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Rodalies Barcelona

S-Bahn der katalanischen Hauptstadt Barcelona
Neues Logo, verwendet seit Januar 2010
Civia-Zug der neusten Generation im aktuellen Farbenkleid
Zug der Linie 1 zwischen Calella und Sant Pol de Mar
Netzspinne 2013
Zug der Flughafenlinie (li.) im Bahnhof Estació de França in Barcelona

Rodalies Barcelona (katalanisch für ‚Nahverkehr Barcelona‘, spanische Bezeichnung Cercanías Barcelona) ist ein Vorortbahnnetz, das die Hauptstadt Kataloniens, die Stadt Barcelona, mit ihrem Umland verbindet. Es wird von der spanischen Eisenbahngesellschaft RENFE (seit 1. Januar 2010 im Auftrag der katalanischen Regionalregierung) und der katalanischen Landesbahn FGC betrieben. Das Netz ist vergleichbar mit deutschen S-Bahn-Netzen. Einige Linien haben jedoch eher den Charakter einer Regionalbahn.

Inhaltsverzeichnis

InfrastrukturBearbeiten

Das Netz besteht aus insgesamt 19 Linien, die die Großstadt mit dem Umland verbinden. Davon werden acht von der RENFE (Renfe Operadora) und elf von der FGC betrieben. Allerdings werden nur die vier mit dem Buchstaben „R“ beginnenden Linien der FGC zum Rodalies-Netz gezählt. Die mit einem „S“ gekennzeichneten Linien weisen zwar ebenfalls einen S-Bahn-ähnlichen Standard auf, werden aber aufgrund ihrer höheren Stationsdichte nicht zum eigentlichen Rodalies-Netz gezählt.

Die Linien R5, R50, R6 und R60 werden von der staatlichen katalanischen Bahngesellschaft FGC auf einer Schmalspur-Infrastruktur betrieben. Die Linien der Staatsbahn RENFE R1 bis R4 sowie R7 und R8 fahren als Breitspurbahn in der auf der Iberischen Halbinsel üblichen Spurweite.

Die FGC-Linien beginnen unter der Plaça d’Espanya in einem Tunnel, der auch von U-Bahnen desselben Betreibers mitgenutzt wird. Die Strecke gelangt erst, nachdem die Nachbarstadt L’Hospitalet de Llobregat unterquert wurde, ans Tageslicht. Die S-Bahn hat in diesem Abschnitt eher die Funktion einer Express-U-Bahn, die manche Haltepunkte auslässt.

Die RENFE-Linien nutzen in der Innenstadt zwei verschiedene Tunnel als Stammstrecke. Aus Richtung Süden kommend verschwindet der gesamte Bahnverkehr unter die Erde. Dort enden die Fernzüge am unterirdischen Bahnhof Barcelona-Sants. Hinter dem Bahnhof führen zwei Tunnel weiter durch die Stadt und treffen sich im Norden an einer Kreuzung, wo die Gleise wieder an das Tageslicht gelangen. Der östliche Tunnel wird ausschließlich von S-Bahnen genutzt. Im westlichen Tunnel verkehrt die Linie R2 und andere Regionalzüge.

Die Endstationen der Linien R1 bis R4 befinden sich bis zu 100 Kilometer von Barcelona entfernt. In Spanien ist es durchaus üblich, dass die S-Bahnen einen langen Laufweg haben. Allerdings fahren nur einzelne Züge die gesamte Strecke. Einige Fahrten der Linie R3 werden ab Vic als Regionalzug über Ripoll und Planoles bis Puigcerdà an der französischen Grenze und bis zum französischen Bahnhof Latour-de-Carol - Enveitg in den Pyrenäen geführt. Die Linie R7 fährt in einem Bogen um die Stadt herum. Sie bildet jedoch nur einen ¾-Ring. Das heißt, sie wird nicht im Ringverkehr bedient.

