Rosa von Praunheim

deutscher Filmregisseur; Mitbegründer der politischen Schwulenbewegung in Deutschland

Rosa von Praunheim (bürgerlich Holger Bernhard Bruno Mischwitzky, geboren als Holger Radtke; * 25. November 1942 in Riga, Lettland) ist ein international bekannter deutscher Filmregisseur, Autor und Aktivist der LGBTQ-Bewegung. Er gilt als wichtiger Vertreter des postmodernen deutschen Films und wird auch den Autoren- und Avantgardefilmern zugerechnet. Dauerhaft etabliert hat er sich mit Dokumentarfilmen. Vor allem mit seinem Dokumentarfilm von 1971 Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt war er der öffentliche Wegbereiter und einer der Mitbegründer der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung in der Bundesrepublik Deutschland. Bis in die 1990er hinein galt er in der Öffentlichkeit und in den Medien als einer der entscheidenden Köpfe der deutschen Schwulenbewegung. Nach der Streichung des § 175 im Jahr 1994 zog sich von Praunheim zunehmend aus der öffentlichen Debatte zurück und konzentrierte sich auf die Filmarbeit.

Rosa von Praunheim, Berlinale 2018

Leben und WerkBearbeiten

Kindheit, Jugend, StudiumBearbeiten

Von Praunheim wurde 1942 als Holger Radtke während der deutschen Besatzung im Zentralgefängnis in Riga geboren. Seine leibliche Mutter Edith Radtke[1] verhungerte 1946 in einer psychiatrischen Klinik (Wittenauer Heilstätten Berlin). Nach der Geburt wurde Radtke zur Adoption freigegeben. Hierüber informierte ihn seine Adoptivmutter Gertrud Mischwitzky († 2003) erst im Jahr 2000, als sie 94 Jahre alt war.[2] Kenntnisse vom Tod seiner leiblichen Mutter erhielt er nach längeren Recherchen im Jahr 2006. Seine Nachforschungen dokumentierte von Praunheim 2007 in dem Film Meine Mütter – Spurensuche in Riga.[3] Der Film wurde für den Grimme-Preis nominiert und kam in die Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis. Die Schauspielerin Luzi Kryn ist seine Tante.

Unter dem Namen Holger Mischwitzky wuchs Rosa von Praunheim im brandenburgischen Teltow-Seehof auf.[4] 1953 flüchtete die Familie aus der DDR in den Westen, zunächst ins Rheinland, anschließend zog sie nach Frankfurt am Main. Dort besuchte Praunheim die Wöhlerschule, die er vor der Mittleren Reife verließ. Er wechselte für ein Jahr auf die Werkkunstschule in Offenbach am Main; später studierte er an der Hochschule der Künste in West-Berlin in der Abteilung Freie Malerei, ohne aber einen Abschluss zu erlangen. Mitte der 1960er nahm er den Künstlernamen „Rosa von Praunheim“ an, der eine Reminiszenz an den Rosa Winkel darstellt, den homosexuelle Männer in der Zeit des Nationalsozialismus in Konzentrationslagern tragen mussten, sowie an den Frankfurter Stadtteil Praunheim, wo er als Jugendlicher aufwuchs.[5]

Erste FilmeBearbeiten

Gegen Ende der 1960er Jahre debütierte er mit Experimental- und Kurzfilmen, wie Samuel Beckett (1969), mit denen er sich schnell einen Namen machte. Bereits Mitte 1969 konnte von Praunheim mit dem zweiten Teil seines Films Rosa Arbeiter auf goldener Straße einen Achtungserfolg bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen erzielen.[6] Im Jahr 2012 stand der Filmtitel Pate für eine Ausstellung in der Akademie der bildenden Künste Wien.[7] Mit seinem langjährigen Künstlerfreund Werner Schroeter drehte von Praunheim 1968 den Kurzfilm Grotesk – Burlesk – Pittoresk mit Magdalena Montezuma in der Hauptrolle. Von Praunheim besetzte Montezuma erneut in seinem Film Macbeth Oper von Rosa von Praunheim, der nach seiner Premiere in dem New Yorker Filmkunstmuseum Anthology Film Archives (1971) im Programm der documenta 5 gezeigt wurde.[8] Im Jahr 1969 heiratete er die Schauspielerin Carla Egerer (alias Carla Aulaulu)[9], die u. a. in von Praunheims erstem Fernsehfilm Von Rosa von Praunheim (1968) mitgespielt hatte. Der Comic-Zeichner der 68er-Bewegung Alfred von Meysenbug griff das Paar in einigen seiner Werke auf. 1971 ließ sich das Paar scheiden. Ende der 1960er begann von Praunheims Freundschaft mit Elfi Mikesch, die bei vielen seiner Filme als Kamerafrau mitgewirkt hat. Der Film Leidenschaften, der bei der Hamburger Filmschau seine Uraufführung hatte, ist die erste Zusammenarbeit zwischen Rosa von Praunheim und Elfi Mikesch als Kamerafrau. Vorausgegangen war dem Projekt von Praunheims erstes Buch Männer, Rauschgift und der Tod - Die Leidenschaften der Rosa von Praunheim (1967).[10] Von 1976 bis 1978 war von Praunheim mit der zwanzig Jahre älteren Sängerin und Schauspielerin Evelyn Künneke verlobt, die ebenfalls in einigen seiner frühen Filme mitgespielt hatte. 1976 widmete er ihr einen ganzen Film - Ich bin ein Antistar - Das skandalöse Leben der Evelyn Künneke.[11] Von Praunheims Anspruch, Homosexuelle im Sinne einer Emanzipationsbewegung zu politisieren, machte sich bereits in seinem Film Schwestern der Revolution bemerkbar, für den er Ende 1969 seinen ersten Filmpreis erhielt.[12]

DurchbruchBearbeiten

1971 erregte von Praunheim Aufsehen mit seinem halb dokumentarischen Spielfilm Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt, der unter anderem die Gründung zahlreicher Homosexuelleninitiativen auslöste. Der Film gilt als Initialzündung der modernen Schwulenbewegung im deutschsprachigen Raum und machte von Praunheim zu ihrer medialen Leitfigur.[13] In dem Film kommt es auch zum ersten Kuss zwischen zwei Männern im deutschen TV. Mit diesem Film war von Praunheim im Jahr 1972 Teilnehmer der documenta 5 in Kassel in der Abteilung Filmschau: Anderes Kino. Seine Uraufführung hatte der Film 1971 bei der Berlinale, in den Jahren 1990, 2000 und 2020 wurde der Film erneut bei den Internationalen Berliner Filmfestspielen gezeigt. Von Praunheim war selber aktiv an der Gründung von Gruppen und Einrichtungen für Homosexuelle beteiligt, u. a. stellte er die ersten Räumlichkeiten für das Berliner SchwuZ zur Verfügung.[14]

Praunheims erster Spielfilm entstand 1971: Die Bettwurst wurde zum Kultfilm, auf den 1973 eine Fortsetzung (Die Berliner Bettwurst) folgte. Auch andere Filme von von Praunheim avancierten zu Kultfilmen, wie zum Beispiel das Transmusical Stadt der verlorenen Seelen von 1983 mit Jayne County und Angie Stardust, Can I be your Bratwurst, please? von 1999 mit Jeff Stryker oder Unsere Leichen leben noch von 1981 u. a. mit Lotti Huber, die 1990 durch von Praunheims Film Affengeil, der u. a. im Programm der Internationalen Filmfestspiele in Toronto lief, berühmt wurde und viele Filme mit von Praunheim drehte.

