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Rostow am Don (russisch Росто́в-на-Дону́, Rostow-na-Donu) ist eine der größten Städte im europäischen Teil der Russischen Föderation. Sie liegt im Süden des Landes, 46 Kilometer vor der Mündung des Dons in das Asowsche Meer. Sie ist zugleich Hauptstadt des Rostower Gebiets und wird als „Tor zum Kaukasus“ bezeichnet.

Stadt
Rostow am Don
Ростов-на-Дону
Rostow am Don
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Südrussland
Oblast Rostow
Stadtkreis Rostow am Don
Oberhaupt Sinaida Nejarochina
Gegründet 1749
Stadt seit 1807
Fläche 354 km²
Bevölkerung 1.089.261 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 3077 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 70 m
Offizielle Sprache russisch
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl +7 (863)
Postleitzahl 344xxx
Kfz-Kennzeichen 61, 161
OKATO 60 401
Website www.rostov-gorod.ru
Geographische Lage
Koordinaten 47° 14′ N, 39° 43′ OKoordinaten: 47° 14′ 0″ N, 39° 43′ 0″ O
Rostow am Don (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Rostow am Don (Oblast Rostow)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Rostow
Liste der Städte in Russland

Die Stadt ist mit 1.115.000 Einwohnern (2015)[2] die zehntgrößte Stadt Russlands. In der Rostower Agglomeration leben knapp 2,16 Millionen Menschen.[3] Rostow am Don liegt 1100 Kilometer südlich von Moskau. Es bildet das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Südrusslands.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Die Stadt befindet sich im Südosten der Osteuropäischen Ebene, die meisten Stadtteile liegen am rechten Ufer des Dons, 46 km vor seiner Einmündung in das Asowsche Meer. Die südwestlichen Stadtteile grenzen an das Delta des Flusses Don. Die geografische Lage der Stadt unweit des Schwarzen, des Asowschen und des Kaspischen Meeres und die Kanäle, die Rostow mit der Ostsee und dem Weißen Meer verbinden, haben ihr den Beinamen „Stadt der fünf Meere“ eingebracht.

KlimaBearbeiten

Am wärmsten ist es im Monat Juli. Es werden dann durchschnittliche Temperaturen von +24 °C erreicht. Mit im Durchschnitt −4,2 °C ist der Januar der kälteste Monat des ganzen Jahres.

Rostow am Don
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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0
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7
1
 
 
75
 
2
-3
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: World Meteorological Organization
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Rostow am Don
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −1,3 −0,2 5,7 16,3 23,1 26,9 29,2 28,4 22,8 14,1 7,1 1,9 Ø 14,6
Min. Temperatur (°C) −7,4 −6,6 −1,7 6,2 12,1 15,7 17,5 16,5 11,5 5,2 1,3 −3,3 Ø 5,6
Niederschlag (mm) 55 43 37 46 54 59 56 37 38 33 54 75 Σ 587
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
−1,3
−7,4
−0,2
−6,6
5,7
−1,7
16,3
6,2
23,1
12,1
26,9
15,7
29,2
17,5
28,4
16,5
22,8
11,5
14,1
5,2
7,1
1,3
1,9
−3,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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GliederungBearbeiten

Historisch besteht Rostow aus zwei Stadtkernen, dem eigentlichen Rostow und dem 1920 eingemeindeten Nachitschewan, einer ehemaligen Kolonie armenischer Exilanten, die noch immer eine große armenische Gemeinde beheimatet. Administrativ ist die Stadt in acht Bezirke gegliedert (Woroschilowski, Schelesnodoroschny, Kirowski, Leninski, Oktjabrski, Perwomaiski, Proletarski und Sowetski). Diese orientieren sich nicht an den historischen Grenzen der beiden einstmals eigenständigen Städte. Der einwohnerreichste Bezirk ist Woroschilowski, der erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand und durch Plattenbausiedlungen gekennzeichnet ist. Das eigentliche Zentrum sind die Bezirke Kirowski und Leninski. Das Stadtgebiet liegt zum größten Teil am nördlichen Donufer. Der einzige Stadtteil am Südufer, Saretschnaja ist durch Hafen- und Industrieanlagen geprägt.

