Filz-Brombeere

Art der Gattung Rubus
(Weitergeleitet von Rubus canescens)

Die Filz-Brombeere (Rubus canescens)[1] oder Filzige Brombeere ist die einzige Art der Serie Canescentes aus der Pflanzengattung Rubus in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).[2] Sie ist von Europa bis Westasien und dem Kaukasusraum weitverbreitet.[3]

Filz-Brombeere
Filz-Brombeere (Rubus canescens)

Filz-Brombeere (Rubus canescens)

Systematik
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Gattung: Rubus
Sektion: Brombeeren (Rubus)
Art: Filz-Brombeere
Wissenschaftlicher Name
Rubus canescens
DC.

BeschreibungBearbeiten

 
Zweig mit Laubblättern
 
Blütenstand
 
Blütenknospen und Blüte mit vielen Staubblättern
 
Früchte

Vegetative MerkmaleBearbeiten

Die Filz-Brombeere ist ein Strauch.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist unpaarig gefiedert und drei- oder fünfteilig. Die Blattoberseite ist meist dicht mit Sternhaaren bedeckt, und dadurch fühlen sich die Laubblätter oft weich an.[1] Die Blattunterseiten der Blättchen|Fiederblätter sind dicht filzig behaart. Die Fiederblättchen sind gestielt. Das Endfiederblatt ist bei einer Länge von 3 bis 7 Millimetern oval, verkehrt-eiförmig oder rhombisch. Die Nebenblätter sind bei einer Breite von 0,5 bis 1 Millimetern linealisch.[4]

Generative MerkmaleBearbeiten

Die Blütezeit reicht in Spanien von Juni bis August.[4] Im zylindrischen oder manchmal pyramidalen, dicht behaarten Blütenstand sind im oberen Bereich keine Blätter vorhanden, und darunter sind die Blätter dreiteilig, manchmal sind können auch fünfteilig sein.[4]

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind weiß flaumig behaart und zurückgebogen. Die fünf weißen (getrocknet gelben) Kronblätter sind bei einer Länge von 8 bis 11 Millimetern sowie einer Breite von 6 bis 8 Millimetern meist oval, manchmal verkehrt-eiförmig oder fast kreisförmig. Es sind viel Staubblätter vorhanden. Die Staubbeutel sind kahl. Die Fruchtblätter sind kahl.[4]

Die Filz-Brombeere ist diploid, und die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.[2][4]

Verbreitung und GefährdungBearbeiten

Rubus canescens ist von Europa bis Westasien und dem Kaukasusraum weitverbreitet. Es gibt Fundortangaben für Portugal, Spanien, Frankreich (inklusive Korsika), Belgien, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, die Schweiz, Italien (inklusive Sizilien), Tschechien, Ungarn, Polen, die Slowakei, Slowenien, Serbien, Kroatien, Bosnien und Herzegovina, Bulgarien, Montenegro, Rumänien, Albanien, Nordmazedonien, Griechenland (inklusive Kreta), Moldawien, die Ukraine, die Krim, Israel, Jordanien, Libanon, die Türkei, Syrien, Aserbaidschan und Georgien.[5][3]

Für Deutschland gilt Rubus canescens als nicht gefährdet; für Baden-Württemberg ist die Datenlage unzureichend, in Bayern (dort kommt sie nur nördlich der Donau vor) sowie in Hessen wird sie als „nicht gefährdet“ bewertet, in Nordrhein-Westfalen ist sie sehr selten, in Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie in Thüringen gilt sie als gefährdet mit unklarem Status; in anderen Bundesländern kommt sie nicht vor.[6]

Rubus canescens ist in der Roten Liste der gefährdeten und seltenen Gefässpflanzen des Fürstentums Liechtenstein 2006 als „Vom Aussterben bedroht“ (= CR) bewertet. Nur in kleinen Beständen und nur an wenigen Standorten kommt Rubus canescens in Liechtenstein vor, daher wird vermutet, dass die Art in Liechtenstein vollständig verschwinden kann.[7]

In der Schweiz gilt Rubus canescens in der Roten Liste 2016 der Gefässpflanzen der Schweiz als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“.[8]

SystematikBearbeiten

Die Erstbeschreibung von Rubus canescens erfolgte 1813 durch Augustin Pyramus de Candolle. Synonyme für Rubus canescens DC. sind: Rubus albicans Kit., Rubus argenteus C.C.Gmel. nom. illeg., Rubus australis A.Kern. non G.Forst., Rubus cistoides Pau, Rubus hypoleucus Vest, Rubus ibericus Sennen & T.S.Elias non Juz., Rubus lloydianus Genev., Rubus triphyllus Bellardi non Thunb., Rubus tomentosus subsp. lloydianus (Genev.) Sudre, Rubus canescens subsp. lloydianus (Genev.) Soó.[5]

Die Rubus canescens ist die einzige Art der Serie Canescentes H.E.Weber, die zur Untersektion Hiemales aus der Sektion Rubus in der Untergattung Rubus innerhalb der Gattung Rubus gehört.[2]

QuellenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Heinrich Egon Weber: Bislang unbeachtete Rubus-Arten in Bayern und angrenzenden Gebieten. In: Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. Band 60, 1989, S. 5–20 (online (PDF) auf ZOBODAT).
  • Arto Kurtto, Heinrich Egon Weber, Raino Lampinen, Alexander N. Sennikov (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. 15. Rosaceae (Rubus). Tiedekirja & Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 2010, ISBN 978-951-9108-16-2.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Rubus canescens DC., Filz-Brombeere. FloraWeb.de
  2. a b c Heinrich Egon Weber: Bislang unbeachtete Rubus-Arten in Bayern und angrenzenden Gebieten. In: Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. Band 60, 1989, S. 5–20 (online (PDF) auf ZOBODAT).
  3. a b Rubus canescens im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 27. Juni 2019.
  4. a b c d e Flora Iberica, In: Datenblatt bei Flora Vascular mit Verbreitung in Spanien.
  5. a b A. Kurtto, H. E. Weber, 2009: Rubus. In: A. Kurtto, (Hrsg.): Rosaceae.: Datenblatt Rubus canescens DC. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  6. Michael Hassler, Bernd Schmitt: Datenblatt mit Foto bei Flora von Deutschland - Eine Bilder-Datenbank, Version 5.10.
  7. Mario F. Broggi, Edith Waldburger, Rudolf Staub: Rote Liste der gefährdeten und seltenen Gefässpflanzen des Fürstentums Liechtenstein 2006. In: Bericht Botanisch-Zoologische Gesellschaft Liechtenstein-Sargans-Werdenberg, Band 32, Schaan 2006, S. 63. Volltext-PDF.
  8. Rote Liste 2016 der Gefässpflanzen der Schweiz, Herausgegeben von Bundesamt für Umwelt BAFU und Info Flora – Nationales Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora Bern. Volltext-PDF. Rubus canescens auf S. 150.

WeblinksBearbeiten

Commons: Filz-Brombeere (Rubus canescens) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien