Roman Ghirshman

französischer Archäologe ukrainischer Herkunft

Roman Ghirshman (ursprünglich russisch Роман Михайлович Гиршман Roman Michailowitsch Girschman) (* 3. Oktober 1895 in Charkow; † 5. September 1979 in Budapest) war ein französischer Archäologe ukrainischer Herkunft. Er gehörte zu den Pionieren archäologischer Forschungen im Iran, wo er fast dreißig Jahre seines Lebens verbrachte. Zu seinen bedeutendsten Leistungen gehört die Rekonstruktion der Geschichte der Stadt Susa bis ins 13. Jahrhundert n. Chr. (ca. fünftausend Jahre).

Roman Girshman mit seinem Team 1934 in Tappe Sialk (Iran). Sitzend von R nach L: Roman Ghirshman, Tania Ghirshman und Dr. Contenau.

LebenBearbeiten

Im Alter von 22 Jahren zog der aus wohlhabenden Verhältnissen stammende Ukrainer und Konterrevolutionär nach Paris, wo er Archäologie und alte Sprachen studierte. Ihn interessierten vor allem die archäologischen Ruinen Irans, wie Tappe Giyan (bei Nahavand, Hamadan), Tappe Sialk, Begram (in Afghanistan), Bischapur und Susa.

Als Leiter der archäologischen Mission, die vom Louvre in den Iran entsandt worden war, gehörte Roman Ghirshman in den 1930er Jahren zu den ersten, die Tappe Sialk freilegten. Seine Studien zu Tschogha Zanbil wurden in vier Bänden herausgegeben. Er leitete ebenfalls Arbeiten auf der Insel Charg, Iwan-e Karche und den parthischen Plattformen in Masdsched-e Soleiman nahe Izeh in Chuzestan.

Mit 300 Aufsätzen und 20 Büchern gehört Roman Ghirshman zu den produktivsten und anerkanntesten Experten zum Thema des Antiken Iran. Einige seiner Arbeiten zu Susa wurden bisher noch nicht veröffentlicht, halfen jedoch weiteren Archäologen wie Hermann Gasche in ihren Nachfolgestudien in den 1960er und 1970er Jahren.

1965 wurde er Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres.[1] 1972 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der British Academy gewählt.[2]

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • 1938: Fouilles de Sialk, près de Kashan, Librairie Orientaliste Paul Geuthner, Paris (2 Bd.)
  • 1951: L'Iran des origines à l'Islam, Payot, Paris
    • 1954: in englischer Sprache: Iran, from the earliest times to the Islamic conquest, Penguin Books, Harmondsworth; reprinted 1961, 1978
  • 1970: Le Pazuzu et les fibules du Luristan, Impr. Catholique, Beyrouth
  • 1971: Persia, the immortal kingdom (gemeinsam mit V.F. Minorsky und R. Sanghvi)
  • 1976: L'Iran des origines à l'islam, nouvelle édition révisée et mise à jour, Paris
  • 1977: L'Iran et la migration des Indo-Aryens et des Iraniens, Leiden
  • 1979: La Tombe princière de Ziwiye et le début de l'art animalier scythe, Société iranienne pour la Conservation du Patrimoine, Paris

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mitglieder seit 1663. Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, abgerufen am 12. Januar 2021 (französisch).
  2. Deceased Fellows. British Academy, abgerufen am 31. Mai 2020.