Anfang 2009 genehmigte die Spanische Regierung ein 4 Milliarden Euro umfassendes Investitionspaket zum Ausbau des Systems bis 2015. Unter anderem war die Vergrößerung des Streckennetzes von 467 auf 492 km, die Verlängerung und Anhebung der Bahnsteige an allen 107 Bestandsstationen auf 200 m/680 mm über Schienenoberkante sowie die Einführung von ETCS und GSM-R vorgesehen. Daneben sollten neun neue Stationen und rund 6900 neue Park&Ride-Parkplätze entstehen. Die Umsetzung sollte 2015 abgeschlossen werden.[1] Mitte 2015 wurde die Ausrüstung eines 56 km langen Abschnitts, zwischen den Bahnhöfen L'Hospitalet de Llobregat und Mataró mit dem Zugsicherungssystem ETCS Level 2 ausgeschrieben.[2] Der Ende 2015 von ADIF an ein Joint-Venture von Alstom und Bombardier vergebene Auftrag um 54 Millionen Euro für die Ausrüstung und weitere 34 Millionen Euro für die Instandhaltung über 20 Jahre.[3] Nach Angaben von ADIF sollen damit Kapazität und Betriebsqualität gesteigert werden. Der Ausrüstungsauftrag hat eine Laufzeit von 21 Monaten.[4] Auftraggeber und -auftragnehmer verhandelten später eine neue Laufzeit. Ein neuer Inbetriebnahmetermin steht noch nicht fest (Stand: März 2019).[5]

Rodalies de Catalunya símbol.svg Netz von Renfe OperadoraBearbeiten

Linie Verlauf
  Molins de Rei – L'Hospitalet del Llobregat – Barcelona Sants – Barcelona-Plaça de Catalunya – Mataró – Arenys de Mar – Calella – Blanes – Maçanet-Massanes
  Aeroport – Barcelona-Sants – Granollers Centre – Sant Celoni – Maçanet-Massanes
  Castelldefels – Barcelona-Sants – Granollers Centre
  Sant Vicenç de Calders – Vilanova i Geltrú – Castelldefels – Barcelona Sants – Estació de França
  L’Hospitalet del Llobregat – Barcelona Sants – Barcelona-Plaça de Catalunya – Granollers Canovelles – La Garriga – Vic – Ripoll – Ribes de Freser – Puigcerdà – La Tor de Querol (Frankreich, französisch Latour-de-Carol)
  Sant Vicenç de Calders – Vilafranca del Panedès – Martorell – L'Hospitalet del Llobregat – Barcelona Sants – Barcelona-Plaça de Catalunya – Barcelona Sant Andreu Arenal – Cerdanyola del Valles – Sabadell – Terrassa – Manresa
  Barcelona Sant Andreu Arenal – Cerdanyola del Valles – Cerdanyola Universitat
  Martorell – Cerdanyola Universitat – Granollers Centre

FGC.svg Netz der FGCBearbeiten

Linien Barcelona-VallèsBearbeiten

Linie Verlauf
  Barcelona-Plaça Catalunya – Sant Cugat – Terrassa - Nacions Unides
  Barcelona-Plaça Catalunya – Sant Cugat – Parc del Nord
  Barcelona-Plaça Catalunya – Sant Cugat – Rubí
  Barcelona-Plaça Catalunya – Sant Cugat – Universitat Autónoma

Linien Llobregat-AnoiaBearbeiten

Linie Verlauf
  Barcelona-Plaça EspanyaCan Ros
  Barcelona-Plaça Espanya – Martorell Enllaç – Olesa de Montserrat
  Barcelona-Plaça EspanyaMartorell Enllaç
  Barcelona-Plaça Espanya – Martorell Enllaç – Aeri de Montserrat – Monistrol de Montserrat – Manresa
  Barcelona-Plaça Espanya – Martorell Enllaç – Igualada
  Barcelona-Plaça Espanya – Martorell Central – Aeri de Montserrat – Manresa (Verstärkerlinie, hält nicht überall)
  Barcelona-Plaça Espanya – Martorell Central – Igualada (Verstärkerlinie, hält nicht überall)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. ETCS for Barcelona suburban. In: Railway Gazette International. Band 161, Nr. 4, 2005, ISSN 0373-5346, S. 9.
  2. Spending in the cities. In: Railway Gazette International. Band 171, Nr. 7, 2015, ISSN 0373-5346, S. 51.
  3. Intelligence Market. In: Railway Gazette International. Band 172, Nr. 1, 2016, ISSN 0373-5346, S. 16 f. (unter anderem Titel online).
  4. Alstom and Bombardier win Barcelona ETCS contract. In: railwaygazette.com. Railway Gazette International, 2. Dezember 2015, abgerufen am 22. Juni 2016.
  5. Jorge Lopez: Mobile mapping assists Rodalies resignalling. In: Railway Gazette International. Band 175, Nr. 3, 2019, ISSN 0373-5346, S. 36 f.