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Rolf Steininger

deutscher Historiker und Hochschullehrer

LebenBearbeiten

Steininger studierte Anglistik und Geschichte in Marburg, Göttingen, München, Lancaster und Cardiff. Er promovierte 1971 zum Dr. phil., 1976 folgte die Habilitation für Neuere und Neueste Geschichte unter Einschluss der anglo-amerikanischen Geschichte an der Universität Hannover. Ab 1980 lehrte er als Professor an der Universität Hannover, 1983 folgte der Ruf an die Universität Innsbruck.

Seit 1995 ist Steininger Jean-Monnet-Professor. Er ist Senior Fellow des Eisenhower Center for American Studies der University of New Orleans und im Vorstand der European Community Studies Association. Als Gastprofessor lehrte er an den Universitäten Tel Aviv, Queensland, New Orleans und Bozen, er war außerdem als Gastwissenschaftler in Saigon, Hanoi und Kapstadt. Zudem ist er Advisory Board Member for H-German.

Er leitete von 1984 bis 2010 das Institut für Zeitgeschichte der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Steininger beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der deutschen Nachkriegsgeschichte sowie der Geschichte Südtirols und Österreichs. Rolf Steininger erarbeitete zahlreiche Dokumentationen, von denen einige mit Preisen ausgezeichnet wurden.

PositionenBearbeiten

Steininger kritisierte in einem 1985 veröffentlichten Beitrag Eine Chance zur Wiedervereinigung? die Politik Konrad Adenauers. Er vertrat die Ansicht, dass es nicht zu einem geteilten Deutschland hätte kommen müssen, und verneinte die Frage, ob Adenauers politischer Kurs der richtige war. Seiner Meinung nach war die Ablehnung der Stalinnote 1952 ein Fehler, da er davon ausging, dass das Angebot Stalins ernst gemeint war und man das Angebot hätte ausloten sollen. Andere Historiker, unter ihnen Gerhard Wettig oder Peter Ruggenthaler, widersprachen diesen Thesen, da sie das Angebot Stalins als außenpolitischen Bluff betrachteten.[1]

2006 veröffentlichte er die erste deutschsprachige Gesamtdarstellung des Koreakriegs.

SchriftenBearbeiten

als Herausgeber

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gerhard Wettig: Rezension zu Peter Ruggenthaler: Stalins großer Bluff. Die Geschichte der Stalin-Note in Dokumenten der sowjetischen Führung. München 2007. In: H-Soz-u-Kult, 7. Januar 2008. Peter Ruggenthaler (Hrsg.): Stalins großer Bluff. Die Geschichte der Stalin-Note in Dokumenten der sowjetischen Führung (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte; Band 95). Oldenbourg, München, 2007, ISBN 978-3-486-58398-4.
  2. „Die zentralen Kapitel des Buches bereiten […] nur jenen Interessenten eine ungetrübte Lesefreude, die sich nicht daran stören, dass der Text des Autors überwiegend aus direkten Zitaten und aus Paraphrasen des Akteninhalts in indirekter Rede besteht. Die Akten sind zwar alles andere als langweilige Texte, aber dem Autor gebricht es an selbständiger konzeptioneller Kraft. Eine von Leitmotiven getragene Gesamtinterpretation, die über die Analyse der jeweiligen Entscheidungssituationen hinausgeht, wird nicht erkennbar.“
  3. Bürokratisches Monsterstück. In: FAZ. 22. Juli 2013, S. 8.
  4. Tiroler Landespreis für Wissenschaft – Preisträger 1984 bis 2014 (Memento vom 13. Oktober 2015 im Internet Archive). Abgerufen am 14. Oktober 2015.