Auch anderen Künstlern halfen frühe Rollen in Filmen von von Praunheim bei ihren Karrieren wie z. B. Hella von Sinnen in Ein Virus kennt keine Moral (1986), Désirée Nick in Neurosia (1995) und Kai Schumann in Der Einstein des Sex (1999). Marianne Rosenbergs Aufstieg zu einer Ikone der Schwulenbewegung begann bereits 1976 mit einem Filmportrait von Rosa von Praunheim über sie; noch vor dem Erfolg des Song-Remakes von Er gehört zu mir (1988). Die Band Ideal lieferte 1980 den Soundtrack zu von Praunheims Film Rote Liebe mit Helga Goetze in der Hauptrolle. Ein wichtiger Schritt zu ihrem ersten Plattenvertrag, so erschien der Titelsong des Films auf dem ersten Album der Band. Auch die Band DIN A Testbild war an der musikalischen Gestaltung des Films beteiligt. Von Praunheim ergänzte 1982 seinen Film um das Buch Rote Liebe - Ein Gespräch mit Helga Goetze. Ebenso wurden queere Szenegrößen wie z. B. Charlotte von Mahlsdorf[15] (Ich bin meine eigene Frau) und Ovo Maltine[16] (Tunten lügen nicht) durch Praunheim-Filme einem größeren Publikum bekannt. Das gilt auch für historische Personen wie Magnus Hirschfeld (Der Einstein des Sex).

Weiterer LebenswegBearbeiten

Das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt (a. M.) ehrte von Praunheim 2005 mit einer Ausstellung.[17] Das Schwule Museum in Berlin widmete von Praunheim zu seinem 65. Geburtstag (2007) ebenfalls eine mehrmonatige Ausstellung.[18]

Von Praunheim hatte bis 2006 eine Professur für Filmregie an der Filmuniversität Babelsberg (früher HFF) inne.[19] Ebenso war er Dozent an verschiedenen Kunst- und Filmhochschulen, u. a. an der Deutschen Film- und Fernsehakademie, der Zürcher Hochschule der Künste und dem San Francisco Art Institute.

Am 5. September 2008 drehte er das Segment über die Darkroombar Ficken 3000 für Volker Heises 24-stündiges Dokumentarfilmprojekt 24h Berlin – Ein Tag im Leben, das genau ein Jahr später auf mehreren Fernsehsendern ausgestrahlt und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde.[20] Ebenfalls war von Praunheim mit der Episode Knast und Kinder an dem RBB-Dokumentarfilmprojekt 20 x Brandenburg beteiligt, das 2011 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. In der RBB-Hauptstadtchronik Schicksalsjahre einer Stadt (2018) wirkte von Praunheim als Protagonist mit.[21]

Seit 2009 ist von Praunheim Mitglied der Akademie der Künste, Sektion Film- und Medienkunst, der er von Mai 2015 bis Mai 2018 als Direktor vorstand.[22] Ebenso ist er Mitglied der Deutschen Filmakademie und der Europäischen Filmakademie.

Zu seinem siebzigsten Geburtstag strahlte der RBB in Zusammenarbeit mit Arte unter dem Titel Rosas Welt eine Kurzfilmreihe des Filmemachers von 700 Minuten Länge vom 24. bis 25. November 2012 aus. Noch nie wurde einem einzelnen Dokumentarfilmer soviel Sendezeit im deutschen Fernsehen zur Verfügung gestellt. Die Kurzfilmreihe besteht größtenteils aus Porträts, z. B. über Eva Mattes, Werner Schroeter, Peter Raue, Rummelsnuff, Sven Marquardt, Ades Zabel, Eva und Adele, aber auch über nicht prominente Personen.[23] Die Filmreihe hatte ihre Uraufführung bei den Internationalen Hofer Filmtagen. Von Praunheim war insgesamt über 20 Mal mit einem Film bei dem Festival vertreten und wurde 2008 mit dem Filmpreis der Stadt Hof ausgezeichnet.[24][25] Auch andere Spielstätten wie das Deutsche Filmmuseum, das Filmmuseum München, das Filmmuseum Düsseldorf und die Viennale zeigten die Filmreihe in voller Länge.

Am 6. Februar 2015 feierte sein Film Härte bei der Berlinale Premiere und eröffnete die Sektion Panorama.[26] Beim Panorama-Publikumspreis machte der Film den dritten Platz.[27] Vorab kam der Film in die Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis 2015.[28] Der Film basiert auf der Autobiografie von Andreas Marquardt.[29] Hanno Koffler wurde für die Verkörperung Marquardts als bester männlicher Hauptdarsteller für den Deutschen Filmpreis nominiert. Die weibliche Hauptrolle wurde von Luise Heyer gespielt. Der Film wurde auf vielen Festivals gezeigt, u. a. bei den Internationalen Filmfestspielen in Hong Kong, Chennai und Vancouver.[30]

Auszüge aus von Praunheims Werk waren Teil der Homosexualität_en-Ausstellung (2015) im Deutschen Historischen Museum.

Von Praunheim inszenierte anlässlich seines 75. Geburtstages das autobiografische Theaterstück Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht für das Deutsche Theater in Berlin.[31][32] Das Stück gastierte u. a. im Staatstheater Hannover und beim Heidelberger Stückemarkt.[33] 2019 erhielt von Praunheim den Jury-Preis der Autorentheatertage am Deutschen Theater Berlin für Hitlers Ziege und die Hämorrhoiden des Königs. Die Uraufführung des Stücks eröffnete im Herbst 2020 die Lange Nacht der Autor_Innen im Deutschen Theater Berlin.[34]

Die Akademie der Künste ehrte vom 18. Mai 2018 bis zum 12. August desselben Jahres Rosa von Praunheim zusammen mit seinen Künstlerfreunden Elfi Mikesch und Werner Schroeter mit der Ausstellung Abfallprodukte der Liebe in Berlin. Daran anschließend wurden die Werke in Amsterdam ausgestellt.[35] Das größte niederländische Filmfestival, das Internationale Film Festival Rotterdam, hatte bereits über 10 Filme von Rosa von Praunheim im Programm.[36]

Anlässlich des achtzigsten Geburtstages von Elfi Mikesch im Jahr 2020 brachte von Praunheim das Foto-Buch vis-à-vis über seine langjährige Weggefährtin heraus.[37] Bereits 1969 brachten von Praunheim und Mikesch einen gemeinsamen Foto-Roman unter dem Titel Oh Muvie heraus.[38]

Von Praunheim kuratierte Ausstellungen und Begleitprogramme, z. B. in der Akademie der Künste und im New Yorker Lincoln Center.

Als Laudator bzw. Juror vergab von Praunheim u. a. den Friedensfilmpreis (2013), den MFG-STAR (2015) und 2019 den Europäischen Filmpreis an Agnieszka Holland.

Von Praunheim malt seit seiner frühen Jugend und stellt gelegentlich in Galerien aus. Seit den 2010ern konzentriert er sich vor allem auf poppige Malereien im Comic-Stil.[39]

Vor seinem Durchbruch arbeitete von Praunheim auch als Regieassistent für Gregory J. Markopoulos, der ihm seinen Film (A)lter (A)ction (1968) widmete. Rainer Werner Fassbinder inszenierte 1969 für von Praunheim das Theaterstück Gewidmet Rosa von Praunheim mit dem Antiteater. Ebenso benannte Fassbinder eine Rolle für seinen Film Der amerikanische Soldat (1970) nach von Praunheim. Die Band Einstürzende Neubauten gab 1980 ein Konzert für von Praunheim in seinem Berliner Apartment. Die Band Army of Lovers benannte sich nach von Praunheims Film Armee der Liebenden – Aufstand der Perversen. Die Band Family 5 von Fehlfarben-Sänger Peter Hein benannte 1988 ihr erstes Live-Album nach von Praunheims Film Unsere Leichen leben noch. Die Band Inquire verarbeitete von Praunheims Film Die Bettwurst in ihrem Album The Neck Pillow (2000). Auch DJ Koze benannte Die Bettwurst in einem Neon-Interview als einen wichtigen künstlerischen Einfluss. Angeregt durch David Wojnarowiczs Auftritt in von Praunheims Film Schweigen = Tod eröffnete Wolfgang Tillmans im Jahr 2006 den Ausstellungsraum Between Bridges in London über den an den Folgen von AIDS verstorbenen Künstler und Aktivisten.[40] Ian White inszenierte auf der Basis von Rosa von Praunheims Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt ein Zusammenspiel aus Live-Performances und Projektionen unter dem Titel Cinema as a Live Art im Berliner Arsenal (2009), im Jahr 2010 wurde die Produktion im Rahmen der Berlinale aufgeführt und 2019 erneut im Berliner Arsenal gezeigt. Benny Nemerofsky Ramsay interpretierte in seinem Kurzfilm The Rosa Song (2011) die Schlussszene aus Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt neu. Der Film wurde auf vielen internationalen Filmfestivals gezeigt. Anlässlich seines siebzigsten Geburtstages (2012) drehten die Regisseure Tom Tykwer, Chris Kraus, Robert Thalheim, Axel Ranisch und Julia von Heinz den Dokumentarfilm Rosakinder, in dem sie ihre Beziehung zu ihrem „Filmvater“ und Mentor von Praunheim aufarbeiten.[41] Chris Kraus widmete ihm sein Buch Sommerfrauen, Winterfrauen. Can Fischer verarbeitete frühe Texte von Rosa von Praunheim unter dem Titel Ich will kein Kleid mehr tragen für eine Theaterproduktion der Volksbühne Berlin (2016). Das dänische Musical The Einstein of Sex über Magnus Hirschfeld wurde nach von Praunheims gleichnamigem Film benannt. Das queere Filmfestival Rosa Ciclo (Rosa Zyklus) in Bogotá gab sich seinen Namen zu Ehren von Rosa von Praunheim. Archiv-Aufnahmen aus dem Werk von Rosa von Praunheim werden oft für Fernseh- und Kino-Dokumentarfilme verwendet, z. B. in Vito (2011) und I Am Divine (2013) von Jeffrey Schwarz sowie The Death and Life of Marsha P. Johnson (2017) von David France.

Öffentliche WahrnehmungBearbeiten

In über 50 Jahren drehte von Praunheim über 150 Kurz- und Langfilme. Er gilt als Pionier des queeren Kinos.[42] Neben Homosexualität waren seine Themen u. a. „ältere, vitale Frauen“ (zum Beispiel Evelyn Künneke, Lotti Huber und Helene Schwarz) und seit Mitte der 1980er Jahre die AIDS-Prävention.

Von Praunheims Film Axel von Auersperg (1973) löste durch die Zensur eines großen Teils des Films eine Mediendebatte in Deutschland aus. Stein des Anstosses war die weibliche Darstellung eines Erzdiakons. Von Seiten der ZDF-Chefs hieß es, man wolle die religiösen Gefühle der Zuschauer nicht verletzen. In Frankreich konnte die unzensierte Version des Films Erfolge feiern.[43] Einen weiteren Skandal löste von Praunheim mit seinem Film Das Todesmagazin (1979), u. a. mit James Chance and the Contortions, aus. Nach seiner Premiere beim Locarno Film Festival wurde die TV-Ausstrahlung des Films in Deutschland verboten. Dem Film wurde ein zu unbedarfter Umgang mit dem Thema Tod vorgeworfen. Von Praunheims Buch Gibt es Sex nach dem Tode?, das sich auf den Film bezieht, konnte dennoch 1981 veröffentlicht werden.[44]

Sein Film Ein Virus kennt keine Moral war der erste deutsche Film über AIDS.[45] Für seinen Film Schweigen = Tod dokumentierte von Praunheim schwule Künstler in New York City, wie Keith Haring und David Wojnarowicz, die für AIDS-Aufklärung und für die Rechte von Infizierten und Erkrankten kämpften. Die New York Times wählte den Film unter die 25 wichtigsten Werke, die sich u.s.amerikanischer Protestkunst widmen. Noch vor der Gründung der ersten deutschen AIDS-Hilfe im Jahr 1983 rief von Praunheim eine AIDS-Aktionsgruppe ins Leben. Seit Beginn der HIV-Epidemie war von Praunheim strikter Vertreter von Safer Sex, Aktivist und Mitinitiator der deutschen Act Up-Bewegung. 1985 organisierte von Praunheim das erste große AIDS-Benefiz im Berliner Tempodrom und gewann dafür namhafte Künstler wie Herbert Grönemeyer, André Heller und Wolf Biermann.[46] Nach dem internationalen Erfolg seines Films Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt, konnte von Praunheim auch mit seinen Filmen über HIV/AIDS, u. a. mit Protagonisten wie Larry Kramer und Diamanda Galás, vor allem in den USA, insbesondere in der New Yorker Schwulenszene, große Beachtung finden.[47] Für seine AIDS-Trilogie, bestehend aus den Filmen Schweigen = Tod, Positiv - Die Antwort schwuler Männer in New York auf AIDS und Feuer unterm Arsch, wurde von Praunheim 1990 mit dem LGBTIQ-Filmpreis der Berlinale ausgezeichnet.

Von Praunheims Überleben in New York von 1989 über drei deutsche Migrantinnen in New York zählt bis heute zu den erfolgreichsten deutschen Dokumentarfilmen im Kino. 20 Jahre später drehte er einen zweiten Teil New York Memories rund um die damaligen Hauptdarstellerinnen, der 2010 beim Internationalen Filmfestival Warschau in der Kategorie Dokumentarfilm für den Hauptpreis nominiert wurde. Bereits in den 1970ern begann von Praunheim auch Filme in den USA zu drehen und dokumentierte vor allem New Yorker Undergroundstars wie Divine, Jack Smith, Jackie Curtis, Taylor Mead, Allen Ginsberg und Andy Warhol, aber auch die Anfänge der u.s.amerikanischen Lesben- und Schwulenbewegung. In seinem New York-Film Underground & Emigrants (1976) dokumentierte er Künstler wie William S. Burroughs, Charles Ludlam, Holly Woodlawn und Greta Keller. Für seinen Dokumentarfilm Tally Brown, New York über die New Yorker Undergroundkünstlerin Tally Brown erhielt von Praunheim 1979 den Deutschen Filmpreis.[48] Während dieser Zeit in New York City war von Praunheim auch Gast im legendären Chelsea Hotel für Künstler und wurde dort u. a. von dem Fotografen Scopin für Fotoreihen über das berühmte Hotel porträtiert. Zeitweilig wohnte von Praunheim bei Klaus Nomi in der Lower East Side. Von Praunheim dokumentierte Dolly Haas, Lotte Goslar und Maria Ley für seinen Film Dolly, Lotte und Maria (1987). Andere Persönlichkeiten, mit denen von Praunheim in den USA drehte, sind zum Beispiel Grace Jones, Judith Malina, Marsha P. Johnson, Grete Mosheim, George Kuchar und dessen Bruder Mike.[49] In den USA arbeitete von Praunheim oft mit dem Kameramann Jeff Preiss zusammen, der darauf aufbauend Karriere in der internationalen Filmkunstszene machte und u. a. Musik-Videos für R.E.M. und Iggy Pop drehte.

Für seinen Film Horror Vacui (1984), der mit dem Los Angeles Film Critics Association Award ausgezeichnet wurde, komponierte Marran Gosov die Musik. Von Praunheim besetzte in dem Film Ingrid van Bergen in einer Nebenrolle.[50] Von Praunheims Film Anita – Tänze des Lasters (1987) über Anita Berber mit Lotti Huber in der Hauptrolle wurde u. a. auf dem New York Film Festival und dem Sydney Film Festival gezeigt sowie mit dem Publikumspreis beim Internationalen Schwul-Lesbischen Filmfestival in Turin ausgezeichnet. Mit Schauspielschülern der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch drehte von Praunheim 1990 seinen Film Ein Mann namens Pis über Erwin Piscator.[51] Anfang der 1990er erfand von Praunheim das erste Schwulenmagazin Schrill, schräg und schwul im deutschen Fernsehen (beim Sender FAB), das später unter dem Namen Andersrum fortgesetzt wurde.[52] In den Jahren 1993 und 1995 wurde von Praunheim für seine Filme Ich bin meine eigene Frau und Neurosia jeweils mit einem FIPRESCI-Preis geehrt.[53] Von Praunheim drehte 1996 Transsexual Menace, den ersten deutschen Film zur Transgender-Thematik. Der auch im Ausland beachtete Film hatte seine Uraufführung beim Internationalen LGBTQ Filmfestival in San Francisco und wurde kurz darauf beim Outfest in Los Angeles gezeigt. Mit dem Dichter Mario Wirz verband von Praunheim ein Briefwechsel, der 1998 vom Aufbau Verlag unter dem Titel Folge dem Fieber und tanze - Briefe zwischen Alltag, Sex, Kunst und Tod veröffentlicht wurde.[54] Von Praunheims Film Der Einstein des Sex über Magnus Hirschfeld, u. a. mit Friedel von Wangenheim und Monika Hansen, wurde 1999 auf dem Locarno Film Festival gezeigt und für den Goldenen Leoparden nominiert. Der Regisseur Chris Kraus hatte an der Entwicklung des Drehbuchs mitgewirkt. Für seinen Film Wunderbares Wrodow wurde von Praunheim im Jahr 2000 mit dem Robert-Geisendörfer-Preis ausgezeichnet.[55] Im selben Jahr erschien sein Film Für mich gab`s nur noch Fassbinder mit Jeanne Moreau, Hanna Schygulla, Brigitte Mira, Irm Hermann, Michael Ballhaus und anderen Weggefährten Fassbinders. Die Musik zu dem Film komponierte Peer Raben. 2001 machte von Praunheim mit dem Film Tunten lügen nicht die sogenannten Polit-Tunten bekannt, hierbei handelt es sich um eine positiv besetzte Selbstbezeichnung meist queerer Bühnen-Künstler, die sich politisch engagieren.[56][57] Nach Ich bin meine eigene Frau setzte von Praunheim seine Arbeit über und mit Charlotte von Mahlsdorf mit dem Kurzfilm Charlotte in Schweden (2002), u. a. mit Ovo Maltine, fort.[58] Dem Berliner Obdachlosentheater Ratten 07 verhalf von Praunheim mit den zwei Filmen Kühe vom Nebel geschwängert (2002), der seine Uraufführung bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig hatte[59], und Ratten 07 (2004) zu mehr Popularität. Sein Film Dein Herz in meinem Hirn (2005) wurde u. a. beim Montreal World Film Festival gezeigt. Es folgten Filme wie Wer ist Helene Schwarz? (2005), Männer, Helden, schwule Nazis (2005) und Tote Schwule - Lebende Lesben (2008), die bei der Berlinale Premiere feierten. Im Jahr 2009 hatte von Praunheims Film Rosas Höllenfahrt, u. a. mit Uta Ranke-Heinemann, Robert Thurman und Gorgoroth, Uraufführung in der Akademie der Künste. Ralf Königs Coming-out wurde angestoßen durch von Praunheims Buch Sex und Karriere (1976), im Jahr 2012 machte von Praunheim dann einen Dokumentarfilm (König des Comics) über den inzwischen berühmt gewordenen Comic-Künstler.[60] Beim Festival Internacional de Cine de San Sebastián 2012 wurde der Film in der Kategorie Dokumentarfilm für den Hauptpreis nominiert. Im selben Jahr erhielt von Praunheim den Grimme-Preis für seinen Dokumentarfilm Die Jungs vom Bahnhof Zoo über männliche Armutsprostitution in Deutschland.[61] In seinem autobiografischen Film Praunheim Memoires, u. a. mit Sonya Kraus, geht von Praunheim auf eigene Spurensuche im Frankfurter Stadtteil Praunheim, in dem er als Jugendlicher aufwuchs. Der Film eröffnete 2014 das Lichter Filmfest. In seinem Film Überleben in Neukölln stehen Neuköllner Künstler wie die Dragqueen Juwelia Soraya[62] im Mittelpunkt der Handlung. Der Film feierte 2017 seine Premiere beim Filmfest München.[63] Mit seinem Film Operndiven, Operntunten (2020), u. a. mit Edda Moser, Sophie Koch, Dagmar Manzel und Barrie Kosky, machte von Praunheim die Oper als einen traditionellen Treffpunkt schwuler Männer bekannt.[64][65] In der bislang unveröffentlichten Langfassung des Films kommen zum Beispiel auch Rufus Wainwright und dessen Lebensgefährte, der Kunstkurator Jörn Weisbrodt, zu Wort.

Von Praunheim besetzt seine Spielszenen oft und bewusst mit Laiendarstellern, arbeitete aber auch mit Schauspielgrößen wie zum Beispiel Otto Sander, Wolfgang Völz, Charly Hübner, die Geschwister Ben und Meret Becker als auch Katy Karrenbauer, die für ihre Rolle in von Praunheims Film Härte mit einem Sonderpreis der Deutschen Filmakademie geehrt wurde.

Etliche seiner Filme wurden von der Deutschen Film- und Medienbewertung ausgezeichnet, z. B. Rosa Arbeiter auf goldener Straße (1968), Unsere Leichen leben noch (1981) und Anita – Tänze des Lasters (1987) mit dem Prädikat besonders wertvoll, Schwestern der Revolution (1969), Affengeil (1990), Ich bin meine eigene Frau (1992) und Der Einstein des Sex (1999) mit dem Prädikat wertvoll.

Auf Grund seiner unkonventionellen und direkten Art, Missstände in der Gesellschaft aufzuzeigen und Tabu-Themen aufzubrechen, wird von Praunheim in den Medien oft als Provokateur, Enfant terrible und Bürgerschreck beschrieben.[66] Zu von Praunheims Werk gehören auch Bücher, Hörspiele (u. a. Frauen zwischen Hitler und Goethe (1980); prämiert als Hörspiel des Monats) und Theaterinszenierungen (u. a. Menschen im Hotel von Vicky Baum am Schauspielhaus Bochum unter Peter Zadek (1976)). Ebenso tritt von Praunheim immer wieder mit Bühnen-Shows in Erscheinung, z. B. inszenierte und moderierte er 1974 seine Internationale Schlagerparade mit Evelyn Künnecke im Frankfurter Theater am Turm, ein parodistischer Abgesang auf die Schlagerbranche der 1950er Jahre.[67] Seine Tanz-Revue Schlagsahne der Illusionen wurde 1985 im Berliner Renaissance-Theater aufgeführt, sein Stück Satan's Mistress 1997 am Off-Broadway in New York City. Es folgten etliche Self-performances unter verschiedenen Titeln mit Film- und Textausschnitten aus seinem Werk, z. B. an der New York University, der Columbia University, dem Haarlem City College, aber auch in deutschen Spielstätten und Institutionen wie der Kunsthochschule Kassel und der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main. Seine Arbeiten mit Nachwuchsschauspielern am Brandenburger Theater griff von Praunheim in seinem Kurzfilm Jugendtheater in Brandenburg (2012) auf.

Im Jahr 2012 erhielt von Praunheim das Bundesverdienstkreuz, insbesondere für seine Verdienste um die Lesben- und Schwulenbewegung.[68] Im darauffolgenden Jahr wurde von Praunheim als einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Films mit der Berlinale Kamera geehrt.[69] Bis einschließlich 2015 hatte von Praunheim mehr als 20 Filme auf der Berlinale und ist damit Rekordhalter.[70] Im Jahr 2017 würdigte der amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier öffentlich das künstlerische Schaffen und gesellschaftliche Engagement des Regisseurs.

Von Praunheim hatte zahlreiche Werkschauen und Retrospektiven in vielen Ländern. Zuletzt u. a. 2012 in Rio de Janeiro und São Paulo, 2016 in Lissabon am Goethe-Institut und 2019 in Zürich. Seine Filme erfreuen sich internationalen Interesses (vor allem im Kontext der Homosexuellen- und Transgenderemanzipation), das sich an vielen TV-, Kinoausstrahlungen und Filmfestivalbeiträgen auf der ganzen Welt festmachen lässt. Allein sein Film Can I be your Bratwurst, please? (1999) wurde weltweit auf über 100 Filmfestivals gezeigt, eine rekordverdächtige Festivalauswertung. Auch das Museum of Modern Art (MoMA) in New York und die Tate Gallery of Modern Art (Tate Modern) in London zeigten Filme von Rosa von Praunheim. Von Praunheims Filme wurden regelmäßig in der New York Times besprochen. Sein Film Stadt der verlorenen Seelen (1983) erfuhr in den 2010ern ein Revival in u.s.amerikanischen Arthouse-Kinos und auf queeren Filmfestivals. Das „Dirty-Looks“-Filmfestival brachte 2019 den Soundtrack des Films erneut heraus. Auch andere ältere Filme von Rosa von Praunheim werden immer wieder aufgeführt. So zeigten zum Beispiel im Jahr 2020 das Andy Warhol Museum of Modern Art in Pittsburgh und die New York Public Library den Film Tally Brown, New York (1979). Wie viele Filme von Rosa von Praunheim wurde der Film zum Beispiel auch beim Chicago International Film Festival und São Paulo International Film Festival gezeigt. Ende 2020 streamte das Museum of Modern Art zusammen mit der Berlinale und dem Goethe-Institut 10 Tage lang von Praunheims Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (1971).[71]

Großes Aufsehen erregte von Praunheim am 10. Dezember 1991 durch die von ihm in Deutschland losgetretene Outing-Debatte, als er unter anderem den Moderator Alfred Biolek und den Komiker Hape Kerkeling in der RTL-plus-Sendung Explosiv – Der heiße Stuhl öffentlich als schwul bezeichnete – eine Aktion, die er später als „Verzweiflungsschrei auf dem Höhepunkt der AIDS-Krise“ bezeichnete, die er nicht wiederholen würde. Die umstrittene Aktion hatte langfristig betrachtet einen positiven Effekt auf die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexuellen.[72][73] Auch Alfred Biolek und Hape Kerkeling äußerten sich später versöhnlich zu der Aktion.[74][75]

Im Jahr 2014 zeichnete die Berlinale von Praunheim mit dem Special Teddy Award für seine Verdienste um das queere Kino aus.[76] Das Pink Apple Filmfestival würdigte von Praunheim 2019 mit seinem Ehrenpreis für sein Fimwerk und seine Verdienste um die schweizerische Lesben- und Schwulenbewegung.[77] Am 20. Januar 2020 wurde von Praunheim der Max-Ophüls-Ehrenpreis verliehen, insbesondere für seine Rolle als Vorbild und Mentor des jungen deutschen Films.[78] Sein Film Darkroom – Tödliche Tropfen eröffnete das Festival.[79] Beim Filmfest Hamburg 2019 wurde der Film für den Art Cinema Award nominiert. Bereits 2013 wurde von Praunheim für seine Verdienste um den Filmnachwuchs mit dem First Steps Ehrenpreis ausgezeichnet.

Von Praunheim war in einer Vielzahl von Talkshows und Fernsehsendungen zu Gast, meist zum Thema Homosexualität. Im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit war er auch als Kolumnist tätig, unter anderem für den Spiegel.[80] Gelegentlich tritt von Praunheim in Gastrollen als Schauspieler in Erscheinung, z. B. in Anthony Manns letztem Film Todestanz eines Killers, Ulrike Ottingers Die Betörung der blauen Matrosen und Marianne Enzensbergers Der Biß.

PrivatesBearbeiten

Von Praunheim wohnt mit seinem Lebenspartner Oliver Sechting in Berlin.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)Bearbeiten

BuchveröffentlichungenBearbeiten

  • Die Leidenschaften der Rosa von Praunheim – für Sylvia. studio presse hans taeger, Berlin 1967.
  • zusammen mit Oh Muvie. (d. i. Elfi Mikesch): Oh Muvie. Heinrich-Heine Verlag, Streit-Zeit-Bücher, Nr. 5, Frankfurt 1969.
  • Sex und Karriere. Rogner & Bernhard, München 1976 u. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1978, ISBN 3-499-14214-7.
    • Erweiterte Neuausgabe, Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-8077-0251-2.
  • Armee der Liebenden oder Aufstand der Perversen. Ausgewählt und herausgegeben von Toni Wiedemann u. Otto Frick. Trikont, München 1979, ISBN 3-88167-046-7.
  • Gibt es Sex nach dem Tode. Prometh Verlag, Köln 1981, ISBN 3-922009-30-1.
  • Rote „Liebe“. Ein Gespräch mit Helga Goetze. Prometh Verlag, Köln 1982, ISBN 3-922009-47-6.
  • 50 Jahre pervers. Die sentimentalen Memoiren des Rosa von Praunheim. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1993, ISBN 3-462-02476-0.
  • zusammen mit Mario Wirz: Folge dem Fieber und tanze. Briefe zwischen Alltag, Sex, Kunst und Tod. Aufbau, Berlin 1995, ISBN 3-7466-1142-3.
  • Mein Armloch. Gedichte. Martin Schmitz, Berlin 2002, ISBN 978-3-927795-36-5.
  • Die Bettwurst und meine Tante Lucy. Fotobuch. Rosa von Praunheim Filmverlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-00-025597-7.
  • Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. Buch zum Film. Rosa von Praunheim Filmverlag, Berlin 2007, ISBN 9783000256615.
  • Die Rache der alten dicken Tunte. Fotobuch. Martin Schmitz, Berlin 2008.
  • Rosas Rache: Filme und Tagebücher seit 1960. Martin Schmitz, Berlin 2009, ISBN 978-3-927795-48-8.
  • Ein Penis stirbt immer zuletzt. Gedichte, Zeichnungen, Kurzgeschichten. Martin Schmitz, Berlin 2012, ISBN 978-3-927795-60-0.
  • Wie wird man reich und berühmt? Autobiografisches Lehrbuch. Martin Schmitz, Berlin 2017, ISBN 978-3-927795-78-5.
  • Der große und der kleine Penis. Kinderbuch für Erwachsene, riva Verlag, München 2020, ISBN 978-3-7423-1542-7.
  • Elfi Mikesch - Vis-Á-Vis (Hrsg.). Fotobuch, Rosa von Praunheim Filmverlag, Berlin 2020.[99]

Filme (Auswahl)Bearbeiten

  • 1967: Rosa Arbeiter auf goldener Straße I
  • 1968: Samuel Becket
  • 1968: Grotesk – Burlesk – Pittoresk
  • 1968: Von Rosa von Praunheim
  • 1969: Rosa Arbeiter auf goldener Straße II
  • 1969: Schwestern der Revolution
  • 1971: Die Bettwurst
  • 1971: Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt
  • 1971: Homosexuelle in New York (Dokumentarfilm über die 2. Christopher-Street-Day-Demonstration von 1971)
  • 1973: Die Berliner Bettwurst
  • 1973: Axel von Auersperg
  • 1977: Der 24. Stock (Dokumentarfilm über Praunheims Adoptivmutter Gertrud Mischwitzky und ihre Nachbarn)
  • 1977: Tally Brown, New York
  • 1979: Armee der Liebenden oder Aufstand der Perversen (Dokumentarfilm über die Homosexuellenbewegung in den USA)
  • 1980: Rote Liebe
  • 1981: Unsere Leichen leben noch
  • 1983: Stadt der verlorenen Seelen
  • 1984: Horror Vacui
  • 1985: Ein Virus kennt keine Moral
  • 1987: Anita – Tänze des Lasters
  • 1989: Überleben in New York (Dokumentarfilm über das Leben dreier junger deutscher Frauen in New York)
  • Die AIDS-Trilogie: Schweigen = Tod (1989), Positiv (1990), Feuer unterm Arsch (1990)
  • 1990: Affengeil – eine Reise durch Lottis Leben (semdidokumentarischer Film über und mit Lotti Huber)
  • 1991: Stolz und Schwul
  • 1992: Ich bin meine eigene Frau
  • 1994: Meine Oma hatte einen Nazipuff
  • 1995: Neurosia – 50 Jahre pervers
  • 1997: Schwuler Mut – 100 Jahre Schwulenbewegung
  • 1999: Der Einstein des Sex
  • 1999: Can I Be Your Bratwurst, Please?
  • 1999: Wunderbares Wrodow (Dokumentarfilm)
  • 2000: Für mich gab's nur noch Fassbinder (Dokumentarfilm über das Leben und Werk von Rainer Werner Fassbinder)
  • 2001: Tunten lügen nicht (Dokumentarfilm über das Leben von vier Tunten in Berlin)
  • 2002: Kühe vom Nebel geschwängert
  • 2002: Pfui Rosa! – Ein Selbstporträt
  • 2005: Männer, Helden, schwule Nazis (Dokumentarfilm)
  • 2005: Dein Herz in meinem Hirn
  • 2005: Wer ist Helene Schwarz? (Dokumentarfilm über Helene Schwarz)
  • 2007: Meine Mütter – Spurensuche in Riga
  • 2007: Sechs tote Studenten
  • 2008: Tote Schwule – Lebende Lesben (Dokumentarfilm)
  • 2008: Der rosa Riese
  • 2009: Rosas Höllenfahrt
  • 2010: New York Memories (Fortsetzung von Überleben in New York aus dem Jahre 1989)
  • 2011: Die Jungs vom Bahnhof Zoo
  • 2012: Der König des Comics
  • 2012: ROSAS WELT – 70 neue Filme von Rosa von Praunheim
  • 2014: Praunheim Memoires (autobiografischer Film mit Sonya Kraus)
  • 2014: Auf der Suche nach Heilern
  • 2014: Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben (als Produzent)
  • 2015: Laura – Das Juwel von Stuttgart (Dokumentarfilm über Laura Halding-Hoppenheit)
  • 2015: Härte[100]
  • 2016: Welcome All Sexes – 30 Jahre Teddy Awards
  • 2017: ACT! Wer bin ich?
  • 2017: Überleben in Neukölln
  • 2018: Männerfreundschaften
  • 2019: Darkroom – Tödliche Tropfen
  • 2020: Operndiven, Operntunten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Rosa von Praunheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

