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Rosentalbahn
Sankt Veit an der Glan–Rosenbach
Streckennummer:413 01 Sankt Veit an der Glan–Klagenfurt Hbf

409 01 Klagenfurt Hbf–Rosenbach

222 02 Rosenbach–Staatsgrenze
Kursbuchstrecke (ÖBB):221 (Villach Hbf–Jesenice)

601 (Friesach–Spittal-Millstättersee)

660 (Klagenfurt Hbf–Rosenbach)
Streckenlänge:62,812 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:St. Veit a. d. Glan–Klagenfurt Hbf
und Rosenbach–Jesenice

15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 26 
Höchstgeschwindigkeit:160 km/h
Zweigleisigkeit:St. Veit a. d. Glan–Klagenfurt,
Rosenbach–Jesenice
Strecke – geradeaus
Rudolfsbahn
Bahnhof, Station
0,000 St. Veit a. d. Glan S-Bahn Kärnten S-Bahn Kärnten 476 m ü. A.
Gleisdreieck – geradeaus, nach rechts, von rechts
Abzweig von der Rudolfsbahn
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
1,100 St. Veit a. d. Glan-Süd
Kilometer-Wechsel
2,114
0,000
Haltepunkt, Haltestelle
0,675 Glandorf S-Bahn Kärnten
   
3,254 Anschlussbahn (Awanst) FunderMax
   
4,518 Willersdorf 29.05.1994 aufgelassen
   
6,700 Zollfeld 28.05.1967 aufgelassen
Kilometer-Wechsel
7,969
8,000
Fehlerprofil −31 m
Bahnhof, Station
9,228 Maria Saal S-Bahn Kärnten 453 m ü. A.
   
12,378 Anschlussbahn (Awanst) GBV II (Laudon-Kaserne)
Haltepunkt, Haltestelle
13,592 Klagenfurt Annabichl S-Bahn Kärnten
   
Glan
Haltepunkt, Haltestelle
16,773 Klagenfurt Ostbahnhof S-Bahn Kärnten 440 m ü. A.
   
Drautalbahn
Bahnhof, Station
17,960 Klagenfurt Hbf S-Bahn Kärnten S-Bahn Kärnten 440 m ü. A.
   
Abzweig von der Drautalbahn
Haltepunkt, Haltestelle
19,218 Klagenfurt Süd S-Bahn Kärnten seit 29.10.2015
   
19,995 Viktring (2015 aufgelassen) 440 m ü. A.
   
23,000 Köttmannsdorf (1967 aufgelassen)
Haltepunkt, Haltestelle
25,046 Maria Rain S-Bahn Kärnten 525 m ü. A.
   
Ferlacher Stausee
   
Ferlacher Bahn
Bahnhof, Station
30,079 Weizelsdorf S-Bahn Kärnten
   
31,526 Weizelsdorf Ort (bis 10. Dez. 2016)
   
32,729 St. Johann im Rosental (bis 10. Dez. 2016)
Bahnhof ohne Personenverkehr
35,462 Feistritz im Rosental 498 m ü. A.
   
Feistritz-Viadukt (193 m)
   
36,725 Feistritz im Rosental West (bis 10. Dez. 2016)
   
37,472 Suetschach (bis 10. Dez. 2016)
   
38,637 Ladinach (bis 10. Dez. 2016)
Bahnhof ohne Personenverkehr
42,146 Maria Elend im Rosental 525 m ü. A.
   
Rosenbach-Viadukt (239 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
46,138 Lessach-Tunnel (111 m)
   
von Villach
Bahnhof, Station
47,791 Rosenbach S-Bahn Kärnten 601 m ü. A.
   
49,260 Karawankentunnel (7976,5 m)
   
53,635
637,265
Staatsgrenze n. Rosenbach ÖsterreichSlowenien
   
Kilometer-Wechsel
631,800
631,825
Fehlerprofil +25 m
   
Tarvisio–Ljubljana
   
von Tarvisio
Bahnhof, Station
630,211 Jesenice (Assling) 573 m ü. A.
   
nach Ljubljana
Strecke – geradeaus
nach Nova Gorica

Als Rosentalbahn wird heute der östliche Teil der Karawankenbahn in Österreich genannt. Die Strecke verläuft von Sankt Veit an der Glan über Klagenfurt und Rosenbach nach Jesenice in Slowenien. Der Abschnitt zwischen Rosenbach und Jesenice durch den Karawankentunnel ist Teil der überregionalen Fernverbindung zwischen Salzburg und Zagreb. Betreiber der Bahnstrecke sind die Österreichischen Bundesbahnen.

GeschichteBearbeiten

Im agrarisch geprägten Rosental wurde ab dem 16. Jahrhundert im Bereich von Feistritz im Rosental Eisen verarbeitet, auch in Ferlach gab es eisenverarbeitende Werke. Als 1863 die Südbahn-Gesellschaft mit der Kärntner Bahn Kärnten an das Eisenbahnnetz anschloss, wurde das Rosental umfahren. Das hier hergestellte Eisen musste weiterhin mit Pferdefuhrwerken über den Loiblpass transportiert werden.[1] Bereits ab 1896 versuchte ein Konsortium aus lokalen Wirtschaftstreibenden den Bau einer Lokalbahn von Klagenfurt nach Ferlach zu erwirken. Diese Versuche waren allerdings nicht erfolgreich.[2]

Die Preispolitik der privatisierten Südbahn-Gesellschaft, die defacto ein Monopol auf den Nord-Süd-Verkehr in Österreich-Ungarn hatte, führte im Reichsrat zu mehreren Gesetzesinitiativen für eine zweite Schienenverbindung nach Triest, die allerdings alle ohne Erfolg waren. Erst das am 6. Juni 1901 verabschiedete Alpenbahngesetz ermöglichte den Bau der so genannten Neuen Alpenbahnen. Noch im selben Jahr begannen die Bauarbeiten am 7.976 m langen Karawankentunnel. Ab 1903 arbeiteten bis zu 4.500 Personen an den Zulaufstrecken von Villach (Karawankenbahn) und Klagenfurt. Das Überwinden des Sattnitzgebirges und die zerklüfteten Hänge der Karawanken erforderten den Bau mehrerer großer Brücken.[3] Anfang Mai 1906 wurde schließlich der Abschnitt Klagenfurt-Feistritz, am 30. September desselben Jahres der Rest der Bahnstrecke eröffnet.[1] Im selben Jahr erhielt auch Ferlach mit der Ferlacher Bahn einen Anschluss an die Rosentalbahn.

Der neue Bahnanschluss des Rosentals führte zu einem Aufschwung der hiesigen Stahlindustrie. Im Jahr der Eröffnung der Bahn übernahm die Krainische Industriegesellschaft das Feistritzer Werk und baute es in den nächsten Jahren aus.[1] Die Eisenhütten in Waidisch, Unterloibl und Ferlach vereinigten sich zur Kärntner Eisen- und Stahlwerksgesellschaft KESTAG. Die Rosentalbahn entwickelte sich indes zu einer wichtigen Nord-Süd-Verbindung. So fuhren hier im Sommer 1914 täglich fünf Schnellzugpaare.[3]

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Volksabstimmung in Kärnten 1920 führten geänderte territorialen Verhältnisse zu einer Veränderung der Verkehrsströme, es begann der Niedergang der Rosentalbahn. Im Oktober 1931 fuhr der letzte fahrplanmäßige Schnellzug durch das Rosental, 1933 schloss die Krainische Industriegesellschaft unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise ihr Feistritzer Werk.[1] Während des Zweiten Weltkriegs führte die Rüstungsproduktion der 1939 in Feistritz eröffneten Akkumulatorenfabrik Jungfer und der Deutsche Überfall auf Jugoslawien 1941 zu einem kurzlebigen Verkehrszuwachs.[1]

In den 1970ern führte der Bau des Ferlacher Stausees zu ersten Überlegungen zur Einstellung der Bahn, weil die Brücke über die Drau unter dem Stauziel lag. Schließlich wurde die Brücke gehoben und liegt heute nur 80 cm über dem Wasserspiegel.[2] Mit der Schließung des Ferlacher Stahlwerks im Zuge der Stahlkrise und der Einstellung der Ferlacher Bahn im Jahr 1996 verlor die Bahn einen Großteil ihres Güterverkehsaufkommens.[2] 2012 folgte die Schließung der Verladestellen in Weizelsdorf und Feistritz im Rosental.[4] Seither werden nur mehr am Bahnhof Viktring Güter verladen.

