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GeographieBearbeiten

Root liegt im Rontal zwischen Luzern und Zug. Ein regional bekannter Ortsteil ist Michaelskreuz. Von der Gesamtfläche der Gemeinde werden 51,1 % landwirtschaftlich genutzt. Weitere 27,9 % sind Wald und Gehölz und 16,6 % Siedlungsfläche. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf dem Rooterberg, oberhalb der Kapelle Michaelskreuz auf 831 m ü. M., der tiefste an der Reuss auf 407 m ü. M.

Nachbargemeinden von Root sind im Uhrzeigersinn Gisikon, Honau, Risch im Kanton Zug, Meierskappel, Udligenswil, Dierikon, Buchrain und Inwil.

BevölkerungBearbeiten

Zwischen 1798 und 1850 stieg die Bevölkerung stark an (1798–1850: +61,6 %). Die Einwohnerzahl sank danach von 1850 bis 1870 infolge Abwanderung leicht (1850–1870: −8,8 %). Die nachfolgende Dekade brachte einen starken Bevölkerungsanstieg (1870–1880: +47,3 %). Daraufhin folgte bis 1950 langsames Wachstum auf knapp über 2000 Einwohner (1880–1950: +49,4 %). Durch die verstärkte Ansiedlung von neuen Betrieben kam es in den 1950er-Jahren zu einem stürmischen Wachstum der Einwohnerschaft (1950–1960: +21,1 %). Anschliessend gab es bis 1980 nur noch einen geringen Bevölkerungsanstieg (1960–1980: +3,2 %). Wegen der verbesserten Verkehrsanschlüsse und der zentralen Lage zwischen den Wirtschaftszentren Luzern und Zug folgte wie in den anderen Gemeinden des Rontals ein starkes Wachstum (1980–2010: +72,6 %). Zwischen 2010 und 2016 hatte sich der Bevölkerungsanstieg deutlich verringert. Doch erfolgte im Jahr 2017 ein deutlicher Anstieg von mehr als fünf Prozent. Deshalb wurde im Jahr 2018 die Schwelle von 5000 in der Gemeinde Lebenden Personen überschritten.

 

Quellen: 1798–1837: Helvetische und kantonale Volkszählungen[3]; Bundesamt für Statistik; 1850 bis 2000 Volkszählungsergebnisse, 2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP

SprachenBearbeiten

Die Mehrheit der Bevölkerung, nämlich 85,57 %, benutzt als Alltagssprache Deutsch. Durch starke Zuwanderung aus dem ehemaligen Jugoslawien folgen danach mit 4,19 % Serbokroatisch und mit 3,83 % Albanisch (Stand 2000).

Religionen - KonfessionenBearbeiten

Ursprünglich bestand die gesamte Einwohnerschaft aus römisch-katholischen Christen. Heute (Stand 2000) bilden diese mit 67,17 % eine schrumpfende Mehrheit. Religiöse Minderheiten sind die 12,41 % Muslime, 9,24 % evangelisch-reformierte Christen, 5,24 % Konfessionslose und 1,90 % orthodoxe Christen.

Herkunft - NationalitätBearbeiten

Ende 2017 zählte die Gemeinde 4'995 Einwohner. Davon waren 3'702 Schweizer Staatsangehörige und 1'293 (=25,89 %) Menschen anderer Staatszugehörigkeit. Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Deutschland (165 Menschen), dem Kosovo (149), Portugal (129), Italien (127), Bosnien–Herzegowina (102), Nordmazedonien (96), Serbien (73), der Türkei (48), Polen und Spanien (je 44), Syrien (36), Sri Lanka (32) sowie Griechenland (24 Menschen).[4]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der nebenamtlich arbeitende Gemeinderat besteht aus fünf Personen:

  • Heinz Schumacher (FDP): Gemeindepräsident
  • Margrit Künzler (CVP):Ressort Soziales und Gesundheit
  • Patrick Meier (CVP): Ressort Finanzen und zentrale Dienste
  • Stefan Hoffmann (CVP): Ressort Bildung
  • Peter Ineichen (FDP): Ressort Bau und Infrastruktur

KantonsratswahlenBearbeiten

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Root: CVP 35,6 %, SVP 25,3 %, FDP 19,2 %, SP 8,0 %, GPS 4,6 %, glp 4,5 %.[5]

NationalratswahlenBearbeiten

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Root: SVP 34,1 %, CVP 20,0 %, FDP 18,9 %, SP 11,6 %, glp 6,3 %, GPS 5,0 %, BDP 2,7 %.[6]

