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Rott (Landkreis Landsberg am Lech)

Gemeinde im Landkreis Landsberg am Lech in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rott
Rott (Landkreis Landsberg am Lech)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rott hervorgehoben
Koordinaten: 47° 54′ N, 10° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Verwaltungs­gemeinschaft: Reichling
Höhe: 702 m ü. NHN
Fläche: 19,74 km2
Einwohner: 1618 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86935
Vorwahl: 08869
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 137
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Weilheimer Straße 16
86935 Rott
Website: www.rott-lech.de
Bürgermeister: Quirin Krötz
Lage der Gemeinde Rott im Landkreis Landsberg am Lech
AmmerseeLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis AugsburgLandkreis OstallgäuLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis StarnbergLandkreis FürstenfeldbruckWindachWeil (Oberbayern)Utting am AmmerseeUnterdießenThainingPürgenSchwiftingSchondorf am AmmerseeScheuringRott (Landkreis Landsberg am Lech)ReichlingPrittrichingVilgertshofenPenzing (Bayern)ObermeitingenLandsberg am LechKinsauKauferingIglingHurlachHofstetten (Oberbayern)GreifenbergGeltendorfFuchstalFinningEresingEgling an der PaarEching am AmmerseeDießen am AmmerseeDenklingenApfeldorfKarte
Über dieses Bild
Rott, LL v S.JPG

Rott ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Reichling.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Rott liegt zwischen Landsberg und Weilheim und zwischen Ammersee und Lech an der Kreuzung der Straßen von Weilheim nach Landsberg und von Dießen nach Schongau im Gebiet des so genannten Lechrain, etwa vier Kilometer nordwestlich des bekannten Klosterdorfes Wessobrunn.

Zum Gemeindegebiet gehören der Eich- oder Kalvarienberg, ein Moränenhügel, der mit 753 m einer der höchsten Punkte im Landkreis Landsberg ist, und der etwa zwei Kilometer südlich in einem Hochmoor liegende Engelsrieder See. Der Ort liegt an einem leicht geneigten Südhang in einer eiszeitlichen Moränenlandschaft. Östlich von Rott erstreckt sich der Forst Bayerdießen.

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Ortsteile Rott, Pessenhausen, Riedhof, Straußhof und Felderhof.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Eine erste Besiedelung ist anhand von Hügelgräbern in der Hallstattzeit nachweisbar. Aus der La-Tène-Zeit stammt eine keltische Viereckschanze zwischen Rott und Reichling. In der Römerzeit verlief die Straße von Epfach (Abodiakum) nach Raisting (Urusa) über das heutige Gemeindegebiet. Römische Siedlungsnachweise wurden bisher zwar nicht entdeckt, aber es wurde eine Bronzebüste des römischen Gottes Bacchus gefunden, die heute in der Prähistorischen Staatssammlung in München ausgestellt ist. Die germanischen Reihengräber im Ortsgebiet werden auf das 7. Jahrhundert nach Christus datiert.

Der Ortsname Rott wird als Rota erstmals 1078 erwähnt und leitet sich vom Rottbach ab, der oberhalb des 1510 angelegten Engelsrieder Sees entspringt und diesen speist. Der Name könnte aus germanischer Zeit stammen und sich auf die rotbraune Farbe des Flusswassers beziehen. Rota lässt sich aber auch indogermanisch als ‚eilendes Wasser‘ deuten.

Im 13. Jahrhundert kam Rott zur Grundherrschaft des Klosters Wessobrunn. Im Jahr 1397 gehören 19, um 1800 bereits 43 der 54 Anwesen in Rott zur Klosterhofmark. Mit der Inkorporation der Pfarrei nach Wessobrunn 1226 erlangte die Gemeinde erst nach der Säkularisation 1803 wieder den Status einer eigenständigen Pfarrei und konnte sich zu einer auch in ökonomischer wie sozialer Hinsicht eigenständigen Einheit entwickeln.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Einen gravierenden Wandel erfuhr Rott nach dem Zweiten Weltkrieg, als das damals etwa 600 Einwohner zählende Dorf 300 Heimatvertriebene aufnehmen musste. Hierdurch entwickelte sich Rott von einem traditionellen Bauerndorf zu einer stärker industriell geprägten Gemeinde mit wachsendem Pendleranteil.

Die Einwohnerzahlen ab 1840 beziehen sich auf die heutige Gemeindefläche.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 371 626 608 991 925 961 1018 1124 1327 1418 1492 1472 1577

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber über einem gesenkten blauen Wellenbalken, darin ein silberner Holzschuh, schräg gekreuzt ein roter Schlüssel und ein blaues Rodungsbeil mit rotem Stiel.

BürgermeisterBearbeiten

Quirin Krötz (Dorfgemeinschaft) ist seit Mai 2002 der Bürgermeister.[3]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • die alte Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in der Ortsmitte mit reichem Rokokoschmuck (Stuck von Michael Merk, Deckengemälde, die Johanneslegende darstellend, von Johann Baptist Baader („Lechhansl“), Skulpturen von Franz Xaver Schmädl); nördlich das ehemalige Pfarrhaus
  • die Ottilienkapelle am nördlichen Ortsrand aus dem Jahr 1483, mit barocker Ausstattung (Michael Merk, Sebastian Jaud, Matthäus Günther) und alten Votivtafeln
  • die neue Pfarrkirche zur Heiligen Familie (eingeweiht 1965) mit grünem Friedhof
  • der Kalvarienberg mit den 14 Kreuzwegstationen von 1878 und der Lourdesgrotte von 1894. Schöner, schattiger Wanderweg die Kreuzwegstationen hinauf, dann über den Kreuzberg bei herrlicher Aussicht auf die Alpenkette zur Ottilienkapelle
  • der Engelsrieder See, circa 2 km südlich von Rott, beliebter Badesee (Moorsee) am Rande eines Naturschutzgebiets
  • das Dorfmuseum, das mit wechselnden Ausstellungen die Geschichte des Lechrains dokumentiert
  • der Naturlehrpfad und die Streuobstwiese am Lugensee

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rott (Landkreis Landsberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Heide Weißhaar-Kiem: Landkreis Landsberg am Lech. Hrsg.: Landkreis Landsberg am Lech. 1. Auflage. EOS Verlag St. Ottilien, 2010, ISBN 978-3-8306-7437-5, S. 279.
  3. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/