Der Zustand der Strecke zwischen Klagenfurt und Rosenbach verschlechterte sich zunehmend. Bis zum Jahr 2009 gab es zwischen Rosenbach und Klagenfurt neun kilometerlange Langsamfahrstellen, wo die Höchstgeschwindigkeit nur 10 bis 30 km/h betrug. Die Fahrzeit von Klagenfurt nach Rosenbach war mit über einer Stunde dementsprechend lang. Ohne die Langsamfahrstellen hätten durchfahrende (umgeleitete) Reisezüge für die Strecke Klagenfurt–Rosenbach nur circa 25 bis 30 Minuten benötigt, Regionalzüge gut 40 Minuten. Im Juli 2009 wurde diese Strecke allerdings renoviert und sämtliche 10 km/h-Langsamfahrstellen sind entfallen. Auch wurden fast sämtliche Weichen und Signale entlang der Strecke demontiert. Die reine Fahrzeit auf der Gesamtstrecke wurde auf gut 40 Minuten verkürzt und ab dem Fahrplanwechsel 2009/10 fuhr zusätzlich ein weiteres Zugpaar auf dieser verlassenen Strecke.

Vom 1. August 2011 bis inkl. 9. Dezember 2016 wurde der Personenverkehr allerdings auf einen einzigen Zug beschränkt, der jeweils nur werktags (außer samstags) die Gesamtstrecke Rosenbach–Klagenfurt befuhr. Der Zug fuhr um 06:24 Uhr in Rosenbach ab und kam nach 51 Minuten Fahrzeit um 07:15 Uhr am Klagenfurter Hbf an.

Im Dezember 2016 wurde der letzte verbliebene Zug im Abschnitt Weizelsdorf-Rosenbach eingestellt. Dieser Schritt wurde mit der geringen Fahrgastfrequenz auf der Strecke und notwendigen Investitionen begründet.[5] Der eingestellte Abschnitt ging in den Besitz des Landes Kärnten über.

Seit Sommer 2011 wird der verbleibenden Abschnitt Klagenfurt-Weizelsdorf von der S-Bahnlinie S3 der S-Bahn Kärnten befahren. Ab Weizelsdorf verkehren seither an die Ankunftszeit der Züge aus Klagenfurt abgestimmte Busse nach Ferlach und parallel zur Rosentalbahn nach Rosenbach bzw. Ledenitzen (Anschluss an die S2). Hierfür wurde der Bahnhof Weizelsdorf modernisiert und eine Park and Ride-Anlage errichtet. 2015 wurde die Haltestelle Klagenfurt-Süd eröffnet und der Personenverkehr am Bahnhof Viktring eingestellt.

ZugverkehrBearbeiten

Seit dem Fahrplanwechsel 2008/09 fahren ausschließlich Triebwagen der Baureihe 5022 (Desiro) auf der Strecke. Der bescheidene Güterverkehr wurde von der Baureihe 2068 oder von der Baureihe 2016 bedient.

Bei Bauarbeiten oder Betriebsstörungen auf der Bahnstrecke Villach–Rosenbach diente die Rosentalbahn zeitweise auch als Umleitungsstrecke, wenn auch nur selten für den internationalen Verkehr. Zwischen St. Veit an der Glan und Klagenfurt befahren die Strecke vor allem die Reisezüge der Relation WienVillach.

Am 9. Dezember 2016 verkehrte der letzte planmäßige Personenzug zwischen Rosenbach über das Rosental nach Klagenfurt Hauptbahnhof auf der gesamten Länge. Auf der Strecke zwischen Rosenbach und Weizelsdorf wurde seitdem sämtlicher Zugverkehr eingestellt, auch ist sie nicht mehr im Schienennetz der ÖBB angeführt. Auf dem Abschnitt zwischen Klagenfurt Hauptbahnhof und Weizelsdorf verkehrt seit 1. August 2011 die S-Bahn-Linie 3 im Stundentakt. Mit dem Fahrplanwechsel 2016/17 wurde die Linie S3 bis nach Völkermarkt-Kühnsdorf verlängert.

Streckenbeschreibung, Güterverkehr und ElektrifizierungBearbeiten

Haltepunkte zwischen den Bahnhöfen Klagenfurt und Weizelsdorf sind die Haltestelle Mössingerstraße und der Bahnhof Maria Rain, wobei dort im Zuge der Bauarbeiten zur S-Bahn-Linie S3 alle Gleise bis auf eines unbrauchbar gemacht wurden.

Im Bereich des Bahnhofes Feistritz im Rosental befinden sich Industrieanlagen, die einst Anschluss an das Bahnnetz benötigten. Die Fahrten wurden planmäßig in der Mittagszeit an Werktagen (außer Samstag) abgewickelt. Neben dem Bahnhof Feistritz stellte auch der Bahnhof Weizelsdorf bis vor einigen Jahren eine bedeutende Rolle für die Holzverladung dar, bis dieser Aufgabenbereich vollständig auf die Straße verlegt wurde.