Die Rostower Agglomeration mit ihren knapp 2,2 Millionen Einwohnern ist weitläufiger und umfasst unter anderem die Städte Asow, Aksai und Bataisk. Vor Rostow liegt im Don die „Grüne Insel“ (Seljony ostrow), eine mehrere Quadratkilometer große, bewaldete Insel, die von den Rostowern als Naherholungsgebiet benutzt wird.

GeschichteBearbeiten

Das Gebiet um Rostow am Don war bereits in der Antike besiedelt, rund 30 Kilometer westlich der Stadtgrenzen befand sich die griechische Kolonie Tanais. Später wurde die Region eine genuesische Kolonie und gelangte Ende des 15. Jahrhunderts schließlich an die Osmanen, wenngleich die Saporoger Kosaken häufige Feldzüge bis ans Asowsche Meer unternahmen. Im 18. Jahrhundert, nach mehreren Kriegen mit den Osmanen, übernahm Russland endgültig die Kontrolle über die nördliche Schwarzmeerregion und das Kaukasusgebiet.

RusslandBearbeiten

Auf dem Gebiet Rostows befanden sich seit 1749 ein Zollhaus und ein Hafen. Der Ort selbst wurde im Jahr 1761 unter Elisabeth Petrowna zum Schutz russischer Handelswege als Festungssiedlung an der Südgrenze des Reiches gegründet. Benannt wurde sie nach dem Metropoliten Dimitri von Rostow. Nachdem es Russland im 18. Jahrhundert gelungen war, die Osmanen aus dem gesamten nördlichen Schwarzmeergebiet (Tifliser Militärbezirk) zu verdrängen, verlor Rostow an militärischer Bedeutung, wurde zu einem bedeutenden Handelszentrum und überholte schnell das nahegelegene Asow. Rostow erhielt 1797 den Stadtstatus und fungierte seitdem als Kreisstadt.

Als meeresnaher Flusshafen stieg Rostow am Don im 19. Jahrhundert zum wichtigsten Handelsmittelpunkt und Verkehrsknoten im Süden Russlands auf. Im 19. Jahrhundert war die Stadt das administrative Zentrum des Ujesd Rostow im Gouvernement Jekaterinoslaw. Seit 1887 gehörte Rostow zum Gebiet des Don-Heeres. Die industrielle Entwicklung setzte in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Auf der Basis der Donbasskohle und der Eisenerze von Kriwoi Rog wurde 1846 eine Eisengießerei errichtet und 1859 begann die Produktion von Dampfkesseln und -pumpen. Eisenbahnverbindungen nach Charkow (1871), nach Woronesch (1871) und nach Wladikawkas (1875) wurden eröffnet. Mit dem industriellen Aufschwung ging eine rasante Zunahme der Bevölkerungszahl einher, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren bereits etwa 140 Industriebetriebe in der Stadt ansässig. Der Hafen im Süden Russlands war einer der größten Umschlagplätze vor allem für den Export von Getreide, Eisenerz und Holz.

Historisch besteht Rostow aus zwei Teilen: Rostow und Nachitschewan. Nachitschewan war eine selbständige von Armeniern bewohnte Stadt, die von Katharina II. im 18. Jahrhundert vom Kaukasus hierher übersiedelt wurden. Die ehemalige Grenze zwischen den zwei Städten ist der Theaterplatz. Nachitschewan ist Heimat einer großen armenischen Gemeinde.[4]

Bei der Volkszählung von 1897 wurde für Rostow am Don eine Einwohnerzahl von 119.500 ermittelt, davon 79,2 % Russen, 9,4 % Juden, 4,7 % Ukrainer, 1,9 % Armenier und 1,0 % Tataren.[5] In den 1920er Jahren stieg Rostow am Don zur drittgrößten Stadt Russlands auf, wobei die bis dahin selbständige Nachbarstadt Nachitschewan am Don eingemeindet wurde. Dementsprechend wuchs durch die Eingemeindung der Anteil der Armenier in Rostow. Im Jahre 1939 hatte die Stadt mehr als 500.000 Einwohner.[6]