WirtschaftBearbeiten

Früher fand die Bevölkerung als Bauern und Steinhauer ein Auskommen. Im Jahr 2016 gab es 422 Arbeitsstätten mit 4'365 Beschäftigten in Weggis. Der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Die Landwirtschaft bietet nur noch 1,26 % der Erwerbstätigen (55 Personen) in 22 Betrieben eine berufliche Existenz. Weit bedeutender sind heute Industrie und Gewerbe mit 91 Betrieben und 1'851 Beschäftigten und der Dienstleistungsbereich mit 309 Arbeitsstätten und 2'459 Beschäftigten. Der grösste Arbeitgeber ist die CPH Chemie + Papier, welche 500 Personen ein Einkommen verschafft. Weitere 2200 Arbeitsplätze werden im D4 Business Center angeboten. Root hat deshalb als eine von wenigen Luzerner Gemeinden eine positive Pendlerbilanz. 1.312 Zupendlern (vor allem aus der Stadt Luzern, Ebikon und dem Kanton Zug) standen bloss 1.218 Wegpendler gegenüber (in die gleichen Gebiete, woher die Zupendler kommen) (Stand 2000).

VerkehrBearbeiten

Seit 1864, der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Zug–Luzern, hat Root mit den Bahnhöfen Gisikon-Root, und Root D4 seit 2001, Anschluss an den Öffentlichen Verkehr. Auf der Strasse verkehrt ausserdem noch ein Ortsbus zwischen Luzern und Root. Die Gemeinde hat seit 1986 einen eigenen Autobahnanschluss.

GeschichteBearbeiten

Erste indirekte Erwähnung fand Root im Jahr 1236, als ein Ulricus de Rota als Zeuge in einer Kaufurkunde des Klosters Engelberg erwähnt wird. Die Gemeinde geriet nach dem Aussterben der Grafen von Kyburg unter die Herrschaft der Habsburger. Das Patronat über die Kirche Root übte von 1253 bis 1396 das Zisterzienserkloster Altenrief (FR) und danach bis 1478 die Propstei Zofingen aus – ehe es dann zur Propstei Luzern kam. Die weltliche Herrschaft verloren die Habsburger 1386 an Luzern (1394 vorläufig, 1474 endgültig anerkannt). Die Gemeinde gehörte bis 1798 zur Landvogtei Habsburg. Am Bauernkrieg 1653 beteiligte sich die Gemeinde nicht, was zu Steuerprivilegien führte. Vom Sonderbundskrieg im Jahre 1847 war Root stark betroffen.

BildungBearbeiten

In Root besuchten (Schuljahr 2017/2018) 109 Kinder die sechs Kindergartenklassen in den Kindergärten Oberfeld, Röseligarten, Wilbach und Wilweg. Die Schulhäuser Oberfeld, St. Martin und Wilbach boten 309 Primarschülern in 18 Klassen und die Schulhäuser Arena und Widmermatte 206 Oberstufenschülern in 13 Klassen eine Bildungsmöglichkeit. Mittelschulen und Universität besucht die Mehrzahl der Lernenden in Luzern. Die Sekundarschule besuchen nebst den Jugendlichen aus Root auch die Gleichaltrigen aus Dierikon, Gisikon und Honau. Deshalb ist die Zahl der Sekundarschulbesuchenden mit 206 Personen bedeutend höher als die Anzahl der in Root lebenden Personen dieser Altersstufe (143).

Lernende mit Schulort RootBearbeiten

Schuljahr
(2017/2018)
Kindergarten Primarschule Sekundarstufe,
alle Niveaus
Gesamthaft
Abteilungen 6 18 13 37
Lernende 109 309 206 624

aus der Gemeinde und Nachbargemeinden; Quelle LUSTAT[7]

Lernende mit Wohnort RootBearbeiten

Schuljahr
(2017/2018)
Kindergarten Basisstufe Primarschule Sekundarstufe,
Niveau A/B
Sekundarstufe,
Niveau C
Integrierte
Sekundarschule
Gesamthaft
Lernende 110 1 313 92 46 5 567

in der Gemeinde wohnhaft; Quelle LUSTAT[8]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Sehenswert sind das vermutlich erstmals um 600 n. Chr. errichtete Missionskreuz auf dem Michaelskreuz und die dazugehörende Wallfahrtskapelle. Weitere Gotteshäuser, so unter anderem die Dorfkirche St. Martin, sind ebenfalls einen Abstecher nach Root wert[9].

Ausserdem finden Touristen ein Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert mit Heiligenfiguren (ebenfalls auf dem Michaelskreuz) vor.

BilderBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116). ISBN 978-3-906131-90-0, S. 420–439.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Root – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Memento des Originals vom 1. Januar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Quelle:Robert Gubler, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Wandlungen im Kanton Luzern.Schluss Tabelle 1
  4. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Root (Memento des Originals vom 8. Mai 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lustat.ch
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.
  7. Anzahl Klassen und Lernende
  8. LUSTAT, Seite 242
  9. Heinz Horat: Pfarrkirche und Beinhaus Root LU. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 284). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1980, ISBN 978-3-85782-284-1.