Die elektrische Fahrleitung mit 15 kV, 16,7 Hz reicht von Rosenbach durch den Karawankentunnel bis in den Bahnhof Jesenice.[6] Die Bauform der Oberleitung in Slowenien entspricht dem italienischen Standard, da Italien die Elektrifizierung im damals besetzten Slowenien vor 1945 durchgeführt hatte. Der Teil von Klagenfurt bis Rosenbach ist nicht elektrifiziert. Die ÖBB planen jedoch in den kommenden Jahren den Ausbau der Strecke Klagenfurt–Weizelsdorf. Mit 11. Dezember 2016, d. h. im Zuge des Fahrplanwechsels 2016/2017, wurde sämtlicher Verkehr zwischen Rosenbach und Weizelsdorf eingestellt, die Streckengleise sollen jedoch vorerst erhalten bleiben.[7]

TriviaBearbeiten

Für den 1992 gedrehten amerikanischen Spielfilm Shining Through (deutscher Titel: Wie ein Licht in dunkler Nacht) wurden einige Szenen auf der teilweise gebirgigen Rosentalbahn gedreht.[8]

LiteraturBearbeiten

  • Hans Withalm: Die Karawankenbahn. Selbstverlag, Klagenfurt 1906, OBV, ÖNB.
  • Hanns Barth: Karawankenbahn. Reiseführer auf den neuen österreichischen Alpenbahnen Klagenfurt – Aßling – Villach. Staatsdruckerei, Wien 1907, OBV.
  • Alfred Luft: Die Karawankenbahn. Verein der Kärntner Eisenbahnfreunde – Kärntner Museumsbahnen, Klagenfurt 1977, ÖNB.
  • Horst Knely: Das schwierige Zustandekommen der Rosentalbahn. Carinthia I, Band 1.180.1990. Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten, Klagenfurt 1990, S. 707–727, OBV.
  • Brigitte Entner: Karawanken- und Rosentalbahn. In: Martina Berchtold-Ogris (u.a): Die Drau ist eine eigene Frau – ein Fluss und seine Kulturgeschichte. Založnik Drava, Klagenfurt 2001, ISBN 3-85435-327-8, S. 140–.
  • K. K. Eisenbahnministerium in Wien: Die neuen österr. Alpenbahnen. Verlag Otto Maas, Wien 1908, OÖ Landesbibliothek
  • Alenka Hain, Werner Koroschitz, Tamara Pinter: Game over: eine Industriegeschichte: [Katalog zur Ausstellung] = Primer industrijske zgogovine [katalog k razstavi]. Založnik Drava, Klagenfurt 2006, ISBN 3-85435-496-7.
  • Martin Lischka: Die neuen Alpenbahnen: Höhepunkt und Abschluss des österreichischen Gebirgsbahnbaus : Pyhrn-, Tauern-, Karawanken- und Wocheinerbahn in ihrer Funktion als "Zweite Eisenbahnverbindung mit Triest". Dissertation Universität Wien, Wien 2017.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Alenka Hain, Werner Koroschitz, Tamara Pinter: Game over: eine Industriegeschichte: [Katalog zur Ausstellung] = Primer industrijske zgodovine: [katalog k razstavi]. Drava, Klagenfurt/Celovec 2006, ISBN 3-85435-496-7.
  2. a b c Brigitte Entner, Vida Obid: Die Drau ist eine eigene Frau: ein Fluss und seine Kulturgeschichte = Drava je svoja frava: h kulturi in zgodovini Drave. Drava, Klagenfurt/Celovec 2001, ISBN 3-85435-327-8.
  3. a b Martin Lischka: Die neuen Alpenbahnen: Höhepunkt und Abschluss des österreichischen Gebirgsbahnbaus : Pyhrn-, Tauern-, Karawanken- und Wocheinerbahn in ihrer Funktion als "Zweite Eisenbahnverbindung mit Triest". Dissertation Universität Wien, Wien 2017.
  4. ÖBB schließen fünf Güterbahnhöfe. 31. Oktober 2012, abgerufen am 19. Juli 2019.
  5. Rosental: Ausbau der S-Bahnlinie auf Schiene. 16. November 2016, abgerufen am 19. Juli 2019.
  6. Aussage eines Triebfahrzeugführers bei YouTube
  7. 60 Mio. Euro bis 2023: Kärntens Bahnzukunft ist auf Schiene ktn.gv.at verfasst am 17. Dezember 2015, abgerufen am 13. März 2016
  8. Lessacher Tunnel der Strecke 409 01, Eisenbahn-Tunnel in Österreich. Abgerufen am 19. Juli 2019.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rosentalbahn II – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien