisten von Pressekonferenz aus. In: evangelisch.de. 26. Februar 2017, abgerufen am 26. Februar 2017.
  2. Kai Ludwig: Trump plant Streichung der Gelder für den öffentlichen Rundfunk. In: Radio Eins Radio News. 16. März 2017, abgerufen am 17. März 2017.
  3. Vatican Radio Ends 85 Years of Independent Operations. In: National Catholic Register. (ncregister.com [abgerufen am 21. Januar 2017]).
  4. Kai Ludwig: Radio Vatikan nicht mehr eigenständig. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Radio Eins Radio News. Ehemals im Original; abgerufen am 21. Januar 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.radioeins.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Kai Ludwig: France Inter nicht mehr auf Langwelle@1@2Vorlage:Toter Link/www.radioeins.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. . In: Radio News. RBB Radio Eins. Medienmagazin. 1. Januar 2017.
  6. Kai Ludwig: Radio France nicht mehr auf Mittelwelle (Memento des Originals vom 6. Mai 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.radioeins.de. In: Radio News. RBB Radio Eins. Medienmagazin. 4. Januar 2016.
  7. Kai Ludwig: RTÉ nicht mehr auf Kurzwelle. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Radio Eins Radio News. 21. Januar 2017, ehemals im Original; abgerufen am 23. Januar 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.radioeins.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. Norwegen – Das Ende der UKW-Ära. In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 14. Januar 2017]).
  9. Reinhard Wolff: Ende des UKW-Radios in Norwegen: Stille unter der Mitternachtssonne. In: die tageszeitung. (taz.de [abgerufen am 14. Januar 2017]).
  10. Kai Ludwig: AFN und Deutschlandfunk tauschen Frequenzen@1@2Vorlage:Toter Link/www.radioeins.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. . In: Radio News. RBB Radio Eins. Medienmagazin. 28. Dezember 2016.
  11. Neue UKW-Frequenz: 98,7 erreicht 5 Millionen Hörer Pressemitteilung auf deutschlandradio.de vom 28. Dezember 2016.
  12. Patrick Jütte: AFN: US-Militärsender AFN zieht um. In: fr-online.de. 18. Januar 2017 (fr.de [abgerufen am 21. Januar 2017]).
  13. Kai Ludwig: Künftige Nutzung der bisherigen DLF-Frequenzen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Radio Eins Radio News. 6. Februar 2017, ehemals im Original; abgerufen am 7. Februar 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.radioeins.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  14. Frequenztausch bei Cosmo und Bremen Next – UKW-Frequenzen. Radio Bremen, 3. Februar 2017, abgerufen am 19. Februar 2017.
  15. Kai Ludwig: Bericht: RTÉ-Langwelle „mindestens bis 2019“. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Radio Eins Radio News. 25. Februar 2017, archiviert vom Original am 31. Oktober 2016; abgerufen am 26. Februar 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.radioeins.de
  16. RTÉ longwave 252 set to continue until at least 2019 after positive talks - Irish Post. In: Irish Post. 10. Februar 2017 (irishpost.co.uk [abgerufen am 26. Februar 2017]).
  17. Nach Regulierungsentscheidung: Media Broadcast stößt UKW-Geschäft ab. In: heise online. Abgerufen am 23. Juli 2017.
  18. Kai Ludwig: Radio Vatikan beendet terrestrisches Englisch für Asien. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Radio Eins Radio News. 25. März 2017, ehemals im Original; abgerufen am 29. März 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.radioeins.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  19. Nur einen Tag nach der Abschaltung: Sendemast Zehlendorf gesprengt - Radio Eins Medienmagazin (Memento des Originals vom 3. April 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.radioeins.de
  20. Frankfurter Erklärung: Diskriminierungsfreier Zugang zur UKW-Infrastruktur sicherstellen. In: RADIOSZENE.de. Abgerufen am 23. Juli 2017.
  21. "Anklang", "Des Cis", "#doublecheck": Ö1 ab 1. Mai neu. In: derstandard.at. Der Standard, 21. April 2017, abgerufen am 30. April 2017.
  22. Frequenztausch zwischen PULS und BR-Klassik abgeblasen. 8. Dezember 2017, abgerufen am 18. Dezember 2017 (deutsch).
  23. Ludwig Ring-Eifel: Aus Radio Vatikan wird Vatican News. Interview mit Pater Bernd Hagenkord über die Medienreform des Papstes. In: Medienkorrespondenz. 16. Dezember 2017 (medienkorrespondenz.de [abgerufen am 17. Dezember 2017]).
  24. China’s state broadcaster CCTV rebrands international networks as CGTN in global push. In: South China Morning Post. (scmp.com [abgerufen am 12. Januar 2017]).
  25. CGTN - About Us. In: cgtn.com. Abgerufen am 12. Januar 2017.
  26. Ulrike Kuhlmann: DVB-T2 HD: Regelbetrieb noch nicht ganz reibungslos. In: Heise Online. 29. März 2017, abgerufen am 29. März 2017.