Nach der Auflösung des Gebiets des Don-Heeres 1920 war Rostow in der frühen Sowjetunion Hauptstadt mehrerer wechselnder Verwaltungseinheiten: von 1920 bis 1924 der Oblast Don, 1924 der Oblast Südost, 1924 bis 1934 des Krai Nordkaukasus und von 1934 bis 1937 des Krai Asow-Schwarzmeer. Im Jahre 1937 wurde die bestehende Oblast Rostow gegründet.

 
Rostow Anfang des 20. Jahrhunderts

Zweiter WeltkriegBearbeiten

 
Ostkrieg 1941, Rückzug aus Rostow am Don
 
Smijowskaja Balka, heutige Gedenkstätte

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt erstmals am 20. November 1941[7] in der Schlacht um Rostow vom deutschen III. Armeekorps eingenommen. Bereits zwei Tage später begann jedoch der massive Gegenangriff der Roten Armee. Am 28. November verließen die deutschen Truppen zusammen mit kollaborierenden Kosaken Rostow am Don und zogen sich nach Taganrog zurück. Auf ihrem Rückzug hinterließen sie eine Schneise der Verwüstung. Viele Fabriken und Wohnhäuser wurden von ihnen zerstört und niedergebrannt. 200 sowjetische Kriegsgefangene wurden nur wenige Stunden vor der Befreiung der Stadt am Bahnhof erschossen. Etwa 3000 Bewohner der Stadt kamen in diesen acht Tagen bei Luftangriffen und Kämpfen ums Leben.

Nachdem die Rote Armee die Stadt befreit hatte, wurde sofort mit dem Wiederaufbau der zerstörten Fabriken und Häuser begonnen. Grundlage war die Annahme, dass die Deutschen die Stadt nicht noch einmal erobern können. Am 24. Juli 1942 wurde die Stadt jedoch durch die Vorhut des XXXXIX. Gebirgskorps und Einheiten der 5. SS-Panzer-Division „Wiking“ zum zweiten Mal besetzt.

Die in Rostow lebenden Juden mussten sich am 11./12. August 1942 in einem Schulgebäude versammeln und wurden zur Smijowskaja Balka (Schlangenschlucht) getrieben, wo sie erschossen wurden. Unter ihnen waren die damals 57-jährige Psychoanalytikerin Sabina Spielrein und ihre beiden Töchter Renata und Eva.

Nach heftigen Kämpfen wurde die Stadt im Februar 1943 erneut zurückerobert und endgültig befreit. In der Stadt bestanden die drei Kriegsgefangenenlager 251, 421 und 475 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[8]

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte schnell die Beseitigung der Zerstörungen und bereits in den 1950er Jahren war die Einwohnerzahl höher als vor dem Krieg. Ende der 1980er Jahre wurde Rostow zur Millionenstadt.

Seit 1991Bearbeiten

Mit dem Zerfall der Sowjetunion ging die Industrieproduktion in den 1990er Jahren stark zurück. Ende des Jahrzehnts wurde Rostow am Don als größter Industriestandort des Nordkaukasus von Krasnodar ersetzt. Im Jahr 2001 fiel die Einwohnerzahl unter eine Million. Seit 2002 ist eine Trendwende zu beobachten. Sie ist verbunden mit einem erneuten Anstieg der Einwohnerzahl, teils durch Zuwanderung von Flüchtlingen aus den ethnischen Krisengebieten des Kaukasus, zum Teil auch durch eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage seit Anfang der 2000er Jahre. Seine Funktion als großer internationaler Verkehrsknotenpunkt kann Rostow zunehmend ausbauen. Im Jahr 2000 wurde Rostow am Don zur Hauptstadt des Föderationskreises Südrussland ernannt.

