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Rudolf May

deutsch-österreichischer SA-Führer

Rudolf May (* 5. Oktober 1902 in Schossendorf, Böhmisch-Leipa; † 8. Juli 1941 in der Sowjetunion) war ein österreichisch-deutscher SA-Führer, zuletzt im Rang eines SA-Brigadeführers.

Leben und BetätigungBearbeiten

May beteiligte sich bereits als Neunzehnjähriger im Jahr 1922 an der Gründung der österreichischen Sektion der NSDAP. Etwa zur selben Zeit engagierte er sich im Aufbau einer Ordnertruppe für diese, aus der schließlich der österreichische Zweig der nationalsozialistischen Sturmabteilung (SA) hervorging. In die 1925 neugegründete NSDAP (Mitgliedsnr. 52.963) trat May zur Jahreswende 1926/1927 ein.

Spätestens zum Ende der 1920er Jahre legte May den Schwerpunkt seiner Tätigkeit innerhalb der austronazistischen Bewegung auf die Betätigung innerhalb der Wiener SA. Mit der Beförderung zum SA-Oberführer mit Wirkung zum 1. Januar 1931 avancierte er zu einem der höchsten SA-Funktionäre in der Alpenrepublik.

Seine Teilnahme an gewaltsamen Aktionen der österreichischen NSDAP und SA führte dazu, dass May vor 1933 mindestens einmal verhaftet und zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt wurde. Im Juni 1933 wurde erneut ein Steckbrief der Polizeidirektion Wien für ihn erlassen. Der Festnahme konnte er sich entziehen, indem er untertauchte.

Am 24. Juni 1933 wurde May von Hermann Reschny zur Dienstleistung bei der Österreichischen Legion, einer sich aus ins Deutsche Reich geflüchteten österreichischen NS-Anhängern und -Sympathisanten rekrutierenden paramilitärischen Einheit, mit deren Aufstellung die NS-Regierung zu Anfang desselben Monats begonnen hatte. Nach seinem Dienstantritt im Lager Lechfeld bei Augsburg, wo sich die Legion konzentrierte, am 26. Juni 1933 übernahm May die Stellung des Adjutanten und Personalchefs der Legion. Neben Reschny und dem Stabschef der Legion Kirchbach zählte er fortan zum engsten Führungszirkel der Legion.

Seine Hauptaufgabe bei der Legion bestand in der Folgezeit darin, die aus Österreich ankommenden Flüchtlinge auf ihre politische Zuverlässigkeit im Sinne der Nationalsozialisten zu überprüfen und „Hochstapler“ und Spitzel zu identifizieren. Kommissarisch besorgte May außerdem von Juni bis August die Geschäfte des Verwaltungsführers des Lechfelder Lagers. Kurz darauf, am 1. Juli 1934, wurde er innerhalb der SA zum SA-Brigadeführer befördert.

Auf Anregung Reschnys erhielt May am 8. August 1933 von Heinrich Himmler einen Dienstausweis der Bayerischen Politischen Polizei (BPP). Als Verbindungsmann der Österreichischen Legion zur BPP war er fortan dazu ermächtigt, Personen, die er verdächtigte als Spitzel der österreichischen Regierung in die Österreichische Legion eingeschleust worden zu sein, selbständig verhaften zu lassen.

Zum 13. September 1933 wurde May in die Oberste SA-Führung versetzt. Am 16. Dezember 1933 wurde er als deutscher Staatsbürger naturalisiert.

Im Zusammenhang mit der Röhm-Affäre wurde May, der verdächtigt wurde an den angeblichen Umsturzbestrebungen des Stabschefs der SA-Röhm beteiligt gewesen zu sein, am 3. Juli 1934 verhaftet: Er wurde zunächst im Konzentrationslager Dachau gefangen gehalten und später ins Konzentrationslager Lichtenburg überführt. Von dort wurde er am 26. Juli 1934 auf Fürsprache Reschnys schließlich wieder auf freien Fuß gesetzt.

1936 übernahm May die Führung der SA-Brigade 137 in Magdeburg. Nach der gewaltsamen Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich im Frühjahr 1938 wurde er als Führer der Brigade 95 "Steiermark" nach Graz geschickt. Im Mai 1939 wurde May dann zur SA-Gruppe Mitteldeutschland zurückversetzt und vertretungsweise mit der Führung der SA-Brigade 38 in Halle an der Saale beauftragt, deren Führung er dann offiziell vom 1. Juni 1939 bis zu seinem Tod innehatte.

Ab 1940 nahm May als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil. Er starb während des Deutsch-Sowjetischen Krieges bei Kampfhandlungen in Russland im Juli 1941.

LiteraturBearbeiten

  • Michael E. Holzmann: Die österreichische SA und ihre Illusion von "Grossdeutschland", Berlin 2011.
  • Hans Schafranek: Söldner für den "Anschluss". Die Österreichische Legion 1933-1938, Wien 2011.