NachweiseBearbeiten

  1. Christina Tilmann: HAPPY BIRTHDAY – Praunheim? Mischwitzky! Und Radtke – Rosa von Praunheim feiert heute seinen 65. – und forscht in einem Film nach der leiblichen Mutter. In: Der Tagesspiegel. 25. November 2007. Auf Tagesspiegel.de, abgerufen am 29. Januar 2019.
  2. Meine Mütter – Spurensuche in Riga. 2008. Auf DieKinokritiker.de, abgerufen am 29. Januar 2019.
  3. Carsten Weidemann: Filmstart: Meine Mütter. 7. März 2008. Auf Queer.de, abgerufen am 29. Januar 2019.
  4. Conrad Wilitzki: Teltow-Seehof durch Rosas Brille (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive), lokal.report, Februar 2013, S. 42–43.
  5. Out!: 800 berühmte Lesben, Schwule und Bisexuelle (mit Karen-Susan Fessel) (5., erweiterte Auflage 2004)
  6. Rosa Arbeiter auf goldener Straße. 2. Teil. Filmzentrale, abgerufen am 8. März 2021.
  7. Rosa Arbeiter auf goldener Straße. Kunst Aspekte, abgerufen am 8. März 2021.
  8. Macbeth Oper von Rosa von Praunheim. Filmzentrale, abgerufen am 30. Oktober 2020.
  9. imdb.de
  10. Leidenschaften. Filmzentrale, abgerufen am 21. Februar 2021.
  11. Ich bin ein Antistar. Das skandalöse Leben der Evelyn Künneke. Filmzentrale, abgerufen am 4. November 2020.
  12. Türen zum Einrennen. Cargo (Filmzeitschrift), abgerufen am 4. November 2020.
  13. Es lebe der Dalai Rosa. Die Zeit, abgerufen am 14. Mai 2015.
  14. Die Geschichte des SchwuZ. Siegessäule (Zeitschrift), abgerufen am 21. März 2018.
  15. Ich war immer ein Mädchen. Der Spiegel, abgerufen am 30. August 2017.
  16. Ovo Maltine gestorben. Queer.de, abgerufen am 30. August 2017.
  17. Rosa von Praunheim im Deutschen Filmmuseum. fimportal.de, abgerufen am 2. August 2019.
  18. "Rosa geht in Rente" – Hommage zu Rosa von Praunheims 65. Geburtstag. Schwules Museum, abgerufen am 2. August 2019.
  19. Die Filmuniversität gratuliert Rosa von Praunheim. filmuniversitaet.de, abgerufen am 5. Januar 2018.
  20. Bayerischer Fernsehpreis für 24h Berlin. RBB, abgerufen am 23. April 2019.
  21. RBB zeigt Berlin-Chronik Schicksalsjahre einer Stadt. digitalfernsehen.de, abgerufen am 3. November 2018.
  22. Seit 2015 Direktor der AdK Sektion Film- und Medienkunst
  23. 700 Minuten aus 70 neuen Filmen. Rundfunk Berlin-Brandenburg, abgerufen am 1. Januar 2018.
  24. Fast ein Heimspiel für Rosa von Praunheim. Die Welt, abgerufen am 24. Januar 2020.
  25. Filmpreis für Rosa von Praunheim. Frankfurter Rundschau, abgerufen am 19. November 2020.
  26. Berlinale 2015: Spielfilmauswahl der Sektion Panorama abgeschlossen. filmportal.de, abgerufen am 1. Mai 2020.
  27. Pressemitteilungen Panorama 65. Berlinale. (Nicht mehr online verfügbar.) Internationale Filmfestspiele Berlin, 14. Februar 2015, archiviert vom Original am 16. Februar 2015; abgerufen am 16. Februar 2015.
  28. Die Vorauswahl zum DEUTSCHEN FILMPREIS 2015. (PDF; 122,6 kB) Deutsche Filmakademie, 12. Januar 2015, archiviert vom Original am 2. April 2015; abgerufen am 30. März 2015.
  29. Härte. Internationale Filmfestspiele Berlin, abgerufen am 2. Februar 2015.
  30. Tough Love. m-appeal, abgerufen am 19. November 2020.
  31. Jeder Idiot hat eine Oma, nur ich nicht. Deutsches Theater (Berlin), abgerufen am 9. Juli 2017.
  32. Axel Schock: Tripper, Talent und Tante Luzi: Rosa von Praunheim über sein neues Stück. In: Siegessäule. Abgerufen am 2. März 2019 (d).
  33. Ein bewegender Mann. nachtkritik.de, abgerufen am 15. September 2019.
  34. Lange Nacht der Autor_Innen. Deutsches Theater Berlin, abgerufen am 4. Dezember 2019.
  35. Abfallprodukte der Liebe. Kulturstiftung des Bundes, abgerufen am 6. Februar 2018.
  36. Rosa von Praunheim. International Film Festival Rotterdam, abgerufen am 23. Januar 2021.
  37. Elfi Mikesch zum 80. Geburtstag. Filmdienst, abgerufen am 13. Juni 2020.
  38. Leidenschaften. Filmzentrale, abgerufen am 13. Juni 2020.
  39. Praunheims rosa Pinsel. B.Z., abgerufen am 7. Januar 2019.
  40. Wolfgang Tillmans Fotografie-Kunst. Kunstplaza.de, abgerufen am 8. Februar 2021.
  41. Rosa von Praunheim: Was die Sphinx lehrt. Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 31. August 2017.
  42. Berlinale Teddys für von Praunheim und Mikesch. Focus, abgerufen am 8. Juni 2015.
  43. Axel von Auersperg. Filmzentrale, abgerufen am 20. März 2021.
  44. Gibt es Sex nach dem Tode? booklooker, abgerufen am 20. März 2021.
  45. Filmliste HIV. AIDS-Hilfe, abgerufen am 25. November 2017.
  46. Filmemacher und Paradiesvogel. Deutsche Welle, abgerufen am 25. November 2017.
  47. New York Kolumne: Überleben in Riga. Die Zeit, abgerufen am 22. November 2019.
  48. Tally Brown, New York. fimportal.de, abgerufen am 24. November 2019.
  49. Rosa von Praunheim. filmportal.de, abgerufen am 31. Januar 2020.
  50. Horror Vacui. filmportal.de, abgerufen am 20. Januar 2021.
  51. Ein Mann namens Pis - Zur Erinnerung an Erwin Piscator. Filmdienst, abgerufen am 20. März 2021.
  52. Ende einer Formatsschiene. taz, abgerufen am 2. August 2015.
  53. Rosa von Praunheim. Fédération Internationale de la Presse Cinématographique, abgerufen am 28. Februar 2021.
  54. Folge dem Fieber und tanze. Briefe zwischen Alltag, Sex, Kunst und Tod. Literaturport, abgerufen am 19. November 2020.
  55. Praunheims Preis: Auszeichnung für den Dokumentarfilm "Wunderbares Wrodow". Der Tagesspiegel, abgerufen am 22. November 2020.
  56. Sydney World Film Festival. Abgerufen am 12. April 2021 (englisch).
  57. Rosa von Praunheim: Anita: Tänze des Lasters. Exportfilm Bischoff & Co., Road Movies Filmproduktion, Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF), 25. Februar 1988, abgerufen am 12. April 2021.
  58. Charlotte in Schweden. Basis-Film Verleih, abgerufen am 6. März 2021.
  59. Kühe vom Nebel geschwängert. Basis-Film Verleih, abgerufen am 5. November 2020.
  60. König des Comics. Ralf König, abgerufen am 25. Juli 2019.
  61. Die Jungs vom Bahnhof Zoo. Grimme-Preis, abgerufen am 24. November 2019.
  62. Juwelia Soraya. Männer (Zeitschrift), abgerufen am 6. März 2021.
  63. Überleben in Neukölln. Filmfest München, abgerufen am 6. März 2021.
  64. Schwule Opernliebhaber: ARTE-Doku „Operndiven – Operntunten“. Südwestrundfunk, abgerufen am 25. April 2020.
  65. Filmbesprechung: „Operndiven – Operntunten“ (Folles d’opéra) von Rosa von Praunheim. Opernloderer, abgerufen am 6. Februar 2021.
  66. Radikal Rosa. 3Sat-Kulturzeit, abgerufen am 31. August 2017.
  67. Rosa von Praunheim zeigt. Filmzentrale.de, abgerufen am 7. Oktober 2020.
  68. Rosa von Praunheim erhält das Bundestverdienstkreuz. queer.de, abgerufen am 24. November 2019.
  69. Rosa von Praunheim. Internationale Filmfestspiele Berlin, abgerufen am 24. November 2019.
  70. Rosa von Praunheim ist Berlinale-Rekordhalter. Berliner Morgenpost, abgerufen am 14. Mai 2015.
  71. Comes the Revolution: The Berlinale Forum at 50. Goethe-Institut, abgerufen am 10. Januar 2021.
  72. Die Ehe für Alle – Eine rechtsgeschichtliche Untersuchung. Lennard Gottman, Humboldt Universität Berlin, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  73. Wie zwei ungewollte Outings die Gesellschaft veränderten. Handelsblatt, abgerufen am 19. August 2017.
  74. Alfred Biolek:"Ich hatte ein glückliches Leben". Funke Medien (NRZ), abgerufen am 25. Oktober 2019.
  75. Kerkelings Manager wünschte Scheinbeziehung. Die Welt, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  76. Special Teddy Awards für Rosa von Praunheim und Elfi Mikesch. queer.de, abgerufen am 22. November 2020.
  77. Laudatio – Rosa von Praunheim – Pink Apple Festival Award 2019. Pink Apple, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  78. Max Ophüls Preis: Rosa von Praunheim geehrt. Die Zeit, abgerufen am 18. April 2020.
  79. Ehrenpreisträger eröffnet Filmfestival Max Ophüls Preis. Blickpunkt:Film, abgerufen am 21. Januar 2020.
  80. Spiegel: Rosa von Praunheim über Aids in New York, abgerufen am 19. August 2015
  81. 1969 IFFMH-Chronik. Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg, abgerufen am 4. November 2020.
  82. Rosa von Praunheim. Fédération Internationale de la Presse Cinématographique, abgerufen am 26. April 2020.
  83. Das 52. Internationale Filmfest. Der Tagesspiegel, abgerufen am 1. März 2021.
  84. Two Mothers/Meine Mütter. Tribeca Film Festival, abgerufen am 21. Februar 2021.
  85. Queer.de: „Rosa-Courage-Preis für Praunheim“, 7. März 2008
  86. Queer.de: Hofer Filmpreis für Rosa von Praunheim, 24. Oktober 2008
  87. Meine Mütter – Spurensuche in Riga. Grimme-Preis, abgerufen am 28. Februar 2021.
  88. Wowereit beglückwünscht Rosa von Praunheim. Berlin.de, abgerufen am 31. März 2017.
  89. Erfolgreiche Bilanz der Hofer Filmtage. mediabiz.de, abgerufen am 9. Februar 2021.
  90. Andreas Dresen und Tim Robbins in Berlinale-Jury (Memento vom 4. Februar 2013 im Internet Archive) bei stern.de, 28. Januar 2013.
  91. First Steps Ehrenpreis 2013. First Steps (Filmpreis), abgerufen am 1. Januar 2018.
  92. Böhning übergibt Rosa von Praunheim Bundesverdienstkreuz. berlin.de, abgerufen am 16. Januar 2018.
  93. Bundespräsident Steinmeier gratuliert Rosa von Praunheim. Bundespraesident.de, abgerufen am 24. November 2017.
  94. Auszeichnung bei Lichter Filmfest. Thüringer Allgemeine, abgerufen am 24. April 2018.
  95. Männerfreundschaften. Filmmuseum Potsdam, abgerufen am 1. Mai 2020.
  96. Rosa von Praunheim in Zürich für sein Lebenswerk geehrt. Mannschaft Magazin, abgerufen am 6. Mai 2019.
  97. Auswahl für die Autorentheatertage. nachtkritik.de, abgerufen am 4. Dezember 2019.
  98. Max-Ophüls-Ehrenpreis für Rosa von Praunheim. Filmecho, abgerufen am 5. November 2019.
  99. Schwebeteilchen: Elfi Mikesch zum 80. Geburtstag. Filmdienst, abgerufen am 22. Juli 2020.
  100. tagesspiegel.de: Andreas Marquardt: „Ich war wirklich ’ne Sau“. Abgerufen am 25. März 2015.