 
„Stadt des militärischen Ruhms“

Am 5. Mai 2008 erhielt die Stadt vom Präsidenten der Russischen Föderation per Ukas den Ehrentitel „Stadt des militärischen Ruhms“.

Rostow am Don war ein Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland.

Bevölkerung und EthnienBearbeiten

Bei der letzten Volkszählung am 14. Oktober 2010 lebten 1.089.261 Menschen in der Stadt. 2014 wurde die Einwohnerzahl mit 1.109.800 angegeben.[9] In der Agglomeration leben knapp 2,2 Millionen Menschen,[3] im erweiterten Großraum etwa 2,7 Millionen.[10]

Die überwiegende Mehrheit der Stadtbewohnerrechnet sich dem Volk der Russen zu, doch gibt es eine Vielzahl weiterer Ethnien in Rostow am Don. Ende der 1980er Jahre wurde Rostow am Don zur Millionenstadt. Neben Russen als dominierenden Volksgruppe sind die Gemeinden der Armenier und Ukrainer historisch bedeutend. Rostow war und ist ein wichtiges Zentrum der armenischen Diaspora. In der Nähe von Rostow befindet sich die Kleinstadt Tschaltyr, die mehrheitlich von Armeniern bewohnt wird. Der Anteil der Ukrainer in Rostow und Umgebung war im 19. und frühen 20. Jahrhundert deutlich höher und ist in Folge der langen Assimilation stark zurückgegangen, sie beträgt unter 2 % der Einwohner. Während in Rostow selbst Anfang des 20. Jahrhunderts nur wenige Ukrainer lebten, waren 1897 im Umland von Rostow jedoch rund ein Drittel der Bevölkerung Ukrainer.[5]

 
Im Zentrum der Stadt
 
Haus der Stadtduma von Rostow am Don
 
Uferpromenade der Stadt
Insgesamt lebten im Jahr 1989 Angehörige von insgesamt 106 verschiedenen Ethnien in Rostow am Don.
Nationalität Anzahl Prozent
Russen 960.883 90,1 %
Armenier 041.553 3,4 %
Ukrainer 016.249 1,5 %
Aserbaidschaner 006.739 0,6 %
Tataren 005.299 0,5 %
Georgier 003.960 0,4 %
Weißrussen 002.874 0,3 %
Koreaner 002.792 0,3 %
Juden 002.403 0,2 %
Lesgier 001.660 0,2 %
Kirgisen 001.374 0,1 %
Usbeken 001.188 0,1 %
Tschetschenen 001.073 0,1 %
Osseten 000992 0,1 %
Griechen 000950 0,1 %
Inguschen 000928 0,1 %
Roma 000893 0,1 %
Tadschiken 000852 0,1 %

Stadtbezirke (Rajony)Bearbeiten

Nr. Rajon Russischer Name Fläche
km²
Einwohner[11]
1 Woroschilowski Ворошиловский 38,0 215.400
2 Schelesnodoroschny Железнодорожный 69,0 102.200
3 Kirowski Кировский 18,6 065.200
4 Leninski Ленинский 13,0 080.900
5 Oktjabrski Октябрьский 49,5 166.200
6 Perwomayski Первомайский 44,1 182.100
7 Proletarski Пролетарский 37,1 119.800
8 Sowetski Советский 85,4 178.000

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
18111897193919591970197919892002201020112012201320142015
4.000119.500502.928*599.542788.827934.0951.019.3051.068.2671.089.2611.091.5441.099.5001.104.0001.109.8001.115.000

* sowie 7.284 Arbeitersiedlung Nischne-Gnilowskoi (eingemeindet vor 1959)

ReligionenBearbeiten

 
Die Rostower Synagoge

Dominierende Glaubensrichtung in Rostow am Don ist das Christentum. Die größte christliche Glaubensrichtung der Stadt ist die Russisch-Orthodoxe Kirche, die mit 41 Kirchen und Klöstern vertreten ist. Die meisten von ihnen wurden nach 1990 neu gebaut oder wieder eingerichtet. Darüber hinaus existiert eine Kirche der Altorthodoxen sowie eine griechisch-orthodoxe Kirche. Es gibt drei Kirchen der Armenischen Apostolischen Kirche, die römisch-katholische Abendmahl-Jesu-Kirche, ein Bethaus der Evangeliumschristen-Baptisten sowie ein Adventhaus der Siebenten-Tags-Adventisten.

Darüber hinaus gibt es in Rostow am Don mehrere Moscheen, eine Synagoge sowie einen buddhistischen Tempel.

Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kirche Kirche des heiligen Dimitri Kirche des heiligen Georg Kirche des heiligen Märtyrers und Heilers Panteleimon Kathedrale der Geburt der heiligen Mutter Gottes

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Der Rostower Hauptbahnhof bei Nacht (September 2009)

Wichtigste Industriezweige der Stadt sind die holzverarbeitende Industrie sowie die funkelektronische, elektrotechnische und chemische Produktion. Daneben werden im Gebiet der Stadt Rostow wegen seiner fruchtbaren Schwarzböden in großem Umfang landwirtschaftliche Produkte erzeugt, insbesondere Getreide. Die Region ist eines der bedeutendsten Steinkohleabbaugebiete der Russischen Föderation. In Rostow befindet sich auch die Zentrale des größten osteuropäischen Herstellers von landwirtschaftlichen Maschinen, Rostselmasch. Nahe der Stadt Wolgodonsk befindet sich das Kernkraftwerk Rostow, das seit 2001 Elektrizität erzeugt.

VerkehrBearbeiten

Rostow am Don ist ein Verkehrsknotenpunkt Südrusslands. So befindet sich dort ein großer Bahnhof, der den wichtigsten Eisenbahnknotenpunkt des Südens bildet, und ein internationaler Flughafen, mit der Lage am Fluss ein wichtiger Binnenhafen am Don. Die Stadt ist Verwaltungssitz der Nordkaukasischen Regionaldirektion der Russischen Staatsbahn. Die Direktion betreibt alle Eisenbahnlinien samt zugehöriger Infrastruktur im Großraum Rostow, sowie ein über 6300 Kilometer langes Schienennetz.

Rostow am Don ist mit der russischen Hauptstadt Moskau über die Fernstraße M4 Don und deren etwa zwei Kilometer langen, vierspurig ausgebauten Zubringer verbunden. Gleichzeitig ist die Stadt Ausgangspunkt der Abzweigung A280, die einen Teil der Europastraße 58 darstellt und in westlicher Richtung zur ukrainischen Grenze über Taganrog führt.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Sehenswürdigkeiten sind die Kunstgalerie, die verschiedenen großen Kirchen im Stadtzentrum, unter anderem die von Konstantin Thon erbaute Kathedrale, das Musiktheater, der Zirkus, das Oblastmuseum und die Öffentliche Bibliothek.

Im Sommer lädt das Don-Ufer mit seinen Gastronomiebuden und Schiffsanlegern zum Flanieren ein. In der Stadt befindet sich der Botanischer Garten der Südlichen Föderalen Universität.

An der rund vier Kilometer langen Haupteinkaufstraße Bolschaja Sadowaja uliza liegen Theater, Museen und Konzerthallen. Im Zuge der Vorbereitung auf die Fußballweltmeisterschaft 2018 wurde der Soborny pereulok, der die Bolschaja-Sadowaja-Straße mit der Rostower Kathedrale verbindet, teilweise zur Fußgängerzone umgestaltet.

Der am nördlichen Donufer gelegene Teil der Stadt, in dem sich viel historische Bausubstanz befindet, wird seit einigen Jahren revitalisiert. Im Stadtteil Nachitschewan befindet sich die armenische Gregor-der-Erleuchter-Kirche, neben der das armenische Konsulat steht.

Weiterführende BildungseinrichtungenBearbeiten

 
Das Verwaltungsgebäude des Rostower Gebiets mit dem Monument der Don-Kosaken

Die Stadt verfügt über vier Universitäten und zahlreiche weitere Hochschulen. Die ehemals größte Universität der Stadt war die Rostower Staatsuniversität (RGU) die bereits im Jahr 1915 eröffnet wurde. Im Januar 2007 fusionierte die RGU mit weiteren Rostower und südrussischen Universitäten zur JUFU, der Südlichen Föderalen Universität. Sie zählt mit rund 33.000 Studenten zu den größten Universitäten des Landes außerhalb von Sankt Petersburg und Moskau, hinzu die Staatliche Technische Universität des Dongebiets.

Es existieren pädagogische, ökonomische und medizinische Institute in der Stadt.

  • Fakultät der Staatlichen Akademie für Wasserstraßenverkehr des Wolgagebiets
  • Filiale der Belgoroder Universität der Verbraucherkooperative
  • Filiale der Staatlichen Handelsuniversität Moskau
  • Filiale der Moskauer Staatlichen Technischen Universität für Zivilluftfahrt
  • Filiale der Moskauer Technischen Universität für Fernmeldewesen und Informatik
  • Filiale der Russischen Zollakademie
  • Filiale der Sankt Petersburger Staatlichen Kunstakademie
  • Filiale der Taganroger Staatlichen Universität für Nachrichtentechnik
  • Filiale des Instituts für Internationales Recht und Ökonomie
  • Filiale des Moskauer Instituts für Unternehmertum und Recht
  • Filiale des Moskauer Staatlichen Ferninstituts der Nahrungsindustrie
  • Freies Russisch-Deutsches Institut für Publizistik Rostow am Don, FRDIP
  • Institut für Business und Recht Rostow am Don
  • Institut für Internationales Business
  • Institut für Verwaltung, Business und Recht
  • Juristisches Instituts der Donregion
  • Nordkaukasische Akademie für Staatsdienst
  • Nordkaukasisches Businessinstitut
  • Nordkaukasisches Institut für Anthropologie und angewandte Soziologie
  • Rostower Filiale der Staatlichen Technischen Universität Nowotscherkassk
  • Rostower Hochschule des Innenministeriums Russlands
  • Rostower Institut für Automatisierung und Maschinenbautechnologie
  • Rostower Institut für Business und Recht
  • Rostower Institut für Business und Unternehmertum
  • Rostower Institut für Fremdsprachen
  • Rostower Juristisches Institut
  • Rostower Militärinstitut für Raketentruppen
  • Rostower Staatliche Akademie für Bauwesen
  • Rostower Staatliche Bauuniversität
  • Rostower Staatliche Medizinuniversität
  • Rostower Staatliche Ökonomische Universität
  • Rostower Staatliche Pädagogische Universität
  • Rostower Staatliche Universität
  • Rostower Staatliche Universität für Verkehrsverbindung
  • Rostower Staatliches Architekturinstitut
  • Rostower Staatliches S.-W.-Rachmaninow-Konservatorium
  • Staatliche Agraruniversität der Donregion
  • Staatliche Akademie für Landwirtschaftlichen Maschinenbau Rostow am Don
  • Staatliche Technische Universität des Dongebiets
  • Südrussisches Geisteswissenschaftliches Institut
  • Südliche Föderale Universität
  • Zentrum für Internationale Technologische Zusammenarbeit in Lehre und Wissenschaft „Internauka“
Rostower Staatliche Universität für Verkehrsverbindung Staatliche Technische Universität des Dongebiets Institut für Verwaltung, Business und Recht

SportBearbeiten

 
Im Stadion des FK Rostow bei einem Spiel gegen Lokomotive Moskau

Die beiden Fußballvereine FK Rostow (Premjer-Liga) und FK SKA Rostow sind in Rostow am Don beheimatet. Ihre Heimspiele tragen Sie im 15.840 Zuschauer fassenden Olimp-2 von Rostow aus, das im Jahre 1930 eröffnet wurde. Rostow am Don war bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland einer der Austragungsorte.[12] Hierzu wurde das 43.702 Zuschauer fassende neue Stadion Rostow-Arena gebaut.

In der Stadt befindet sich mit dem GK Rostow am Don ein Handballverein der russischen Liga.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Zu den bekanntesten Söhnen und Töchtern der Stadt gehören unter anderem der Komponist Andrei Paschtschenko, die Schauspieler Sinaida Reich und Alexander Kaidanowski, der Mathematiker Leonid Sedow, der Schachspieler Savielly Tartakower, der Geheimagent Geworg Wardanjan, die Popsängerinnen Irina Allegrowa und Eva Rivas, die Schriftsteller Mikael Nalbandjan und Wera Panowa, der Maler Martiros Sarjan, die Leichtathletin Antonina Kriwoschapka (* 1987), der Komponist und Violinist Efrem Zimbalist, der Polarforscher Georgi Sedow oder die Physiker Jakow Frenkel und Juri Oganessjan.

Nicht in der Stadt geboren, aber länger dort ansässig waren die Literaturnobelpreisträger Michail Scholochow und Alexander Solschenizyn.

PartnerstädteBearbeiten

 
Symbolischer Wegweiser zu den Partnerstädten mit entsprechender Entfernungsangabe (2006)

Rostow am Don listet folgende Partnerstädte auf:

Diplomatische und konsularische VertretungenBearbeiten

In Rostow am Don befinden sich die nachfolgend aufgeführten diplomatischen sowie konsularischen Vertretungen (in Klammern die Adresse).[13]

  • Armenien  Armenisches Generalkonsulat (ul. 12 linija, 4)
  • Vereinigtes Konigreich  Britisches Visazentrum (ul. Sozialistitscheskaja, 74, ofis 1308)
  • Bulgarien  Bulgarisches Visazentrum
  • Deutschland  Deutsches Visazentrum (seit Januar 2013)
  • Frankreich  Französisches Visazentrum
  • Griechenland  Griechisches Visazentrum
  • Israel  Israelische Botschaft
  • Kroatien  Kroatisches Visazentrum (seit 17. Juni 2013)
  • Malta  Maltesisches Visazentrum
  • Niederlande  Niederländisches Visazentrum (per. Semaschko, dom 117g)
  • Osterreich  Österreichisches Visazentrum
  • Polen  Polnisches Visazentrum (seit Januar 2013)
  • Rumänien  Rumänisches Generalkonsulat (ul. 7 linija, 18/39)
  • Schweden  Schwedisches Visazentrum
  • Slowakei  Slowakisches Ehrenkonsulat
  • Spanien  Spanisches Visazentrum
  • Korea Sud  Ehrenkonsulat von Südkorea (pr. Budennowskij, 7 etasch)
  • Russland  Vertretung des Außenministeriums der Russischen Föderation (ul. Puschkinskaja, 221)
  • Ukraine  Ukrainisches Generalkonsulat (per. Chalturinskij, 28/40)
  • Ungarn  Abteilung der ungarischen Handelsvertretung (pr. Brudennowskij 60, 11 etasch)
  • Weissrussland  Weißrussische Botschaftsabteilung

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rostow am Don – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Численность населения в Ростове-на-Дону на 1 января 2015 год
  3. a b Ростовская агломерация. Существующее положение
  4. de.sputniknews.com (Memento des Originals vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/de.sputniknews.com
  5. a b demoscope.ru
  6. www.gks.ru (PDF)
  7. Johannes Hürter. Hitlers Heerführer: Die deutschen Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Sowjetunion 1941/42. — München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2007, S. 309.
  8. Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.
  9. Ростовстат. Численность городского и сельского населения на 1 января 2014 года
  10. Проект стратегии социально-экономического развития Ростовской области до 2020 года (Memento des Originals vom 30. Januar 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/frontrostov.ru
  11. 1. Januar 2014
  12. FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ in elf Spielorten. In: fifa.com. FIFA, 29. September 2012, abgerufen am 21. November 2013.
  13. Дипломатические представительства иностранных государств на территории ЮФО (Diplomatische Vertretungen im Südlichen Föderalen Bezirk) (Memento des Originals vom 8. April 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rostov.mid.ru abgerufen auf www.rostov.mid.ru am 6. März 2014