Robert White (Komponist)

britischer Komponist, geboren 1538

Robert White, auch in der Schreibweise Robert Whyte vorkommend, (* um 1538; † begraben am 11. November 1574 in London)[1] war ein englischer Komponist und Chormeister der Renaissance.[2][3][4]

Leben und WerkBearbeiten

White erwarb sich 1560 in Cambridge den Titel eines Musicae Baccalaureus.[2] Von 1561 bis 1565 war White Chormeister an der Kathedrale von Ely.[2] Anschließend wirkte er in gleicher Position an der Kathedrale von Chester[2] und ab 1570 an der Westminster Abbey.[2]

Von White sind uns 17 lateinische Motetten, ein lateinisches Magnificat, zwei Klagelieder, acht Hymnen und einige Orgelstücke überkommen.[2] Viele seiner Motetten sind Vertonungen von Themen aus den Psalmen. Frederick Hudson charakterisiert White’s Kompositionen in der MGG folgendermaßen: Sie „zeichnen sich durch polyphone Meisterschaft und kanonischen Erfindungsreichtum aus; er benutzt Kanons nicht nur wie die früheren englischen Komponisten, um den Satz aufzulockern, sondern verwendet sie als strukturelle Gestaltungsmittel. […] White behandelt auf kühne Art die melodische Linienführung und die schreitenden Intervalle. Seine Rhythmik ist sehr frei. Die originellen Vorhaltsbildungen und andere dissonante Mittel wurden erst fünfzig Jahre später, bei Orlando Gibbons, Allgemeingut der Zeit.“[4]

White starb infolge der Londoner Pestwirren von 1569 bis 1574 Anfang November 1574 und wurde am 11. November dieses Jahres beerdigt.[4]

QuellenBearbeiten

  • Frederick Hudson: White, Robert. In: Friedrich Blume (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG). Erste Ausgabe, Band 14 (Vollerthun – Zyganow). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 1968, DNB 550439609, Sp. 552–560 (= Digitale Bibliothek Band 60, S. 80783–80802)
  • Wilibald Gurlitt, Carl Dahlhaus (Hrsg.): Riemann Musik-Lexikon. In drei Bänden und zwei Ergänzungsbänden. White, Robert. 12. völlig neubearbeitete Auflage. 2. Personenteil L–Z. B. Schotts-Söhne, Mainz 1961, S. 920 (Erstausgabe: 1882).
  • Wilibald Gurlitt, Carl Dahlhaus (Hrsg.): Riemann Musik-Lexikon. In drei Bänden und zwei Ergänzungsbänden. White, Robert. 12. völlig neubearbeitete Auflage. 4. Personenteil L–Z. B. Schotts-Söhne, Mainz 1975, S. 905 (Erstausgabe: 1882).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geburtsjahr nach GND und LCCN.
  2. a b c d e f Riemann-Musiklexikon. 1961. White, Robert.
  3. Riemann-Musiklexikon. 1975. Robert White.
  4. a b c Frederick Hudson. 1968. Robert White.